Satellite
  • Day71

    Abschied Neuseeland

    April 25, 2019 in New Zealand ⋅ ⛅ 19 °C

    Neuseeland war für uns beide ein Land, das wir schon immer mal besuchen wollten. Nun wissen wir auch, dass der Hype um dieses Land absolut berechtigt ist! Auf zwei Inseln wird einem alles geboten, was man sich als Naturliebhaber wünschen kann:
    - riesige, wilde und unterschiedlichste Strände
    - große, blaue Seen und kristallklare Flüsse
    - malerische Bergketten, inklusive Gletschern und deren Seen
    - in vielen Teilen unangetastete Natur in Form von Wäldern, Wiesen und einer Vielzahl an Tierarten
    Wir waren meistens so begeistert von unserer Umgebung, dass wir unsere Begeisterung nicht immer in Worte fassen konnten... deswegen haben wir angefangen, insbesondere die Berge mit Tönen nachzuahmen, was wir gegenseitig natürlich gut verstanden haben... aber wir waren auch froh, dass uns keiner hören konnte, da man wahrscheinlich gedacht hätte, dass wir ein klein wenig verrückt geworden sind!! Lustigerweise verwendete der Guide der Herr Ringe Tour in Queenstown auch den „Mountain Sound “, um nicht-englischsprachige Touristen auf bestimmte Berge hinzuweisen.
    Wie wir schon in unserem ersten Eintrag erwähnt haben, war es für uns besonders schön und entspannt, mit einem top ausgestatteten Campervan flexibel durch die Gegend zu fahren und überall anhalten und schlafen zu können. Wir haben es uns auch generell unglaublich gemütlich in unserem Campervan Tohora gemacht. Wir haben uns zum Beispiel fast immer ein schönes Abendessen gekocht (ok.... Christoph hat gekocht) und beim Essens oft unser „Homekino“ genutzt. Dadurch sind wir dazu gekommen, die Wissenslücken des jeweilig anderen bezüglich Filme ein wenig aufzufrischen. So haben wir nicht nur E.T. und der Hobbit angeschaut, sondern auch die Star-Wars Episoden 1-6... da wir uns durch unseren „Mountain Sound“ noch nicht verrückt genug vorgekommen sind, haben wir nach und nach auch noch angefangen, Yoda-isch und Gollum-isch zu sprechen... was wir gar nicht schön fanden, war, dass wir leider auf keine Art und Weise Herr der Ringe anschauen konnten... aber das müssen wir dann einfach wann anders nachholen!!

    Durch das Camping hatten wir zwar viele Freiheiten, aber leider nicht so viel Kontakt mit der neuseeländischen Bevölkerung. Immer wenn wir jedoch ins Gespräch mit den Kiwis kamen, waren sie unglaublich freundlich und zuvorkommend und alles, was man sagte - egal, ob positiv oder negativ - wurde mit einem langgezogenen „Yeah“ beantwortet.
    Allerdings gab es auch zwei Sachen, die uns an Neuseeland gestört haben:
    Einmal der Umgang mit der Umwelt durch das DOC (Department of Conservation). Man muss hierzu wissen, dass es in Neuseeland ursprünglich keine Säugetiere an Land gab. Als die Europäer mit ihren Schiffen anlandeten, gelangten Nager wie Mäuse oder Wiesel auf die Inseln und da die Europäer einen Standort für Pelz-Handel etablieren wollten, führten sie noch zusätzlich Opossums ein. Dies hat nun dazu geführt, dass sich diese Nagetiere ungehindert und ohne natürlichen Feind fortpflanzen konnten und als „Raubtiere“ gefährlich für die einheimischen Vögel geworden sind. Da bereits einige Vögel vom Aussterben bedroht sind (wie beispielsweise der Kiwi, den wir im letzten Eintrag erwähnt haben), entschied sich das DOC dazu, großräumig Gifte zu verteilen, um die Populationen der Nager in den Griff zu bekommen... somit haben sich die Neuseeländer dazu entschieden, gewisse Tierarten kategorisch zu vernichten und machten auch in den Hütten/ an den Campingplätzen immer starke Stimmung gegen diese Tiere (ein Leitspruch war beispielsweise: „the only good stoat, is a dead stoat“)... wir fanden diese Haltung nicht richtig, da die Nager ja nichts „dafür können“, dass sie nun auf der Insel sind und auch Lebewesen sind. Außerdem wird in Neuseeland oft darüber diskutiert, ob die Rückstände des Giftes nicht auch wieder die Vielfalt der Natur teilweise zerstören könnte.
    Die zweite Sache, die uns oft irritiert hat, war das Fahrverhalten der Neuseeländer. Grösstenteils fuhren sie wie die gesengten Säue und da wir mit unserer Tohora da oft nicht so ganz mithalten konnten/ wollten, mussten wir uns immer wieder Beleidigungen gefallen lassen, die deutlich unter der Gürtellinie waren... das war für uns auch immer etwas komisch, da die Neuseeländer wie oben beschrieben an sich unglaublich freundliche Leute sind, aber sobald sie im Auto sitzen, werden sie wirklich zu „garstigen Kiwis“!
    Aber!! Wir müssen einfach wiederholen, dass Neuseeland absolut unsere Erwartungen erfüllt, wenn nicht sogar übertroffen hat!! Wir sind hier insgesamt etwas mehr als 7000km Auto gefahren, aber haben dabei trotzdem sehr entspannt das Land in seiner Vielfalt genießen können. Nebenher haben wir (nach langer Abstinenz in Südostasien) über 7 Kilo Käse verputzt... Was kann man sich mehr wünschen :-)
    Read more