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  • Fazit

    June 3 in Germany ⋅ ⛅ 22 °C

    Nun, wird schon wieder einige Tage zurück in Deutschland. Der Arbeitsalltag hat uns wieder und verlangt unsere Aufmerksamkeit. Dennoch wollen wir zu einem Fazit unserer Reise kommen und hoffen dadurch , dass es anderen Besuchern von Island leichter fällt sich vorzubereiten um genauso schöne Dinge zu erleben, wie wir sie erlebt haben. Kommen wir also zu einem Fazit unserer Reise.
    Definitiv ist Island eine Reise wert, das steht schon mal fest. Ein wenig kann man Island vielleicht mit Irland vergleichen, was das Wetter anbelangt. Es ist in Island doch recht wechselhaft. Daher sollte man sich gut einpacken. Genauso wie man Temperaturen im einstelligen Bereich haben kann, befindet man sich am nächsten Tag schon wieder in einem zweistelligen Bereich und fühlt sich wie an einem herrlichen Frühlingstag. Funktionskleidung sollte hier der beste Begleiter sein. Zumindest wir haben sehr gute Erfahrungen gemacht. Gute Funktionskleidung ist leicht zu tragen, ist robust und trocknet schnell ab. Jeans oder andere saugende Materialien empfehlen wir nicht in den Koffer zu packen. Dazu etwas Regenkleidung und Handschuhe sowie Mütze für die eventuellen kalten oder windigen Tage. Zumindest die Regenkleidung macht vor allem an den vielen Wasserfällen Sinn, da man hier doch schon etwas nass wird und in nassen und kalten Kleidern zu wandern, macht nun absolut keinen Spaß.

    Wer auf der Suche nach einem traditionellen Sommerurlaub ist, der ist sicherlich in Island falsch. Diejenigen unter euch, welche aber Natur und Tierwelt in seiner Unbeschwertheit erleben wollen, denen können wir Island nur empfehlen. Auch wenn es den Anschein haben möge, das Island nur aus Bergen, Lavafeldern und Wasserfällen besteht, ist es nicht so. Immer wieder kommt man, zwar nicht abrupt, sondern allmählich in neue Regionen. Manchmal fühlten wir uns in den Alpen, manchmal im hohen Norden und dann aber auch in einer eher gemäßigten Klimazone. Der Berge sind im Mai noch schneebedeckt, aber ohne das sie ein Mensch für sich vereinnahmt hat. Oftmals gibt es Gegenden in denen man die Ruhe genießen kann, ohne jedoch das man weit weg vom Schuss ist.
    Wir können allen nur eine Rundtour mit dem Auto empfehlen. Hier kommt man nicht nur an den einschlägigen Sehenswürdigkeiten vorbei, sondern man sieht auch viele versteckte Dinge. Ja der Jalandsfoss ist schon beeindruckt aber er ist unserer Meinung nicht der schönste. Der Gljufrabui daneben ist wesentlich schöner und das eigentliche Highlight. Der schönste war der Selvallafoss. Klein und versteckt, eigebettet in einer schönen Landschaft und vor allem scheinbar gemieden von den vielen Touristen. Gottafoss und Gullfoss sollte man gesehen haben und auch den Dettifoss. Wobei Letzterer schon eine kleine Wanderung in sich hat. Da fällt uns ein, festes Schuhwerk ist auf Island eine Part den man nicht vergessen sollte.
    Der Helgafell ist ebenfalls zu empfehlen. Der Aufstieg ist einfach und dauert nicht lang, aber das eigentlich interessanteste daran ist, nicht zu reden und sich nicht umzuschauen bis man den Gipfel erreicht hat. Irgendwie hat man das in unserer Gesellschaft verlernt, sich selbst mal wieder zu erden, in sich selbst zu hören. Ein ungewohntes aber schönes Gefühl.
    Bei den Hot Pots (Laug) könnte man sagen, hat man einen gesehen hat man alle gesehen. Vielleicht mag es auch so sein, meist ist aber die Umgebung in der sie liegen das interessante daran. Der Gudrunarslaug liegt weit weg von den grossen Strassen und man hat seine Ruhe und kann das warme Wasser genießen. Der Grettislaug dagegen ist unsererseits eher nicht zu empfehlen. Er liegt zwar auch weit weg von den großen Straßen, aber hier kostet es auch Geld in diesen Laug zu steigen. Die Umgebung ist auch nicht so schön.
    Vik, die kleine Stadt im Süden, sollte man nicht auslassen. Nicht wegen dem schwarzen Strand, ja er ist auch schön, eher aber wegen der Felsen und den darin brütenden Papageientauchern, kurz Puffins genannt. Nirgendwo anders sind wir diesen hübschen Wesen so nahe gekommen wie hier. Für Vogelliebhaber also ein Muss.
    In der Vorbereitung der Reise sollte man sich schon einige Dinge zusammenstellen, welche man an einem Tag bewältigen kann. Somit hat man für andere Gegenden dann ein paar Tage offen. Auf jeden Fall sollte man für die Westmännerinseln, den Myvatn See, die Halbinsel Snaefelsnes, dem Jökullsarlon und Diamond Beach und auch Reykjavik einen kompletten Tag ohne Autofahrt einplanen.
    Apropos Autofahren. Dies ist ein leichtes auf Island, da man sich nicht viel umstellen muss. In Reykjavik vielleicht ein wenig hektisch, aber draußen auf dem Land kann man in Ruhe cruisen und die Landschaft genießen. So freut man sich dann auch wieder auf ein wenig Zivilisation in der nächsten kleinen Stadt.

    Was kostet so ein Urlaub eigentlich und wie teuer ist es auf Island? Nun, es ist teuer um es kurz zu sagen.
    Die Spritkosten sind mit denen in Deutschland vergleichbar. Essen ist dafür dann schon ein wenig teurer. Abhilfe schaffen da die Discounter Netto, Bonus oder Konan. Hier ist es etwas günstiger und man kommt auch zu etwas Essen. Viele Restaurants bieten Burger, Pizza, Pasta oder Fisch an, das aber zu sehr guten Preisen. In einem wirklich guten Restaurant, in dem dann auch mal etwas anderes angeboten wird, ist man gut und gerne mit 50 bis 100 Euro pro Person dabei. Isländische Restaurants findet man dafür eher selten. Aber es gibt sie.
    Die Preise für die Unterkünfte verschlingen da schon einen Großteil der Urlaubskasse, oftmals sind die Preise für eine Nacht sogar unverschämt. Hier sollte man sich nicht an die gewohnten Leistungen in Deutschland orientieren, sondern schon ein Level höher schrauben. Klar hat das wiederum seinen Preis, aber die Enttäuschung bleibt dann weitestgehend aus. Vor allem sollte man bei der Buchung genau lesen.
    Möchte sich jemand Bekleidung auf Island kaufen, dann sollte er seine Urlaubskasse darauf vorher schon vorbereiten. Jacken bis 500 Euro (66° North) sind hier nicht das Problem. T-Shirts schlagen in der einfachsten Art mit 20 bis 30 Euro zu Buche. Also nicht billig aber dafür auch wahrscheinlich gute Markenkleidung. Billige Bekleidungsläden, bis auf Second Hand Läden für Markenkleidung, sucht man auf Island vergebens. Andenken an seinen Urlaub bekommt man auch außerhalb der größeren Städte und dann meist weit günstiger.

    Also wer einen Urlaub mit etwas Ruhe und zum genießen von Natur und Tierwelt haben möchte, der ist auf Island richtig. Wer Pfuhlschnepfen in ihrem Sturzflug erlebt, wird die kleinen Vögel lieben lernen.
    Erden und entschleunigen kann man auf Island richtig gut. Am besten dazu geeignet ist ein Besuch in der Sky Lagoon in Reykjavik. Es ist ein Erlebnis und eine Herausforderung für sich.

    Die beste Reisezeit ist sicherlich, die von Mitte/Ende Mai bis Ende/Anfang August/September. Eine Tour durch das Hochland in Richtung Landmannalaugar, wäre sicher reizvoll, wobei Sonne unsere Ausritte in die Offroadwelt mit TJ schon gereicht haben.

    Letztendlich können wir Island unter diesen Gesichtspunkten nur empfehlen.
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  • Day14

    14. Tag Unser letzter Tag

    May 24 in Iceland ⋅ 🌧 9 °C

    Natürlich beginnen wir unseren letzten Tag auf Island mit einem gemütlichen Frühstück. Heute soll es auch gemütlich und entspannt bleiben.
    Wir wollen in die Sky Lagoon in Reykjavik zum Entspannen und entschleunigen. Die Tickets dazu hatten wir schon in Deutschland über Get your Guide besorgt. Ob man es nun schon zu Hause macht oder erst vor Ort, ändert nichts am Preis. Nur so hat man zumindest die Sicherheit das man dies auch unternehmen kann. 12 Uhr macht die Lagune erst auf und somit haben wir noch etwas Zeit.
    Der Eingangsbereich ist sehr modern gestaltet und ein Cafe gibt es ebenfalls. Auch die Umkleideräume machen einen sehr modernen Eindruck und alles ist durchdacht. Wie üblich muss man vorher duschen bevor man den Pool betritt. Handtücher sind hier im Preis inbegriffen. Der Pool ist einer Lagune nachgestaltet, eingefasst in Lavagestein. Nach vielleicht zwei Biegungen in dem knapp 40 Grad warmen Wasser eröffnet sich der Pool und der Blick auf den Atlantik wird freigegeben. Fantastischer Anblick. Rechts einen Wasserfall, links die Poolbar und zwischendrin immer wieder Lavafelsen mit Sitzgelegenheiten. Das Wasser dampft und das es nun auch wieder regnet stört absolut nicht. Wir haben das Pure Pass Paket gebucht. Dieses beinhaltet noch ein isländisches 7 Schritte Ritual-Bad. Wir sind gespannt. Raus aus dem warmen Pool und rein in das Kältetauchbecken. Im Vorfeld hat es uns etwas abgeschreckt, aber wir sind beide in dem kalten Becken untergetaucht. Wow. Weiter geht es mit einem Saunagang. Das Panoramafenster passt super dazu, um hinaus auf den Atlantik zu schauen. Schritt 4 ist der Aufenthalt im kalten Nebel. Brrrr, ein wenig kalt ist es anfangs aber dann ist alles Bestens. Es folgt eine Salzeinreibung des gesamten Körpers. Wenn man mit seiner Partnerin oder Partner hier ist kann man sich gegenseitig einreiben, das hebt ein wenig die Romantik an. Schritt 6 ist dann ein Dampfbad mit dem Salz auf der Haut. Der letzte Schritt ist eine warme Dusche. Die Haut fühlt sich jetzt gerade samtweich und glatt an und das Gefühl bleibt auch noch eine ganze Weile. Dann ist man fertig und kann wieder in den warmen Pool. Also rein und an der Poolbar noch ein Getränk besorgt. Die Getränke sind genauso teuer wie in allen anderen Badelandschaften, zwischen 5 und 10 Euro umgerechnet. Wir genießen noch die Wärme und entschleunigen. 2 Stunden sind wir im Bad geblieben und wir sind down, hungrig und das was wichtig ist, absolut tiefenentspannt. Das 7 Schritte Ritual ist schon ein richtiges Highlight und wir sind froh das wir alle Schritte mit Bravour gemeistert haben.
    Wir sind in der Nähe der größten Shopping Mall von Island und wir haben viel Zeit und außerdem Hunger. Smaralind heißt sie. Sie erstreckt sich über zwei Etagen mit vielen Geschäften, einem grossen Fitness-Studio, einem Kino mit mehreren Sälen und allerhand anderen Vergnügungsmöglichkeiten. Wir suchen aber etwas zu essen und lassen uns bei TGI Fridays nieder. Gut gesättigt, das Essen war lecker, könnten wir jetzt schlafen. Aber wir schlendern noch durch die Mall. Sonne braucht noch etwas für ihr Verlangen. Zigaretten kaufen ist eine kleine Herausforderung in Island, denn man bekommt sie nicht einfach. Meist nur Restaurants oder Bars, Discounter eventuell oder Tankstellen verkaufen welche. Und wenn dann liegen die Zigaretten nicht einfach so rum sondern werden unter dem Ladentisch verkauft. Ein wenig kommen wir uns wie Junkies vor die einen Dealer suchen. Wir haben bei Haugkap den Zigarettendealer gefunden und erstehen eine Schachtel Winston für knapp 10 Euro. Also Raucher haben es auf Island schwer. Tipp: Nehmt euch genug, bis zu 200 dürft ihr einführen, mit.
    Noch einen Cappuccino für unterwegs und wir suchen den Ausgang. Äh, wo war der nochmal? Kein Mist, wir finden ihn nicht. Müssen wir hoch oder runter, nach links oder rechts? Wir entscheiden uns für einen Ausgang obwohl wir wissen, dass er falsch ist, aber erstmal raus. Kurz verschnaufen. Wir suchen einen Turm, den Nordturm und wir sehen einen Turm, ist bloß nicht der Nordturm und die Parkplatznummer liegt weit weg von unserer. Es geht nicht weiter auf dem Parkplatz, also wieder rein in die Mall. Der Cappuccino ist mittlerweile schon leergetrunken. Im Grunde genommen wissen wir wo wir hin müssen. Gut wir haben noch ein paar Stunden bis der Flieger abhebt. Jetzt aber , runter mit der Rolltreppe, geradeaus und wieder hoch mit der Rolltreppe, raus. Geschafft. Wir hatten schon gedacht die Mall hält uns gefangen.
    Wir sind zurück im 22 Hill Hotel und packen unsere Koffer. Wir müssen morgen früh raus und daher heute auch ein wenig früher ins Bett.
    Es regnet wieder fast den ganzen Tag aber heute hat es uns absolut nicht gestört.
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    Aviya Davidov

    wow! beautiful!

    5/26/22Reply
     
  • Day13

    13. Tag Back to the Beginning

    May 23 in Iceland ⋅ ⛅ 10 °C

    Unser vorletzter Tag bricht an. Und wieder scheint die Sonne. Wenn man bedenkt wie die Durchschnittstemperaturen auf Island im Mai sind, können wir nur sagen, wir haben eine super Zeit abgepasst. Am Morgen sind die Temperaturen schon angenehm und auch abends kann man hin und wieder nur mit T-Shirt draussen sitzen.
    Ein letztes mal genießen wir das Frühstück im Blue Hotel und dann packen wir unsere Sachen. Der Weg bis Reykjavik ist nicht weit, ca. 90 Kilometer. Kurz vor der Hauptstadt scheint uns das Land verabschieden zu wollen. Etwa 35 bis 40 Kilometer vor Reykjavik, von Sellfoss kommend, raucht es aus den Berge links und rechts neben uns. Nur einige kleine davon sind kommerziell, der Rest kommt einfach so aus dem Berg. Es ist schon ein furchteinflössender Anblick, wenn man bedenkt warum es dort raucht.
    Als wir in den Großraum Reykjavik einfahren zieht ein Singschwanpärchen über uns hinweg. Und Singschwäne haben wir jede Menge hier gesehen. Wir bilden uns ein, das sie uns stellvertretend, verabschieden wollen.
    Wir sind sehr früh und stellen daher das Auto am Hotel ab, weiter geht es zur Hallkrimskirkja, mit Rollern von Hopp. Nur ein wenig durch die Stadt cruisen. Sonne schlägt sich wacker.
    Die Hallkrimskirkja ist schon beeindruckend. Die Orgel hat 5275 Pfeifen, unglaublich. Ansonsten ist die Kirche recht schlicht gehalten. Sonne will noch auf den Glockenturm. 1200 ISK müssen wir jeder berappen. Dafür hat man von oben einen schönen Ausblick über die gesamte Stadt. Vom Fahrstuhl noch einige Stufen höher und wir stehen direkt unter den Glocken und das auch noch kurz vor 12 Uhr. Aller 15 Minuten spielt der Glockenturm sein kleines Lied und zu jeder Stunde schaltet sich die grosse Glocke mit der Stundenanzahl ein. Bei uns also 12 Glockenschläge der großen Glocke. Es ist laut aber man muss sich nicht die Ohren zu halten.
    Unsere Roller sind weg und andere sind gerade nicht verfügbar. Also geht es zu Fuss weiter zum Bæjarins Beztu Pylsur, dem besten Hot Dog Islands. Die Schlange ist lang aber davon sollte sich keiner abhalten lassen. Es geht schnell. Wenn man dran ist kann man einfach sagen "ena med öllu" und man bekommt dann auch einen mit allem. Und alles sollte schon dabei sein. Ja er schmeckt lecker, eigentlich eher normal. Wir haben schon andere Hot Dogs gegessen, welche wesentlich schlechter waren und wofür wir mehr bezahlen mussten. Nun ja, wir waren eben hier.
    Wir schlendern noch etwas durch das Zentrum, vorbei am Punk Museum unter der Erde und vorbei an all den Cafés und Souvenirläden. Und von beidem gibt es eigentlich an jeder Ecke einen. Kleiner Tipp: Haltet euch zurück mit dem Kaufen von Souveniren. Sofern ihr durch das Land fahrt kommt ihr immer wieder an den Gift Shops vorbei und auf dem Land ist es etwas günstiger. Aber in den einzigste Christmas Shop, immerhin sind es nur noch 216 Tage bis Weihnachten, müssen wir nochmal damit an unserem nächsten Weihnachtsbaum auch etwas vom Polarkreis hängt.
    Nachdem wir im Hotel eingecheckt haben entschließen wir uns doch nochmal das Kivka Fußbad auf zu suchen. Es befindet sich rechter Hand kurz bevor es zum Grotta Leuchtturm geht. Zum Leuchtturm kommen wir nicht, da dieses Gebiet vom 1.05. bis zum 31.07. gesperrt ist damit die Vögel in Ruhe brüten und ihre Kücken aufziehen können. Man muss etwas suchen, aber es ist nicht zu übersehen. Das Wasser ist doch sehr warm und doch ist es sehr angenehm. So sitzen wir hier, mit den Füßen im warmen Wasser, der Wind weht durch unsere mehr oder wenigen Haare und wir genießen einen Augenblick auf die weit entfernten Berge. Kurz kommen Erinnerungen an die letzten 13 Tage in uns auf.
    Der Rückweg zum Hotel dauert etwas, da wir jetzt gerade in der Rush Hour sind. Wer meint das man auf Island nicht in einen Stau kommt hat sich geirrt. Reykjavik ist da nicht anders wie jede andere Großstadt.
    Wir beschließen uns etwas zum Abendbrot zu holen und schauen im Bonus Supermarket vorbei. Glückseelig schlendern wir zum Hotel zurück und machen jetzt einfach mal gar nix mehr.
    Morgen erwartet uns noch ein 7 Stufen Ritualbad in der Sky Lagoon. Na, wir sind ja mal gespannt.
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  • Day12

    12. Tag Golden Circle + Heiratsantrag

    May 22 in Iceland ⋅ ☀️ 12 °C

    Wir haben bestens im Blue Hotel geschlafen und vor allem, im Vergleich zu den anderen Tagen, lange.
    Heute steht nicht sehr viel auf dem Programm. Geysir, Gullfoss und auf jeden Fall ein Besuch auf einem Reiterhof.
    Zuerst aber frühstücken. Im Blue Hotel gibt es nichts besonderes aber dennoch abwechslungsreich und ausreichend. Da uns heute nichts hetzt, nehmen wir uns auch die Zeit in aller Ruhe zu sitzen.
    Dann aber doch los. Die Sonne scheint und es geht ein wenig Wind an dem heutigen Maitag. Die dicken Unterziehsachen können wir wieder verstauen.
    Bis zum Geysir sind es von hier nur 13 Kilometer und die haben wir schnell geschafft. Rechter Hand hat man den Parkplatz am Geysir Center und zu der Linken raucht und qualmt es auch schon. Kamera ist bereit und wir betreten das brodelnde Feld. Kleine warme Flüsschen kommen uns entgegen und hin und wieder der bekannte Schwefelgeruch. Diesmal aber nicht so heftig wie in Egilsstadir. Blubbernde Mud Tops sucht man hier vergebens. Einige Fumarolen sieht man bevor der Strokkur vor uns erscheint. Von weitem haben wir immer mal grössere Dampfwolken gesehen und jetzt stehen wir davor. Der Strokkur eruptiert aller 5 bis 10 min. Genau kann man dies nicht sagen, da es immer wieder länger oder etwas kürzer dauert. Heute war er anscheinend gut drauf, denn knapp aller 6 min spie er sein kochendes Wasser aus dem Inneren der Erde. Viele Menschen stehen um ihn und warten auf den nächsten Ausbruch. Auch wir. Es ist interessant ihn zu beobachten wie er immer wieder Wasser in seinen Schlund aufsaugt, bis er dann das ganze Wasser nicht mehr halten kann. 5.31 min dauert es, dann schiesst er in die Höhe und schleudert eine Dampfwolke hinterher. Just in diesem Moment drehte der Wind in unsere Richtung und die abermillionen Wassertropfen vom Strokkur trafen unsere Gesichter. Bis sie uns getroffen hatten waren sie schon merklich heruntergekühlt. Kurzzeitig waren wir in den Qualm gehüllt. Ein schönes Naturschauspiel. Wir gehen weiter zum Geysir, welcher nur sehr selten eruptiert. Bei uns diesmal nicht, aber er würde auch nicht so imposant in die Höhe schiessen wie der Strokkur. Dennoch ist er ein ahnsehnliches Gebilde. Ja und viel mehr gibt es dann auch nicht hier auf diesem Thermalfeld. Man kann noch ein wenig wandern und sich das Feld von oben anschauen, aber dies ist bei Weitem nicht so interessant.
    Da der Wind die milden Temperaturen doch etwas kühler werden lässt, besuchen wir das Geysir Center. Man muss schon sagen, nicht nur Essen ist hier teuer sondern auch Kleidung, wenn es den Markenkleidung ist. Eine leichte Sportjacke von 66° North zum Beispiel trug auf dem Preisschild die Zahl 72.000. Zur Erinnerung, 150 ISK sind knapp ein Euro. Na nun rechnet mal.
    Die handgemachten lokalen Dinge sind da eher schon erschwinglich. So hat eine Thorstatue jetzt ein neues zuhause bei uns.
    Wir fahren nach einem Cappucino weiter zum Gullfoss. Eine weitere Sehenswürdigkeit im Golden Circle. Okay, wir haben schon so manchen Wasserfall gesehen und vor allem gestern haben uns die angepriesenen etwas enttäuscht. Wird das beim Gullfoss ebenso sein? Es sind nur knapp 9 Kilometer. Am Gullfoss gibt es zwei Parplätze rechter Hand. Der erste geht eine Etage tiefer und man spart sich dadurch etwas an Weg, der zweite hat dann aber auch ein Restaurant und ein WC. Das was wir zuerst bemerken, Rollstuhlfahrer sind hier willkommen und können bis zum zweiten unteren Parkplatz vordringen. Von hier aus sehen wir die erste Stufe des Wasserfalls. Die 11 Meter sind jetzt nicht berauschend aber es wird laut und beeindruckend in seiner Breite ist er schon. Vom unteren Parkplatz kann man dann, wieder über Stock und Stein bis zum Gullfoss heranlaufen. Achtung es wird wieder nass. Wir sind darauf vorbereitet.
    In seiner zweiten Stufe stürzt das Wasser 21 Meter tief mit einer Urgewalt, wie bei keinem anderen von uns gesehenen auf Island hinunter und dort gegen die Felswand bevor es sich dann seinen weiteren Weg im Flussbett sucht. Dadurch wird jede Menge Wasser in vielen kleinen Wassertropfen nach oben geschleudert. Hier am Gullfoss ist es recht windig und dadurch wird die Gischt auf den Weg herüber gedrückt. Man wird also unweigerlich nass. Vor allem die zweite Stufe ist den Ausflug dorthin wert und der Gullfoss hat seine Erwartungen für uns erfüllt.

    Sonne hatte gestern den Entschluss gefasst, einmal mit einem isländischen Pferd auszureiten. Nups Hestar heißt der Reiterhof welcher sich in Sellfoss befindet. Bis dorthin sind es 34 Kilometer und die fahren wir durchs Hinterland Islands. Wie so oft sind wir hier wieder fast ganz alleine auf der Strasse. Etwas versteckt aber gut ausgeschildert liegt der Reiterhof und wir finden ihn sofort. Nach einem kurzen Gespräch haben wir die Möglichkeit zusammen mit einem weiteren Pärchen einen 2 Stunden Ausritt zu unternehmen. Okay, das machen wir. Bis die anderen da sind und die Pferde fertig, spielen wir mit den beiden Border Collies des Hofes. Hekla und ihre Mutter hatten uns schon freudig bei unserer Ankunft begrüßt. Es sind zwei sehr liebe Hunde und es macht Spaß mit ihnen zu toben. Unsere Mitreiter, ein Pärchen aus Kanada und die Pferde sind fertig. Sonne muss mit Brushi klarkommen und Steffen freundet sich mit Stormir an. Eine kurze Einweisung und wir reiten los. Ganz langsam zu Beginn und wir unterhalten uns ein wenig. Wir reiten über Vulkanasche, durch morastige Wiesen und durch Schmelzflüsse der Berge. Unsere Pferde wissen wo sie lang müssen, lassen sich aber auch immer wieder auf andere Wege leiten. Zwischendurch wird es im Told etwas schneller und es macht Spass. Brushi und Stormir müssen immer wieder etwas eingebremst werden. Die zwei Stunden vergehen und wir sind auf dem Reiterhof zurück. Für Sonne reicht es auch, dennoch ist sie überglücklich.
    Danach geschieht noch etwas völlig Unerwartetes. Unser kanadischer Mitreiter holt einen dicken Strauß roter Rosen aus dem Auto, kommt zurück zu den Pferde und hält bei seiner Freundin um deren Hand an. Ach, ist das romantisch. Nach dem Marry me folgte ein of course. Die Sache war besiegelt, der Ring angesteckt und wir alle freuten uns mit den Beiden. Er hatte wirklich an alles gedacht und so stand dann auch eine Flasche Moet bereit. Etwas besseres als Plastikbecher hatten wir nicht, aber das war egal. Ein Mädel vom Reiterhof hatte heute auch noch Geburtstag. Und unser Kanadier ist sogar auf dem Hochzeitspferd des Hofes geritten. Es wusste wirklich keiner vom Reiterhof Bescheid und wir waren ja auch nur zufällig da.
    Die Rosen wurden aus Ecuador über Amerika nach Kanada geliefert und dann noch nach Island geflogen, damit sie dann auf einem Reiterhof im Hinterland Islands ihrer Bestimmung übergeben werden sollten. Welch Aufwand. Aber was tut man nicht Alles für die Liebe seines Lebens. Steffen hat dafür den Vesuv bestiegen.
    Für uns war das dann das Highlight des Tages. Wir verabschiedeten uns und kehrten ins Hotel zurück. Vorher noch etwas im Supermarkt um Abend geholt.
    Den Tag ließen wir im Hot Tube ausklingen und beendeten diesen noch mit einem Kaffee auf der Terrasse des Hotels. Im T-Shirt bei knapp 13 Grad im Mai und die Sonne steht noch weit über dem Horizont. Urlaub wie man ihn sich wünscht.
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  • Day11

    11. Tag Vestmannaeyjar und Elephant Rock

    May 21 in Iceland ⋅ ☀️ 15 °C

    Das wir von einem Hahn geweckt werden okay, aber gleich von Vieren. Nun ja wir sind hier eben auf dem Land. Kaffee und eine Zigarette und dazu ........ na.........Sonnenschein. Man soll es nicht glauben. Danke Odin, das du uns heute Sonnenschein schickst und wir verraten schon so viel, es bleibt so schön bis wir wieder auf Island sind.
    Das Frühstück im Hostel ist wie erwartet. Unsere Gastgeberin, wir sehen sie zum ersten Mal, gibt sich Mühe. Aber was soll ein Toaster gegen ca 13 Leute ausrichten, welche alle zur selben Zeit frühstücken wollen? Wir werden satt, das ja. Aber irgendwie das drumherum passt nicht. Sorry, nein danke.
    Wir wollen heute noch nach Reykholt. Aber zuerst geht es nach Landeyjahöfn zum Hafen. Wir wollen übersetzen nach Hemaey, die Hauptinsel der Westmännerinseln (Vestmannaeyjar). Die Tickets hatten wir schon vorher besorgt. Das geht online über den Betreiber Herolfur oder über Valitor. Wir hatten über letzteren unsere Tickets erstanden. Das Auto haben wir am Hafen stehen gelassen. Die Überfahrt kostet pro Person 2000 ISK und das Auto würde 3000 ISK kosten. Die Überfahrt dauert knapp 40 Minuten. In Heimaey haben wir eine RibSafari gebucht und die können wir jedem nur empfehlen. Und wenn dann nehmt die 2 Stunden Tour. Es wird sich lohnen, versprochen. Wir hatten die 1 Stunden Tour, da Sonne doch ein wenig Bammel vorher hatte. Vorher geht es in den Wärmeanzug und in die Schwimmweste. Puh, in den Anzügen ist es warm und man kommt sich wie ein Astronaut vor. Die Safety Rules folgen und schon sitzen wir wie in einer Achterbahn im Speed-Schlauchboot. Helge heißt unser Guide und er, sowie alle anderen von RibSafari, sind super freundlich. Es geht raus aus dem Hafen und dann dreht unser Steuermann auf. Rasant geht es über die Wellen und damit sich jeder gleich dran gewöhnt, werden scharfe Kurven gezogen. Links, rechts, links und die meisten Gäste schreien wie in der Achterbahn, da sich das Boot doch sehr stark in den Kurven zur Seite neigt. Nach drei Kurven in voller Fahrt haben sich alle daran gewöhnt und finden es jetzt nur noch toll. Auch Sonne. Es werden unterschiedliche Stopps gemacht, bei denen Helge immer etwas zu berichten hat. Ob es die Kanonenkugel der Türken ist, welche immer noch im Felsen steckt, oder die Höhle in der sich ein Orka immer wieder zurückgezogen hat und dort seine letzten Jahre bis zum Tod verbracht hat, oder auch das an manchen Felsen jeder was anderes sieht, wie zum Beispiel die Busen von Dolly Parton. Es macht Spaß Helge zuzuhören auch wenn wir nicht immer alles verstehen oder falsch verstehen. Auf den Speedetappen dröhnt unaufdringlich immer laute Musik und zu jedem Stopp ist sie immer passend. Saubere Leistung und Punktlandung. Unser Highlight war der Elephant Rock, denn deswegen sind wir erst auf die Idee gekommen. Es sieht einfach fantastisch aus und man sieht ihn auch nur vom Boot aus. Die eine Stunde vergeht viel zu schnell und wenn man Sonne fragen würde, hätte sie sicher gern die 2 Stunden Tour gemacht.
    Wir haben noch ein wenig Zeit bis unsere Fähre zurück geht und schlendern ein wenig mit einem dicken Eis durch Heimaey. Die Stadt hat nicht wirklich viel zu bieten, was sie auch nicht muss, denn die meisten die nach Hemaey kommen, wollen wandern und Vögel beobachten. Hier gibt es einen Puffinfelsen, also ein Felsen in dem jedes Jahr viele Papageientaucherpaare ihre Jungen gross ziehen. Leider haben wir keinen Stopp mit dem Boot dort gemacht und zum wandern reichte die Zeit nicht mehr. Wer also Hemaey und die Puffins besuchen will der sollte sich wirklich einen ganzen Tag nehmen und dann gleich mit der ersten Fähre hin und der letzten wieder zurück.
    Wir verabschieden uns von Hemaey.
    Wieder auf der großen Insel, wollen wir noch am grossen Seljalandsfoss vorbei. Nach einer kurzen Fahrt sind wir da. Menschen über Menschen und es bewahrheitet sich wieder mal. Die bekannten Sehenswürdigkeiten sollte man entweder früh oder abends besuchen. Das Auto kann man oder anders gesagt muss man auf dem Parkplatz abstellen und dann ist man sofort 700 ISK los. Den Wasserfall sieht man schon von der Straße aus. Alle Besucher drängen sich davor, wollen Bilder machen und auch um den Wasserfall laufen und dort wieder Fotos machen. Manchmal schon etwas nervig. Man ist schnell um den Wasserfall gelaufen und ganz ehrlich, er ist schon imposant aber nicht spektakulär oder gewaltig, da haben wir hier auf Island schon bessere gesehen, unserer Meinung nach. Uns hätte es gereicht ihn auch von der Strasse zu sehen. Der Skagafoss rechts daneben sieht schon etwas besser aus. Links neben dem Seljalandsfoss kommt der Gljufrabui. Und diesen sollte man auf keinem Fall verpassen. Lang schon kein Geheimtipp mehr, aber er ist es mehr wert als seine beiden Nachbarn. Von weitem sieht man ein klein wenig aber das volle Ausmaß sieht man erst wenn man durch den schluchtartigen Zugang auf Steinen durch das Wasser balanciert. Aber dann steht man mitten in der Höhle mit einer Öffnung in der Decke durch welche der Gljufrabui hinabstürzt. Die Wände sind mit Moos bedeckt und die Luft ist mit der Gischt des Wasserfalls geschwängert. Ja man wird bei diesen Wasserfällen nass. Also festes Schuhwerk, es geht über Stock und Stein und Regenkleidung dazu. Alternativ dazu macht es auch wasserabweisende Funktionskleidung. Auf diese schwören wir seit unserem Irlandtrip.
    Beseelt vom Gljufrabui treten wir unseren Rückweg an.
    Die angeschwemmten Touris aus ihrem Tagestouribussen, rennen dich fast über den Haufen, da sie ja nur wenig Zeit haben bis der Bus wieder Abfahrt. Mit oder ohne sie, einfach fürchterlich.
    Wir haben heute alle unsere Haken machen können außer den unseres Zielortes nicht, das Blue Hotel Fagrilundur in Reykholt.
    Ein wirklich Klasse Hotel, welches aber auch seinen Preis hat. Nach dem Hostel zuletzt eine echte Wohltat und im Vergleich zu anderen hochpreisigen Unterkünfte um Längen besser. Sei es daß es hier Klobürsten gibt oder die Hot Tubes zur freien Benutzung bereitstehen und das den ganzen Tag bis 21.30 Uhr. Die Zimmer sind modern und geräumig und Kaffe gibt es für Umme bis 22.00 Uhr. Alles bestens. Nebenan liegt das Restaurant Mika, es sieht sehr ansprechend aus und das ist es auch. Die Pizza ist sehr lecker und die haben wir uns auch verdient. Im Hotel noch einen Kaffee und die berühmte Zigarette danach, also nach dem Essen. Steffen nutzte dann einen der Hot Tubes. Einfach herrlich. Den hauseigenen Bademantel übergeworfen und dann rein ins 38 bis 40 Grad warme Wasser. Das sollte zur Pflichtausstattung eines jeden Hotels gehören. Man kann sich ausruhen vom Tag und kurz die Seele baumeln lassen. So ist man schon auf dem bestem Weg für den nächsten Tag.
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  • Day10

    10. Tag Schwarze Strände und Puffins

    May 20 in Iceland ⋅ 🌧 9 °C

    Die Schnepfen sitzen auf dem Dach und schnattern laut wie alte Waschweiber. So beginnt unser 10. Tag auf Island.
    Wir finden die Schnepfen, meist Uferschnepfen, lustig. Erstens sehen sie niedlich aus und zweitens machen sie richtig coole Geräusche wenn sie in den Sturzflug gehen.
    Es regnet immer noch auch wenn nicht mehr so stark.
    Beim Frühstück lassen wir uns Zeit. Der Weg bis Vik ist nicht lang. Dennoch wollen wir uns einige Sachen anschauen auf dem Weg dorthin.
    Wir fahren auf der Ringstraße 1, manche nennen es Autobahn, von Hali Richtung Vik. Zuerst kommt wieder Gletscher. Noch ein letzter Blick auf den Diamond Beach. Hinter den drei großen Parkplätzen kommen auf der rechten Seite weitere kleinere. Diese sind nur wenig besucht. Geht man von dort aus über die Hügel kommt man wieder zur Lagune und zu weiteren Eisbergen, welche man von vorne nicht sieht. Wir finden hier sieht man noch viel besser die Lagune ein. Obwohl wir schon Eisbergbilder haben müssen noch welche her. Heute haben wir etwas bessere Sicht und können den Gletscher sehen. Sein Ausmaß allein kann man nicht erahnen.
    Unsere Fahrt führt uns wieder weiter an unzähligen Wasserfällen mit und ohne Namen vorbei. Bei Nupsstapi halten wir nur kurz, da die mit Gras bewachsenen kleinen Häuser niedlich aussehen. Wir verlassen die Region Austurland und kommen nach Kirkjumbaestarklaustur. Hier machen wir auch gleich einen Halt am Fjadargljufur. Eine Schlucht, vor dem Mossy Lava Field, welche sich rund einen Kilometer in das Landesinnere zieht. Die Felsen sind moosbewachsen und die grüne Farbe taucht die Szenerie in etwas Mystisches. Der Weg entlang der Schlucht ist anfangs etwas steil, wird dann aber flacher. Zwischendurch gibt es immer wieder Aussichtsplattformen, welche einem fantastische Motive vor die Kameralinse zaubern. Am Ende angekommen, soll jeder auch belohnt werden mit einem Wasserfall der sich aus dem Felsen quält. Übrigens kann man am Beginn der Schlucht auch übernachten und zwar im Hunkubakkar gistiheimili. Keine Ahnung, wie es da ist, aber wir fanden den Namen einfach witzig.
    Auf unserem Rückweg beginnt es wieder zu regnen. Aber der Weg dauert vielleicht 20 Minuten, wenn man normal läuft und wir sitzen schnell wieder im Auto.
    Hin und wieder sehen wir immer nochmal die fingerartigen Ausläufer des Gletschers. Manche sind wirklich fantastisch und überwältigend anzusehen.
    Mittlerweile haben die Berge zauberhafte Formen angenommen und manchmal könnte man denken, man erkenne Gesichter oder Figuren in oder an ihnen.
    Kurz vor Vik geht es links auf eine holprige Schotterstraße. Diese muss man weit hinein fahren. Auch wenn man glaubt es kommt nichts mehr, einfach weiter fahren, denn dann wird man mit dem Gigjagja belohnt. Eine riesige Felsformation in die sich eine Höhle gefressen hat. Man muss es einfach gesehen haben.

    Wir haben Vik erreicht und wollen noch nicht zu dem Hostel für unsere Übernachtung. Somit statten wir der Stadt und dem ansässigen Kr Supermarket einen Besuch ab. Dann aber zum Hostel. Was sollen wir sagen? Gut wir sind nur eine Nacht hier, aber wir wissen, dass wir für diese Art Unterbringung einfach nicht geschaffen sind. Das Zimmer klein mit einem Doppelbett, einer Lampe, einem kleinen Hocker, kleiner Stuhl und einem kleinen Mülleimer. Mehr nicht. Kein Kleiderhaken oder sonst etwas in diesem Zimmer. Doch ein Fenster, hu welch Luxus. Sonne hat dann erstmal unsere Betten bezogen, denn das muss man hier genauso selbst machen, wie das Abziehen wenn man die Unterkunft wieder verlässt. Auf unserer Etage haben 13 Leute ein Nachtlager aber alle nur eine Toilette. Schullandheim 2.0. Es geht also immer noch um eine Schippe "besser". Und jetzt der Hammer. Wir können froh sein das wir frühzeitig gebucht hatten zu einem, wie wir jetzt wissen, Specialpreis von 128 Euro für zwei Personen und eine Nacht. Hätten wir heute gebucht, wären wir mit knapp 200 Euro am Start. Da haben wir aber nochmal Glück gehabt. In der Unterkunft sehen wir aber das sich die Besitzer um etwas mehr Komfort bemühen. Wir werden es nicht überprüfen.
    Vor dem Abendbrot gehen wir noch zum Black Sand Beach. Wie der Name es schon vermuten lässt ist der Strand tiefschwarz und die Wellen schlagen mit voller Kraft ans Ufer.
    Es beginnt wieder zu winden und zu regnen. Von weitem sehen wir Möwen in der Felswand brüten und plötzlich sind auch sie da. Wir haben echt gehofft, dass wir sie sehen. Aber hier haben wir gar nicht mit ihnen gerechnet. Puffins, oder Papageientaucher. Ach nein, sind die Dinger süß. Wir hoffen natürlich dennoch das wir sie morgen auf Hemaey noch besser sehen werden. Aber nun haben wir sie schon mal gesehen. Wir sind begeistert.
    Mit diesem Gefühl lässt es sich jetzt auch im Hostel eine Nacht aushalten, eng zusammengekuschelt.
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  • Day9

    9. Tag Eis und Robben

    May 19 in Iceland ⋅ 🌧 7 °C

    Der neue Tag beginnt fast wie der alte aufgehört hat. Der Regen hatte nicht nachgelassen und jetzt ist noch Wind mit 19 bis 24 m/s dazu gekommen. Als wir auf die Insel kamen war es windig und recht frisch. Odin hat sicherlich noch andere Dinge zu tun, aber dann schickte er uns wundervolle Tage. Sein Auge scheint sich jetzt aber von uns abgewendet zu haben.
    Frühstück muss aber sein und den Weg bis dorthin schaffen wir auch so. Das Frühstück im Hali Country Hotel ist ausreichend und reichhaltig. Somit konnten wir dahinter einen Haken machen.
    Nun ja einen Reiseplan haben wir und auf dem stand für den ganzen Tag der Jökullsarlon also die Gletscherlagune und vielleicht auch der Gletscher. Aufgrund des Wetters mussten wir uns jetzt einen neuen Plan aushecken. Nach genauen Recherchen der Wetterlage, und wir sind keine Experten darin, sollte es eventuell ein Zeitfenster von knapp drei Stunden (zwischen 12 und 15 Uhr) geben in dem der Regen verschwindet. Wir mussten jetzt eh unsere Taschen neu packen. Badesachen raus und Regenbekleidung rein. Vor dem Zeitfenster nochmal schnell bei der Tankstelle vorbeigeschaut, was sind schon 40 Kilometer? Jetzt waren wir bereit und husch hatten wir die 30 Kilometer bis zum Jökullsarlon hinter uns gebracht. Kurz vor der Tankstelle wurde der Regen weniger und war plötzlich ganz und gar verschwunden. Doch in 40 Kilometer kann es ja immer noch regnen und winden. Jeden Kilometer den wir schafften und es kein Regentropfen auf unsere Windschutzscheibe schaffte, wurde gefeiert. Und was sollen wir sagen, Odin schien aufgewacht zu sein. Kein Regen und nur mässiger Wind an der Gletscherlagune. Dennoch Regensachen an und das geht schnell, denn so haben wir uns darauf vorbereitet. Sonne mit ihren Ostfriesennerz und Steffen mit seinem Ponchotarp.
    Der Diamond Beach ist einfach der Hammer. Grosse und kleine Eisbrocken liegen im schwarzen Sand und viele davon sehen wirklich wie kleine Diamanten aus, einfach zauberhaft. In vielen verschiedenen Farben glitzern sie und sicher sieht dies alles noch viel schöner bei Sonnenschein aus. Aber wir danken Odin für diesen Moment.
    Dann hinüber zur Lagune. Vor der Lagunenenge stauen sich die Eisberge, welche vor geraumer Zeit vom Gletscher gebrochen sind. Und sie schimmern in noch schöneren Farben. Es mag auch daran gelegen haben das die Sonne jetzt den Kampf gegen die Wolken aufgenommen hat. Doch gewinnen konnte sie den Kampf von vorn herein nicht. Die Sicht bessert sich aber ein wenig und sicherlich kann man bei guter Sicht bis zum Gletscher schauen. Vom Parkplatz kann man entlang der Lagune wandern und ist so doch mal ein wenig ungestörter von den anderen Touristen. Eigentlich wollten wir vor Ort schauen, das wir vielleicht eine Bootstour zum Gletscher machen können und ja die Boote sind gefahren. Wir haben sie ein wenig beobachtet und alles was die Bootstour zu bieten hatte, war die Fahrt durch die Lagune vorbei an den Eisbergen und zurück. Bis zum Gletscher sind die Boote nicht gefahren. Vielleicht mag es auch am Wetter gelegen haben das sie nur so durch die Lagune geschippert sind oder es ist generell so. Auf jeden Fall war uns das Geld dann doch zu schade dafür. Immerhin bezahlt man für eine Tour von einer Stunde im günstigsten Fall 50 Euro pro Person. Dafür wollen wir dann aber auch den Gletscher sehen. Zumindest haben wir entfernt die Ausläufer dessen gesehen. das Treiben der Robben zu beobachten machte irgendwie viel mehr Spass. Bei unserer Robbenbeobachtung brach ein grosser Eisberg plötzlich auseinander und mit grossem Getose in die Lagune. Sicherlich im Gegensatz zum Gletscher eher im kleineren Ausmass aber dennoch faszinierend anzusehen, wie sich danach der Eisberg aufschaukelt und um 90 Grad dreht. Kajak kann man auch durch die Lagune fahren, aber auch hier müssen wir sagen, das solch kleine Runde uns das Geld nicht wert ist. Es sei denn neben einem stürzt der Eisberg ein und Robben tummeln sich um die Kajaks. Aber das ist dann doch eher schon der Zufall. Aber egal, man kann also einiges hier am Gletscher unternehmen und so auch den ganzen Tag verbringen. Oder einfach nur da sitzen, Regenkleidung hielt ja was sie versprochen hatte, und dem Treiben in der Lagune zu zuschauen. Wir hatten unsere kleine Wanderung beendet und hatten uns entschlossen das Abendessen vor zu ziehen mit einer Runde Fish&Chips, traditionell wie es sein muss am Meer. Gesagt getan und scheinbar hatte Odin bemerkt das wir fertig waren. Denn just in diesem Moment frischte der Wind auf und es begann wieder an zu regnen, genau mit dem Ende unseres berechneten Zeitfensters. Boah, das ist so ein mieses Wetter und wir haben echt das Glück genau diesen Moment ohne Regen und Wind ab zu passen. Jetzt müssen wir uns aber wirklich bei Thors Vater bedanken.

    Fazit des Tages: Man sollte auf Island immer gut vorbereitet sein, was Wetter und Strassenverhältnisse anbelangt. Zu empfehlen ist für das Wetter die Seite www.vedur.is und für die Strasseninformationen www.safetravel.is.
    Ausserdem sollte man immer eine Regenüberziehhose dabei haben sowie eine wasserfeste Jacke zum schnell drüber ziehen. Beides bekommt für nicht viel Geld bei Decathlon. Und man sollte immer zum Reiseplan einen Plan B haben, wir glauben dann kann einem nichts mehr passieren.
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  • Day8

    8. Tag Wildes Island

    May 18 in Iceland ⋅ 🌧 8 °C

    Unser heutiges Ziel ist Hali, nahe dem größten Gletscher Europas. Zuerst musste aber das Frühstück im Lake Hotel Egilsstadir einiges rausreißen und das hat es auch. Ein warm/kaltes Buffet erwartete uns. Das hat alles ein wenig entschädigt, dennoch finden wir den Preis für die Übernachtung etwas zu überzogen.
    Draußen regnet es und es sieht auch nicht danach aus das es sobald aufhören würde.
    Wir spielen noch eine Runde mit dem ansässigen Hofhund und dann geht es Richtung Hali.
    Unser Navi will uns wieder eine Strecke geben, welche bei weitem länger ist als der eigentliche Weg. Wir ignorieren das ewige "biegen sie ab" und "wenden sie" und wir ignorieren auch einfach die ansteigenden Kilometer. Irgendwann geht es links weg laut Wegweiser und dem folgen wir auch und die Frau im Navi hatte sicher die Schnauze voll immer wieder dasselbe zu sagen. Sie schloss sich unserem 100 Kilometer kürzeren Vorschlag an. Der Regen wurde stärker und die Wolken waren nun schon zum greifen nah. Ach was, wir waren voll drin. Stellenweise mit einer Sichtweite unter 50 Meter, aber uns kamen Autos entgegen und die mussten ja von irgendwo herkommen. Also let's go und weiter. Durch schlechte Sicht gab es auch plötzlich einen Ruck und unsere Straße verwandelte sich in eine Offroad ähnelnde Straße. Sonne war sich bei all dem nicht sicher, doch Steffen noch entspannt. So zogen wir einige Kilometer von der Uhr und wir können nicht mehr sagen was so alles an Natur zu sehen war, denn man hat ja nichts gesehen außer die knapp 50 Meter vor dem Fahrzeug.
    Nach einigen Kilometern konnten wir wieder etwas erkennen. Berge, Wasserfälle und Wald. Puh wir sind also noch auf der Erde und nicht von selbiger irgendwann verschlungen worden. Der Regen blieb und wir waren aus den Wolken wieder raus. Die Landschaft ändert sich an der Ostküste. Die Wiesen sind grüner, die Berge tragen weniger Schnee. Viele kleinere Wasserfälle säumen unseren Weg. Hier im Osten sieht man jetzt auch viele Stellen an denen der Wald wieder aufgeforstet wird. Und doch gibt es immer wieder mal Flecken, welche der Tundra ähneln. Singschwäne scheinen hier ihr Brutgebiet zu haben. Dann sehen wir aber andere Tiere. Seit unserer Ankunft hat man nichts als Vögel zu sehen bekommen und die üblichen Haustiere und dann stehen sie da. Rentiere. Erst in kleineren Herden und später dann in einer großen Herde. Herrlich.
    Es regnet immer noch und wir fahren durch die Ostfjorde. Ein guter Wind lässt das Wasser aufbrausen und in grossen Wellen gegen die Küste prallen.

    Aufgrund des Wetters ließen wir kleinere geplante Stopps aus, aber Höfn musste sein, denn hier gab es mal wieder einen Menschen der mit Nahrungsmitteln handelt. Außerdem war es Zeit für ein Stück Kuchen und einen Kaffee. Diesen sollte man sich eher in einem Discounter holen. Es ist gute Qualität und kostet bei weitem nicht so viel als in der Bäckerei oder im Cafe.
    Zudem gibt es hier auch eine Tankstelle. Zwei wichtige Dinge auf die man in Island angewiesen ist.
    Noch 60 Kilometer bis zum Hali Country Hotel, welches uns 2 Nächte beherbergen soll.
    Zwischen Berg und Ozean eingebettet liegt unser Hotel und es ist ein wunderschöner Ort. Unser Blick auf den Berg erstaunt uns immer wieder. Mal ist er da und mal hüllen ihn die Wolken komplett ein. Ein schönes Naturschauspiel.
    Die Rezeption kann man nicht so schnell finden, aber es ist gleich das erste Haus rechts. Die Anmeldung ging schnell und wir hatten unser Zimmer. Diese sind sehr großzügig geschnitten und alles sieht neu aus. Endlich trifft mal alles unseren Geschmack. Kaffee bekommen wir hier 24/7. Alles bestens.
    Neben dem Hotel gibt es scheinbar eine Flussseeschwalbenbrutkolonie. Unaufhörlich fliegen sie um Futter zu sammeln und kommt man der Kolonie zu nah, wird man schnell an Alfred Hitchcocks "Die Vögel" erinnert. Klar sie beschützen ihr Brut wie jeder andere auch.
    Heute bleiben im Hotel und vernichten das was wir noch haben.
    Es regnet immer noch und wird es auch weiterhin. Wir hatten schon fast vergessen das es auch mal ein oder mehrere Tage durchregnen kann. Aber ja das kann es.
    Wir versüssen uns den Abend mit alten, also alten, amerikanischen Filmen. Natürlich auf Englisch.
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  • Day7

    7. Tag Dampf und Wasser

    May 17 in Iceland ⋅ ☀️ 8 °C

    Puh, auch die zweite Nacht im Schullandheim ist geschafft. Wir haben tapfer durchgezogen, andere haben sich ein anderes Zimmer geben lassen. Wir können es verstehen.
    Unser 7. Tag beginnt und zwar wieder einmal mit Sonnenschein und schon morgens mit angenehmen Temperaturen. Wie schon so oft haben wir uns ein Sandwich gemacht zum mitnehmen. Nichts großes. Unsere Gastgeberin wies uns darauf hin daß dies dann einen Zusatzbeitrag kostet. Wir nehmen es gelassen hin. Wir sind gestärkt für den Tag und werden es bleiben.
    Ein kurzer Plausch mit anderen Deutschen aus Nordsachsen und unsere Tour geht weiter. Unser Ziel ist heute Egilsstadir, doch unser erster Stopp ist das Geothermalfeld in Reykjahlid. Gestern hatten wir nur das kommerziell genutzte Feld gesehen. Jede Menge von Fumarolen und Mud Tops aus denen es zischt, stinkt, qualmt und blubbert. Die Rauchschwaden drücken einem den heißen Wasserdampf ins Gesicht. Ja hier ist die Erdkruste verdammt dünn und wenn man sich den Berg dazu anschaut, schwant einem Schlimmes. Man hat das Gefühl das hier jeden Moment die Erde aufbrechen kann.
    10 Uhr und wie jeden Tag, sind die Touribusse pünktlich. Schnell weg und Vorsprung rausholen um diesen Horden zu entkommen. 60 km bis zum Dettifoss.
    Der Dettifoss ist sehr imposant und er hat etwas spektakuläres. Sein kleiner Bruder, der Sellfoss, liegt nicht weit weg und wurde ebenso begrüßt von uns. Zum Dettifoss kommt man nur über ein Feld aus Asche und Gesteinsbrocken, dazu um die Jahreszeit noch jede Menge Schnee. Festes Schuhwerk und eine gute Windjacke sind hier ein Muss. Wasserabweisend sollte alles ebenso sein.
    Es geht wirklich über Stock und Stein und am Ende, zurück am Parkplatz, brennen die Beine ein wenig. Wer nicht gut zu Fuss ist sollte den Weg nicht auf sich nehmen und Rollstuhlfahrer haben hier noch nicht einmal den Hauch einer Chance.
    Alles abgehakt für heute und dann kurz vor dem Ende sehen wir den Rjukandafoss. Er schießt förmlich aus der Felswand und saust dann tobend die Felswand herab. Sieht schon wunderbar aus. Sonne's Schwester bekam ihr Geburtstagsständchen genau an diesem Punkt. Wer hat schon mal solch ein Geburtstagslied mit der Kulisse im Hintergrund.
    Wir sind kurz vor Egilsstadir, endlich. Und endlich empfangen wir nach knapp 100 km wieder einen Radiosender. Es ist schon etwas belastend wenn man auf 100 km Strecke gefühlte 10 Fahrzeuge antrifft, die Landschaft immer Tundramäßig eintönig und die Straße geradeaus ins Nirgendwo führt.
    Auf unser teures Hotel freuen wir uns heute. Mit Hot Pool und Dampfsauna. Unsere Beine können es heute aber auch wieder vertragen. Das Hotel liegt zentral aber nicht in der Stadt und es macht einen guten Eindruck. Die Lobby sieht schon schön aus und auch das angeschlossene Restaurant. Leider ist unser Zimmer noch nicht fertig. Okay, dafür bekommen wir einen Kaffee. Geht eigentlich gut los. Eigentlich! Beim studieren hiesiger Auslagen wurde uns offeriert, dass das Spaangebot nur gegen Aufpreis und mit Voranmeldung zu haben ist. Na Klasse. In den USA hatten wir schon gleichwertige Unterkünfte bei denen sowas inklusive ist und dann auch zu einem deutlich niedrigeren Preis. Vielleicht kann uns das Zimmer entschädigen. Ja es ist gross und endlich auch wieder ein eigenes Bad mit Dusche. Nach einigem Suchen im Zimmer haben wir dann auch das neue Testament und den Fön gefunden. Einzig die Toilettenbürste war und blieb verschwunden, bzw. ist gar nicht vorgesehen. Jetzt kann nur noch das morgige Frühstück ein wenig Entschädigung bringen.
    Abendessen, ganz traditionell im Skalinn Diner. Wow, diesen Laden kann man nur empfehlen. Er liegt ein wenig in der Stadt, ist aber fußläufig gut zu erreichen. Das Angebot ist Spitze und die Aufmachung ist einfach der Hammer. Ganz nach unserem Geschmack. Klar würden wir auch Isländisch essen gehen, aber solche Restaurant sucht man hier meist vergebens. Ebenso wie deutsche Fernsehsender. Entweder einen der zwei isländischen Sender oder englisch mit Untertitel für Hörgeschädigte. Egal dann muss das Handy uns die neuesten Meldungen beschaffen. Rock'n Roll aus der guten alten Zeit und ein Milchshake an der Bar, wie zu Marty McFly's besten Zeiten versüßen uns den Abend.
    Ausruhen und wieder fit werden für die nächste Etappe.
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  • Day6

    Lava, Sturm und Schwefelwasser

    May 16 in Iceland ⋅ ⛅ 11 °C

    Die Sonne scheint, fast keine Wolken am Himmel und es ist total still. Nur die Vögel sind schon wach und zwitschern munter vor sich hin. Einfach fantastisch.
    So beginnt unser 6. Tag in Island. Wir bleiben heute am Myvatn See und haben so einiges vor. Aber erst einmal frühstücken. Das Frühstück hier im Skutustadir Guesthouse ist vielseitig, wenn man es so nennen darf. Wir sind recht früh dran und sicherlich ist es auch der Jahreszeit geschuldet , das noch nicht so viele Menschen auf der Strasse sind. Unser erster Stopp ist Dimmu Borgir. Dimmu Borgir? Eingefleischte Musikkenner denken jetzt wahrscheinlich wir hatten ein Special Date mit der isländischen Metalband. Nein natürlich nicht. Dimmu Borgir ist ein Lavagebiet, durch welches man auf verschiedenen Wegen wandern kann. Wir sind nicht ganz die ersten, nur Zweiter, aber wir haben für einen Moment Dimmu Borgir nur für uns allein und können all die Gebilde hier geniessen. Aber eben auch nur einen Moment. Gegen 10 Uhr kommen hier die ersten Touribusse angerückt und dann wird es laut und voll. Zum Glück sind wir da fast am Ende unserer Route angelangt und in einem Teilstück welches von den meisten Touristen scheinbar gemieden wird. Wer mal hier sein sollte, der kann sich ruhig die rote Route nehmen, denn sie kreuzt alle anderen Routen und ist auch die längste durch das Lavagestein. Die sich anschliessende grüne Route kann man weg lassen, da hier nicht viel zu sehen ist. Hier geht das Gelände in tundraähnlich über. Wir haben uns zwischenzeitlich im Erkennen von Gesichtern und Figuren in den Felsformationen übertrumpft. Das Highlight ist der Gatklettur der auch als Eingang zur Höhle genannt wird. Steffen wagte den Schritt auf die andere Seite aber er wurde umgehend wieder ausgespuckt.
    Weiter zum nicht weit entfernten Hverfjall, einem grossen Vulkankrater. Wer will kann auch durch den Gatklettur wandern bis hinüber zum Hverfjall. Wir haben zumindest diesen Weg gespart und haben nur den Parkplatz gewechselt. Der Aufstieg zum Hverfjall ist vielleicht nicht lang, Vesuv ist länger, aber er ist nicht weniger anstrengend. Wer denkt er hat den Vulkan bezwungen weil er in den Krater schauen kann, der hat den Gipfel noch vor sich. Also der ist hier nur bei der Hälfte angekommen.
    Wir finden manche Menschen erschreckend, welche sich in anderen Ländern nicht an die Regeln halten wollen, nur das sie ein Foto erhaschen, welches ihrer Ansicht nach, spektakulär ist. Einfach bekloppt. Hier auf dem Hverfjall sieht man genau diese Menschen nicht. Denn wenn sie überhaupt den Aufstieg bis zum Kraterrand schaffen, drehen sie spätestens dort nach einem Foto wieder um. Aber bis zum Gipfel kommen sie nicht. Absolut bescheuert, aber es gibt sie, leider.
    Die Aussicht oben auf dem Gipfel ist grandios. Hinunter auf Dimmu Borgir über den Myvatn und auf die umliegenden Berge und Vulkankrater. Ausserdem ist es auf dem Kraterrand sehr windig. Man sollte sich eine gute Windjacke für die Besteigung anziehen.
    Wir hatten heute super Wetter, wolkenlos und zeitweise 17 Grad. Wow. Zum Aufstieg hat uns daher die Windjacke gereicht.
    Im Nordosten des Myvatn liegt Reykjahlid, ein kleiner Ort und hier gibt es auch den einzigsten Lebensmittelhändler weit und breit. Schnell noch ein paar Annehmlichkeiten besorgt, denn mit Restaurants und Cafes ist es hier auch nicht weit her.
    Es ist Zeit das wir den nächsten Punkt abhaken und zwar das Geothermalfeld etwas nordöstlich von Reykjahlid. Weisse Rauchschwaden ziehen durch die Luft und ein Geruch von Pups, äh Schwefel liegt in der Luft. Hier ist auch der Blue Lake. Er ist nicht sehr gross und sein Wasser ist türkis. Ein Farbtupfer in der Landschaft. Viel mehr gibt es hier aber nicht zu sehen.
    Wir fahren noch um den Myvatn. Wer auf der Westseite noch in das Vogelmuseum besuchen will, kann gern sein Glück versuchen. An der Hauptstrasse steht zwar ein grosses Schild, aber irgendwann endet die Zufahrtstrasse in einer privaten Strasse, ohne jeden Hinweis auf das Museum. Irgendwie haben es die Isländer auch nicht so mit Hinweisschildern. Sie sind zwar da, aber dann auch ganz klein und die Abbiegung ist dann auch gleich beim Schild.
    Puh, was für ein Tag. Zum Abschluss gönnen wir uns den Eintritt zum Myvatn Nature Bath. Das Wasser hier ist michlig und riecht gut nach Schwefel, aber auch nicht zu aufdringlich. Zwei Becken mit knapp 37 Grad und ein kleines mit knapp 41 Grad, dazu noch zwei Dampfsaunen. Vom hüfttiefen Becken aus hat man eine schöne Aussicht auf dem Myvatn und an der Poolbar kann man sich zum relaxen auch noch ein Getränk holen. Wir glauben wir hatten oben gönnen geschrieben, denn jetzt kommen wir dazu, was der ganze Spass kostet. Eintritt pro Person 5900 ISK, das Handtuch kostet 850 ISK und ein Bier kostet im Bad um die 1000 ISK. Kurz mal innehalten, 1 Euro sind knapp 148 ISK. Also günstig ist was anderes. Im Vergleich mit der Blue Lagoon in Keflavik ist es genauso teuer. Nun ja, aber nach solch einem Tag mit vielen anstrengenden Schritten freuen sich die Beine auf etwas Erholung. Uns hat es auf jeden Fall gut getan.
    Kurz gesagt, am Myvatn sollte man schon einen ganzen Tag einplanen.

    Übrigens auf dem Weg von Akureyri zum Myvatn muss man durch einen Tunnel. Die Tunneldurchfahrt kostet 6500 ISK und wird per Fototoll erhoben. Wer einen Mietwagen hat brauch sich darum nicht zu kümmern, die Verleihstation wird sich melden und den Betrag von der Kreditkarte abziehen.
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    Gerthe de Wild

    Oh schöner Tag

    5/17/22Reply
     

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