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  • Day5

    Von Ólafsvík bis nach Stykkishólmur

    August 26, 2021 in Iceland ⋅ ☁️ 14 °C

    Am darauffolgenden Tag was das Highlight unserer Reise geplant: Whale Watching. Hier in Ólafsvík sollte man wohl öfters Orcas zu Gesicht bekommen! Zuvor wanderten wir aber noch zu einem kleinen Wasserfall in der Nähe, der aus einem Gletscher hervorgeht. Mittlerweile war mir klar, dass gerade diese weniger bekannteren Orte viel schöner waren, als die von Touristen überlaufenen Sehenswürdigkeiten. Angekommen am Hafen steckten uns die Betreiber in warme Overalls, über die wir später noch froh waren. Unser Mitfahrerinnen entspannten sich im Schwimmbad, während Eric und ich zum großen Walabenteuer mit Laki Tours aufbrachen. Aber ihr könnt es euch vielleicht schon denken: Leider wurden wir enttäuscht. Abgesehen von drei Delfinen und ein paar Vögeln haben wir nichts gesehen. Die Aussage, dass dies vielleicht ein bis zwei Mal pro Jahr vorkommt, machte die Sache auch nicht besser. Dennoch war die Bootsfahrt ein Erlebnis für sich, die Bucht wirkte vom Wasser noch viel schöner als vom Festland. Falls ich jemals gesagt habe, dass ich Meer, Wind und kalte Luft mag, meinte ich nicht in Kombination. Es war ziemlich kalt um die Nase!

    Nachdem Eric noch auffiel, dass er den Vorhang zum Trocken am Hostel aufgehangen und vergessen hat, machten wir uns auf zur nächsten Station auf der Halbinsel. Der Kirkjufell ist ein einzigartig geformter Berg, der an einem Fjord liegt und mich irgendwie an einen Zauberhut erinnert. Allerdings sammelten sich dort sehr viele Selfie-Touristen, sodass man die malerische Landschaft kaum genießen konnte. Wieder auf der Straße versuchte ich die letzten Eindrücke der unglaublich schönen Landschaft auf mich wirken zu lassen, bevor wir am Ende unseres Tages in Stykkishólmur ankommen. Der Ort ist mit seinen 1200 Einwohnern nicht sehr groß, aber die größte Gemeinde auf der Halbinsel. Die Orte in Island sind zwar klein, aber haben gerade deswegen immer einen ganz eigenen Charme. Die Menschen haben alles was sie brauchen und leben vom Tourismus und der Fischerei. Dort angekommen suchten wir wie jeden Abend eine Möglichkeit die Nacht zu verbringen. Der Campingplatz auf dem Grundstück eines Golfclubs machte für uns einen guten Eindruck und hier konnte man sogar seine Wäsche waschen, was ich natürlich umgehend ausnutzte. Meinen Mitreisenden war nicht ganz klar, warum ich 7 Handtücher dabei hatte, das wusste auch nur ich selbst. Ein paar mehr Regenjacken wären vielleicht sinnvoller gewesen, denn der Regen verfolgte uns auch an diesen Ort. Die Mädels wollten sich noch den Hafen anschauen und Eric tat es ihnen gleich. Na ja, alleine bei den Italienern im Aufenthaltsraum zurückbleiben wollte ich auch nicht. So gingen wir alle zusammen spät Abends noch runter an den Hafen und stiegen die Treppen hinauf zum Leuchtturm. Und was soll ich sagen? Der Fußmarsch einmal quer durch den Ort hat sich definitiv gelohnt. Leider wurden wir am Rückweg vom Regen überrascht und kamen durchnässt von oben bis unten zurück. Dieser Umstand erklärt auch die Haltung, die Eric vor der Heizung eingenommen hat. Auch der Wind kehrte zurück und das Wetter blieb sich treu. Unser Camper wurde in der Nacht ordentlich durchgeschüttelt, aber mittlerweile schliefen wir in unserem entwickelten Schlaf- und Platzsystem ziemlich gut. Die anderen Beiden hatten leider nicht so viel Glück, sie mussten die Zelte mitten in der Nacht im Sturm abbauen und am Boden des Aufenthaltsraum schlafen. Ich war ganz überrascht als ich morgens meine Wäsche aus dem Trockner holen wollte, da soll nochmal jemand sagen, dass so ein Camper unbequem wäre. Wir ließen Frauke in Stykkishólmur zurück, denn sie wollte alleine weiterreisen und mit der Fähre in die Westfjorde fahren. Für uns war klar, wir lassen den Westen jetzt hinter uns und fahren weiter Richtung Norden...
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