Henning Schaefer

Joined March 2019
  • Day59

    Mexiko-City 2

    May 18 in Mexico ⋅ ⛅ 18 °C

    Die Nacht konnte ich kaum schlafen, denn die Disco auf der anderen Straßenseite, teilweise mit Livemusik, war zu laut und schräg und beendete ihren Abend um 3 Uhr morgens. Um 6 klingelte das Handy. Ich habe jetzt ein anderes Zimmer. Im Frühstücksraum gab es wieder ein Frühstück wie ich es nicht mag, fettig, Bohnen, meistens Rührei, pampiges Toastbrot und eine Tasse Tee oder Kaffee. Ich habe 4 mal Tee nachbestellt.
    Heute hat es wie gestern Abend geregnet. Kaum einer ist darauf eingestellt und so flüchten alle an die Häuserwände. Überall in den Straßen wird Essen angeboten. In den Fußgängerzonen erhält man auch süßes Gebäck. Sogar Laugenbrötchen gibt es zu kaufen.
    Nervig in den autofreien Bereichen sind die Leute, die einem etwas verkaufen wollen. Ansonsten ist das Gewusel entspannend.
    Im historischen Altstadtkern liegen die Sehenswürdigkeiten alle dichtgedrängt beieinander. Sogar Radfahrbereiche sind vorhanden. Leider werden diese manchmal als Halteplätze genutzt. Ansonsten muss man sich als Radfahrer im Slalom durch die Autolawinen durchschlängeln, um ganz vorn an der Ampel zur Fahrradzone zu gelangen.
    (Die anderen Fotos sind bei Mexiko-City 1 zu sehen.)
    Noch ein Freund vom Land.
    Read more

  • Day58

    Mexiko-City 1

    May 17 in Mexico ⋅ ☁️ 16 °C

    Heute morgen wollte ich es abhängig von meinem Wohlbefinden machen wie weit ich fahren werde, denn die 160 Kilometer in die Hauptstadt sind eine weite Strecke, besonders da ich weiß, dass mein Navi trotz gemachter Aussage immer noch ein paar Kilometer drauf schlägt. Ich bin durch viele Wälder gefahren und musste immer wieder diese langen Steigungen hochfahren und konnte mich nicht auf die Abfahrten freuen, da der Strassenbelag so schlecht war, dass ich immer Abbremsen musste, um nicht von einer Bodenwelle oder Schlagloch aus dem Gleichgewicht gerissen zu werden. Das Gewicht auf dem Gepäckträger wirkt bei schnellen Ausgleichsbewegungen wie eine Heckschleuder. Jedenfalls hatte ich das Gefühl insgesamt mehr abwärts als aufwärts zu fahren, besonders die letzten 40 Kilometer. Die waren schon die Ausläufer der Hauptstadt. Dreckig, chaotisch, Verkehrsregeln für die, die angehupt werden wollen, das ist mein 1. Eindruck dieser Stadt. Paris ist harmlos. Da meldete sich manchmal schon meine beginnende Arthrose im Mittelfingergrundgelenk. Jedenfalls bin ich jetzt im historischen Zentrum Mexiko-Citys angelangt. Ich habe mir ein seriöses Hotel ausgesucht. Leider ist auf der gegenüberliegenden Straßenseite eine Diskothek ohne Schalldämmung, die erst um 2 Uhr Ruhe gibt. Morgen ziehe ich in ein anderes Zimmer.
    Während der heutigen Tour kam mir die Erleuchtung, warum mir das Radfahren in den letzten Tagen so schwer fiel. Es ist die Höhe. Die Hauptstadt liegt auf 2300 m, und da ich den heutigen Tag mehr Abwärts als Aufwärts gefahren bin, könnten die letzten Orte höher gelegen haben. Ich habe wohl zu wenig Sauerstoff bekommen. Mein Hotel lag kurz vor Municipio El Oro, dem wahrscheinlich höchsten Ort meiner bisherigen Reise, lt. Karte 2.740 m.
    Morgen gibt es Fotos, heute war ich zu sehr mit mir beschäftigt und der Frage, ob ich es doch nach Mexiko-City schaffe.
    Read more

  • Day56

    8 km hinter Tlalpujahua

    May 15 in Mexico ⋅ ☀️ 17 °C

    Nachdem ich mein schönes Hotel verlassen hatte, irrte ich erst einmal herum, weil ich den Anfang der Route nicht fand. Als ich am Ausgangspunkt ankam, entschied ich mich doch die längere Strecke zu nehmen, da mich das Navi in eine Richtung geführt hätte, die mir nicht sicher erschien. Außerdem, Schotterwege sind langsam und setzen den Reifen zu.
    Nach ein paar Kilometern kam ich an eine Kreuzung, an der es kein Durchkommen für Autos gab, ich konnte mein Fahrrad umtragen. Es gab auch keinen Hinweis, dass die Strasse gesperrt sei. Nach ein paar schönen langen und schnellen Abfahrten, durfte ich das alles wieder hochfahren und kam auf eine Ebene, deren Ende mir das Radfahren versaute. 15 Kilometer schlechte Schotterstrasse, dann auf einen ganz frischen Asphalt. So frisch, dass der Strassenbelag an meinen Reifen hingen blieb und meine Räder wie Naturspikes aussahen. Wenn ich nicht wie ein Bekloppter getreten hätte, wäre ich wahrscheinlich festgeklebt. Nach dieser Baustelle musste ich den ganzen Teer erst einmal von Fahrrad entfernen. Die hochgespritzten Steine klebten an mir und dem Fahrrad. Danach hatte ich das Gefühl, dass mein Fahrrad immer noch am weiteren Belag klebt und die Räder nicht mehr richtig rollen. Heute Abend habe ich alles überprüft, war alles nur Einbildung, ich war platt.
    Daraufhin kam ich an einen weiteren See, der sich schon sehr verkleinert hat.
    Nach der Stadt (Titel) führt eine nette lange Steigung über einen Kamm ins nächste Tal. Weil ich das nicht wusste und der 2. Akku auch fast leer war, entschied ich mich fürs nächste Hotel an der Bergstraße, endlich mal mit Abendessen und vernünftigem Frühstück.
    Read more

  • Day55

    Araró

    May 14 in Mexico ⋅ ☀️ 26 °C

    Die Landschaft ist etwas lieblicher und hügeliger geworden, wenn auch die Hitze nicht nachgelassen hat. Aber mit der erneuten Zeitumstellung und dem frühen Aufstehen, kann ich einem Großteil der Hitze entfliehen. Mein Trinkwasservorrat wird immer größer, und ich schleppe bis zu 5 l Wasser mit mir herum.
    Die Häuser sind alle mit einer hohen Mauer auf der Grundstücksgrenze versehen. Die Grundstücke sind schmal und reichen weit nach hinten. Im vorderen Drittel geht das Haus von Wand zu Wand. Auch zur Straßenseite ist das Grundstück durch eine Wand oder Gitterstäbe geschützt. Die Fassaden der Häuser sind sehr abwechslungsreich und in wildesten Farben gestrichen. Mir gefällt es, und von der Formenvielfalt könnten wir in Deutschland einiges übernehmen.
    Auf dem Land arbeiten noch Hirten. Mit ihren Hunden halten ihre Schaf- oder Ziegenherde zusammen. Auf einem Pferd oder Esel reitend, überwachen sie ihre Herde und hören aus einem Blaster laut Musik.
    Araró liegt am Berg, die Strassen sind eng und steil und wie die meisten Städte nach einem Schachbrettmuster angelegt. Selten wird von diesem Muster abgewichen. Gleichzeitig grenzt der Ort auch an einen See. Durch Klimawandel, höhere Temperaturen und geringere Niederschläge und Setzten von Kanälen, ist der See viel kleiner geworden. Durch das Einleiten von ungesäuberten Wasser, gibt es kaum noch Fische im Wasser und der See verkommt. Umweltschutz ist für die Menschen hier noch ein Fremdwort.
    Read more

  • Day54

    Puruándiro

    May 13 in Mexico ⋅ ☀️ 28 °C

    Eigentlich gilt es für mich nur so schnell von Guadalajara nach Mexiko-City zu fahren, um den den hohen Temperaturen zu entkommen. Die Sonne scheint, es ist heiß, und ich sitze zu lange auf dem Fahrrad. Auffallend sind die vielen vorbeifahrenden Laster, auf denen 20 bis 30 schwerbewaffnete Soldaten oder Polizisten sitzen. Zusätzlich stehen an mehreren Stellen Kontrollen, die LKWs oder Autos überprüfen. Kurz vor Puruándino habe ich an einer Polizei-Kontrollstation nachgefragt ob es Anlass für die Kontrollen gäbe. Antwort: sie wollen nur Präsenz zeigen, es gäbe keinen akuten Vorfall.
    Vor der Stadt wollte ich eine langgezogene Steigung in der höchsten Belastungsstufe noch schnell hochradeln und dann versagt abrupt der Motor. Bei so etwas wird es dann auch einem Elektomotor zu warm. Den Rest der Steigung habe ich das Fahrrad geschoben. Anschließend war er ausreichend abgekühlt und fuhr mit Unterstützung weiter.
    Heute Morgen konnte ich wieder einen Ackerbrand beobachten. Einen Mexikaner erklärte mir, auf diese Weise lasse sich anscheinend besser das Feld bearbeiten.
    Read more

  • Day53

    La Barca

    May 12 in Mexico ⋅ ☀️ 28 °C

    Sehr große Städte nerven, weil man 20 km braucht, um aus dem Gewusel von Strassen und dichtem Verkehr heraus zu kommen.
    Neben langweiliger Landschaft und ein paar stinkender Rinnsale direkt neben der Straße, war ich froh endlich nach La Barca abbiegen zu dürfen. Der Großteil der Strassen war gut ausgebaut, und ich brauchte kaum auf meinem Akku zurückzugreifen. Bis auf einen größeren See kurz vor La Barca mit seinem milchiggrünen Wasser, war nicht viel zu sehen.
    Da ich in den nächsten Tagen in Mexiko-City eintreffen will, habe ich mir das Höhenprofil von Guadalajara bis zur Hauptstadt angesehen. Seit dem Weitspringer Bob Beamon ( Olympische Spiele 1968 / 8.90 m ) weiß ich, dass die Stadt sehr hoch liegt (2300 m), und dass ich noch 1.500 Höhenmeter mit dem Fahrrad überwinden muss. Das ist eine gute Übung für die Anden.
    Vor und hinter Städten, Brücken, engen Kurven und Kreuzungen werden quer zur Fahrtrichtung teilweise bis zu 10 durchgehende Buckel gesetzt, um die Fahrer zum Abbremsen zu zwingen. Der letzte ist besonders groß. Wenn ich zu schnell an das Hindernis heranfahre, hüpfe ich samt Fahrrad und Gepäck wie ein Hoppelhase darüber. Fahrer, die zu schnell sind, ruinieren sich ihr Auto. Ist aber sehr effizient.
    Ein weiterer Aspekt ist für uns Deutsche auch ungewöhnlich: entweder man kauft sich eine Riesenflasche Trinkwasser oder lässt sich diese vom Wasserwagen nach Hause bringen. Das Leitungswasser eignet sich zum Waschen, Reinigen, Duschen, Baden und Putzen, aber nicht zum Trinken. Deshalb sollte man bei Salaten sehr vorsichtig sein und sich überlegen mit welchem Wasser sie gereinigt wurden. Sonst kann es passieren, dass man in einer Stadt etwas länger bleiben muss.
    Ich bin wieder unbemerkt in eine neue Zeitzone gesprungen. Ich dachte, ich wäre heute früher als sonst losgefahren, aber nach Realzeit war es dann doch so spät wie immer. Also Morgen früh aufstehen und gleich losfahren. Die Stadt ist öde.
    Natürlich bin ich gestern nur zu Fuß unterwegs gewesen.
    Read more

  • Day52

    Guadalajara 2

    May 11 in Mexico ⋅ 🌙 29 °C

    Wenn man schon so günstig direkt im historischen Zentrum wohnt, dann sollte man auch viele Sehenswürdigkeiten zu Fuß aufsuchen. Der Autoverkehr ist weitestgehend aus der historischen Altstadt verbannt worden. Statt auf Strassen geht man auf breiten Fußgängerzonen und kann alle wichtigen Ziele erreichen. Die Autos wurden unter die weitläufigen Fußgängerbereiche verbannt. Die einzigen Fahrzeuge sind Elektrobusse, Elektrodroschken, 1-PS-Droschken, ein paar Taxis, Polizisten auf Fahrrädern und gelegentlich ein paar Autos, die sehr langsam vorwärts kommen.
    Zum UNESCO-Welterbe gehören die großflächigen Wandgemälde an mehreren Stellen im Stadtkern, u.a. im Cultural Instituto Cabañas. Beeindruckend, aber sie können es mit der Sixtinischen Kapelle nicht aufnehmen. Die Türme der Kathedrale sind bei dem letzten Erdbeben eingebrochen und die Ersatztürme passen nicht ganz zum äußeren Gesamtbild. Die Innenstadt hat mich trotzdem eingefangen. Besonders haben mich die Elektrodroschken fasziniert, langsam und völlig geräuschlos fahren sie ihre Touristen durch die Stadt, begleitet von der Stimme des Fahrers, der die Attraktionen erläutert. Überall wird Strassenmusik gemacht oder andere Dinge aufgeführt.
    Nicht nur Obama ist der Auffassung, dass Ford das 1. Auto gebaut hat, sondern auch Mexiko (Hypothese).
    Read more

  • Day51

    Guadalajara 1

    May 10 in Mexico ⋅ ☀️ 30 °C

    Ich stell mir vor, Günter Jauch stellt die Frage: Nennen Sie eine Stadt in Mexiko mit 5 a? Ich wüßte es.
    Die letzten Tage haben mich gelehrt, früh losfahren, nicht zu schnell radeln, immer Trinkpausen einlegen und viel trinken und wenn der Körper Schluss sagt, dann auf ihn hören. Ich habe mir heute Zeit gelassen.
    Die Landschaft war heute richtig abwechslungsreich, zuerst eine nette Steigung, dann eine lange Talfahrt mit einem schönen Blick ins Tal, dann eine lange Strecke durch unbewohntes Gebiet und am Ende häuften sich die Ortschaften, um zu verkünden, es kommt jetzt eine große Stadt (über 1.500.000 Einwohner). In Guadalajara bin ich dann noch eine Stunde herumgefahren, bis ich dann im historischen Viertel angelangt bin.
    Zwei Stunden vor Guadalajara konnte ich dann live ansehen, wie eine Brandrohdung vonstatten geht. Der Seiten- und Mittelstreifen der vierspurigen Straße wurde bei laufendem Verkehr abgefackelt, und wir alle mussten durch den Qualm durch. Bei dieser schlechten Sicht war ich froh, dass wir alle heil auf der anderen Seite der Rauchwand wieder heraus kamen.
    Morgen nehme ich mir in der Altstadt einen Tag Pause.
    Read more

  • Day50

    Ixtlán del Rio

    May 9 in Mexico ⋅ ⛅ 28 °C

    Ixtlán befindet sich fast auf der Hälfte der Strecke nach Guadalajara, das heißt ich werde Morgen über 100 Kilometer radeln. Die nächste Stadt liegt 60 Kilometer weiter und somit macht es keinen Sinn weiter zu fahren. Eine Stunde nach Tepic fuhr ich durch Zuckerrohrfelder, die noch nach traditioneller Art geerntet wurden. Das Feld wird angezündet und was übrig bleibt, wird mit der Machete abgeschnitten. Obwohl es ein paar Tage her ist, kann man überall dieses Feuer noch riechen.
    Nach 2 Stunden ging es die Berge hinauf. Kurz vor der letzten Steigung befand sich ein uriges Lokal. Für 2,50 € gab es 2 Getränke und ein Essen. Wenn man wollte, konnte man das Essen auch mitnehmen. Die heiße Suppe wurde in eine Plastiktüte gegossen und zu geknotet.
    Eine Stunde vor Ixtlán muss vor einiger Zeit ein Vulkan ausgebrochen sein. Ich bin heute durch dessen Magmafeld gefahren.
    Ergänzung : der Chapalagraben zieht sich quer durch Mexiko hindurch. Einige Vulkane sind auf dieser Linie zu finden, wie zum Beispiel der 1943 neu entstandene Vulkan Paricutin, der seine Umgebung nur um 423 m überragt und somit eine Höhe von 2800 m hat.
    Read more

  • Day49

    Tepic

    May 8 in Mexico ⋅ ☀️ 27 °C

    Mexiko kann auch ganz anders.
    Zum 1. Mal habe ich auf meiner Fahrt in den Süden einen größeren Fluss gesehen. Die ganze Zeit bin ich durch eine braun-graue-staubige Landschaft gefahren, und auf einmal wurde es grün. Inmitten dieses Grüns fließt ein breiter Fluss. Das hatte ich nicht erwartet, besonders, das Wasser schien sauber zu sein.
    Es ist einfach zu warm. Morgen muss ich mindestens eine Stunde früher losfahren, sonst schmelze ich in der Mittagssonne. Deshalb bin ich heute in Tepic auch erst nach 18.00 Uhr angekommen. Zu allem Überfluss ging es die letzten 20 Kilometer fast ausschließlich nur nach oben. Vor der letzten Steigung habe ich mir und meiner Batterie noch Energie zugeführt, ich Empanadas, die Batterie Strom, damit wir den Weg zum Hotel noch schaffen.
    Jetzt liege ich flach im Bett und freue mich auf meine morgige kürzere Strecke.
    Nebenbei ein kurzes Video, um die Behauptung zu untermauern, dass bayrische und mexikanische Musik Ähnlichkeiten aufweisen.
    Read more

Never miss updates of Henning Schaefer with our app:

FindPenguins for iOS FindPenguins for Android