Conny und Mini

... im Sabbatical!
Living in: Hamburg, Deutschland
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  • Day64

    Wanderung 1 - Senda Laguna Torre

    December 12, 2017 in Argentina ⋅ ☀️ 25 °C

    Unsere drei vollen Tage hier vor Ort wollen wir ausgiebig nutzen. Der große Vorteil an El Chaltén ist, dass man quasi vom Frühstückstisch aus auf die Wanderwege abbiegen kann. Ein Wanderparadies!
    Das Wetter ist okay heute, die Sonne späht immer wieder durch die Wolken und der angekündigte Regen ist eher ein Witz. Danke Petrus! Die Tage vorher wurde uns noch etwas ganz anderes prophezeit. Aber Wetter ist in diesem Patagonien sowieso ein Kapitel für sich.

    Nach einem knackigen Anstieg am Anfang des Treks, befindet man sich nach kurzer Zeit in einem Tal, welches einen ohne große Anstiege zur Lagune am Fuße der drei großen Berge führt.
    Die Wanderung macht riesen Spaß und so vergehen 3,5 Stunden wie im Flug. Als wir an der Lagune ankommen, haben wir leider keinen wolkenfreien Blick auf die Gipfel, der Ausblick ist aber trotzdem wunderschön. Für uns also Zeit für ein kleines Picknick, bei dem sich auch ein gefiederter Gast zu uns gesellt.

    Nach gut einer Stunde machen wir uns wieder auf den Weg zurück und belohnen uns dann mit einem schönen Burger in der Stadt für unseren 8 Stunden Trip!
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  • Day57

    AT "Perito Moreno"

    December 5, 2017 in Argentina ⋅ ⛅ 22 °C

    Nach einem überraschend guten Frühstück in unserem Hostel - ja klar, der Kaffee ist wie immer dünn und auch ein herzhafter Anteil fehlt, aber hey: es gibt sogar Pancakes - werden wir vom Shuttleunternehmen abgeholt und brechen Richtung Nationalpark "Los Glaciares" auf. Hier im Süden ist der Perito Moreno-Gletscher die bekannteste Attraktion und auch Grund für unseren Besuch.Read more

  • Day57

    Weil wir Weltmeister sind?

    December 5, 2017 in Argentina ⋅ ☀️ 21 °C

    Encantados conocerte, Chile!

    Nach 3 Wochen verlassen wir heute Chile und fahren in Richtung El Calafate in Argentinien.
    Der Abschied von Julia und Jorge fällt uns mal wieder schwer.
    Wir bekommen ein wenig Marmelade und einen Schmatzer mit auf den Weg und so begeben wir uns in Richtung Busbahnhof. Auch diese Fahrt hat Jorge freundlicherweise für uns gebucht.

    Die Zeitangabe für sie Fahrt variiert im Übrigen stark. Laut Chilenen, weiß man nicht, wie gut gelaunt die Argentinier an der Grenze sind. An schlechten Tagen dauert es dann eben ein wenig länger.
    An der Grenze werden wir dann aber eines Besseren belehrt. So sind es die chilenischen Grenzbeamten, die die Weiterfahrt um eine Stunde verzögern, wohingegen es bei den Argentiniern flott geht. Top! Lediglich der Soldat, der durch den Bus schreitet, ist ein wenig komisch zu uns. Während er mit den Spaniern aus Barcelona noch nett über Messi redet und auch andere Fahrgäste nett "interviewt" ist er bei uns, so unser Eindruck, kurz angebunden, nachdem er erfährt, dass wir aus Deutschland sind. Etwas wegen den Weltmeisterschaft 😋😉.
    Wie auch immer. Wir sind schnell anders beschäftigt. Ein riesiges Schild mit der Aufschrift "Los Malvinas son Argentinos" - die Falklandinseln gehören zu Argentinien - erregt unsere Aufmerksamkeit. Was ist da denn los? Gehören die nicht zu Großbritannien?

    KURZE INFO:
    Die Lösung ist einfach, wie wir später nachgelesen haben. Das argentinische Interesse an der Inselgruppe ist nicht erst seit dem Falklandkrieg 1982 groß. Neu geweckt wurde dieses Interesse jedoch im Jahr 2015, als große Vorkommen an Erdgas und Erdöl rund um die Inseln gefunden wurde. Der neu gewählte Präsident verschwendete natürlich keine Zeit, den argentinischen Anspruch noch einmal zu untermauern.
    Die Vereinten Nationen sorgten mit der Ausweitung des argentinischen Seeterritoriums über die Falklandinseln hinaus für zusätzlichen Diskussionsstoff.
    ABER: Bei einem kürzlich durchgeführten Referendum sprachen sich nahezu alle Bewohner der Inseln dafür aus, weiterhin Großbritannien anzugehören. Spannend, wie es weiter geht.

    Für uns geht es auf jeden Fall im Bus weiter durch eine schöne, aber für uns nicht ganz so schöne Landschaft, wie die in Chile. Sogar das Blau des Himmels scheint hier weniger zu strahlen, es gleicht eher dem verwaschenen Blau der argentinischen Flagge... 🤔 Vielleicht sind wir zu verwöhnt. Zu unserer kritischen Stimmung trägt später zusätzlich bei, dass wir sowohl im Hostel als auch im Restaurant sehr arrogant und unfreundlich behandelt werden.

    Bloß schnell ins Bett und morgen geben wir diesem Argentinien noch einmal eine Chance. 😉
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  • Day57

    Die Torres ⛰

    December 5, 2017 in Argentina ⋅ ⛅ 12 °C

    Für unseren zweiten Tag im Nationalpark haben wir uns die achtstündige Wanderung zur Lagune vor den Torres, den drei Granittürmen, die dem 242.000 ha großen Nationalpark den Namen geben, und zurück vorgenommen.
    Recht motiviert und für jede Eventualität ausgerüstet starten wir bei Sonnenschein und für Patagonien eher mäßigem Wind. Die ersten Kilometer laufen wir fast unbemerkt weg. Doch bereits die erste, als gemächlich ansteigende Serpentinen beschriebene, Passage am Berg wird deutlich anstrengender als wir erwartet hatten. Der Wind nimmt zu und peitscht uns immer wieder Sandverwehungen um die Ohren. Der Weg ist zwar nicht steil, anstregend ist es aber allemal und der Boden dann doch so uneben, dass man die Aussicht kaum genießen kann. Nach nicht einmal 1,5 h hinterfragt zumindest Conny laut fluchend die Sinnhaftigkeit von dieser Wanderung, wenn man die Torres doch auch ohne Anstrengungen schon von unten sehen kann. Wir entschließen uns, bereits jetzt einen Teil unserer Vorräte zu vernichten und stellen danach fest, dass diese Stärkung dringend nötig war und dass sie uns für die weitere Strecke einen wichtigen Energieschub gibt. Der Weg fällt uns nun deutlich leichter. Lediglich die langen Abschnitte, die immer wieder bergab verlaufen, nerven uns, wissen wir doch, dass wir diese auf dem Rückweg mit müden Beine wieder erklimmen müssen.
    Nach ca. zwei Stunden erreichen wir ein Refugio, in dem wir uns am liebsten vor dem Kamin eine Weile aufgehalten hätten, zulang ist aber noch die Strecke, die wir noch vor uns haben. Die nächste Stunde führt der Weg mit nur wenigen steilen Steigungen durch einen Buchenwald, der uns vor dem einsetzenden Regen schützt. Ungefähr einen Kilometer vor der Lagune erreichen wir die Baumgrenze und ein Schild kündigt an, dass wir für diesen Kilometer eine Stunde einplanen müssen. Der Regen schlägt nun in Schnee um und bald schon gleicht der Weg eher einem gigantischen Geröllfeld, auf dem einzelne gelbe Sticks den ungefähren Weg markieren, den man über die Felsbrocken nehmen soll. Es ist kalt, nass und windig, der Schnee peitscht einem nun ungehindert ins Gesicht und gleichzeitig kommt man durch die Anstrengung ordentlich ins Schwitzen. Unter diesen Voraussetzungen werden wir es nicht lange an der Lagune aushalten, ohne auszukühlen.
    Oben angekommen bewahrheiten sich unsere Befürchtungen. Die Wolkensuppe, die zwischen den Bergen hängt, ist so dicht, dass wir die Türme nicht sehen können. Mehrere Wanderer, die mit uns oben ankommen, drehen schnell enttäuscht um. Andere fotografieren den zumindest zum Teil sichtbaren Nachbargipfel "Nido del Condór" in dem Glauben, einen der Granittürme erahnen zu können.
    Aus der Sprache der Aonikenk-Indianer übersetzt bedeutet der Name "Torres del Paine" „Türme des blauen Himmels". Sie mussten einen guten Tag gehabt haben, als sie den Bergen diesen Namen gaben... 🤔
    Wir beschließen, eines Schicht Klamotten zuzulegen, uns mit einer Empanada zu stärken, uns in den Windschutz eines Felsbrockens zu kauern und etwas auszuharren. Die Rechnung geht auf, zwar erleben wir die Türme nicht vor strahlend blauem Himmel, es reißt aber zwischenzeitlich soweit auf, dass wir alle drei Türme sehen können. Der Moment hat dann in der Tat etwas Magisches und lässt einen die Strapazen fast vergessen.
    Beschwingt treten wir den Rückweg an. Es fängt wieder stärker an zu schneien, aber das ist uns vorübergehend egal. Nach der ersten Stunde über das Geröllfeld kommen wir dann auch recht gut voran. Dennoch benötigt man doch 4 Stunden, bis man wieder am Ausgangspunkt ist. Insbesondere die letzten Kilometer ziehen sich sehr und die Knie fangen an zu schmerzen. Gelohnt hat es sich aber, aller Widrigkeiten zum Trotz!
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  • Day57

    Ultima Esperanza...

    December 5, 2017 in Argentina ⋅ ☀️ 22 °C

    Wo haben wir uns da eigentlich gestern eingebucht? 🤔. Wir wissen es nicht. Sind aber gespannt.
    Wenn wir ehrlich sind, hat auch eher Jorge alles für uns organisiert. Jeden Morgen setzt er sich zu uns an den Tisch und plaudert ein wenig mit uns beim Frühstück. Dabei hat er am ersten Tag auch den Vorschlag zu dieser Tour gemacht und auch die Buchung für uns erledigt.
    Da unsere Körper nach der gestrigen Wanderung jedoch leichtere Kost vertragen können, freuen wir uns darauf, durch die Gegend geschippert zu werden.

    Pünktlich um 7.15 Uhr, diesmal wieder bei Sonnenschein und blauem Himmel, finden wir uns am Office der Agentur im Stadtzentrum ein. Wir stellen fest, dass unsere romantisch verklärten Ideen einer Fahrt mit einer kleinen Gruppe nicht ganz zutreffen. Reini dachte sogar, wir fahren alleine 😂🙈. Na gut. Alleine mit 100 anderen Personen dann eben... ✌

    Mit Bussen werden wir zum Hafen gefahren und dort auf ein Boot verfrachtet und schon geht es los über den Fjord Ultima Esperanza - letzte Hoffnung 🤤 - vorbei an Vogelkolonien, einem Wasserfall und Kondoren zum Gletscher Balmaceda.
    Während wir diesen noch vom Boot aus betrachten müssen, legen wir wenig später am Bernardo O'Higgins Nationalpark an, um zu Fuß an den Gletscher Serrano heran zu laufen.

    Die Fahrt ist im Übrigen ein wenig anstrengend. Wir haben Scharen von Italienern an Bord, die Ihrem Ruf alle Ehre erweisen. Laut schreiend und gestikulierend sitzen sie an ihren Tischen und treiben den Guides Schweißperlen auf die Stirn, denn diese müssen bei Ihren Erklärungen immer wieder Ruhe einfordern. Erinnert irgendwie an eine Klassenreise, nur, dass die Armen hier niemanden nach Hause schicken können 😃.
    Am Gletscher dann werden sämtliche Vorgaben missachtet, die vorher mühsam besprochen worden sind. Die Regeln "Fotos nur auf dem (einspurigen) Rückweg machen", "alle zusammen gehen" und "auf den Wegen bleiben" werden sehr frei interpretiert und die Bitte zur Rückkehr zum Boot komplett ignoriert. Erst die Aussicht auf einen Whiskey mit Gletschereis setzt die Kolonne wieder in Bewegung. 😉

    Sind wir froh, dass wir nicht verantwortlich sind. So haben wir Zeit für (vorschriftsmäßige 😉) Fotos und wiederum tolle Blicke auf die Landschaft.

    Auf dem Rückweg gibt es auf der Estancia Perales ein typisch magellanisches Essen mit gegrilltem Lammfleisch und für Conny gab es Hähnchen vom Grill. Wir wurden von einer Gruppe älterer chilenischer Damen "adoptiert" und fortan immer wieder mit leckeren Dingen versorgt. Ein bisschen wie bei Oma. 😊 Zum Nachtisch gibt es dann auch den passenden Dosenpfirsich, ganz wie wir es von unseren Großmüttern kennen.

    Pappsatt, müde und glücklich fallen wir wieder in unsere Sitze auf dem Schiff, um unsere einstündige Fahrt in den Heimathafen anzutreten. Zeit für ein Nicker...😴 NIX DA!!!
    Nun drehen doch tatsächlich die chilenischen Gruppen an Bord auf und singen dem gesamten Boot ein (bis 12) Ständchen. Eine Kettenreaktion setzt sich, unaufhaltsam, wie eine Lawine, in Gang. Natürlich lassen sich die Italiener nicht zweimal bitte und stimmen zum Gegengesang an. Voller Inbrunst, wie sich von selbst versteht.
    Fassungslos starrt uns die Schweizerin, die uns gegenüber sitzt an. 🤣🤣🤣
    Eine Seefahrt die ist lustig,...! Singend schaukeln wir schließlich in den Hafen.

    Laut war es, keine Frage, viel Spaß hatten wir aber trotzdem!!!😊 Basta!
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  • Day57

    The bluest grey ever...

    December 5, 2017 in Argentina ⋅ ⛅ 23 °C

    Alle Welt hat uns in den letzten Tagen vom Nationalpark Torres del Paine vorgeschwärmt. Wenn man berichtet hat, dass man in den kommenden Tagen da sein wird, fingen die Augen Einheimischen an zu strahlen und wir wurden mit einem Schwall aus Adjektiven überschwemmt, die die Einzigartigkeit und Schönheit des Parks verdeutlichen sollten.

    Nun gut, wir waren ein wenig skeptisch ob der Landschaften, die wir in den vergangenen Tagen gesehen haben. Gibt es dazu noch eine Steigerung. Nur äußerst schwer vorstellbar.

    Nachdem wir unseren Mitwagen eingesammelt haben, machen wir uns auf den Weg zum Park. Über eine Schotterpiste dauert es 1,5 Stunden, bis wir da sind und nachdem wir uns am Parkeingang registriert und wir brav Eintritt gezahlt haben, können wir endlich die Erkundung des Parks in Angriff nehmen.

    Erstes Ziel ist der Lago Grey, welcher zum Fuße des gleichnamigen Gletschers liegt. Nach einer Irrwanderung und einigen Extrametern, kommen wir am See an, den wir schon vom Weiten sehen konnten.
    Wir sind sofort verzaubert. Auf dem See tanzen vom Wind geschaukelte, leuchtend blaue Eisstück, wie LED-Eiswürfel in einem Wasserglas.
    So etwas haben wir noch nie gesehen. Wunderschön! Wir wandern ein wenig um den See herum und zu einem Aussichtspunkt, von dem aus man den Gletscher aus sehen kann. Ständig begleitet von einer "ssteifen Brise".

    Nachdem wir zurück am Auto sind, fahren wir quer durch den Park, vorbei an leuchtend grünblauen Seen und grün bewachsenen Bergen und entschließen uns schließlich noch den Mirador de Condores in Angriff zu nehmen. Ein tollkühnes Unterfangen, wie wir schnell feststellen. Als wir den knapp 100 m hohen Kamm erreichen, den man überqueren muss, um auf den offensichtlich ungesicherten Steinfelsen zu steigen, bläst uns der Wind quasi wieder runter. Wir müssen uns ducken, um nicht weggeweht zu werden und Conny sich gar hinsetzen, und treten dann schnell wieder den Weg nach unten an. Ein Balanceakt an einer schmalen Felskante neben der es weit und steil hinunter geht, erscheint uns dann doch nicht als sinnvoll, zumal wir bereits vorher eine tolle Sicht auf die Landschaft hatten.

    Auf dem Weg aus dem Park heraus wählen wir dann einen anderen Ausgang und können das weitläufige Areal somit noch ein wenig vom Auto aus erkunden.

    Dieses Patagonien kann doch noch immer wieder aufs Neue überraschen. 😍
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  • Day57

    Mission "Find penguins" - not ☹

    December 5, 2017 in Argentina ⋅ ⛅ 24 °C

    Frei dem Namen unserer App nach, haben wir heute eine Mission. Nachdem wir uns gestern ausgiebig bei zwei Agenturen bezüglich der "Pinguinausflüge" erkundigt haben, fiel die Wahl auf die Tour in der großen Fähre und nicht die in den wesentlich kleineren Booten. Die Gründe sind relativ simpel:
    1. 14 Uhr vs. 6 Uhr morgens 😴😫.
    2. Spielball des Windes vs. einigermaßen ruhige Fahrt.
    Also geht es heute morgen wieder mit dem Uber in Richtung Plaza de Armas. Dort um die Ecke buchen wir die Tour zur Isla Magdalena, einer begehbaren Pinguinkolonie. Es ist 12 Uhr, also haben wir noch 2 Stunden Zeit bis zum Ablegen und eine bis zum Check-in. Wir müssen allerdings noch zur Mole kommen und die ist ca. 5 km entfernt. Also noch schnell eingekauft und ab in ein Colectivo. Inzwischen sind wir ja schon alte Hasen, was das angeht. 🐰🐰
    Am Hafen angekommen sind einige Gäste offensichtlich bereits ein wenig aufregt, denn sie scharen sich um den Empfangscounter. Lass sie man...
    Nachdem wir uns erst nichts dabei denken, fragen wir uns dann doch nach einiger Zeit, was denn so aufregend ist?!
    Kurze Zeit später wissen wir es leider: CANCELADO... 😢. Der Fährgesellschaft sind die Bedingungen draußen vor der Inseln zu unstetig und somit haben sie den Ausflug kurzer Hand abgesagt. Kaum zu glauben, bei verhältnismäßig wenig Wind und knalligem Sonnenschein 🌞 hier in der Stadt. 🤔
    Aber da hilft nun mal auch kein Diskutieren. Nachdem wir unser Geld erstattet bekommen haben, machen wir uns zu Fuß wieder auf in Richtung Zentrum.

    Kurzer Hand besuchen wir noch eine Art Freilichtmuseum, an dem wir zufällig vorbei kommen. Denn viele andere Optionen bleiben uns heute leider nicht. Es ist Wahlsonntag und bis auf ganz wenige Ausnahmen ist heute alles geschlossen.
    Also gibt es anstatt kleiner süßer Frackträger heute eine Lehrstunde in Sachen Siedlungsentwicklung und frühere Lebenumstände rund um Punta Arenas. Wirklich interessant, aber mit der Enttäuschung der Absage im Gepäck, fehlt uns am Ende ein wenig die Ausdauer.

    Wir düsen wieder mit einem Colectivo ins Zentrum und nachdem wir ein geöffnetes Café - die Chocolateria - ausfindig machen können, wo es eine leckere heiße Schokolade und ein Sandwich gibt, entscheiden wir uns noch zu einem Spaziergang entlang der Promenade. Die Sonne lacht und die Laune hebt sich.
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  • Day46

    AT "Marmorhöhlen und Gletscher"

    November 24, 2017 in Argentina ⋅ ⛅ 12 °C

    Morgens wachen wir mit dem Rauschen der Wellen im See auf, die der patagonische Wind heute besonders hoch gegen das Ufer peitscht, und können uns kaum sattsehen an dem atemberaubendem Panorama direkt vor dem Fenster: der strahlend türkis leuchtende See mit den Bergen im Hintergrund. Die Lage ist der absolute Faustpfand dieser Lodge, das weiß man offensichtlich auch (die Preise sind saftig). Das Frühstück unterscheidet sich dennoch wenig von dem im Hostal in Puerto Cisnes. Aber bei dem Blick schmeckt sogar der Instantkaffee (Dieser wird übrigens zu unserem steten Begleiter beim Frühstücken in Chile.).
    Heute wollen wir die Mamorhöhlen besuchen, für die die Region bekannt ist. Wir lehnen jedoch die von der Lodge angebotene Tour für 50 $/Person ab und entscheiden uns lieber die 60-70 Minute Fahrt nach Puerto Tranquilo zu fahren, wo die Bootstouren für 10.000 CLP (ca. 13 €) angeboten werden, sofern 6 Personen zusammen kommen. Noch während des Frühstücks stellt sich heraus, dass die Tour von der Lodge wegen des starken Wellengangs ohnehin abgesagt wird.
    In Puerto Tranquilo scheinen wir zunächst auch Pech zu haben, außer uns interessiert sich niemand für die Tour. Doch während wir den Jeep für die Weiterfahrt voll tanken, tauche drei weitere Deutsche auf und zu fünft können wir die Tour antreten. Wir haben Glück und das Wetter spielt mit. Die Sonne bringt den See und die Mamorhöhlen zum Leuchten und setzt die Landschaft filmreif in Szene.
    Der Rückweg im Boot wird wegen des extremen Wellengangs zu einer ordentlichen Schaukelpartie und wir - weil wir im Gegensatz zu den anderen Dreien mit Regenjacke UND Regenhosen ausgestattet sind, auf die hinteren Plätze verfrachtet - bekommen mehr als eine Ladung eiskaltes Seewasser ab. Leider versagt die Beschichtung von Connys Regenhose, zu groß ist die Wassermenge, die ins Boot schwabt, zu stark der Wellengang, bei dem wir mit dem Hintern ordentlich auf der Bank hin- und herrutschen. Die Weiterfahrt Richtung Exploradorestal muss Conny dann leider mit nasser Hose antreten...
    Unser Ziel ist ein Ausläufer des nördlichen patagonischen Eisfeldes (Hielo del Norte 🚫). In einer kurzen Wanderung kann man die Endmoräne besteigen, von wo man eine Blick auf den Gletscher und einen Teil der ehemaligen Grundmoräne hat.
    Für uns ist es der erste Gletscher in Patagonien, den wir nicht bloß in größerer Entfernung sehen. Da wir erst gegen frühen Abend los wandern, sind wir die einzigen Besucher und können die Ruhe auf der Endmoräne genießen und ungestört gucken. Der Weg dorthin hat sich gelohnt, nicht zuletzt auch deshalb, weil das schmale Exploradorestal selbst etwas Malerisches an sich hat.
    Wir erreichen zwar noch im Hellen Puerto Tranquilo, machen hier aber noch einmal eine Stopp für das Abendessen, so dass wir die Stunde zurück nach Puerto Guadal schließlich im Dunkeln fahren müssen. Die Einsamkeit und absolute Dunkelheit bringen aber einen riesigen Vorteil mit sich: bei einer klaren Nacht wie dieser kann man so unzählig viele Sterne sehen, wie es in Hamburg niemals möglich ist. Deshalb zieht es uns trotz des eisigen Windes noch für eine Weile auf unsere Terrasse.
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  • Day46

    Regenausrüstung im Härtetest

    November 24, 2017 in Argentina ⋅ ⛅ 11 °C

    Vor dem knisternden Kaminfeuer und mit Blick auf den Fjord wird das einfachere Hostal-Frühstück zu einem richtigen Highlight und wir verschmerzen sogar den fehlenden Kaffee. 😉
    Leider setzt noch während des Frühstücks der für heute angekündigte Regen ein und er wird, bis wir abends ins Bett fallen, nicht eine Unterbrechung einlegen. Das Wetter in Patagonien soll wechselhaft sein, manchmal erlebe man innerhalb einer Stunde alle vier Jahreszeiten. Aber eben nur manchmal..
    . Heute wechselt gar nichts, grau in grau zeigt sich der Himmel und der Regen verschleiert die Sicht so sehr, dass wir von der Landschaft nicht viel sehen können. Gut, dass wir Reini für so ein Wetter neu ausgestattet haben.
    So machen wir uns trotzdem Richtung "Bosque Encantado" auf und hoffen, dass der verwunschen anmutende Zauberwald uns etwas vor dem Regen schützt. Leider ist das Häuschen am Eingangsbereich nicht besetzt und ein Schild verkündet mit dem Hinweis auf Lebensgefahr, dass der Wald gesperrt ist. Während wir noch überlegen, ob dies aufgrund eines Mangels an Besuchern zu dieser Zeit nur eine vorgeschobene Begründung sein könnte, löst sich am Berg oberhalb des Waldes eine Lawine und Schnee- und Wassermassen donnern den Hang runter. Kurz darauf bestätigen uns zwei Ranger, dass es dieses Jahr große Probleme wegen der Schneemassen gebe und der Wald bis Januar geschlossen bleibe. Wir fahren die Carretera Austral noch ein Stück weiter nach Norden entlang, bis die Straße wieder auf den Fjord trifft und laufen dort in voller Regenmontur ein wenig herum. Immer wieder stehen wir jedoch ewig an Baustellen und entscheiden uns bald, die Fahrt Richtung Süden anzutreten. Heute geht es zurück nach Coyhaique, dort bleiben wir eine Nacht und fahren morgen noch weiter nach Süden.
    Auf dem Weg dahin lassen wir die ausgewiesen Fotopunkte links (und rechts) liegen - man kann ohnehin nichts sehen - und sind sehr froh, dass wir gestern den längeren Weg gewählt haben und so die Landschaft schon ausgiebiger bewundern konnten.
    Wir machen noch zwei Abstecher nach Puerto Aysén und Puerto Chacabuco, doch bis auf eine leckere Pizza haben beide uns nicht viel zu bieten.
    Auch unser Zimmer in unserer Unterkunft am Abend ist wenig gemütlich und eher eine Enttäuschung und so krabbeln wir abends etwas frustriert, aber mit der Hoffnung auf einen besseren Tag in unsere Schlafsackinlays (für das bessere Gefühl in dem sehr abgewohnten Dreibettzimmer und die weniger ansprechenden Stockbetten).
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