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  • Day204

    Ha Giang

    January 26, 2017 in Vietnam ⋅ ☀️ 22 °C

    Zwei zermürbend langsame Busfahrten später (samt Kollision mit zwei Mopedfahrern) hatten wir den Weg durch die Berge im Verlauf der chinesischen Grenze nach Ha Giang zurückgelegt. Von hier aus wurde die weitere Reiseentscheidung durch den Umstand erschwert, dass aufgrund des Tet-Neujahrsfestes nach dem Mondkalender (also Silvester der Vietnamesen) das ganze Land 2 Tage stillsteht - also keine Geschäfte, keine Restaurants, keine Busse, nichts.
    So entschieden wir uns, über diese 3 Tage hinweg gleich ganz unabhängig zu sein, borgten uns ein Moped mit Gangschaltung aus, packten nur das nötigste an Sachen und machten uns auf in die ganz im Norden gelegene Karst-Berglandschaft der äußersten Landesecke.
    Die Straße schraubte sich unzählige Höhenmeter in die Berge hinauf und führte uns durch eine atemberaubende Landschaft aus Terrassenfeldern, spitzen, einzeln in die Höhe ragenden Bergkonussen, einfachen Bergdörfern und Blumenwiesen. Dies ist weitestgehend noch unberührtes, traditionelles Vietnam, mit kaum Touristen die es hier herauf verschlägt und einer Einfachheit die bewegt. Wasserbüffel werden quer über die Straßen getrieben, vor Dreck stehende Kinder in bunten Gewändern spielen sich mit Holzkreiseln, zierliche alte Frauen tragen meterhohe Stroh- und Schilfballen die Hänge hinauf, vor den Häusern gackern Hühner und Schweine grunzen auf den Dorfplätzen, insgesamt scheint die Zeit wie stehengeblieben. Und zudem die malerischen Serpentinenstraßen in eisige Höhen hinauf und zu üppig grünen Flusstälern hinunter, mit Panoramen zum niederknien.
    Am Neujahrsabend wurden wir dann von der Hotelfamilie zum gemeinsamen Festessen mit ordentlich Reisschnaps (der Schmäh ist, wie ich im Verlauf zu verstehen bekam, das Glas einfach nicht mehr zu leeren, wenn man nicht mehr möchte; ansonsten wird sofort munter weiter eingeschenkt; ...aber man will ja nicht unhöflich erscheinen dem Gastgeber gegenüber 😂) und, zum Leiden von Kathi, reichlichen Mengen Fleisch, eingeladen.
    Am dritten Tag wurden wir sogar noch mit Sonnenmomenten beglückt, und die oft schweren Wolkendecken und dichten Dunstfelder, die der Landschaft etwas mystisches gegeben hatten, wichen einer klareren und noch beeindruckenderen Sicht.
    Ha Giang - Dong Van - Meo Vac - Yen Minh - Ha Giang
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