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  • Day45

    Puno und die Uros

    June 21, 2019 in Peru ⋅ ☀️ 13 °C

    Von Arequipa nach Puno sind es eigentlich angenehme 6 Stunden Fahrt. Wir waren ganze 11 Stunden unterwegs, weil wir schon in Arequipa durch eine Straßensperrung, auf Grund von Demonstranten, festsaßen. Die Leute demonstrieren hier regelmäßig gegen den Ausbau der Mienen, auf Grund der Umweltverschmutzung, die sie verursachen. Deshalb bin ich definitiv auf deren Seite und nach fünf Stunden, kurz bevor wir schon aufgeben wollten, waren sie auch so nett für eine Stunde die Sperre zu öffnen, so dass wir passieren konnten. Wir wurden vom netten Personal so lang mit Essen versorgt, also war alles wirklich halb so wild.

    Puno liegt am riesigen Titicacasee, der sich von Peru und Bolivien geteilt wird. Er ist der höchstgelegene befahrbare See der Welt und ich muss sagen die Höhe (3800m) spürt man. Zum Glück ging es keinem von uns schlecht, aber der Atem geht einem schon bemerkbar schneller aus. Kann zum Teil aber auch an unserer zweimonatigen Sportpause liegen. Gut, dass wir noch eine viertägige Wandertour auf bis zu 4800m planen 😅. (Kaum Schiss 😬)
    Puno hat städtisch ausnahmsweise mal nicht so viel zu bieten. Das Stadtbild prägen rote Ziegelhäuser, die an einem Hang bis zum See gebaut sind und ein wenig unfertig aussehen. Unfertig gilt aber allgemein für die meisten Gebäude in Peru. Die Bolivianischen Seite des Titicacasees gilt eigentlich als die schönere, da wir unseren Flug nach Kolumbien aber schon gebucht haben, haben wir in Peru einen strafferen Zeitplan. In Puno hat es gerade nur kalte 15 Grad, weshalb wir auch nicht unbedingt länger bleiben wollten, weil die meisten Hotels keine Heizung besitzen und es dann nachts trotz vier Lagen Decke ziemlich frostig werden kann. Wir hatten also nur einen Tag in Puno, der aber wirklich cool wurde. Mittags gab es einen festlichen Umzug der Universität mit traditionellem Tanz und Panflötenmusik. Danach haben wir den Hafen besucht und uns doch spontan dazu entschlossen den Bootsausflug zu den Islas flotantes de los uros zu machen. Zuvor wurde uns eher davon abgeraten, weil er mal wieder eher einer Kaffeefahrt ähneln soll. Ich muss sagen, ich fand den Ausflug dann doch schöner wie erwartet. Es ist halt auch einfach wirklich spannend diese Kultur zu erleben. Die Uros sind ein indiges Volk, dass auf selbstgebauten Schilfinseln im Titicacasee lebt. Auch ihre Hütten und Boote bauen sie aus dem Schilf. Mittlerweile gibt es noch circa 50 dieser Inseln, auf der jeweils 10-30 Menschen, die hauptsächlich vom Tourismus leben, wohnen. Bei der Tour wurde uns (leider auf spanisch) etwas über die Geschichte und Lebensweise der Uros erzählt und wir durften deren Häuschen besichtigen, bevor es zu den Verkaufsständen ging. ☺️ Nach einer Fahrt auf einem Schilfboot, dass sie den Merzedes-Benz nennen, gab es frischen Fisch 🐟 aus dem See klassisch mit Reis und Kartoffeln. Da der Ausflug wirklich nicht teuer ist, würde ich ihn schon weiterempfehlen (mit Essen ca. 12€ für 3h).
    Am Abend haben wir eins der vielangebotenen Turistenmenüs probiert. Daniel mit Alpakasteak (war echt lecker) und ich mit Fisch. Außerdem bietet hier fast jedes einheimische Lokal auch Pizza an. Überhaupt hat man das Gefühl, dass die peruanische Küche sehr international geprägt ist. Vor allem italienisch und asiatisch 🤔.
    Mehr konnten wir in der Kürze der Zeit leider nicht sehen.
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