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  • Day20

    Goodbye Warsaw

    July 2 in Poland ⋅ ⛅ 25 °C

    Die Tage, an denen wir unsere Herbergen pünktlich verlassen müssen, sind gleichzeitig einmalige Möglichkeiten, um Frühstücksempfehlungen auszuprobieren. Heute gönnen wir uns daher ein Frühstück im Charlotte, eine polnische (?) Kette, der wir auch schon an früheren Zwischenstopps begegnet sind und die uns sogar doppelt nahegelegt wurde. So erinnert diese Kette jedoch eher an ein Café Extrablatt, in dem Julhuhn in ihrem Teeniealter ständig anzutreffen war, als an ein fancy french-style café, das es vielleicht gerne wäre. Selbstgemachte süße Aufstriche verlieren aufgrund der Massenproduktion etwas ihren Reiz und auch sonst fehlt die Liebe zum Detail. Aber auch so stellt sich die Frage, wer schon freiwillig französisches süßes Frühstück genießen möchte, wenn richtiges Frühstück (fast hätte ich 'deutsches' geschrieben) so viel mehr zu bieten hat. Die Verehrung der französischen Küche über Landesgrenzen hinaus bleibt ein ungeklärtes Mysterium.
    Nachdem wir etwas verloren im sog. Hipsterviertel Warschaus' Praga umher irren, brechen wir auf in Richtung Tomaszkowo.
    Die Fahrt selbst sollte ein eigenes Highlight werden, eine 74km lange Schnellstraße mit Ampeln sollte selbst den sonst so ausgeglichenen Achtrau zum Brodeln bringen. Hinzu kommt seine Antipathie gegen das allgemeine Fahrverhalten vieler Pol*innen, die die Stimmung auf der Autofahrt weiterhin trüben sollte.
    In Tomaszkowo angekommen werden wir von einer sehr netten Dame begrüßt, die voller Begeisterung mit uns ihre Deutschkenntnisse auffrischt. Nach einem kurzen Spaziergang zum See, kaufen wir ein und gönnen uns mal wieder selbstgekochtes Essen, bevor wir völlig entspannt die Relegation verfolgen. Schwingt zwar die Hoffnung mit, dass die Fischköppe in den Keller wandern, liegt unsere Priorität doch eher auf einem spannenden Spiel, das uns leider so gar nicht geboten werden will.
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