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  • Day236

    Isla Mujeres

    November 12, 2019 in Mexico ⋅ 🌧 29 °C

    Von Playa del Carmen aus nahmen wir einen Bus nach Cancun. Dort blieben wir nur eine Nacht, denn es soll noch überlaufener sein als Playa del Carmen. Am nächsten Tag haben wir dann eine Fähre auf die Isla Mujeres genommen, wo wir ein wunderschönes Hostel direkt am Strand hatten. Es war ein ganzes Stück außerhalb des Zentrums, weshalb wir die Zeit unter den Palmen liegend mit Lesen und Cocktails schlürfen verbracht haben.

    Vom Hostel aus gingen wir auch tauchen, wir wurden mit einem Boot direkt am Strand aufgesammelt. Neben Korallenriffen gibt es hier ein Unterwassermuseum zu sehen, das MUSA. Dieses wurde errichtet, um die Korallenriffe zu entlasten und gleichzeitig das Ökosystem zu unterstützen: Fische und Korallen sollen sich an den Skulpturen ansiedeln, und der Plan hat offensichtlich funktioniert. Es war wirklich cool mal so was völlig anderes unter Wasser zu sehen, und an den verschiedenen Installationen wachsen tatsächlich Korallen, was es noch schöner macht. Bei unseren zwei Tauchgängen haben wir nur einen kleinen Teil des Museums gesehen, denn es erstreckt sich fast bis zur Küste des Festlands. Aber auch Tiere haben wir wieder viele gesehen! Eine Schildkröte, Rochen, Hummer und viele bunte Fische. Das Timing war auch perfekt, denn es regnete und im 30 Grad warmen Wasser war es wärmer als draußen. 😀

    Weil uns das Tauchen nach wie vor so begeistert, haben wir mit dem Gedanken gespielt, während unserer Reise den nächsten Schein zu machen, nämlich den Rescue Diver. Zum Mittagessen sind wir eh in den Hauptort der Insel gefahren, und bei der Gelegenheit informierten wir uns gleich mal bei einer Tauchschule, die online sehr gute Bewertungen hatte. Dann war es beschlossene Sache und wir bekamen gleich die Theoriebücher und Lehrvideos mit.

    Nach zwei Nächten in unserem Hostel außerhalb zogen wir dann um in ein Hostel im Zentrum, gleich neben der Tauchschule. So sind wir nicht ständig auf Taxis angewiesen. Das war auch schon Tag 1 unseres Kurses: Videos anschauen, Theorie nachlesen und Fragen dazu beantworten.
    Tag 2 fand in der Tauchschule statt, wir bekamen einen Erste Hilfe Kurs weil unsere schon zu lange her waren. Dann lernten wir noch die Verabreichung von Notfallsauerstoff und gingen Fragen zur Theorie mit unserem Instructor durch. An Tag 3 machten wir unsere Theorieprüfungen, dann ging es endlich ins Wasser! In der Nähe vom Strand lernten wir mit verschiedenen Problemen umzugehen, die beim Tauchen vorkommen können, von Erschöpfung bis Panik. Tag 4 wurde anstrengend, wir lernten die Suche und Bergung vermisster Personen im Wasser und mussten uns auch gegenseitig retten und aus dem Wasser ziehen, wobei einer immer einen bewusstlosen Taucher gespielt hat.

    Am fünften und letzten Tag ging es dann mit dem Boot aufs Meer zu realen Tauchplätzen. Auch andere Taucher waren mit an Bord, und es dauerte nicht lange, bis der erste im Wasser einen Notfall spielte um unsere Reaktion zu testen - ein Teil der Prüfung. Dann wurde alles Gelernte nochmal unter realen Bedingungen geprüft. Entweder unser Instructor selbst spielte plötzlich einen bestimmten Notfall, oder er flüsterte vorher einem von uns zu, was er dem anderen gleich vorspielen soll. Es war anstrengend, vor allem weil wir auch noch ordentlichen Wellengang und Strömung hatten und uns auch mit verschiedenen Techniken gegenseitig zum Boot schleppen mussten.

    Aber somit waren wir fertig und haben den nächsten Tauchschein! Der Kurs hat richtig Spaß gemacht, und wir fühlen uns wirklich gut vorbereitet falls echt mal was sein sollte. Den Tauchschein haben wir am Abend würdig gefeiert: eine Kneipe hatte Jubiläum, und das Hostel zu dem die Tauchschule gehört wird in ein paar Tagen abgerissen und neu gebaut, weshalb dort auch eine große Party unter Palmen stieg.

    Am nächsten Tag haben wir die Isla Mujeres mit der Fähre wieder verlassen. Es gibt einige schöne Ecken und schöne Strände, aber es ist wahnsinnig viel los. Am schönsten fanden wir den Strand unseres ersten Hostels und den Garten mit den Palmen bei der Tauchschule, denn die öffentlichen Strände waren leider wieder so mit Liegestühlen gepflastert, dass von dem ursprünglichen Flair der Insel kaum mehr etwas erkennbar ist. Für den Rescue Diver war es optimal, vor allem weil die letzten Tage auch eher regnerisch waren. Beim Tauchen wird man ja eh nass. 😀 Das türkisblaue Wasser war hier wirklich genial, aber ohne den Kurs wären wir hier sicher nicht so lange geblieben.
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