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  • Day167

    Etwas zur Geschichte Panamas

    January 15 in Panama ⋅ 🌙 25 °C

    Die gestern aus der Ferne gesehenen Hochhäuser möchten wir uns heute aus der Nähe anschauen. Im Stadtzentrum selbst ist aber überhaupt nichts los, es erinnert fast schon an eine Geisterstadt. Wir entschliessen deshalb spontan, uns den Panamakanal anzusehen. Im Besucherzentrum aber die nächste Enttäuschung: Ein Schiff kommt erst in 90 Minuten. Man kann zwar Eintritt bezahlen und auf die Aussichtsterrassen hinaus, aber die Schleusen in Aktion zu sehen, wäre schon schön. Da wir es nicht eilig haben und wohl eh noch mal in Panama-Stadt vorbeikommen werden, machen wir uns wieder auf den Rückweg. Schade! Nicht mal die versprochenen Krokodile auf dem Trottoir sehen wir heute...

    Darum gibts heute mal mehr Text als Bilder, in Form einer Zusammenfassung der überraschend spannenden Geschichte Panamas.

    Vor Ankunft der Europäer war Panama durch indigene Völker besiedelt. 1501 landete ein erster spanischer Eroberer an der Küste Panamas, ein Jahr später segelte Christoph Kolumbus die Küste Richtung Süden ab und fertigte erste Karten an. 1513 wagte Vasco Núñez de Balboa die Überquerung des Isthmus von Panama und sah als erster Europäer den Pazifik. Die Währung des Landes, der Panamische Balboa, ist nach ihm benannt.
    Panama-Stadt (Ciudad de Panamá) wurde 1519 durch den spanischen Governeur gegründet und entwickelte sich aufgrund der Lage zu einem Umschlagplatz nicht nur für europäische Waren, sondern auch für geplünderte Schätze Südamerikas, für Menschen und Versklavung. Für die damaligen spanischen Kolonien war das leider typisch.
    Die Bedeutung Panamas sank dann bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts stark und somit auch das Interesse der spanischen Krone an der Kolonie. Panama gehörte kurz zu Grosskolumbien, dann zu Neugrenada und dann zum heutigen Kolumbien.
    Durch den Bau des Panamakanals zwischen 1904-1914 erlangte Panama seine Unabhängigkeit von Kolumbien. Forciert wurde der Bau durch die US-Regierung von Roosevelt, welche auch die bereits begonnenen Bauarbeiten beendete. 1921 wurde die Unabhängigkeit Panamas dann offiziell anerkannt. Die USA blieben weiterhin in Panama präsent und beanspruchten den Panamakanal als ihr Hoheitsgebiet. Das sorgte für Spannungen zwischen den Ländern; 1977 wurde allerdings beschlossen, dieses Gebiet bis zum Jahr 2000 an Panama zurückzugeben, was dann auch geschah.
    Bis dahin war allerdings noch Einiges los. Es gab verschiedene Putschversuche, bis in den 80er Jahren Manuel Noriega an die Macht kam. Er nutzte seine anfangs guten Beziehungen zu den USA, um sich mehr politische Macht zu verschaffen und begann später, mit dem Medellin-Drogenkartell Geschäfte zu tätigen. Das belastete die Beziehungen zu den USA dann aber so stark, dass die Amerikaner Noriega der Geldwäscherei und anderen Delikten bezichtigten und später seine politischen Gegner im Wahlkampf unterstützten. Nach einem misslungenen Militärputsch, den Noriega als Gelegenheit nutzte, um politische Gegner auszuschalten, starteten die US-Streitkräfte im Dezember 1989 sogar eine Invasion Panamas, die nur gut zwei Wochen dauerte und mit der Flucht und Verhaftung Noriegas endeten. Kurz darauf wurde ein neuer Präsident vereidigt, der vermutete Sieger der vorangegangenen Wahlen.

    Der Panamakanal ist noch immer die grösste Einnahmequelle des Landes. Bekannt ist es aber auch als Steuerparadies und für Offshoregeschäfte, die in den letzten Jahren für Schlagzeilen gesorgt haben. Die zahlreichen Banken, die wir heute im Stadtzentrum gesehen haben, bestätigen das Bild...
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    Barbara Dettling

    Habt ihr wirklich 25 Grad ?

    1/17/22Reply
    Pascal Iten

    Nur in der Nacht, am Tag ist es noch viel wärmer.

    1/17/22Reply

    Hallo Zusammen. Hast du dich verbrannt? Die Ausrüstung sieht heftig aus. Aber jedes Land hat seine eigenen Regeln. 😁 Weilt ihr eine Zeit in Panama oder gehts schon bald in ein neues Land? Liebi grüessli Simona [Simona]

    1/22/22Reply