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  • Day29

    Türkischer Behördenirrsinn

    June 19 in Turkey ⋅ ☁️ 29 °C

    Unser Tag beginnt wunderschön, wir kommen gemütlich zur griechisch/türkischen Grenze - der Übergang befindet sich nur wenige km von unserem Verladebahnhof Edirne entfernt. Dort wird bis spätestens 17:15 Uhr abgefertigt und verladen, dann geht es um 18:30 Uhr über Bulgarien, Bosnien, Serbien ... nach Österreich, wo wir dann am 21.6. ausgeschlafen und frischfröhlich in Villach ankommen.
    An der griechischen Grenze interessiert sich ein deutscher Beamter der Frontex besonders für uns bzw. Fernweh, wir plaudern mit ihm,Thomas, eine ganze Weile über alles mögliche, Reisen, Länder, Sitten, Tauchen - ein total lieber Kerl! Dann rauschen wir zum türkischen Eintrittstor .... hoppala! Die grüne Versicherungskarte ist für TR nicht gültig, eine Grenzversicherung (entgegen ÖAMTC-Infos) hier nicht erhältlich. Wir müssten nach Kapikule (bulgarische Grenze), dort kann man es lösen.
    Ich löse es auf meine Weise - ein Telefonat mit der tollsten Dame des Donau-Maklerteams reicht und innerhalb von 15 Minuten habe ich die große grüne Karte in meinem Maileingang. Fein, geschafft! Der Heimfahrt steht also nichts mehr im Wege .... ?

    Edirne erreichen wir rasch und verbringen daher die Zeit in der Moschee und dem darunterliegenden Basar. Mit einem guten Zeitpolster landen wir auch am Bahnhof "Edirne Gar". Optima Check-in ist schon vorbereitet und problemlos. Nach ca. 1 Stunde geht es daran, die Fahrzeuge zu verladen. Herr Zollbeamter zu uns: "Your car go to Kapikule, bulgarian, x-ray" wir so "hääähh??" "for sure not, we will go with our car on train and back to austria" .... Diskussionen folgen, Herr Zollbeamter kann kein englisch, Herr Optima gibt sein bestes und versucht, den Beamten umzustimmen. Nichts hilft. Letztendlich müssen wir den Beamten bei uns einladen und er bringt uns mit "Gebärdensprache" und herumfuchteln durch den Verkehr aus Edirne nach Kapikule. Noch glauben wir, es zu schaffen. Ich telefoniere gefühlt 100 mal abwechselnd mit dem österr. Konsulat in Edirne und einem Mitarbeiter der Optima-Zentrale.
    Nach dem Röntgen-Durchlauf beginnen die aber zu dritt, Fernweh in die intimesten Stellen zu durchsuchen! Zelt auf, Tonnen durchsuchen, Kasteln und Laden, .... konzentriert wird aber die Starterbatterie unter dem Fahrersitz zur Zielscheibe. Unter unseren entsetzten Augen wird die Batterie freigelegt und ausgebaut. Neben dem Auto reissen die Burschen die Etiketten runter und versuchen, IN das Innerste der Batterie zu kommen!?? Wir zeigen, dass das Auto nun stromlos ist und nicht starten kann, aber nix hilft. Sie sind auf Drogensuche!? Irgendwann - wir schwitzen schon und fürchten um unsere Starterbatterie (wie kommen wir denn hier dann wieder weg??) bemerken sie doch, dass das ein originales Teil und ein fix verschweißtes Kunststoffgehäuse ist und wir keine wie auch immer gearteten Stoffe drin versteckt haben.

    Stunden später - der Zug ist natürlich über alle Berge - endlich ein OK, you can go. Na fein. Wohin? Was tun? Ist ja immerhin schon 21 Uhr?
    Stephan baut mal die Batterie wieder ein. Dann tanken wir voll und verlassen die Türkei wieder in Richtung Griechenland.
    Nächstes "Sistemtrouble *), only little": you are on the train Optima? NEEEIIIN wir sind doch hier! Wegen Euch!

    Ich beruhige Stephan, der jetzt gleich mal auszuckt und wir drücken das noch durch. Türkei Ausreise - ca. 1/2-3/4 Stunde? Erledigt. Um die nächste Kurve: Warteschlange Einreise Griechenland - wohl mind. 1 Stunde. Ich versuche mein Glück und laufe vor, suche Thomas. Der hat natürlich schon frei, aber ein lieber Kollege ruft ihn an und gibt mir das Telefon. Ich erzähle ihm unser Leid und wünsche mir irgendeine schnellere Abfertigung, damit wir noch ans Meer runterkommen. Telefonnummern werden ausgetauscht, ich gebe das Handy an den Kollegen zurück und wir fahren an der Warteschlange im Gegenverkehrsbereich vorbei - kurzer Reisepaß-Check - Gittertor wird geöffnet und wir dürfen durch! Jippiiieee! Es geht ja.

    Rauf auf die Autobahn, Gas geben - Ankunft Alexandropouli um 23 Uhr. Campingplatz, Beruhigungsbier für Stephan, Saft für mich.
    Gute Nacht!

    *) bewusst falsch mit "i" geschrieben, weil sie es so sagen ;-)
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