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  • Day14

    Dublin

    August 24, 2019 in Ireland ⋅ ⛅ 20 °C

    Das Stadtgetümmel war eine richtige Abwechslung zum restlichen Roadtrip. Galway und die anderen Ortschaften, in denen wir während unseres Aufenthalts auf der irischen Insel Zeit verbracht hatten, wurden alle der Bezeichnung "Stadt" nicht so gerecht wie Dublin.

    Wir starteten unseren Rundgang am Vormittag zu Fuß über die O'Connell Street. Inmitten dieser lebhaften Straße steht "The Spire", den man gar nicht übersehen kann. Offiziell heißt das Wahrzeichen "Monument of Light" und ist mit 121,2 Metern die längste Skulptur der Welt. Die Riesennadel aus Stahl wiegt 126 Tonnen, hat an ihrem Fuß einen Durchmesser von drei Metern und an der Spitze nur noch 12 Zentimeter. Sie steht seit 2003 an der Stelle, an der 1966 abtrünnige IRA-Mitglieder die Nelson's Pillar gesprengt hatten, eine Säule, die Horatio Nelson, einem britischen Admiral gewidmet war.

    Daraufhin gönnten wir uns einen kurzen Spaziergang auf dem Anwesen des Trinity College, bevor wir uns Richtung Dublin Castle und der kleinen Chester Beatty Library aufmachten. Auf der Dachterrasse der Bibliothek kann man übrigens sehr schön auf die Dublin Gardens hinunterschauen.
    Nicht zu vergessen ist die Statue von Molly Malone, an der wir vorbeikamen. Sie spielt die Hauptrolle vom bekannten Volkslied "Molly Malone (Cockles and Mussels)" von The Dubliners, das auch als inoffizielle Hymne der Stadt Dublin (auf Irisch übrigens Dubh Linn) gilt.

    Am Mittag stand Fish & Chips auf dem Menüplan. Die durfte man aber nicht von einem x-beliebigen Restaurant oder Fast-Food-Ständchen mitnehmen - Nein! Die mussten unbedingt vom berühmten Leo Burdock sein, "Dublin's Oldest Chipper", denn auch schon Metallica, BB King, Tom Cruise und andere Musik- und Filmgrößen, sowie Politiker oder Schriftsteller haben dieser Imbissbude schon einen Besuch abgestattet. Achja, und Justin Timberlakes Eltern - sehr wichtig. Es gibt tatsächlich eine Wall Of Fame neben der Eingangstüre und zahlreiche Hinweise auf ihrer Website.
    Fazit: Eine leckere Kalorienbombe, aber die fettigen Dinger sind wahrscheinlich überall gleich gut. Wir haben zumindest den ganzen "Fame" nicht rausgeschmeckt. Aber ehrlich gesagt haben wir auch keine Ahnung wie der überhaupt schmeckt.

    Mit so einer guten Unterlage beschlossen die zwei Bierliebhaber (ratet mal wer ;-) das Guinness Storehouse aufzusuchen und hinter die Kulissen des beliebtesten Bieres der Iren zu schauen. Vielleicht lernten wir so viel, um später unser eigenes Stout brauen zu können. Die zwei Übriggebliebenen durchstreiften in der Zwischenzeit das Ufer des Liffey, dem Fluss der durch Dublins Mitte fließt, diverse Marktständchen und Parks in der Nähe.

    Gemeinsam erkundeten wir später dann die Temple Bar, ein lebhaftes Viertel, indem es von Pubs, Restaurants und Straßenmusikern nur so wimmelt, bis hinunter zur Samuel Beckett Bridge. Es handelt sich dabei um eine Schrägseilbrücke mit einem drehbaren Brückenlager. Somit kann sich die Brücke um 90 Grad drehen und Schiffe können so passieren. Wieder einmal etwas Neues gelernt! Die Konstruktion erinnert an eine Harfe, mit der Irland häufig in Verbindung gebracht wird. Vielleicht gibt es ja bald auch eine Kleeblatt- bzw. eine Shamrock-Brücke.

    Auf dem Rückweg zur Unterkunft kamen wir noch an einer Gedenkstätte vorbei, die das Elend der Hungersnot, man muss fast sagen grauenhaft real darstellt. Man merkt, dass sich die Betroffenheit über diese schlimme Zeit des Hungers über ganz Irland erstreckt.

    Alles in allem war Dublin ein toller Abschluss unserer abenteuerlichen Reise quer durch Irland!
    Slán go fóill Éire! - Wir sehen uns wieder, Irland!
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  • Day14

    Guinness Storehouse

    August 24, 2019 in Ireland ⋅ ☁️ 22 °C

    Was muss man unbedingt besuchen, wenn man in Dublin ist? Genau! Das Guinness Storehouse am St. James's Gate! Ja klar, sehr touristisch, aber in dem alten Gebäude, in dem ursprünglich der Fermentationsprozess durchgeführt wurde, befindet sich heute ein wirklich unterhaltsames Museum, das die 250 Jahre alte Geschichte des Bieres erzählt. Nicht nur in den Souvenirläden gibt es Unmengen von Guinness Pint-Gläsern, auch der Kern des Gebäudes bildet heute architektonisch die Form eines riesigen Pint-Glases ab, das von Erdgeschoss bis ins Dachgeschoss reicht.

    Die Tickets waren mit 23 Euro pro Person nicht billig, inkludieren aber ein Beer Tasting mit drei verschiedenen Bieren oder ein Pint Guinness zum Selberzapfen. Außerdem hat man (selbstverständlich) Zugang zum gesamten Museum, einem Kino (okay, großes Wort, da kommen nur Guinness Werbefilme ;-), der Gravity Bar mit Panoramablick über ganz Dublin und mehreren anderen Restaurants und Bars. Wer möchte, kriegt sogar frische Austern serviert. Und wenn man zur vollen Stunde (und wie sich später herausstellte am richtigen Tag) im richtigen Stockwerk ist, gibt es ein gratis Bier zum Probieren und als Überraschung eine irische Riverdance Showeinlage.

    Kein Wunder, dass so viele Junggesellen- und Junggesellinnenabschiede hier einen Zwischenstopp einlegen. Hier wird man wirklich super unterhalten und kriegt frisch gezapftes, exzellentes Bier zu trinken.

    "If he can say as you can 'Guinness is good for you'
    How grand to be a Toucan - Just think what Toucan do!"
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  • Day11

    Slieve League

    August 21, 2019 in Ireland ⋅ ⛅ 15 °C

    Donegal ist ein kleines, touristisches Dörfchen. Unserer Meinung nach ist die Dorfmitte hier nicht die Kirche, sondern das Straßen-Dreieck mit dem klingenden Namen "The Diamond". Man kann sich das so vorstellen: In der Mitte der idyllisch zubetonierte Platz für Fußgängern oder Menschen, die gerne von Verkehr umringt (oder eher umdreieckt?) sind, irgendwo ein Schild von einem Mexikaner mit Gitarre und schließlich drei genau gleich aussehende Straßen, die an je einer Seite des Platzes vorbei führen.

    Slieve League oder für die Iren auch "Sliabh Liag", unsere heutige Hauptattraktion, lag noch vor uns. Um dieses Naturschauspiel mit eigenen Augen zu sehen, mussten wir nochmal eine Stecke von 50 Kilometer zurücklegen, war im Endeffekt aber definitiv die Fahrt wert war! Vor allem auch deswegen, weil sich die Sonne tatsächlich noch gezeigt hat. Wer hätte das gedacht!
    Die Steilklippen von Sliabh Liag, was übersetzt übrigens so viel wie "Steinberg" heißt, gehören mit ihren 601 Metern Höhe zu den höchsten in Europa. Für ganz Extreme gibt es sogar einen Pfad, der direkt an der Klippenkante entlangführt. Die Iren neigen dazu, immer sehr treffende Namen für solche Dinge zu wählen, denn der Pfad heißt schlicht "One Man's Pass" und man kann sich schon denken warum. Der Pfad ist gerade einmal so breit, dass sich eine einzelne Person darauf fortbewegen kann. Links und rechts geht es dabei steil bergab. Da es mit unserem Mut bei der Vorstellung auch ziemlich bergab ging und wir Blums so oder so dazu neigen irgendwo reinzufallen oder ähnlich aufregende Erlebnisse zu haben, ließen wir diesen Wanderweg lieber bleiben.

    Nachdem wir nach dem abendlichen Ausflug Donegal wieder erreichten, kamen wir auf die tolle Idee, uns aufzuteilen. Renate ging zum Auto zurück, um unseren Proviant zu holen und wir durchkämmten indessen den nahe gelegenen Spar nach noch mehr Futter für unser Abendessen. Prompt verliefen wir uns in dem winzigen Dörfchen und fanden die Eingangstür zum B&B erst nach 10 Minuten wieder. Erst jetzt wurde uns bewusst, warum unser Gastgeber mindestens 10 mal nachgefragt hatte, ob wir die Tür zum B&B auch wiederfinden würden, wenn er das Schild abnimmt und warum er uns zwang, eine Visitenkarte mit lustiger Zeichnung auf der Rückseite mitzunehmen. Man sollte sich in Irland übrigens auch nicht an den Guinness Schildern orientieren, denn die identisch gleichen Dinger gibt es an jeder Ecke. Da Hilft auch die Erinnerung, "aber neben der Eingangstür war doch ein Pub mit Guinness Schild...", nicht mehr weiter. Mama, die einen 5 Minuten Fußmarsch zum Auto hatte, war vor uns da. Die Unterkunft war übrigens gerade einmal zwei Häuser vom Spar entfernt. Die einzig logische Erklärung für dieses seltsame Phänomen war wohl, dass die Gebäude laufend ihre Plätze wechseln, wie im Brettspiel "das verrückte Labyrinth".
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  • Day11

    County Sligo

    August 21, 2019 in Ireland ⋅ 🌧 13 °C

    Zum Glück hatten wir uns für das nächste Ziel auf unserer Reise ein B&B inklusive Frühstück gebucht, denn der Plan, eines von Brians Hähnchen mitzunehmen (Old Brian, nicht Schaf Bryan - das führte schon während des Aufenthalts in Connemara zu Verwirrungen) und als Frühstückslieferanten und Haustier in unserem Mietauto zu halten, ging leider nicht auf.

    Gestärkt und mit positiver Einstellung gegenüber dem Wetter - es schüttete heute in Strömen - machten wir uns auf den Weg ein kleines Valley zu suchen. Und zwar nicht irgendein Tal (engl. Glen), sondern "The Fairy Glen". Es hieß, dass in diesem verwunschenen Stückchen Wald Feen und Leprechauns hausen würden und die wollten wir natürlich unbedingt besuchen.
    Das Tor in diese andere Welt zu finden, stellte sich als gar nicht so einfach heraus. Nach einem alten Brunnen und einem Tor Ausschau haltend, fuhren wir zuerst die schmale Straße erfolglos mit dem Auto auf und ab. Okay - kein Holy Well. Zu Fuß durch den Regen stapfend, probierten wir es noch einmal und siehe da! Nach ein paar Minuten Fußweg zeigte sich endlich der überwucherte und schlecht sichtbare Eingang in das nur 12 Meter breiten, 1,2 Kilometer langen und 18 Meter tiefen Microvalley! Die wild ineinander verschlungenen Äste bildeten ein vom Regen schützendes Blätterdach über dem matschigen Trampelpfad, dem wir folgten. Wir haben zwar weder Feen oder Leprechauns noch Trolle und Einhörner gesehen, dennoch macht das Fairy Glen auch im durchweichten Zustand seinem Namen alle Ehre.

    Trotz weiter anhaltendem Regen zogen wir tapfer unseren Tagesplan durch und lenken unseren Opel weiter nach Nordosten zum Rosses Point. Hier gibt es eine einsame Statue auf einem Hügel zu besichtigen, welche eine Frau zeigt, die verzweifelt auf die Rückkehr ihres zur See gefahrenen Geliebten wartet. Passenderweise trägt das Kunstwerk den Namen "Waiting on the Shore".

    Vorbei am Ben Bulben, einem Tafelberg und das Wahrzeichen des County Sligos, besuchten wir den Mullaghmore Head. Am äußersten Ende der kleinen Halbinsel kann man sich auf ein Bänkchen setzen und gemütlich ein Picknick machen. Im Rücken die Ozeanbrise spüren und die tolle Aussicht auf das kleine Classiebawn Castle plus den Ben Bulben im Hintergrund bestaunen - wie in einem kitschigen Heimatfilm. Das hätte auch sicher wunderbar geklappt, wenn da nicht der Wind, der Regen von allen Seiten (ja, immer noch) und die unglaublich schlechte Sicht gewesen wären. Na gut, am besten in der nächsten Unterkunft in Donegal kurz aufwärmen, trocknen und auf besseres Wetter warten.
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  • Day10

    Downpatrick Head

    August 20, 2019 in Ireland ⋅ 🌧 16 °C

    Die Klippen des Downpatrick Head waren neben den Kerry und Kilkee Cliffs der absolute Höhepunkt unserer bisherigen Reise. Die Landzunge ist auf jeden Fall ein Muss bei jedem Irland-Besuch. Alle geschossenen Fotos werden diesem Panorama nicht im mindesten gerecht.

    Teil des Downpatrick ist das etwa 30 Meter tiefe Blowhole Poll Ma Seantainne. Ein beeindruckendes Loch in der Erde, in dem sich die Wellen des Atlantiks an der Klippe vorbei ihren Weg durch einen unterirdischen Kanal ins Landesinnere suchen. Ein wirklich spektakulärer Anblick. Bewegt man sich auf dem merkwürdig weichen, moosigen Boden am äußeren Rand des Cliffs, entdeckt man den Grund für die zahlreichen Warnschilder am Anfang des Trails. Ein großer Teil der Wiese, auf denen sich die meisten Touristen bewegen, befindet sich direkt über diesem riesigen Kanal. Ab und zu hört man hier das gigantische Donnern, wenn eine besonders große Welle gegen die Höhlenwände unter einem schlägt. Die Vibration, die dabei zu spüren ist, lässt dabei etwas an der Stabilität dieser Naturkonstruktion zweifeln.
    Das richtig markante ist jedoch der gigantische 50 Meter hohe Brandungspfeiler Dún Briste. Im 14. Jahrhundert soll die Felsnadel plötzlich aus der Küste gebrochen sein. Zu dieser Zeit befanden sich darauf sogar noch Menschen, die dann mit Seilen und Booten gerettet werden mussten.
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  • Day10

    County Mayo

    August 20, 2019 in Ireland ⋅ 🌧 15 °C

    Nachdem wir zum zweiten Mal die Hühner von Brian um ihre Eier brachten und das Cottage brav aufgeräumt den nächsten Gästen überließen, ging es auf in den nächsten County: Mayo! Ob die Menschen hier eine besondere Vorliebe für Mayonnaise haben, gilt es noch herauszufinden.

    Die Grenze zwischen Galway und Mayo bildet Irlands einziger Fjord mit dem Namen Killary Harbour. In dessen Ende mündet der Erriff River, der kurz vorher über die Aasleagh Falls herunterstürzt. Der Trampelpfad zu diesem Wasserfall war allerdings vom ganzen Regen am Vormittag (und wohl an allen anderen Tagen davor) extrem aufgeweicht und matschig. Als wir uns unseren Weg den Fluss entlang bahnten und von schlammigen zu glitschigen Steinen hüpften, überholte uns ein Fischer mit Gummistiefeln und begutachtete grinsend unsere Schuhe. Die waren aber zu unserer Verteidigung sehr wohl wasserdicht inklusive gutem Profil. Wir waren ja gut vorbereitet. Allerdings hilft das leider gar nichts, wenn man auf den besagten glitschigen Steinen dennoch ausrutscht und mit dem Kopf voran im Matsch landet. Aber man lernt Dinge positiv zu sehen. Zumindest landete R. (möchte lieber anonym bleiben) auf mehr oder weniger festem Boden und nicht im reißenden, tiefschwarzen Fluss voller Stromschnellen, der nur ein paar Schritte entfernt dahin zog. Der etwas später einsetzende Regen half dafür hervorragend dabei, den, für die Haut doch sicher gesunden, Schlamm wieder aus dem Gesicht zu waschen.

    Weiter ging's zu einem weniger fröhlichen Skelettschiff in Murrisk. Das "Coffin Ship" ist eine beeindruckende und gleichzeitig beklemmende Gedenkstätte, die an die große Hungersnot zwischen 1845 und 1849 erinnert. Viele Iren bemühten sich darum, dem Hunger auf dem Seeweg zu entkommen. Mit Amerika oder Kanada als Ziel, versuchten sie, die Überfahrt auf sogenannten “schwimmenden Särgen” zu bewältigen. Diese Bezeichnung erhielten die Schiffe, da viele der Auswanderer nicht lebendig in der neuen Welt ankamen, sondern häufig von an Bord geschleppten Krankheiten dahingerafft wurden. Anscheinend gibt es auch heute noch weniger Menschen in Irland als vor der großen Hungersnot.
    Die Geschichte Irlands ist übrigens sehr spannend und es lohnt sich, dazu ein bisschen im Internet zu stöbern und nachzulesen. Trotzdem kommen wir lieber wieder zurück zu den schönen Seiten des Landes.

    Nachdem wir eine von Schafen gesäumte, von diesen als Schlafplatz benutzte, oder durch unverkennbar wichtige Schafmeetings verstellte Straße am Lough Feeagh See vorbei und das Doo Lough Valley passiert hatten, luden wir unsere Koffer im gebuchten B&B ab und machten uns auf den Weg zum letzten Punkt auf unserer heutigen To-Do Liste: dem Downpatrick Head.
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  • Day9

    Connemara National Park

    August 19, 2019 in Ireland ⋅ ⛅ 15 °C

    Booook! Fischbrot-Frühstück *

    Am heutigen Vormittag zeigte sich das irische Wetter wieder von seiner unberechenbarsten Seite. Es ist immer wieder erstaunlich wie es passieren kann, dass man aus dem Fenster sieht, während sich im Kopf die Freude über den strahlenden Sonnenschein bildet. Daraufhin blinzelt man einmal zu langsam und plötzlich schlägt einem schon wieder der wildeste Regenschauer entgegen. Also der perfekte Tag für eine Wanderung im Nationalpark von Connemara.

    Auf dem Weg dorthin passierten wir Kylemore Abbey, die älteste irische Benediktinerinnenabtei, die schön aus der Ferne anzusehen, aus der Nähe betrachtet dann leider doch voller Touristen war, sodass wir es beim Eindruck aus der Ferne beließen und weiter in Richtung Nationalpark zogen. Okay, der Gift Shop sah uns kurz von Innen. Wir sind schließlich auch nur Touristen. Interessant an der ganzen Szenerie war aber vor allem der leuchtend weiße, riesiger Jesus aus Stein, der alle Menschen vom Berghang herab beobachtete und von jeder umliegenden Infotafel ignoriert wurde. Die Möglichkeit besteht, dass es nur eine göttliche Erscheinung und keine gruselige Statue war.

    Im Nationalpark sah es eigentlich so aus wie überall in Connemara (Wiesen, Gebüsch, Steine und Moor) plus einem Berg mit ganzen 442 m Höhe, den man besteigen kann. Außerdem hatten wir hier die Möglichkeit, alle Tiere zu streicheln bzw. zu bestaunen, die es auch sonst überall in Irland gibt. Esel, Pferde, Kühe, Ziegen an der Leine und, natürlich nicht zu vergessen, Schafe. Okay, wenn man es genau nimmt sind es Schafe, die überall in Irland AUSSER in Connemara vorkommen, denn diese originalen Connemara-Schafe haben normalerweise einen super stylischen schwarzen Kopf und schwarze Beinchen zu ihrem weißen Flausch-Fell. Die Schäfchen im Park waren durchgehend so weiß, als ob sie gerade aus der Washer-Dryer-Combi herausgepurzelt wären. Auf jeden Fall entschieden wir uns für den Lower und einen Teil des Upper Diamond Hill Loop Walk und wurden mit einem herrlichen Küstenpanorama belohnt. Diesen Fernblick gibt es tatsächlich nur hier.

    Eine kleine Einkaufstour durch Clifden, der Hauptstadt der Region mit ca. 1.600 Einwohnern war am heutigen Tag auch noch eingeplant. Danach waren wir dann zu fünft auf dem Wild Atlantic Way unterwegs! Unser neuer kleiner Begleiter heißt Bryan Inish, das Schaf. Benannt nach Old Brian, unserem Cottage Gastgeber und den Inseln mit den speziell irischen Namen - also jenen, die mit "Inish" beginnen wie beispielsweise Inishbofin bei Cleggan.

    Zum Abendessen gab's ein (teilweise) selbstgemachtes 4-Gänge-Menü mit Weinbegleitung. Einen Häppchen Regenschauer zur Vorspeise, gefolgt von einem selbstgemachten Gemüsestrudel mit Kräuter-Dipp als Hauptgang. Als Nachspeise ein bunt garnierter Sonnenuntergang und zum Abschluss ein sternenklarer Nachthimmel.

    * Fischbrot?! Gestern waren wir einkaufen und wurden im SuperValu von einer Theke mit leckerem selbst(auf)gebackenem Brot angelockt. Wir suchten uns natürlich das schönste Vollkornbrot aus. Am nächsten Tag war klar, dass das nicht nur das schönste Brot war, sondern auch etwas ganz Besonderes. Bei jedem Bissen ins Marmeladenbrot war neben dem Marmeladengeschmack noch ein speziell fischiger Geruch und Geschmack gratis mit dabei. Perfekt für jedes Frühstück. Vielleicht hatte das kleine Schildchen, auf dem irgendetwas mit "Supergesundem Algensoda" stand, etwas damit zu tun. Mahlzeit!
    Das Brot landete dann unauffällig bei Brians Haus- und Hofhühnchen, die über das Fischbrot wesentlich begeisterter waren als wir.
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  • Day8

    Connemara

    August 18, 2019 in Ireland ⋅ 🌧 16 °C

    Die nächste Linkskurve führte uns über den Sky Road Loop auf eine kleine Landzunge hinaus. Sich an der Küste entlang schlängelnd, verläuft diese auf einen Hügel zum Sky Road View Point. Hier legten wir eine kurze Pause ein, um unsere richtig gesunden Snack-Packs zu plündern und die atemberaubende Aussicht auf die Inseln, den Ozean und die irischen Wiesen zu genießen.

    Im Anschluss stand noch ein Spaziergang zum Clifden Castle auf der Agenda. Das Herrenhaus im Stil einer mittelalterlichen Burg wurde zwar erst 1818 erbaut, ist aber heutzutage aufgrund sehr unfähiger Mieter eine verfallene Ruine, überwuchert mit Gestrüpp und Dornenbüschen. Ein Schloss wie für Dornröschen gemacht.

    Am späten Nachmittag erreichten wir unser gemütliches Beach Cottage im kleinen Fischerort Cleggan. Nachdem wir den wunderschönen 1,5 Meter hohen, glitzernd leuchtenden Deko-Eiffelturm bewundert hatten, beschlossen wir in Clifden noch etwas essen zu gehen und das für Irland typische "Irish Stew", einen Kartoffel-Lammeintopf zu probieren.
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  • Day8

    Connemara

    August 18, 2019 in Ireland ⋅ 🌧 15 °C

    Mit Galway im Rückspiegel machten wir uns weiter auf den Weg nach Connemara. Schon Oscar Wilde hat diese Gegend als "a savage beauty", eine wilde Schönheit, bezeichnet. Mit seinen Mooren, rauen Heidelandschaften, abgelegenen Inseln und Meeresausläufern ließe sich das nicht treffender beschreiben. Die ganze Landschaft unterscheidet sich vor allem von der Natur im Gebiet Cork mittlerweile schon merklich. Vielleicht liegt es auch daran, dass man hier einfach weniger Kühe und Schafe zu Gesicht bekommt.

    Ein Highlight der Route war der Trá an Dóilín, auf langweiliges Englisch übersetzt "Coral Beach". Dieser Strand ist etwas ganz Besonderes! Und das bei gutem sowie bei schlechtem Wetter, denn wie sein Name schon vermuten lässt, besteht der Strand nicht aus normalem Sand. Doch wer jetzt an Korallen denkt, ist hier ebenfalls auf dem Holzweg, denn der grobe "Coral Sand" setzt sich hauptsächlich aus angespülten Muscheln, Schneckenhäuschen und mineralischen Ablagerungen von Rotalgen, genannt Maërl zusammen. Wenn man nicht auf die eigenen Schritte achtet, kann es durchaus passieren, dass man auf eine kleine gestrandete Qualle tritt.
    Spannend war hier wieder die Tatsache, dass auch an Tagen mit 15 °C Außentemperatur die Iren (und auch manche irren Touristen) im kristallklaren Wasser fröhlich herum planschten.

    Immer weiter dem Wild Atlantic Way folgend, durchstreiften wir Connemaras Heide- und Moorlandschaft mit Blick auf die Berg- oder wohl eher Hügelkulisse. Links und rechts der schmalen Straße türmen sich fein säuberlich aufgeschichtete Torfstücke. Hier in dieser Einsamkeit wird traditionell der Torf noch oft von Hand gestochen.
    Dass hier vor ca. 100 Jahren, in einer Gegend namens Derrigimlagh, zwei wichtige Ereignisse stattgefunden haben, kann man sich fast nicht vorstellen. 1907 wurde hier mitten im Moor eine Funkstation eröffnet, über die Nachrichten aus London und Dublin über den Atlantik gefunkt wurden. Immerhin leitete dies das nicht so unwichtige Zeitalter der Kommunikation ein. Außerdem landete hier 1919, wenn auch auf abenteuerliche Weise, der allererste Nonstop-Flug über den Atlantik, ein Meilenstein der Fluggeschichte.

    Die Region ist nicht nur bekannt für seinen Torf, sondern auch für geräucherten Lachs. Das fällt auch Unwissenden spätestens dann auf, wenn ihnen der unverfehlbare Räuchergeruch des Connemara Smokehouse in Ballyconneely in die Nase steigt.
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  • Day7

    The Latin Quarter

    August 17, 2019 in Ireland ⋅ ☀️ 15 °C

    Abends wagten wir uns trotzdem nochmal vor die Türe und spazierten bei sehr stürmischem Wind durch den South Park (Oh ja es gibt einen South Park in Galway :-D) und genehmigten uns bei live Musik ein Murphy's Irish Stout in der 1520 Bar im bunten Latin Quarter von Galway.
    In den Straßen dieses Viertels ist Musik sowieso allgegenwärtig, denn alle paar Meter kann man sehr talentierten Künstlern und ihren Instrumenten zuhören, wodurch das sympathische Galway andere Städte Irlands in Sachen Atmosphäre, Quirligkeit und irischem Lebensgefühl um Längen übertrifft. Auf jeden Fall eines der Highlights unserer Reise!
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