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America del Sur

Dezember 2019
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  • Day78

    Die "authentischste" Lüge Perus

    February 18 in Peru ⋅ ⛅ 14 °C

    Abholzeit ist zwischen 15.30 und 16.00 - kurz nach 16.00 Uhr hält ein Taxifahrer, welcher uns energisch zuwinkt und "Tanina"? fragt. Gut, dass wir mit deutscher Pünktlichkeit wieder mal eine halbe Stunde rumgestanden haben. 😅 Auf gehts zum Hafen, wo wir an einen weiteren Einheimischen übergeben werden, der uns ohne ein weiteres Wort zu verlieren über die Promenade führt. Bisher kein weiterer Tourist weit und breit, doch das kleine Boot, in welches wir dann steigen ist zum Glück schon gut gefüllt. Wir hatten schon Sorge, dass sie vielleicht noch zwei Obdachlose (oder Touristen) für eine neue Shopping Mall brauchen. 😜

    Dann geht es 20min in diesem Boot über den Titikaka See, während der Guide gelangweilt einige Fakten herunterleiert. Dann können wir in der Ferne einige Häuser ausmachen und fahren in die "schwimmende Stadt". Ihr könnt es euch vorstellen, wie eine breite Straße, an deren Seiten nebeneinander sehr sehr viele identisch aussehende kleine Schilfsinseln liegen. An einer jener halten wir an, während wir von fröhlich winkenden, traditionell gekleideten Frauen begrüßt werden. Wir sollen uns in einen Halbkreis setzen und bekommen von unserem Guide erklärt, wie die Inseln errichtet werden. Dies ist definitiv noch der beste Teil der Veranstaltung. Er erklärt, dass eine Insel aus 1m Schilfswurzeln besteht, auf welche 2m getrocknetes Schilf in abwechselnder Richtung geschichtet werden. Für den Bau einer Insel bräuchte es ein Jahr. Gekocht würde auf einem großen Stein, um sicher zu stellen, dass die Insel nicht innerhalb von 5min abbrenne. Dank des Tourismus könnten die Kindern zur Schule gehen, gäbe es Solarstrom auf der Insel und könnten die Einwohner Medikamente kaufen.

    Dann werden wir in kleine Gruppen aufgeteilt und angewiesen in verschiedene der Häuser zu gehen. Wir erwarten erklärt zu bekommen, wer wie wo darin lebt, aber stattdessen wird das ganze zur beschämenden Verkaufsverabstaltung. Eine Frau sitzt auf dem Boden und versucht uns vermeintlich handgefertigte Teppiche, Kissenhüllen und anderen Kitsch anzudrehen. Jedes dieser Stücke haben wir schon am Festland in einem der Touristenläden gesehen. Ganz sicher nicht selbstgemacht! Sie will einfach nicht locker lassen und wir müssen uns die ganze Zeit vor ihr rechtfertigen, warum wir nichts kaufen wollen. Nach einer gefühlten Ewigkeit dürfen wir gehen. Vom der anfänglichen Fröhlichkeit ist nichts übrig geblieben. Und draußen geht es schon weiter:

    Die Familie wolle uns auf ihr traditionelles Schiff einladen, um auf die nächste Insel zu fahren. aber nur gegen eine Gebühr von 10 Soles - versteht sich. Die Hälfte drr Gruppe folgt brav aufs Boot, während wir und drei andere Pärchen keine Lust haben auch noch dafür zu bezahlen. Immerhin liegt das Boot, welches uns hierher gebracht hat ja gleich daneben. Aber der "Inselpräsident" und gleichzeitig der einzige herumlaufende Mann lässt einfach nicht locker. Es scheint, als würde das Schiff nicht losfahren, bevor wir nicht einsteigen würden. Er wird immer aufdringlicher, senkt den Preis, bis wir zwei zum preis von einem Mitfahren. Auch das ist nicht fair, denn die anderen Touristen auf dem Boot haben ja schoj den vollen Preis bezahlt. Das polnische Pärchen neben una erklärt uns, dass Peru den gleichen Wert hat wie ihre Währung, und eine Schiffsfahrt sei bei ihnen ein Stundenlohn...

    Aber damit immer noch nicht genug, wir sitzen auf dem Schiff und nun fangen Frauen und Kinder an schrecklich schief irgendwelche Lieder zu singen. Dann legt das Schiff mit uns und den Kindern ab, und sie fangen an nach Geld zu betteln. Etwa 15min später landen wir an einer etwas größeren Insel an, auf der wir - wie soll es anders sein - essen, trinken und weitere Souvenirs kaufen sollen. Zumindest teilt sowohl das polnische, als auch ein deutsches Paar unsere Ansicht und wir unterhalten uns den Rest der Zeit sehr nett. Als es dann endlich zurück zum Festland geht, beschließen wir noch zusammen Pizza essen zu gehen, um den Tag wenigstens noch nett ausklingen zu lassen.

    Um das hier nochmal klar zu sagen, die Inseln an sich sind super interessant und sicher einzigartig. Aber anstelle dieses schlechten Theaters und der Dauerverkaufsveranstaltung, der man nicht entkommen kann, sollten sie einfach sagen, dass die schwimmende Stadt ein Museum ist, und sie uns dort zeigen, wie ihre Vorfahren gelebt haben. Weniger Teppichverkauf und mehr Interessantes über das Leben auf der Insel, und schon würde auch jeder Tourist mehr Eintritt bezahlen. Ich hoffe, das ändert sich - denn Touristen für blöd zu verkaufen ist sicher nicht der richtige Weg das Erbe der Uro zu erhalten!
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  • Day77

    Insel Alltag

    February 17 in Bolivia ⋅ ⛅ 14 °C

    Da die Sonne gestern hinter einer Wolkenwand untergegangen ist, war unser Plan heute vielleicht den Sonnenaufgang über dem Meer bewundern zu können. Also Wecker auf 6.15 Uhr gestellt und erwartungsvoll aus dem Fenster geschaut - nun ja... gesehen hat man eigentlich nichts außer grauen Wolken, Nebel und jeder Menge Regen. Da es noch dazu über Nacht super kalt in unserem Zimmer geworden ist, kuscheln wir uns nochmal ins Bett und schlafen weiter, bis der starke Regen aufgehört hat. Zum Frühstück serviert uns die Hausmutter dann in ihrem Esszimmer mit Rundumausblick Kaffee, frischen Mangosaft, Müsli und frisch gebackene Crepes. 😍 Auf jeden Fall ein guter Start in den Morgen! ;)

    Später laufen wir die Strecke, welche die anderen BoliviaHop Touristen ohne Übernachtung auf der Insel gestern schon gewandert sind. Es geht ganz schön hoch und runter, und durch die Lage auf 4000m Höhe, strengt das laufen ordentlich an. Belohnt wird man aber mit einer grandiosen Aussicht. Um uns herum nur See und viele kleine Inseln. Als wir die ersten neuen Touristen sehen kehren wir um, essen noch einen Trucha zum Mittag (ihr seht, wir lieben Trucha! 😅) und laufen noch ein wenig durch den einzigen Ort der Insel - Yumani. Dabei treffen wir den 9 jährigen Cesar auf dem Heimweg von der Schule. Er plaudert fröhlich ein bisschen mit uns, wohin gegen die erwachsenen Einwohner eigentlich nur so lange freundlich zu uns Touristen sind, bis wir sagen, dass wir nichts kaufen wollen. (Und können, wir haben nämlich zu wenig Bolivianos abgehoben.) Sonst wären wir vielleicht sogar noch eine Nacht länger geblieben.. Denn die Isla del Sol ist tatsächlich ein kleines Paradies, in dem die Zeit stehen geblieben zu sein scheint, Männer ihre Schafe hüten, Frauen in bunten Trachten und dünnen Schuhen mit Ziegen über die Hügel laufen, Eukalyptuswälder einen wunderbaren Duft verbreiten und das Wort Eile sicher nicht bekannt ist.

    Gegen 15.00 Uhr müssen wir uns dann aber verabschieden, holen unsere Backpacks aus dem Hostel und steigen die vielen Stufen wieder zum Hafen hinunter. Trotz 2x Sonnencreme brennen unsere Gesichter schon wieder und wir sind ziemlich geschafft. Die Bootsfahrt zurück verdösen wir mehr oder weniger und werden dann schon vom wartenden BoliviaHop Bus eingesammelt und zur Peruanischen Grenze gefahren.

    Einmal auschecken, dann mit dem ganzen Gepäck zu Fuß über die Grenze und in Peru sehr ausführlich wieder einreisen. Die Peruaner haben jetzt alle unsere Fingerabdrücke, zwei hübsche Fotos unserer geröteten Gesichter, unseren Familienstatus, Berufsstatus... Dafür wird unser Gepäck zu meiner Verwunderung nicht nach Drogen durchsucht...?? Wo wir doch aus Bolivien kommen... Australier und US Amerikaner brauchen übrigens Visas für die Einreise. Das scheint recht kompliziert und auch teuer zu sein. Wieder mal ein Punkt, der doch sehr stark FÜR Europa spricht. Die Reisefreiheit und unkomplizierten Grenzübertritte sind keine Selbstverständlichkeit, auch wenn wir uns daran schon gewöhnt haben. Wir sind dankbar für unseren deutschen Reisepass. 😊
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  • Day76

    Auch ein Esel weiß, was gut ist

    February 16 in Bolivia ⋅ ⛅ 13 °C

    Wir sitzen auf klapprigen Gartenstühlen und vor uns versinkt die Sonne auf atemberaubende Art und Weise im Titikaka See. Es duftet nach Eukalyptus. Im Hintergrund hört man Esel rufen. Fast kann man den Eindruck gewinnen, dass auch sie fasziniert vom Naturschauspiel sind. Sobald die Sonne hinter den Wolken verschwindet wird es hier sehr kalt. Wir haben uns ein Restaurant in der Nähe herausgesucht und warten, dass der Koch die Zutaten im Minimarkt eingekauft hat.

    Okay.... 3h später bekommen wir dann unser Essen. Wir haben glaube ich noch nie so lange auf eine Bestellung gewartet, und auch die Wartezeit war ungewöhnlich. Anstelle von Lampen gab es für jeden Tisch eine Kerze für die romatinsiche Atmosphäre und ebenso stimmungsvolle Musik. Durch den betörenden Geruch aus der Küche war das Warten aber eine echte Geduldsprobe. Gelohnt hat es sich dann aber doch, wir haben eine Pizza und nochmal Trucha (Lachsforelle) bestellt. Beides war wirklich super lecker und außergewöhnlich gewürzt.
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  • Day76

    Inti Wayra Hostel

    February 16 in Bolivia ⋅ ⛅ 14 °C

    Ihr habt keine Ahnung wie anstrengend es ist, mit 20kg Rucksäcken auf dem Rücken steile Inkastufen hinaufzusteigen. Unsere Idee war ja, eine Nacht auf der Isla del Sol zu verbringen, nur haben wir uns dabei irgendwie das Hostel herausgesucht, welches am weitesten oben gelegen ist. 😅 Obwohl maps.me nur 900m anzeigt, brauchen wir eine gefühlte Ewigkeit. Auf halbem Weg gibt es einen Kaffee, bzw in Ermangelung von Milch eine Fanta für mich und ein Eis für uns beide. ;) Gestärkt geht es dann die letzten hundert Meter nach oben und wir kommen endlich am Inti Wayra Hostel an.

    Obwohl wir vorher über booking.com ein Zimmer gebucht haben, stehen wir irgendwie nicht auf der Gästeliste. Die süße Hostelmutter mit Cholita Tracht beschafft uns aber dann doch noch ein hübsches Doppelzimmer mit dieser wundervollen Aussicht. 😊
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  • Day76

    Kommen wir überhaupt voran?

    February 16 in Bolivia ⋅ ☁️ 13 °C

    Viel Zeit bleibt uns in Copacabana nicht, denn um 1.00 Uhr legt das nächste Boot ab, welches uns jetzt (ohne Bus) zur Isla de la Sol bringt. 😊 Die Fahrt dauert eine gefühlte Ewigkeit, denn die Insel kommt einfach nicht näher. In Ermangelung ausreichender Sitzplätze im Schiff, sitzen wir auf dem Dach. Mit uns drei junge Männer aus dem Schwarzwald... Tja, soweit man auch von zu Hause weg fährt, die Deutschen sind einfach überall. :p

    Hier mal noch ein paar Fakten zum höchstgelegenen beschiffbaren See der Welt: Was heißt das? Er liegt auf 3.800m Höhe, hat eine Ausdehnung von 190km und ist damit 15.5x so groß wie der Bodensee. An der tiefsten Stelle misst er 281m.
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  • Day76

    Copacabana

    February 16 in Bolivia ⋅ ☁️ 13 °C

    Copacabana selbst ist nicht wirklich sehenswert... Aber es gibt unfassbar leckeren Troucha - ein heimischer Fisch dirket aus dem Titikaka See. Wir essen in einem Restaurant zu Mittag, welches drei Terrassen übereinander hat und der Fisch ist ein Gedicht. 😍

  • Day76

    Auf zum Titikaka See

    February 16 in Bolivia ⋅ ☁️ 11 °C

    Der Wecker klingelt 5.30 Uhr, und das Aufstehen fällt schwer. Zeit ist nur für eine kurze Dusche, dann geht es ohne Kaffee los... Das Taxi holt uns pünktlich 6.30 Uhr ab und bringt uns zum Wild Rover Hostel - unseres liegt wohl nicht im Hop-On Radius. Denn genau das haben wir für den Rest unserer Reise vor. Richard ist im Internet auf das Unternehmen Bolivia Hop gestoßen, welches Nahtlos in das benachbarte Peru Hop übergeht. Die Idee dahinter ist so einfach wie genial - die allermeisten Touristen nehmen zwischen La Paz und Lima, bzw andersherum die gleiche oder zumindest eine sehr ähnliche Route. La Paz - Copacabana - Isla del Sol - Puno - Cusco - Arequipa - Lima. Das Unternehmen hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese Stationen möglichst reibungslos zu verbinden, so dass die Route in 11 Tagen möglich sein soll. Es gibt unterschiedlich große Tickets, je nach Bedürfnis der Reisende. Wir haben uns für die ganze Reise entscheiden, was pro Person 199 USD kostet, und ein Jahr gültig ist. Dafür garantieren sie zB sichere Busse, was in Bolivien und Peru keine Selbstverständlichkeit ist und einen Englischen Guide, der einem für alles Organisatorische zur Seite steht. Gleichzeitig kann man dann Touren, Ausflüge und sogar die Unterkünfte mit ihnen buchen. Sozusagen ein Reiseunternehmen, welches einem die freie Wahl lässt, wie viel man mit ihnen machen will. Bis 12h vor Abfahrt des nächsten Busses muss man entschieden, ob man ihn nehmen will. Klingt erstmal super genial, wir sind gespannt, ob es dann auch so gut ist. ;)

    Jetzt sind wir also auf dem Weg nach Copacabana - aber nein, nicht das berühmte in Brasilien, sondern der winzige Touristische Ort auf der bolivianischen Seite des Titikaka Sees. Die Busfahrt ist wunderschön und der Panoramablick auf den See und die Inseln erinnert mich stark an Bariloche. Auf halber Strecke müssen wir einen Ausläufer des Sees überqueren - in Europa wäre hier ein Brücke, hier geht das allerdings wegen dem Aberglauben der Einheimischen nicht. Also steigen wir aus, werden auf zwei winzige Boote verteilt und schaukeln mit den Wellen übers Wasser. Bleibt allerdings zu klären, wie ein Reisebuss nun auf die andere Seite kommen soll. Die Antwort ist so einfach wie beängstigend: auf einer schwimmenden Nussschale... 😱
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  • Day75

    Wie man seine Cassera findet

    February 15 in Bolivia ⋅ ☁️ 7 °C

    Da La Paz wirklich rieisg ist, und wir bisher kaum einen Überblick haben, gibt es heute mal wieder eine Free Walking Tour. Dieses Mal mit den Anbieter Red Cap - obwohl es eigentlich keine kostenlose Tour mehr ist. In der Vergangenheit gab es wohl mal eine gewaltsame Auseinandersetzungen mit einem Guide einer bezahlten Tour, und seither muss man einen symbolischen Preis von 20 Boliviano zahlen - und natürlich den Tip am Ende. ;p Damit war es bisher die teuerste, aber definitiv auch spannendste Tour, die wir mitgemacht haben. Es ging keineswegs um Daten zu Gebäuden, sondern nur um bolivianische Kultur.

    Start ist am Plaza San Pedro, oder auch Plaza de Sucre. Ich habe noch Tinas Ausführungen über Boliviens krasses Gefängnis im Kopf, in dem massenweise Koks produziert wird, das Wachpersonal nur dafür sorgt, dass die Insassen nicht rauskommen und ansonsten absolute Anarchie herrscht. Aber mir wird erst in diesem Moment bewusst, dass das unscheinbare große leicht rosane Gebäude auf der anderen Seite des Platzes eben dieses Gefängnis ist. Etwa 2000 Insassen sitzen dort zur Zeit in Haft, ihre Familien dürfen jedoch kommen und gehen wie sie wollen. Wer Geld hat und tausende Dollar im Monat zahlen kann, bekommt eine Privat Suite, mit bequemen Betten, Fernsehern, Computern, ... Wer sich gerade mal die 50 Dollar Mindestmiete leisten kann, teilt sich eine schäbige Zelle mit 5 weiteren Insassen. Und alle, die absolut kein Geld haben arbeiten innerhalb der Mauern in Lebensmitteläden, Barbershops, Putzkollonen, ... Die schnellere Art an Geld zu kommen führt jedoch über die Koks Produktion. Damit auf der Straße niemand aufmerksam wird, reden die Jungs von der Stadtführung jedoch lieber von "Sugar".
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