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  • Day23

    Fahrt nach Whistler

    July 27, 2019 in Canada ⋅ ⛅ 17 °C

    Dirk wollte gar nicht nach Whistler. Im Hostel in Vancouver hatten wir darüber eine etwas längere Diskussion. Dirk wollte auch nicht nach Shuswap. Das gehört jetzt zu seinen Lieblingsplätzen unserer Reise.
    Die Fahrt nach Whistler war landschaftlich so abwechslungsreich wie noch keine auf unserer Reise. An die gigantischen Seen sind wir mittlerweile gewöhnt. Es ist so unendlich schön, an diesen großen Gewässern entlang zu fahren und an den wilden Flüssen. Aber auf der Fahrt nach Whistler, hatten wir zunächst noch satt grüne Hügellandschaft und Felder um uns, dann plötzlich eine sehr karge Hügellandschaft, Halbwüsten-ähnlich und dann plötzlich wieder schneebedeckte Berge.
    Unten sind ein paar Eindrücke von unserer Fahrt. Besonders beeindruckend fanden wir den See mit den großen, langen Baumstämmen, Duffy Lake, im L'íl wat territory, also mitten in einem der vielen Indianerreservate, siehe Schautafel in den Fotos (4). Um invasive Arten einzudämmen, wird die Bevölkerung hier überall auf Hinweistafeln um Mithilfe gebeten. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das viel bringt, aber einen Versuch wert ist es vielleicht - Bild 8. Und mittlerweile sind wir im Bereich der Grizzlys angekommen. Dirk und Ella sind sehr enttäuscht, dass wir noch keinem begegnet sind. Gestern Abend am Shuswap Lake wurde übrigens in der Nähe des Hostels von einigen Gästen ein mittelgroßer Schwarzbär gesichtet. Ich bin dann am Abend nicht mehr alleine draußen herumgelaufen...
    Nach langer Fahrt sind wir abends um 20 h 30 in Whistler im Hostel angekommen. Just als wir uns angestellt hatten, um einzuchecken, fällt der Strom aus. Alle Lichter im ganzen Viertel waren aus - und natürlich der Computer. Drei Stunden haben wir im Dunkeln gesessen und darauf gewartet, dass das Licht wieder angeht und wir in unsere Zimmer können. Ich habe die Zeit genutzt, um mich mit einem 23-jährigen Franzosen zu unterhalten, der jetzt hier seit zwei Jahren lebt und nach Kanada auswandern möchte. Er leitet das kleine Café im Hostel und hat vorher in Frankreich in der Gastronomie gearbeitet. Sein Fazit: In Europa seien die Leute chronisch unzufrieden. In Frankreich habe er 70 Stunden in der Woche gearbeitet und nur 35 davon bezahlt bekommen, also ständig viele unbezahlte Überstunden machen müssen. Hier habe er es mit netten Leuten zu tun, bekommt das dreifache bezahlt und hat geregelte Arbeitszeiten. Für ihn steht fest, dass er nicht mehr zurück möchte, obwohl er seine Familie vermisst und das Fest, das es jetzt gerade in der letzten Juliwoche bei ihm zu Hause im Baskenland gibt. Mich hat es sehr beeindruckt, dass ein 23-jähriger junger Mann schon so gut weiß, was er will. Ich selbst habe mit 23 mein erstes Studium begonnen und wußte, was ich nicht will, immerhin.
    Um 23 h 30 war zwar das Licht immer noch aus, aber wir bekamen unsere Zimmer - Ella und ich in einem Frauen-4-Bett-Zimmer und Dirk in einem Männer-4-Bett-Zimmer. Im Dunkeln, bzw. im Licht von Ellas Handy haben wir noch schnell Zähne geputzt und die Betten hergerichtet. Die anderen beiden Frauen schliefen schon und sind am nächsten Morgen auch schon früh abgereist. Außer von ihrem Handyschein habe ich von ihnen nichts mitbekommen (meine Schlafmaske kam zum Einsatz - ich liebe sie!) und dem Weckerklingeln am nächsten Morgen, aber das hat nicht weiter gestört.
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