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  • Day111

    Lima

    July 10, 2019 in Peru ⋅ ☁️ 17 °C

    Die Fahrt in die Stadt war abenteuerlich. Peruaner sehen Verkehrsregeln eher als Orientierungshilfe und interpretieren diese situationsbedingt gerne anders bzw. komplett um. So kommt es vor, daß man von allen Seiten knapp überholt wird, Fahrspuren werden ohne Ankündigung gewechselt, zusätzliche Fahrspuren werden kurzerhand eingeführt und das ständige Hupen ist das Hauptkommunikationsmittel. Kurzum, wir waren froh, als wir mit Julio, der es altersbedingt etwas ruhiger mag, dann ohne Schaden beim Hotel ankamen.

    Wir wollten die Tage in Lima mal wieder im Hotel verbringen: eine warme Dusche und ein bischen Luxus zwischendurch. Schließlich war es auch die Geburtstagswoche von Sophia. Wir kamen im Stadtviertel Barranco unter, das vor ca. 100 Jahren direkt vorne an der Küste entstand und damals vor allem die wohlhabenden Leute beherbergte. So konnte man dort jede Menge Herrenhäuser und Villen aus dieser Zeit finden.

    Nachdem wir den Inhalt unseres Bullis in unser Zimmer gepackt hatten, gingen wir auch schon los zum Park JF Kennedy, da wir das Endspiel des Copa America live beim Public Viewing ansehen wollten. Die Stimmung war gut und ausgelassen. Auch nach dem Spiel, obwohl Peru leider 3:1 gegen Brasilien verlor, aber die Menschen freuten sich trotzdem über den Erfolg. Danach fuhren wir ins Einkaufszentrum Larcomar, wo wir uns dem Konsum hingaben. Das hatte zu unserem Erstaunen am Sonntag bis 23.00 Uhr offen.

    In Lima gibt es unzählige Restaurants der unterschiedlichsten Küchen dieser Welt und die Stadt wird auch oft als die kulinarische Hauptstadt Südamerikas bezeichnet. Wir können das an sich auch bestätigen, bis auf ein peruanisches Restaurant, das leider ein Touristennepp war, obwohl die Bewertungen auf TripAdvisor gut ausfielen.

    Am nächsten Tag erkundeten wir das Barranco Viertel mit den Hotelfahrrädern und fingen mit der Strandpromenade an bis wir schließlich am Hauptplatz mit kleinem Park ankamen. Es gab viele Restaurants und kleine Läden und trotz der Größe der Stadt fühlte man sich wie in einer eigenen kleinen Stadt. Einfach gemütlich. Die Strassenkunst hat uns zudem begeistert.

    Tags darauf hatten wir uns mal wieder zu einer Free Walking Tour angemeldet. Wir waren aber leider so um die 30 Personen in der Gruppe und bei dem Strassenlärm verstanden wir so gut nichts. Wir entschieden, die Altstadt auf eigene Faust zu erkunden. Wir begannen mit dem Plaza de Armas, der neben dem Regierungssitz des Präsidenten auch noch eine Kirche mit dem Amtssitz des Bischofes sowie diverse andere Gebäude zu bieten hatte. Danach besuchten wir die Kirche des Heiligen Franziskus mit den Katakomben. Dort wurden in früheren Zeiten die Menschen begraben und Schätzungen zu Folge waren es 25.000 an der Zahl. Die Gebeine konnte man auch während der Besichtigung sehen. Irgendwie komisch. Außerdem sahen wir im Kirchenmuseum eine Bibliothek mit bis zu 500 Jahre alten Büchern und viele schöne Kunstwerke. Abends waren wir dann noch bei den weltgrößten Wasserspielen im Parque de la Reserva. Der eine Brunnen war dann auch 80 Meter lang.

    Tags darauf war Sophias Geburtstag. Wir feierten am Vorabend bereits rein und heute ging es dann mit einem Kochkurs für die peruanische Küche, einer Thai-Massage und Thai-Essen weiter. Gerade der Kochkurs machte uns beiden Spaß. Wir kochen gerne gemeinsam und gerade die peruanische Küche hat einiges zu bieten. So bereiteten wir zunächst Causa zu, eine Vorspeise aus gestampften Kartoffeln mit Avocado und Huhn. Danach gab es ein leckeres Ceviche. Die Hauptspeise war Lomo Saltado aus dem Wok, hier macht sich der chinesische Einfluss auf die peruanische Küche bemerkbar. Das Gericht besteht aus Rinderlende, Zwiebeln und Tomaten in einer Soße, dazu gibt es Pommes und Reis. Die Nachspeise waren Picarones. Dafür wird ein Teig aus Süßkartoffel und peruanischem Kürbis gekocht, dazu kommt Mehl und etwas Anis. Daraus werden Ringe geformt, was schwieriger ist als es aussieht. Diese werden dann wie Donuts in Öl frittiert und mit Zuckerrohrsirup serviert. Lecker! 😍 Nach soviel Arbeit erholten wir uns anschließend bei einer 2-stündigen Thai-Massage, die auch richtig authentisch war. Abends gingen wir dann mal wieder Thai-Essen, unsere Lieblingsküche. Wir aßen uns gefühlt durch die halbe Speisekarte und genossen die Schärfe, die wir extra bestellten. Am Ende kam sogar die Inhaberin zu uns, um zu sehen wer denn so scharf gegessen hat. 😀😂

    Einen Tag haben wir auch einfach nur zum Ausruhen und Bulli organisieren genutzt. Als wir ihn bekommen haben, haben wir recht schnell alles irgendwie reingeschlichtet, besonders die Lebensmittel. Jetzt haben wir alles mal ordentlich verstaut und einige Überbleibsel von den Vorbesitzern ausgemistet.

    Am nächsten Tag fuhren wir dann auch schon weiter. Zuvor mussten wir aber noch unser Lichtproblem des Bulli erledigen und hatten Glück. Wir fanden einen Mechaniker, der in kürzester Zeit alles behoben hat: Rücklicht, Bremslicht, Nebelleuchten und Warnblinkanlage. Nebenbei noch die Wischanlage und den Vergaser einstellen. Das Ganze für schlappe 20€. Jetzt funktioniert alles perfekt und wir bieten der lauernden Polizei absolut keine Angriffsfläche mehr. Dann füllten wir im Supermarkt noch den Kühlschrank voll und waren wieder unterwegs. Endlich! Auch, wenn die Zeit in Lima schön war, brauchten wir wieder den Fahrtwind um die Nase.
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