Organisiert von den Jugendzentren Neuenkirchen geht es dieses Jahr für 20 Jugendliche nach Krakau, um mehr über die Geschichte der Familie Hoffmann zu lernen, die im Verlauf des 2ten Weltkriegs von den Nazis u.a. in Auschwitz ermordet wurden. Read more
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  • Abfahrt nach Krakau

    October 13, 2019 in Germany ⋅ ⛅ 20 °C

    Los geht's für rund 20 Jugendliche und junge Erwachse nach Krakau, der heimliche Hauptstadt Polens.
    Um 21.00 Uhr fuhr der Bus aus Neuenkirchen ab, begleitet wurden die Jugendlichen von 3 Mitarbeitern der Jugendzentren aus Neuenkirchen, die die Reise organisiert hatten.

    Geplante Ankunft in Krakau ist um 11.00 Uhr in Krakau am Freedom Hstel.
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  • Day 1

    Ankunft in Kraków (Polen btw)

    October 14, 2019 in Poland ⋅ ☀️ 19 °C

    Nach einer kurzen Nacht, keiner Grenzkontrolle, drei Mautstationen und einem Busfahrer, der Spaßeshalber in einem leeren Tunnel um 2.00 Uhr nachts hupt, sind wir gegen 9.00 Uhr endlich an unserem Hostel angekommen.

    Leider waren wir mehr als zwei Stunden zu früh da, weshalb wir nicht einchecken durften. Wir stellten nur unsere Koffer ab, danach ging es erst einmal knapp 2km in die Innenstadt bzw. die Altstadt. Dort begutachteten wir den Fluss, der hier durch Krakau führt und hatten einen tollen Blick aufs Schloss.

    Nach dem Mittagessen in einem naheliegenden Restaurant konnten wir endlich in Hostel einchecken. Die meisten legten sich nach der kurzen Nacht nochmal schlafen, um für die Stadtführung, die am Nachmittag war, fit zu sein.

    Gegen 15.00 Uhr holte die Stadtführerin uns am Hostel ab. Sie führte uns durch die Altstadt und zeigte uns die unterschiedlichste Sehenswürdigkeiten der heimlichen Hauptstadt. Fotos liegen bei, lol.
    Nach der Führung hatten wir knapp eine Stunde Zeit, ehe es zum Abendessen ging. Danach wieder zum Hostel, wo wir den Tag ausklingen ließen.
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  • Day 2

    Ausflug Auschwitz // Stammlager

    October 15, 2019 in Poland ⋅ ☁️ 13 °C

    .

    Ich weiß nicht, wie ich beschreiben soll, was gerade in mir vor sich geht.

    Heute stand der Tagesausflug nach Auschwitz an. Dabei besuchten wir das Stammlager Auschwitz I und das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau.
    Über den Besuch im kleineren Lager, dem Stammlager Auschwitz I.

    Ich persönlich nicht einmal bemerkt, dass wir am Lager angekommen waren. Nach Außen wirkte das Lager nicht besonders, die Wachtürme waren klein und nicht unbedingt vorhanden und der Stacheldrathzaun ähnelte sehr dem alten Zaun zur Emsdettener Straße von AJG.
    Zudem überkam mir nicht so ein Feeling, wie es in Theresienstadt gewesen ist, da überall Reisebusse (vor allem Polnische) auf dem Parkplatz standen.

    Insgesammt wirkte es so, als sei heute ein polnischer Feiertag gewesen

    Wie man auf der Karte sehen kann, ist das Stammlager nicht sehr groß. Es gab 28 Baracken, von denen 20 aus der Zeit stammen, als Auschwitz sitzt einer polnischen Militärkaserne war. Die Nazis bauten noch acht weitere Baracken hinzu.
    Wenn du vom Busparkplatz auf den Eingang zuläufts, gelangst du links von dem Eingangsgebäude in das Lager. Unsere Reiseführerin zeigte uns das von Touristen überfüllte Lager. Wir besichtigte umgebaute Baracken, die heute Teile des Museums sind. In der Baracke Nr. 4 war eine riesige Karte an der Wand, auf der gezeigt wurde, aus welchen Teilen des Reiches die Juden nach Auschwitz und Auschwitz-Birkenau transportiert wurden. Dabei hingen Bilder von Männer, Frauen und Kindern, wie sie in den Lagern ankamen und exekutiert wurden.
    In Vitrinen wurden dann die Briefe präsentiert, auf denen Personaldaten und Grund einer beliebigen Person standen und warum sie nach Auschwitz geliefert wurde.

    In Baracke 5 waren dann hinter Fenstern die Habseligkeiten der Ermordeten aufgestapelt. Millionen Schuhe, Kleider, Bürsten und Tonnen von Frauenhaar (aus dem im Reich Stoffe gewebt wurden) sowie einiges mehr.
    Nachdem wir noch andere Baracken kurz besichtigt hatten (weitere Bilder von Opfern & ein Museum über die Entwicklung des Nationalsozialismus in Polen) gingen wir zum Platz zwischen den Baracken 10 und 11.

    Auf diesem "Todesplatz" wurden Juden oder andere Gefangende arbeitsungähig gemacht. Bei den einen wurden die Hände zusammengebunden. An diesem Seil wurden sie dann an eine Hacken gehangen, wenn nach einigen Stunden die Arme gebrochen oder die Schultern ausgekugelt waren, wurden die Menschliche Überreste in die nächste "Dusche" beordert.
    Andere mussten sich nackt auf einen Prügelblock legen. Daraufhin wurde mit einem Knüppel oder einer Peitsche (laut Plan 25x) auf die Gefangenden eingedroschen. Die Leidenen mussten ihre Hiebe selbst laut mitzählen. Wer sich verzählte musste wieder von vorne anfangen...

    Nach den Baracken wurden wir zum Krematorium und zur Gaskammer geführt, das außerhalb des eigentlichen Lagers lag. Schweigend liefen wir durch das Gebäude, das komplett dunkel war. Nur durch die Luken, durch die damals das Gas in die Gaskammer geschüttet wurde, drang ein bisschen Licht. Nebenan befand sich das Krematorium, wo die Leichen verbrannt wurden. Der Anblick erinnert mich sehr an den Friedhof nahe Theresienstadt...

    Am Krankenhaus für die SS Offiziere vorbei verließen wir schließlich das Stammlager Auschwitz I.

    Mit dem Bus ging es für uns dann weiter in das deutlich größere Todeslager Auschwitz-Birkenau.
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  • Day 2

    Ausflug Auschwitz // Birkenau

    October 15, 2019 in Poland ⋅ ⛅ 21 °C

    .

    Da sind wir wieder. Gerade einmal drei Kilometer trennt das Stammlager mit dem deutlich größeren KZ Auschwitz-Birkenau.

    Die Umrisse des Lagers sind auf der Karte deutlich zu erkennen.

    Leider war auch dieses Lager von den Touristen zu überlaufen, sodass auch hier die Eindrücke nicht so wirkungsvoll sind wie letztes Jahr in Theresienstadt.

    Trotzdem lässt sich die ganze Wirkungen des Konzentrationslagers nicht begreifen. Es wirkt so groß, so unrealistisch, unbegreiflich und unglaubwürdig. Und dennoch so real. Neben dem berühmten Eingang, durch den die Gleise führen, gelangen wir ins Lager.

    Zuerst führt uns die Reiseleitung, die uns auch durchs Stammlager geführt hatte, hinauf in den Turm, der sich über der Gleisstrecke befindet. Wer denkt, dass man von dort aus über das komplette Lager schauen kann, der irrt. Man kann, wenn man mach rechts guckt, weder alle Baracken sehen, in denen die Gefangen wie Tiere gepferrcht hausten, noch die Gaskammern und Krematorien II und III am Ende der Gleisstrecke. Auch die Gaskammern/Krematorien IV und V, die abseits vom Lager lagen, keine Chance. So groß ist das Lager.

    Links und Rechts der Laderampe stehen noch vereinzelte Baracken. Vor allem die Baracken der Arbeiterkommandos, links der Bahnstrecke und Laderampe und durch einen Zaun vom anderen Teil des Lagers abgetrennt, sind noch gut erhalten.
    Hier hat man bei einer Baracke die Möglichkeit, mal in das Innere zu treten.
    Kleine Bettgestelle, teils mit dünnen Steinwänden voneinander getrennt, stehen nah zusammengepfercht beieinander. Drei Steinschloote winden sich mühselig zur Decke, kleine Öfen im Winter (glaube ich). Das auf dieser kleinen Fläche von 20x30 Metern mehr als 500, teils mehr als 800 Menschen leben mussten - erschreckend.

    Auf der rechten Seite des Lagers stehen nur noch wenige der fast 100 Baracken. Eine davon ist die Erste von damals zwei Kloaken, wo die Gefangenden ihre Geschäfte erledigen mussten - einmal morgens, einmal abends. Keine 10 Sekunden Zeit, um sein Geschäft zu erledigen in einem Loch zu erledigen, dass du dir zeitgleich noch teilen musstest.
    Die vollen Töpfe voll mit Sche*ße mussten dann vom "Sche*ßkommando" gesäubert werden, also von anderen Gefangenen.
    Btw das Kommando wurde wirklich so genannt!

    Oberhalb des Laderampe befinden sich die Gaskammern II und III, sowie die gleichnamigen Krematorien. Wer auf der Laderampe nicht gesund wirkte, landete hier. Von einem weiteren Sonderkommando der Gefangenen wurde den Baldtoten der Ablauf erklärt: alles ausziehen, duschen, Suppe essen. Letzter Punkt natürlich erlogen. Und die Dusche war... sollte bekannt sein.
    Von den Gebäuden sieht man hingegen nicht mehr allzu viel. Die Nationalsozialisten sprengten die Gebäude und stellten die Baracken der Gefangen in Brand, um die Spuren zu verwischen, als die Rote Armee in Sichtweite war.

    Die Fragen konnten sie jedoch nicht verwischen. Wie konnte so etwas passieren? Warum kann man Menwchen ohne schlechtes gewissen töten? Wieso hielt die Ideologie der Nazis so lange? Weshalb glaubte man Ihnen bis zum letzten Augenblick?

    Viele dieser und ähnlicher Fragen lassen sich nicht beantworten. Und wenn die letzten Zeit- und Augenzeugen sterben wird es auch nicht mehr möglich sein, zu erfahren, was geschehen ist.
    Eins ist aber sicher: So etwas darf NIE WIEDER geschehen. Weder jetzt noch in 10, 20, 50 Jahren. Wir müssen verhindern, dass selektive Denken und Rassenideale dazu führen, dass Menschen für ihre Meinung oder ihren Lebensstil umgebracht werden.
    Und indem wir nicht einfache Antworten auf schwere Probleme finden, sondern weiter denken, sodass es keinen Krieg mehr gibt.
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  • Day 2

    Der Abend danach

    October 15, 2019 in Poland ⋅ ⛅ 18 °C

    Trotz der überwältigenden Eindrücke aus den beiden Lagern gab es am Abend auch noch Programm.
    Vom Reiseunternehmen vorgesehen besuchten wir noch ein Classic Konzert am Flügel.
    Das Konzert war interessant, ein junger Pianist spielte unterschiedliche Ausschnitte von den Werken eines polnischen Pianisten. Dennoch fand ich, dass die Atmosphäre des Konzerts nicht zu den Eindrücken passte, die wir in Auschwitz erfahren hatten.

    Nach dem Konzert genossen wir das Nachtleben von Krakau. Nachdem am Montag alle Läden früh geschlossen hatten, gingen wir in einen Club "Chicago". Da es dort leider keine Livemusik gab, wie auf einem Plakat angegeben, gingen wir nach einer Runde Getränke wieder.
    Danach setzten wir uns in ein Restaurant am Tuchaln, dem alten Marktplatz. (Ob der Platz so geschrieben wird, weiß ich nicht)
    Dort gab es Livemusik und unter Wärmelampen hatte man einen schönen Blick auf das Treiben auf dem Platz.
    Nach einem Tokio Ice Tea und einem Bananensplit für mich quatschten wir noch bis kurz nach Mitternacht, bevor wir uns durch die seicht erleuchteten Straßen Krakaus zum Hostel aufbrachen
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  • Day 3

    Schindlers Liste

    October 16, 2019 in Poland ⋅ ⛅ 17 °C

    Dieser Tag bestand aus zwei Teilen. Zum erste hatten wir den ganzen Vormittag bis ca. 14.30 Uhr Freizeit, wo wir mit Kleingruppen durch die Stadt laufen durften. Ich nutzte die Zeit, um Andenken und Mitbringsel für meine Familie zu kaufen.

    Ab 14.30 Uhr trafen wir alle uns an der Alten Synagoge. Dort erwartete uns unsere Stadtfüherin. Sie führte uns durch das alte jüdische Viertel und durch Teile des ehemaligen Ghettos von Krakau. Über 18.000 Juden lebten im Ghetto zusammen, wo zuvor nur rund 3.000 Menschen gelebt hatten. Und mehr als 15.000 der Jufen wurden in den ersten 1,5 Jahren in Arbeits- und Konzentrationslager transportiert.
    Im Ghetto besuchten wir eine ehemalige Apotheke, die heute ein Museum ist, und den Todesplatz, auf den die Juden auf ihre Transporte warteten. Auf dem Platz befanden sich installierte Stühle, die alle in eine Richtung gerichtet waren, nur drei Stühle standen anders. Sie zeigten in die Richtungen der Konzentrationslager, in die die Ghettojuden transportiert wurden: unter anderem auch Auschwitz.

    Vom Platz aus liefen wir weiter zur ehemaligen Fabrik Schindlers. Wer denkt, dort kann man in die ehemaligen Produktionsräume sehen, den muss ich leider enttäuschen. Die Fabrik wurde zu einem Museum umgebaut, nur noch wenige Originalobjekte sind erhalten.
    Wer sich für die Geschichte der Juden in Krakau im Verlauf des 2ten Weltkriegs interessiert, dem könnte die Fabrik gefallen. Wer erwartet, etwas über Schindlers Arbeit zu erfahren: Es gibt nur zwei, bzw drei Räume, die sich mit Schindler und seiner Geschichte befassen.
    Aus meiner Sicht ist die Fabrik leider ein Flop, vor allem da es nicht gerne gesehen wird, wenn man da Fotos macht.
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  • Day 4

    Der letzte Tag

    October 17, 2019 in Poland ⋅ ☀️ 17 °C

    24h
    24 Stunden
    Die letzten vierundzwanzig Stunden, hier in Kraków. Im Gegensatz zu den letzten Tagen hatten wir den ganzen Tag für uns. Ich nutzte die freie Zeit, um mich nochmal in der Altstadt von Krakau umzusehen und ein bisschen bummeln zu gehen.
    Nach einem langen Morgen, wo wir um 11.00 Uhr das Hostel verlassen mussten, liefen wir in einer Kleingruppe wieder hoch zur Burg, um nochmal einen Überblick über die Altstadt zu bekommen.
    Es war phantastisch, das seichte Treiben auf der Weichsel, die alten Häuser, usw.
    Nach einem Mittagsessen bei McD gingen wir dann in das große Kaufhaus am Hauptbahnhof, ich weiß leider gerade nicht, wie das heißt. Eingedeckt mit Lebensmitteln für die Rückfahrt und einer erfolglosen Suche nach weiteren Andenken geht es auf nach Deutschland.
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  • Day 5

    Ende

    October 18, 2019 in Germany ⋅ ⛅ 11 °C

    Das wars. Wieder angekommen in Neuenkirchen, zurück im Alltag

    Selbst der Vogel auf dem Bild hat es besser: Er kann in Krakau bleiben.

    Btw der Tag bestand nur aus der Busfahrt und fand nur in Deutschland statt. Die Grenze hatten wir gegen 22.30 Uhr am Vortag überschritten :)Read more