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  • Day10

    Abenteuer in Mittelbali

    October 17, 2015 in Indonesia ⋅ ⛅ 27 °C

    Ortszeit 20:06 Uhr und 29 Grad.

    Heute hatten wir unseren letzten Tag mit Gede unserem deutschsprachigen balinesischen Reiseleiter. Es ging nach Mittelbali.

    Angefangen haben wir mit dem Barong-Tanz d. Gezeigt wurde uns eine verkürzte Version für Touristen. Normalerweise wird das im Tempel getanzt und dauert 2,5 - 3 Stunden. Die Touristenversion dauert 1 Stunde.

    Der Barong ist ein mystisches Wesen (siehe Bild), welches die auf der Erde existierenden guten Kräfte verkörpert. Daneben gibt es Rangda, die Königin der Hexen, die das Böse darstellt. Der Balinese glaubt, dass Gut und Böse nebeneinander existieren. Deshalb gibt es in der Geschichte des Barong-Tanzes keinen Sieger.
    Akt 1: Zwei Diener der Königin besprechen sich über das Schicksal ihres geliebten Herren, des Prinzen Sadewa, der an diesem Tag der Totesgöttin Batari Durga geopfert werden soll. Ihre Unruhe wird verstärkt, als eine der Hexen (Schülerin von Batari Dunga) erscheint. Sobald sie wieder verschwunden ist, schicken die beiden Diener dem Premierminister eine Nachricht, das dieser schnell kommen möge.
    Akt 2: Der Premierminister kommt, die Königin (Sadewas Mutter) folgt ihm in einigem Abstand. Die Königin ist tief verstört bei dem Gedanken ihren Sohn zu opfern. Die Hexe ist besorgt, dass die Königin ihren Sohn nicht opfern will, verhext diese. Verwirrt beginnt die Königin ihren Sohn Sadewa zu schlagen und sie befiehlt dem Premierminister Sadwa zum Friedhof zu bringen, in dem die Todesgöttin lebt.
    Akt 3: Der Premierminister, der Sadewa wie seinen eigenen Sohn liebt, weigert sich den Befehl auszuführen. Doch als die Hexe auch über ihn einen Fluch ausspricht, bringt er Sadewa zum Friedhof. Dort bindet er hin vor dem Haus der Todesgöttin an einen Baum.
    Akt 4: Der Gott Shiwa erscheint in der Gestalt eines Priesters, sieht Sadewa und hat Mitleid mit ihm. Er macht Sadewa unsterblich.
    Akt 5: Batari Durga erscheint, sieht Sadewa und möchte das Opfer unverzüglich abhalten. Doch Sadewa ist unsterblich und Batari Durga gibt sich geschlagen, nachdem sie das erkannte. Um erlöst zu werden und in den Himmel zu kommen, bittet sie Sadewa, sie zu töten.
    Akt 6: Auch Batari Durgas Hauptschülerin Kaleka möchte erlöst werden. Doch Sadewa weigert sich, ihr zu helfen. Mit Hilfe ihrer magischen Kräfte verwandelt sich Kaleka in einen wilden Eber wird jedoch von Sadewa geschlagen. Auch als sie sich in einen riesigen Vogel verwandelt, wird sie von Sadewa besiegt. Als sie jedoch die Gestalt der schwarzen Hexe Rangda annimmt, kann Sadewa sie nicht mehr schlagen. In einem erneuten Versuch sie zu überwinden, verwandelt sich Sadewa in den Barong. Sie kämpfen miteinander, aber da sie von gleicher Kraft sind, kann keiner den anderen besiegen. Der Barong ruft seine Anhänger zu Hilfe.
    Akt 7: Die Anhänger des Barong erscheinen, ausgerüstet mit Kris'en (Dolche) von magischer Kraft. Sie greifen die schwarze Hexe an, die sie jedoch mit Hilfe ihrer Hexenkunst in einen Gemütszustand versetzt, in dem sich wütend gegen sich selbst wenden und ihre Körper mit den Kris'en durchbohren. Der Barong erscheint und löscht den Einfluss der schwarzen Hexe.
    Bemerkung: Am Ende der Vorstellung bringt der Tempelpriester einige sakrale Opfer. Er besprengt die Tänzer mit heiligem Wasser um sie aus ihrem Trance-Zustand zu lösen.

    Das ist die Geschichte des Barong Tanzes laut Informationszettel der auslag. Ich fands super. Die Kostüme waren toll, bunt und ausdrucksstark. ich finde, wer nach Bali kommt sollte sich unbedingt mal 1-2 Tanzvorführungen anschauen.

    Im Anschluss ging es in den Vogel- und Reptilienpark. Umgerechnet 56 Euro Eintritt für 2 Personen. Ich selbst finde das für Bali extrem teuer.
    In dem Vogelpark laufen und fliegen einige Vögel frei herum. Eine Flugshow haben wir auch noch mitbekommen und man konnte sich mit Papageien und Tukanen fotografieren lassen. Es gab auch ein großes Fluggehege mit Netz an der Decke. Direkt daneben ist der Reptilienpark. Ist wie die Reptilienabteilung bei ins im Zoo. Aber ich muss sagen, die Terrarien sind optisch absolut Klasse gemacht. Die machen echt was her! Im großen und ganzen war es den Preis durchaus wert. Der Park war schön gemacht und sie hatten auch recht abwechslungsreich die Vogelarten. Die Käfige waren wie überall mindestens 1-2 Nummern zu klein. Ein muss ist es meiner Meinung nach nicht, aber ein Nice to have.

    Danach sind wir zu einer Holzschnitzerfamilie gefahren. Bali ist ja bekannt für seine Holzschnitzereien. Alles Handarbeit, zumindest dort...entsprechend der Preis. Nicht ganz billig, aber toll anzusehen! Das Bild im Anhang sind Rama-Sita. Von dem Ramayana Epos, der in der Kecak Tanzvorführung getanzt wird. Die Balinesen sagen: Wie Romeo und Julia...nur mit Happy-End.

    Nächstes Ziel war der Batur-Vulkan. Er hat 3 Krater. Der kleinste (links) ist vor ein paar Jahren ausgebrochen und hat mitten in der Lava eine Art Insel mit Bäumen stehen lassen. Er ist übrigens noch aktiv!

    Die letzte Station war Tirta Empul. Tempel mit einer heiligen Quelle. Dort kann man ein Reinigungsritual machen. Das Reinigungsritual soll bei Krankheit, Schmerzen und Alpträumen helfen. Als erstes haben wir ein paar Opfergaben gekauft und sind danach in den Tempel rein. Dort gibt es extra für das Reinigungsritual Sarongs zum ausleihen, denn kein Tempelbesuch ohne Sarong. Balinesinnen gehen in Shorts und T-Shirt baden, Touristinnen die das Reinigungsritual machen möchten, sollten das dann auch tun. Der Boden war mit Kies ausgelegt :(. Da tun dann einem irgendwann die Füße weh.
    Also sobald man in Reinigungsritual-Outfit ist (T-Shirt, Shorts und Sarong) gibt man seine Opfergabe ab und betet (zu dem, an den man glaubt...für mich eher schwierig). Dann gehts ab ins Wasser. Das heilige Quellwasser läuft aus steinernen Figuren in ein Becken mit den schon erwähnten Kieseln (große Kiesel). Man macht "Düse" für "Düse"...beten (tu ich mir ja schwer, ich hab ein Mantra runtergebetet), 3 Schluck Wasser nehmen (symbolisch, ich habs nicht gemacht weil ich nicht weiss wie die Wasserqualität ist) mit Kopf unter den Wasserstrahl und nächste "Düse" das ganze von vorne. Es gibt 20-25 Düsen, zwei muss man auslassen. Das ist das Wasser für die Toten. Wenn jemand stirbt wird an diesen zwei "Düsen" Wasser geholt um den Verstorbenen damit zu waschen. An der letzten "Düse" waren Frösche :). Das Wasser ist für balinesische Verhältnisse ziemlich frisch.
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