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  • Day187

    Phnom Penh - Kambodschas Hauptstadt

    March 7 in Cambodia ⋅ ☀️ 33 °C

    Unser zweiter Stopp in Kambodscha führt uns nach Phnom Penh, wo ich es endlich geschafft habe meine Mavic Mini zu kaufen. Die Drohne haben wir bei einem deutschen Travellerpärchen in Vietnam kennen gelernt und waren super begeistert von den Aufnahmen. Leider war sie in Vietnam überall ausverkauft, aber hier in Phnom Penh konnte ich einen Laden ausfindig machen und sie ziemlich günstig erwerben :) Die ersten Versuche liefen schon ganz gut, nur leider musste ich feststellen, dass es doch relativ viele Drohnenverbotszonen gibt, was das Üben etwas schwer gemacht hat. Ich freue mich aber schon riesig in Ankor Wat die ersten richtigen Aufnahmen zu machen und mit euch zu teilen 😃!
    Aber zurück zu Phnom Penh: Nirgendwo sonst nimmt man das Gefälle zwischen Arm und Reich so stark war, wie in dieser Metropole. Hier existieren Leute die nicht mehr besitzen als ihren mobilen Straßenstand, gleich neben einer Mercedes Maybach S-Klasse oder einem Rolls Royce. Außerdem sieht man hier erstaunlich viele umzäunte und mit Stacheldraht abgesicherte Wohngebäude - Ein großer Kontrast zu der Weite und dem Freiraum auf dem Land in Kampot.
    Hier besichtigten wir den Königspalast und die S21 Völkermordsgedenkstätte. Im S21, einem ehemaligen Gefängnis, in dem die Roten Khmer Geständnisse erzwangen, wird einem eindrucksvoll über einen Audioguide, die düstere Vergangenheit Kambodschas nahe gebracht. Denn vor gar nicht mal so langer Zeit, von 1975-1979, fand in Kambodscha ein Völkermord statt der jeden vierten Kambodschaner das Leben kostete. Als die Roten Khmer an die Macht kamen, wurden sie zunächst von der Bevölkerung unterstützt - Ihr Ziel: Soziale und finanzielle Gleichberechtigung für alle. Jeder solle gleich viel (wohl eher wenig) besitzen und Kambodscha sollte ein unabhängiger Bauernstaat werden, der sich isoliert von der Welt selbst versorgt. Mit anderen Worten: Die Ablehnung jeglichen Fortschritts, um das Land wieder ins Mittelalter zu katapultieren! Jeder der gläubig oder gebildet war, galt als Feind der Revolution und wurde umgebracht. Als Indizien galten das Tragen von Brillen oder weiche Hände. Natürlich bekam jeder der Verdächtigen einen "fairen" Prozess - In Gefängnissen wie dem S21 wurden die Insassen teilweise bis zu dreimal täglich gefoltert, bis sie falsche Geständnisse abgaben, woraufhin dann die Hinrichtung auf einem der Killingfields erfolgte. Aus Angst vor der Rache der Familienmitglieder wurde die nächste Verwandtschaft, sprich auch Kinder und Babys, ebenfalls hingerichtet - Das wurde dann als die "Auslöschung des Feindes bezeichnet". Allein in S21 wurden ca. 20.000 Menschen verhört und hingerichtet. Aber auch Hunger war zu dieser Zeit eine weitverbreitete Todesursache, denn die Bevölkerung wurde gezwungen, teilweise bis zu 19 Stunden am Tag auf dem Feld zu arbeiten. Zur Stärkung standen jedem Arbeiter zweimal am Tag eine Kelle Reissuppe zu, weshalb es in Kambodscha immer noch gang und gebe ist Insekten und auch Vogelspinnen zu Essen.
    Uns hat der Besuch dort gereicht und wir haben uns die Killingfields nicht noch angesehen. Was uns aber am meisten verstört hat, war die Tatsache, wie so etwas quasi unmittelbar nach dem zweiten Weltkrieg passieren konnte, ohne dass man davon wirklich viel mit bekommen hat?! Deshalb ist es super wichtig, sich jener Vergangenheit zu erinnern, um so etwas für die Zukunft zu vermeiden!
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