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  • Day60

    On the road

    May 12, 2017 in Australia ⋅ ☀️ 17 °C

    Die letzten 2 Tage waren wir so gut wie nur auf der Straße, um ein paar Kilometer zu schaffen. Nur ein kurzer Stopp in Bright, wo wir nochmal einkaufen waren, tanken und sowas, und dann ein Campingplatz mitten der Pampa. Es war so kalt in der Nacht, dass morgens noch alles weiß und gefroren war. Aber allein die Fahrt ist einfach der Hammer, die ganzen Landschaften, die Berge, die Serpentinenstraßen und die Ausblicke zwischendurch. Wie perfekt das wäre für eine Motorradtour!! Wir sind sogar durch ein Skigebiet gefahren, in dem allerdings noch kein Schnee lag. Aber das dauert bestimmt nicht mehr lang. Wir sind ein paar mal auf dem Weg angehalten, um ein paar Minuten die unglaublichen Ausblicke zu genießen und Fotos zu machen. Am nächsten Tag ging es dann direkt weiter Richtung Melbourne, bzw. Richtung Wilsons Promontory Marine National Park. Doch nach 6 Stunden Fahrt hatten wir alle keine Lust mehr und haben den restlichen Nachmittag schon auf dem nächsten Campingplatz verbracht. Immerhin haben wir schon um die 1000 km hinter uns gebracht mittlerweile.

    Vielleicht kann ich jetzt mal ein bisschen mehr zu Leuten erzählen. JB ist Künstler. Er studiert Fine Arts in seiner Heimatstadt Paris und hat in Sydney sein Auslandssemester gemacht. Man merkt es ihm total an, dass er so ein Freigeist ist. Und seine 2 Kameras plus Stativ und mehreren Objektiven sind immer dabei. Aber er ist cool drauf, hat einen guten Musikgeschmack und ist sehr umgänglich.

    Will ist unser Chefkoch. Er kümmert sich gerne um das Essen, auch wenn es gerne mal ne Stunde länger dauert. Ich kann ihn aber irgendwie noch nicht so ganz einschätzen. Er hat sich dazu entschieden, in den ganzen 40 Tagen, die wir planen unterwegs zu sein, nicht die Haare zu waschen. Und von den drei Jungs hat er die längsten Haare. Mal schauen was das gibt. Er hat in Brüssel gerade die Schule beendet vor Australien und will immer deutsch lernen. Sein Lieblingswort: "Waldeinsamkeit". Wie auch immer er darauf gekommen ist. Wenn er das sagt hört es sich an wie "Wallheiserkei". Vor dem Roadtrip hat er 6 Monate in Sydney als Waiter in einem deutschen Restaurant gearbeitet.

    Fenris kommt aus Lübeck und ist genau wie Will gerade fertig mit der Schule und war schon 8 Monate in Australien. Ich würde sagen, mit ihm und JB verstehe ich mich am Besten, was bei ihm vielleicht auch ein bisschen an der Sprache liegt. Obwohl wir eigentlich immer versuchen, Englisch zu sprechen, damit die anderen uns auch verstehen. Er war schon mit seinem eigenen Auto an der kompletten Ostküste und hat als Bee-keeper richtig gut verdient.

    Und Laurine, ebenfalls aus Paris und Flugbegleiterin. Sie ist das Prinzesschen und am liebsten tun alle das, was sie auch mag. Wenn ihr was nicht gefällt, beschwert sie sich allerdings immer auf französisch, sodass Will oder JB immer Übersetzer spielen müssen. Einmal mochte sie das Essen nicht, aber statt schon beim einkaufen was zu sagen, beschwert sie sich erst nachdem wir das schon 2 Tage gegessen haben. Sie hat den Trip auch vorher bis ins kleinste Detail geplant, inklusive Straßen, auf denen wir fahren, Campingplätze und Zeitpläne. Natürlich ist es unmöglich, sich daran zu halten.
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