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  • Day24

    Die sexy Frau und der Tag der Toten

    November 2, 2017 in Peru ⋅ ⛅ 21 °C

    Unser letzter Tag in Peru ist angebrochen. Wir stellen beide fest, wie traurig wir sind. Das Land hat uns beiden sehr viel gegeben: Nette Menschen, überwältigende Landschaften und beeindruckende Kulturstätten. Ein Traum. Wir würden jedem empfehlen, wer er/sie die Chance hat, diese beim Schopfe zu greifen.

    Na gut. Genug getrauert. Heute haben wir ja noch einen ganzen Tag und außerdem haben wir noch ein Boleto turístico, mit dem sich hier in Cusco richtig gut was anfangen lässt. But: Coffee first!

    Anschließend wandern wir von unserer Unterkunft aus in Richtung "Saqsayhúaman". Durch die große Anzahl an englischsprachigen Touristen hat die Inkafestung im Übrigen einen eingängigen Spitznamen erhalten. Spricht man den Namen englisch aus, so wird daraus "Sexy Woman". Und so firmiert das ganze dann auch unter diesem Namen in einigen Reiseführer und den "Cuscorianer" ist der Spitzname auch nicht fremd. 😂
    Wie auch immer, diesmal scheitern wir nicht am fehlenden Bargeld und so verbringen wir einige Stunden zwischen Bauten aus riesen großen herausgearbeiteten Steinen, Hügeln und einigen Alpacas, die ein wenig genervt auf der großen Wiese grasen. Zudem hat man einen bombastischen Blick über die Stadt.

    Kurz vor 17 Uhr brechen wir dann wieder auf. Mit einem Taxi 🚕, dass wir nach einigen Anstrengungen ergattern können, wollen wir in Richtung des Friedhofs düsen. Entsprechend seltsam guckt uns der Fahrer bei der Nennung des Ziels dann auch an. Mit der dringenden Mahnung zur Achtsamkeit und dem Hinweis, dass sich viele fremde Unholde in der Stadt aufhalten würden, lässt er uns direkt am Platz vor dem Friedhof aussteigen. Dass wir dieses außergewöhnliche Ziel ausgewählt haben, hat natürlich einen Grund. Heute ist "Día de los muertos" 👻💀🎭, der Tag der Toten, und die Einheimischen strömen in Scharen in Richtung Friedhof, um diesen mit ihren dahingeschiedenen Verwandten zu feiern. Den Tipp dafür haben wir von Rhomina erhalten, der Besitzerin der Capilla Lodge.
    Leider stellen wir fest, dass der Friedhof bereits offiziell geschlossen ist, ein wenig Hoffnung macht uns jedoch, dass das Eingangstor von einer Schar Menschen belagert wird, die mit einigen Polizisten darum kämpfen, doch noch Zutritt zu erhalten. Wir beobachten die Lage eine Zeit lang und mit ein bisschen Geschick und einer gehörigen Portion Glück gelingt es uns doch noch, Zutritt zu erhalten.
    Nun können wir auch bestaunen, wie die Menschen hier feiern. Bewaffnet mit Stühlen, Essen und Musikinstrumenten, singen, tanzen und picknicken sie vor den Gräbern ihrer Verwandten und feiern sie. Dies ist wirklich schön anzuschauen. Diese Art mit dem Tod umzugehen hat etwas sehr positives. Anders, als wir es bisher kennengelernt haben. Irgendwie schön.

    Nach einem kurzen Zwischenstopp "zu Hause", gehen wir dann ein letzten Mal in Peru aus. Wir könnten uns nichts besseres vorstellen, als noch einmal peruanisch zu Essen und einen Pisco Sour zu trinken. 🍜🍲🍸🍸
    Unsere Wahl fällt auf ein etwas teueres Restaurant, wie sich aber herausstellt, eine vorzügliche Wahl. Neben dem wieder herausragenden Essen, bekommen wir unseren Cocktail mit einer kleinen Show direkt an unserem Tisch zubereitet. Ein wenig Zirkusatmosphäre mitten im Restaurant. 🤡🙈

    Mal wieder glücklich und pappsatt fallen wir uns Bett. Ein letztes Mal: Gute Nacht Peru!
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