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  • Day198

    Mit dem Bus nach Panama City

    July 24, 2019 in Panama ⋅ ⛅ 29 °C

    Während unseres Aufenthalts in Nicaragua beobachteten wir die Entwicklung der Flugpreise für einen Flug nachhause. Obwohl dieser noch 1.5 Monate entfernt sein sollte, stiegen die Preise schon jetzt bedenklich an. Deshalb entschieden wir uns, einen Flug für den 21. August ab Kolumbien zu buchen (mit Ankunft am 23.) und uns anschliessend zu überlegen, wie wir überhaubt da runter kommen. Fliegen wollten wir wenn möglich vermeiden. Als wir noch im Hostel arbeiteten, erfuhren wir in Gesprächen mit Gästen von den verschiedenen Möglichkeiten. Als Knackpunkt stellte sich der Teil zwichen Panama und Kolumbien dar. Obwohl aneinandergrenzend, kann die Strecke nicht in einem Fahrzeug zurückgelegt werden. Die Natur verunmöglicht bis heute den Bau einer Strasse aufgrund von hohen Bergen, Sümpfen und undurchdringbarem Regenwald.
    Als einzig übriggebliebene Variante entschieden wir uns also, diese Strecke per Boot zurückzulegen und buchten zwei freie Plätze beim Anbieter San Blas Adventures mit Start in Panama City.
    Von Nicaragua bis Panama City sind es über 1100 km. Dies entspricht einer Fahrt von Basel nach Budapest respektive von Basel nach Amsterdam mit Zwischenstopp in Paris. Da sich unsere Wahrnehmung von Distanzen durchs Reisen ein wenig verschoben hat (und ich die erwähnten vergleichbaren Distanzen erst jetzt für diesen Footprint und nicht schon damals herausgesucht habe) entschieden wir uns für eine Busfahrt. Hätte der Bus die Stecke ohne Unterbruch zurückgelegt, hätte es ca. 16 Stunden gedauert. Machbar. Da wir jedoch zweimal umsteigen mussten, unser Gepäck über zwei Landesgrenzen tragen mussten und der Bus immer mal wieder Pausen machte, dauerte die gesamte Reise dann über 24 Stunden. Besonders der Grenzübergang von Costa Rica nach Panama war dabei sehr kräftezerrend, da wir über 4 Stunden mit Warten und Anstehen verbrachten. Das einzige Highlight dieser beschwerlichen Reise waren wohl die 20 Sekunden in welchen wir den Panamakanal überquerten (Bild). Übermüdet sind wir dann in Panama City angekommen und hatten noch zwei Nächte und einen ganzen Tag Zeit, um uns vor der anstehenden Bootsfahrt zu erholen und noch einige Besorgungen zu erledigen. Nebst neuen FlipFlops für Flurina (malwieder) und einer Sonnenbrille für mich (malwieder) lag unser Hauptaugenmerk auf dem Versand eines Packets in die Schweiz. In unseren Rucksäcken hat sich mittlerweile wieder einiges Angesammelt, was das Gewicht nicht unerheblich erhöhte. Dies wollten wir eigentlich schon in den USA (zu teuer), in Mexiko (vergessen), Costa Rica (zu teuer) und Nicaragua (zu unsicher) erledigen. Nun schien der Zeitpunkt endlich gekommen. Nachdem wir per Uber das Postamt erreichten, wollten sie unser Packet jedoch nicht entgegennehmen, da sie in 30 Minuten (um 15 Uhr) schliessen würden... Sie verwiesen uns auf eine andere Poststelle, welche noch geöffnet sein sollte und gaben uns immerhin einen leeren Karton mit. Mit dem Taxi beim zweiten Postamt angekommen, mussten wir jedoch feststellen, dass auch dieses gechlossen war aufgrund einer Kakarlakenplage... da danach alle anderen Poststellen schon geschlossen waren, blieb uns nichts anderes übrig als im Hostel wieder alles in unseren Rucksäcken zu verstauen. Immerhin hatten wir dadurch eine kleine Stadtrundfahrt und konnten feststellen, dass sich die Erfahrungen anderer Reisenden bestätigten und sich ein längerer Aufenthalt in Panama City nicht gelohnt hätte. Am Abend gingen wir dann relativ früh schlafen, da wir um 5 Uhr bereitstehen mussten für unsere Weiterreise nach Kolumbien.
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