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  • Day21

    Enttäuschung und Glück

    October 1, 2019 in Canada ⋅ ⛅ 2 °C

    Wir machten uns also auf den Weg zum Moraine Lake. Da der Lake Louise, der ebenfalls sehr schön sein sollte, quasi auf dem Weg lag, entschieden wir uns dazu, den auch gleich noch mitzunehmen. Wieso auch nicht? Um eventuell doch noch ein paar mehr wilde Tiere zu sehen, fuhren wir, statt auf dem großen Highway, auf einer deutlich weniger befahrenen Straße in Richtung Lake Louise. Leider hatten wir bezüglich des Wilds keinen Erfolg. Doch das war nichts gegen die Enttäuschung, die danach folgte. Vor der Route, die rauf zum Lake Louise führte, war ein Parkplatz, an den einige Geschäfte angrenzten und davor stand bereits ein Schild, das besagte, dass irgendein Parkplatz bereits voll wäre. Wir verstanden nicht ganz und fuhren einfach weiter. Wir kamen beim Lake Louise an, oder besser gesagt am Parkplatz und wurden auch reingewunken vom ersten „Platzanweiser“, die danach träumten allerdings ein bisschen, weswegen wir falsch durchgewunken wurden. Der letzte Mann in Warnweste winkte uns dann schließlich nett zu und zeigte Richtung Ausfahrt. Er dachte vermutlich, wir wollten wieder fahren und wir hatten auch nicht wirklich eine Möglichkeit zu wenden. Ich machte also nur eine fragende, verzweifelte Geste, aber wir hatten keine andere Wahl und mussten die Straße wieder zurückfahren. Naja, wenn schon nicht zum Lake Louise, dann doch bitte wenigstens zum Moraine Lake. Als wir allerdings an der Straße vorbeikamen, die dorthin führte, war diese gesperrt, weil der Parkplatz voll war. Na toll. Ich weiß wirklich nicht, welche magischen Worte die Leute im Auto vor uns gesagt hatten, aber wie durch ein Wunder wurden sie durchgelassen und durften passieren. Wir fragten ebenfalls nach, auch, ob wir vielleicht einfach warten konnten. Er meinte, das sei nicht möglich und wir sollten stattdessen ein Shuttle nehmen. Ziemlich angefressen fuhren wir weiter und machten bei den Geschäften unten eine Pause. Dort war auch eine Toursiten-Info, die wir wegen des Shuttles aufsuchten. Die Dame am Schalter gab uns die nötigen Infos. Für den Shuttle-Bus nach Lake Louise und Moraine Lake mussten wir insgesamt 10 $ bezahlen. Ich fand das frech. Nach einiger Zeit sah ich dann allerdings ein, dass die Leute ja auch nichts dafür konnten, wenn die Parkplätze voll waren. Also was soll’s?! Wir schauten uns noch die Souvenirshops an und holten uns einen Kaffee/Chai Tea Latte. Dann fuhren wir mit dem Auto ein kleines Stück den Highway zurück zur Shuttle-Station. Dort angekommen besserte sich unsere Laune zunehmend, denn die Shuttlebusse hatten wir bereits einen Tag vorher schon gesehen und nicht zuordnen können. Es waren alte amerikanische Schulbusse. Das war ja dann doch schon wieder ziemlich cool. Wir hatten in den Shops zuvor extra unser Bargeld gesichert, damit wir noch genug für den Shuttle haben würden. Nicht, dass es daran scheitert. Als wir die Tickets schließlich kaufen wollten, sahen wir, dass es genau andersherum war. Nur Kreditkartenzahlung. Ich erzählte den beiden Verkäufern, dass wir extra unser Bargeld gespart hatten und sie mussten lachen. Der Mann meinte „Yeah, we’re a little different in Canada.“😅 Wie recht er hat! Dann stiegen wir in den Bus zum Lake Louise. Eigentlich waren wir uns gleich einig, dass wir hinten sitzen wollten. Die coolen Kids sitzen ja immer hinten.😉 Als dann aber die anderen Fahrgäste alle weit vorne saßen, waren wir uns plötzlich nicht mehr ganz so sicher. Naja. Es rumpelte ganz schön, aber es war doch ziemlich cool, mal in so einem Bus mitzufahren. Bei den brutalen Huckeln waren wir wirklich froh, dass wir schon so viel von unseren Heißgetränken intus hatten, sonst wären sie ganz sicher auf unseren Hosen gelandet. Bis Lake Louise dauerte es nicht besonders lange. Wir stiegen aus, bedankten uns natürlich beim Busfahrer und machten uns auf den kurzen Weg zum See. Riesig und türkisblau lag der traumhafte Lake Louise schließlich vor uns – und strahlte mehr als alle anderen Seen, die wir bis hierher gesehen hatten. Das musste allerdings vor allem daran liegen, dass sich die Sonne an diesem Tag von ihrer schönsten Seite zeigte. Das Glitzern des Wassers verzauberte einen richtig. Ich bekam Lust, mit einem Kanu auf dem See umherzupaddeln, wie es einige andere taten. Allerdings war es auch schon vergleichsweise spät und im Endeffekt wäre es doch wieder nur zu teuer gewesen. Also gab ich mich mit dem Blick von der Seitenlinie zufrieden, über den man sich wirklich nicht beschweren konnte.Read more