• Berit Gerhards
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Berit und Jan in Alaskanada

A 30-day adventure by Berit Read more
  • Trip start
    August 12, 2023

    Die Anreise

    August 12, 2023 in the United States ⋅ ☁️ 11 °C

    Viel zu früh ging es in Göttingen los. Um 06:16 Uhr nahmen wir den Zug nach Frankfurt, der sich im Schneckentempo vorwärts bewegte. Ganze vier Stunden später kamen wir dann, mit nur 25 Minuten Verspätung, am Frankfurter Flughafen an. Da unser Flieger erst um 14 Uhr starten sollte, hatten wir also noch genug Zeit, um zum richtigen Terminal und den Condor Check-In Schalter zu finden. Alles lief wie am Schnürchen. Das Boarding startete chaotisch, aber pünktlich, nur das Flugzeug leider nicht. Trotzdem kamen wir halbwegs pünktlich, nach einem nur 9-stündigen (angegeben waren 9:50 Stunden), überwiegend ruhigen Flug mit einer schönen Aussicht auf Grönland, Kanada und Alaska in Anchorage an. Meine (Berits) Angst vor der Einreise in die USA bestätigte sich natürlich nicht. Niemand interessierte sich wirklich für meine kriminelle Vergangenheit 😉. Ich durfte also einreisen.
    Zufrieden, dass alles so gut gelaufen ist, aber völlig fertig und übermüdet kamen wir bei unserer Unterkunft, dem Jewel Lake Bed and Breakfast an. Mit letzter Kraft schleppten wir uns durch die Suburbs Anchorages zur nächstgelegen Pizzabude, bevor wir beiden Zombies dann endlich gegen halb sieben ins Bett wankten. Nach ca. einer halben Minute hatten wir dann die REM-Phase erreicht, die wir für die nächsten 11-12 Stunden nicht mehr verließen.
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  • Der Camper

    August 13, 2023 in the United States ⋅ ☁️ 16 °C

    Den nächsten Tag konnten wir ausgeschlafen und entspannt beginnen. Zusammen mit zwei weiteren deutschen Pärchen haben wir unsere Reisepläne beim Frühstück ausgetauscht. Gegen 10 Uhr vormittags konnten wir im Industriegebiet unseren Camper in Empfang nehmen. Nach einer kurzen Einführung (auf deutsch) von der Cruise America Mitarbeiterin, konnten wir (der Camper, Jan und ich) uns ein wenig beschnuppern. Äußerlich ist er ein wirklich hübsches Kerlchen (also der Camper), der Innenraum könnte allerdings etwas Farbe vertragen (alles ist in dunklem braun gehalten. Bilder vom Camper findet ihr im nächsten Beitrag.
    Als nächstes stand die Nahrungsbeschaffung (inkl. Küchenausrüstung) auf dem Programm, die sich als völlige Überforderung für uns beide herausstellte. Es war inzwischen Mittag (oder Mitternacht zu Hause), ein dezentes Hüngerchen setzte ein und der Jetlag meldete sich wieder. Im Supermarkt (falls man das so nennen kann) wurden wir von der unverhältnismäßig großen Auswahl an Produkten erschlagen. Ca. zwei Stunden später hatten wir aber auch das geschafft und machten uns nach einem kurzen Snack endlich auf den Weg raus aus der Stadt Richtung Nordpol. Die Belohnung für die Anstrengungen der ersten Tageshälfte erhielten wir sofort. Wunderschöne Ausblicke über unendliche Weiten, eingerahmt von gigantischen Bergketten.
    Den ersten Halt machten wir in Talkeetna, wo wir auch unsere erste Nacht im Camper verbrachten.
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  • Der Ruf des Bären

    August 14, 2023 in the United States ⋅ ❄️ -3 °C

    Wir überlegten kurz, ob wir den Vormittag dazu nutzen sollten, Talkeetna ein wenig kennenzulernen, allerdings hatte uns bereits der erste Eindruck am Vortag etwas abgeschreckt, da der Ort nur aus Touristen und Souvenirshops zu bestehen schien. Wir entschlossen uns also auf direktem Weg zum Denali Nationalpark zu fahren, lt. Reiseführer dem Höhepunkt einer jeden Alaskareise. Und tatsächlich erlebten auch wir (bis zum jetzigen Zeitpunkt) das Highlight unserer Reise im Denali National Park. Am Highway 1 wollten wir eine kurze Pause an einem Rastplatz, welcher sich sehr nah am Byers Lake befand, einlegen und uns kurz die Beine vertreten. Der Plan war, den kleinen Pfad durch den Wald runter zum See zu gehen. Nun sind Pläne ja bekanntlich dazu da, um über den Haufen geworfen zu werden, denn bis zum See schafften wir es nicht. Wir machten nur wenige Schritte in das kleine Waldstück, als es plötzlich im Gebüsch raschelte. Eindeutig versteckte sich jemand unter den Blättern einer sehr großen Pflanze (die Pflanze kennen wir leider nicht), aber zunächst wurde uns der Blick auf das Tier verwehrt. Unsere Neugier ließ uns natürlich verharren und rätseln, was es wohl sein könnte. Wir meinten ein Grunzen zu vernehmen und tippten auf ein Stachelschwein. Zwei tote auf dem Highway hatten wir immerhin schon gesehen. Ein lebendes wäre definitiv sehr viel schöner gewesen. Es kam allerdings noch besser: Ich (Berit) hockte mich hin, um besser unter die ca. 10-15 Meter entfernten Blätter blicken zu können, die immer wieder von dem Tier nach unten gezogen und im nächsten Moment wieder losgelassen wurden. Und dann sah ich ihn: Den Kopf eines schwarzen Bären, der sich genüsslich über die ihn umgebenen Pflanzen hermachte. Wir waren völlig überfordert, fasziniert, ängstlich und neugierig zugleich, weshalb wir erstarrten und nicht genau wussten, was wir tun sollten. Wir begaben uns auf jeden Fall nicht auf direktem Wege zurück zum Parkplatz, so wie es die meisten Menschen, die bei Verstand sind, getan hätten. Der Bär hatte uns bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht bemerkt, obwohl wir uns lautstark unterhalten haben. Vermutlich befand er sich in einer Art Futterrausch, man weiß ja wie sowas ist. Allerdings änderte sich dies kurze Zeit später und er bemerkte uns doch, stellte sich auf die Hinterbeine und aus den Blättern heraus guckte der obere Teil seines Kopfes und die runden flauschigen Ohren. Niedlich hat es schon ausgesehen, trotzdem war die Situation doch relativ gefährlich. Man sollte es eher nicht so weit kommen lassen, bis man die Aufmerksamkeit des Bären hat, sondern sich möglichst zügig aus dem Staub machen. Tja wir haben einiges falsch gemacht bei unserer ersten Bärenbegegnung, aber auch viel gelernt, wie wir uns in den nächsten Wochen in Anwesenheit von Berits Namensvettern richtig verhalten müssen. Solche Begegnungen sind in Alaska, im Land der Bären, tatsächlich keine Seltenheit und man wird an allen möglichen Orten und durch Flyer mit Tipps und Tricks versorgt, um möglichst heile und lebend aus einer solchen Situation zu entkommen. Fotos sind in der Aufregung leider nicht entstanden, vielleicht klappt es bei der nächsten Bärensichtung. Wieder zurück im Camper, völlig high von dieser Begegnung, setzen wir unsere Fahrt fort. Der Rest des Tages verlief verhältnismäßig unspektakulär. Der Mount Denali (früher Mt. McKinley) war an diesem Tag leider in Wolken gehüllt und nicht zu sehen (wie wahrscheinlich an den meisten Tagen des Jahres). Wir informierten uns im Visitor Center des Denali Nationalparks über mögliche Wanderrouten, Campingplätze und Bustouren in den Park selbst. Dann suchten wir uns einen abgelegenen Stellplatz für die Nacht (alle Campgrounds und RV Parks waren für diese Nacht ausgebucht).Read more

  • Ausflug in den Denali

    August 15, 2023 in the United States ⋅ ☁️ -7 °C

    Mit großen Erwartungen (vor allem wollten wir noch mehr Bären sehen) fuhren wir mit dem Bus in den Denali National Park. Die Erfahrungen des Vortages saßen uns noch in den Knochen und so versuchten wir uns für unseren nächsten Ausflug in die Wildnis besser vorzubereiten. Wir besorgten uns Bärenspray (eine Art Pfefferspray für den Fall eines Bärenangriffs). Wie wir später erfahren haben, ist dieses Zeug nicht ganz unproblematisch und hat vor allem in der Vergangenheit während der Bustouren in den Denalipark zu einigen unschönen ungewollten Unfällen geführt. Der Busfahrer erklärte uns ausführlich, wie wir uns am besten verhalten, wenn wir auf einen Bären treffen und insbesondere wie wir eine solche Begegnung so gut wie möglich vermeiden können. Seinen Ausführungen nach zu urteilen, konnten aber wohl Elche, vor allem Elchkühe mit Kälbern mindestens genauso, wenn nicht noch gefährlicher als Bären sein. Ein Elchspray gibt es in Alaska leider nicht, hier kam nur der weise Rat des Busfahrers wegzulaufen oder einen Baum zwischen sich und den Elch zu bringen. Zitat Busfahrer: „Never run from a bear, but feel free to run from a moose!”.
    Durch diese ermutigenden Worte in unserer Zuversicht gestärkt, trauten wir uns tatsächlich an einigen Stellen den Bus zu verlassen und alleine die Umgebung zu erkunden. Der Vorteil dieser Busse liegt darin, dass man an beliebiger Stelle ein und wieder aussteigen kann und den Park fast überall bewandern darf. Offizielle Wanderwege gibt es allerdings nicht.
    Insgesamt verbrachten wir einen sehr schönen Tag im Denali, der überwiegend aus unendlichen baumlosen und niedrig bewachsenen Flächen und wunderschönen Bergketten besteht. Hier sind die Bilder auf jeden Fall aussagekräftiger als unsere Worte.
    Bären haben wir an diesem Tag nicht gesehen, dafür konnten wir aber viele hübsche Karibus, Ground Squirrel (Erdhörnchen), die kaum vor die Linse zu bekommen waren, da sie jedes Mal schnell in ihren Erdlöchern verschwunden sind und überdimensional große Raben (alles ist eben größer in Alaska) sichten.
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  • Weiter geht’s Richtung Norden

    August 16, 2023 in the United States ⋅ ⛅ 19 °C

    Das gute Wetter hatte uns an diesem Tag verlassen und so setzten wir unsere Fahrt Richtung Norden fort. Ein unangenehmer Geruch machte sich im Camper breit und wir hielten in der Nähe von Anderson kurz an, um zu prüfen, ob der Geruch von draußen oder aus dem Camper kam. Als wir die Tür öffneten, kam uns ein Geruch nach Verbranntem entgegen, der uns bis nach Fairbanks verfolgte. In der Nähe hatte es einige kleine Waldbrände gegeben, die noch ein wenig vor sich schwelten. Glücklicherweise verläuft unsere gesamte Reiseroute aber weit weg von größeren Waldbränden, die Menschen im Süden und Westen Kanadas haben da zur Zeit etwas mehr Pech. Nach einem kurzen Stopp in Nenana (zu sehen gabs nicht viel) fuhren wir bis Fairbanks durch. Nach einem kurzen Mittagessen und Versorgung des Campers zog es uns auf dem Elliot Highway weiter Richtung Norden. Ziel war der Ort Coldfoot am südlichen Rand der Brooks Range, allerdings war es bereits später Nachmittag als wir aus Fairbanks losfuhren und so kamen wir nur bis kurz vor Livengood, wo wir unsere nächste Nacht auf einem Parkplatz direkt am Fluss verbrachten.Read more

  • Großer Elch, großer Yukon

    August 17, 2023 in the United States ⋅ ☁️ 14 °C

    Sehr bald nach unserem Aufbruch, man mag es kaum glauben bei den wenigen Straßen, die es hier gibt, bogen wir falsch ab! Zum Glück! Wir blieben stehen und überlegten umzudrehen, aber Berits Bäreninstinkt wollte das Gegenteil. So fuhren wir weiter um zu schauen, was uns in dieser Seitenstraße, die letztendlich zum Friedhof Livengoods führte, erwartet. Einen kurzen Moment später stand er dann da. Ein wunderschöner Elchbulle in den besten Jahren, der sich grade in einem Tümpel über die Wasserpflanzen hermachte. Kurz wusste er nicht ob, er fliehen sollte, schätze unsere Anwesenheit dann als gefahrlos ein und setzte seinen Beutezug fort. Um ihn herum schwammen zwei Enten, vermutlich in der Hoffnung einen hochgespülten Leckerbissen abzubekommen.  Ca. 20-30 Minuten lang haben wir ihn aus nächster Nähe beobachten können, bis er dann wieder den Weg Richtung Wald antrat. Besser konnte der Tag gar nicht mehr werden. Wir fuhren den rumpeligen mit Schlaglöchern, die an Badewannen für Babys erinnerten, gespickten Dalton Highway bis zum Yukon River hoch. Ein beeindruckend gigantischer Fluss. Bis auf einen Truckerstop mit Tankstelle und eine Yukon River Contact Station, die aus einer kleinen Hütte voll mit Infoflyern und einem Ranger bestand, für den  offensichtlich jede menschliche Begegnung eine herzliche Abwechslung zu seinem doch eher einsamen Job war, gab es nicht viel am Yukon Crossing. Ursprünglich hatten wir geplant dort eine Nacht zu verbringen, setzen unsere Fahrt dann aber fort bis wir zum Milepost 86 kamen, an dem ein Schotterweg zu einer Art Steinbruch führte, von dem man einen spektakulären Ausblick über die Umgebung hatte. Ein kleiner Bushwalk am Abend war auch noch drin. Hier entdeckten wir eine wirklich gut duftende Pflanze, die wir  für hier heimisch hielten und direkt pflückten. Am nächsten Tag sollte sich dann rausstellen, dass wir tatsächlich den ganzen Weg bis nach Alaska machen mussten, um die Pflanze Rhododendron kennenzulernen.Read more

  • Crossing the Arctic Circle

    August 18, 2023 in the United States ⋅ 🌧 10 °C

    Weiter ging es am nächsten Morgen Richtung Coldfoot. Im Visitor Center vor Ort wollten wir uns eigentlich nur über die Umgebung, mögliche Wanderwege und das Wetter erkundigen, gerieten dann aber unverhofft in einen Vortrag dreier Wissenschaftler über eine Wollgraspflanze. Es war tatsächlich viel spannender als es im ersten Moment klingt. Anschließend setzten wir unsere Fahrt bis zum Sukakpak Mountain fort, der ca. 30 Meilen nördlich von Coldfoot liegt. Wir hatten an diesem Abend sehr viel Glück mit dem Wetter. Die Berge wurden vom sommerlichen Abendlicht angestrahlt und wir hatten so eine tolle Sicht auf einen Teil der Brooks Range.Read more

  • Zum Atigun Pass und zurück

    August 19, 2023 in the United States ⋅ 🌧 4 °C

    An diesem Morgen hatten sich die Wolken etwas verdichtet und es regnete ein wenig. Umso glücklicher waren wir, dass wir am Abend vorher eine faszinierende Sicht auf die raue Schönheit der Brooksrange erhaschen konnten. Wir starteten erstmal mit einem zweistündigen Spaziergang durch das nächstgelegene Flussbett, natürlich stets auf der Hut vor Elchen und Bären. Gar nicht so leicht ständig zu quatschen und Krach zu machen. Tatsächlich entdeckten wir auch Elch- und Bärenspuren im Sand, aber von lebenden Tieren war weit und breit nichts zu sehen. Auf Empfehlung der Mitarbeiterin des Visitorcenters in Coldfoot fuhren wir im Anschluss noch einige Meilen weiter bis zum höchsten Punkt des Dalton Highway, dem Atigun Pass. Da die Straße ab diesem Punkt um einiges schlechter werden sollte und auch das Wetrer kaum Einblicke in die Umgebung zuließ, kehrten wir wieder um und fuhren zurück nach Coldfoot. Dort angekommen trafen wir an der Tankstelle einige Wissenschaftler u.a. aus Genf, die in der Nähe einen Erdrutsch erforschten. Wen man eben so in der Wildnis trifft. Den verregneten Nachmittag verbrachten wir dann im Visitor Center und nutzen die Gelegenheit die dortige Ausstellung über Pflanzen, Tiere, Wind und Wetter der Umgebung anzuschauen. Die Nacht verbrachten wir am zuvor ebenfalls besuchten Grayling Lake mit der Hoffnung dort Elche zu beobachten. An diesem Abend tauchten allerdings keine Elche auf.Read more

  • Rumpelfahrt Richtung Süden

    August 20, 2023 in the United States ⋅ 🌧 13 °C

    Die Sicht auf den Grayling Lake war an diesem Morgen noch schlechter als am Vortag. Alles war in Nebel gehüllt und unsere Hoffnung am Ufer doch noch einen Elch zu erspähen, zerschlug sich schnell. So setzen wir unsere Fahrt zurück nach Fairbanks elchlos fort. Auch der erhoffte Blick vom Finger Mountain Overlook auf die Brooksrange wurde uns verwehrt. Immerhin hatten wir einen freien Blick auf die Infotafeln, die an vielen Parkplätzen aufgebaut waren und uns über Flora und Fauna sowie das Leben der Menschen im hohen Norden informierte.
    Highlight des Tages war die Sichtung einer Horde Tannenhühner, die Berit mit ihren Adleraugen erspähte. Diese waren zwar zunächst etwas durch unsere Anwesenheit irritiert, ließen sich aber letztendlich doch nicht aus der Ruhe bringen und setzen ihr Bad im Dreck genüsslich fort. Diese Eigenschaft scheinen die Tiere Alaskas wohl gemeinsam zu haben. In Alaska ist alles größer und gechillter.
    Fairbanks erreichten wir gegen Abend, erstaunlicherweise ohne jegliche Panne trotz Schlaglöcher und unbefestigter Straße. Nun begann die verzweifelte Suche nach einem passenden Ort für die Nacht. Da wir uns in Fairbanks nicht auskannten,  fuhren wir ziellos durch die Suburbs Fairbanks. Einen passenden Platz fanden wir dort nicht, da alles Privatgrundstücke waren, aber wir bekamen doch interessante Einblicke in die Wohnsiedlungen. Alle Grundstücke lagen mitten im Wald, die meistens nicht gut einsehbar waren. Nur ein kleiner Weg in den Wald hinein und ein Briefkasten am Wegesrand verrieten, dass dort jemand wohnte.
    Völlig erschöpft durch die 9-stündige Fahrt, fehlte uns jede Motivation noch weiter zu suchen (die Campingplätze waren uns zu teuer) und so entschieden wir uns, einfach auf einem kleinen Weg neben dem Highway, der nach Norden führte, zu nächtigen. Wie sich herausstellen sollte, unsere schlechteste Entscheidung bis zu diesem Zeitpunkt.
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  • Big City Life in Fairbanks

    August 21, 2023 in the United States ⋅ ☁️ 14 °C

    Nach einer eher schlechten Nacht direkt am Highway in Fairbanks, mit einem durchschnittlichen Weckrythmus von 2 Minuten durch schwerbeladene LKWs, starteten wir den Tag mit einem Frühstück auf dem Walmart Parkplatz (das wäre defintiv der bessere Ort für eine Übernachtung gewesen,  wie wir feststellten) sowie mit einem kurzen Einkaufsbummel und verpassten unserem Gefährt eine dringend benötigte Wäsche. Danach war auf jeden Fall wieder zu erkennen, um was für einen fahrbaren Untersatz es sich handelte. Nachdem wir uns alle drei also frisch gemacht hatten, besuchten wir das Museum of the North, der University of Alaska in Fairbanks, welches  Forschungsdisziplinen wie Geschichte, Archäologie, Geologie, Geographie, Biologie und Ethnologie verschiedener Regionen Alaskas verband.
    Gegen Abend schlenderten wir durch den Pioneer Park mitten in der Stadt, in dem verschiedene Gebäude, ein Schiff sowie ein Bahnhof aus der Hochphase der Goldgräberzeit aufgebaut bzw. nachgebaut waren. Zum Abschluss des Tages verspeisten wir dort unseren ersten gegrillten alaskanischen Wildlachs mit Pommes für schlappe 20 Euro pro Person. Man gönnt sich ja sonst nichts. Da wir beide nicht wirklich fleißige Fischesser sind, konnten wir die Qualität, Geschmack etc. noch nicht gänzlich beurteilen. Dafür werden weitere Lachsgeschmacksproben folgen, evtl. auch mal aus der eigenen Pfanne zubereitet.
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  • Tuk tuk nach Tok

    August 22, 2023 in the United States ⋅ ☁️ 20 °C

    Übernachtet haben wir ein paar Kilometer außerhalb von Fairbanks, in einem zukünftigen Neubaugebiet (Schotterstraße im Wald mit Grundstücken, die zum Verkauf standen). Wir fuhren gegen Mittag los, hielten kurz an einem historischen Durchgangsort am Tananariver, der während der Goldgräberzeit eine große Bedeutung hatte an und machten am selbigen Fluss eine Mittagspause. An diesem Tag fuhren wir endlos gradeauslaufende Highways bis zum Horizont entlang. Nur einmal wurde dieses Bild von zwei Elchkühen unterbrochen, die direkt vor uns über die Straße trabten.  Was für ein Klischee! Leider sind die beiden zügig im Gebüsch verschwunden, sodass wir sie nicht mehr vor die Kamera bekamen. Der Highway führte weiter an der wunderschönen Alaska Range vorbei, Richtung Tok, der Hundestadt Alaskas. Zumindest war es im Reiseführer so angekündigt, worauf sich vor allem Berit schon freute. Dort angekommen war allerdings weit und breit kein Hundi zu entdecken. Inzwischen war es auch wieder Abend geworden und wir beschlossen die kommende Nacht in der Nähe von Tok, wieder am Tananariver zu verbringen.  Diese Entscheidung bereuten wir zunächst ein wenig, da sich die Riverroad zum Fluss als eine autounfreundliche Strecke erwies. Für 5 Meilen brauchten wir 30-40 Minuten. Belohnt wurden wir dann aber schließlich mit einem ruhigen Plätzchen und einem wunderschönen Blick auf den schnellströmenden Fluss. Den Rest des Abends war nicht daran zu denken, den Camper zu verlassen, da uns sonst eine Horde Mücken komplett ausgesaugt hätte und unsere blutleeren Körper dort am Fluss zurückgeblieben wären. Zumindest wäre dies für Berit der Fall gewesen. Jan ist jederzeit gut vor Mücken geschützt solange Berit in der Nähe ist. Die Eigenschaft als Moskitomagnet scheint wohl in den Genen zu liegen. Damit Jan sein persönlichen Moskitoschutz nicht verloren ging und Berit nicht blutleer dastand, war es also am besten den Camper zu hüten.Read more

  • On Top of the World

    August 23, 2023 in the United States ⋅ ☁️ 18 °C

    Der erste Punkt auf der Tagesordnung, nachdem wir die Buckelpiste wieder hinter uns gelassen hatten, war das Posten unserer ersten Blogeinträge im Tok Visitor Center. Nach getaner Arbeit ging es dann bei perfektem Wetter weiter Richtung Chicken. Wieder mal ging es über unebene Straßen, auf denen sich Bodenwellen und loser Schotter abwechselten. In Chicken angekommen stellten wir fest, dass es dort nichts Spannendes zu entdecken gab. Weiter gings also mit unserem nächsten Ziel: Top of the World Highway. Eine fantastische Straße mit Ausblicken, die kaum in Worte zu fassen sind. Der Name der Straße ist defintiv Programm. Kurz vor der Grenze hielten wir an, um den tollen Ausblick von dort zu genießen und festzuhalten. Mit dem Gedanken den Highway an diesem sonnigen Tag komplett bis zum Ende durchzufahren, stießen wir kurze Zeit später vor die Schranke des Grenzüberganges, die uns zu verstehen gab, dass wir ganze 11 Minuten zu spät dran waren, um die Grenze zu überqueren. Grenzübertritte sind nur von 8 Uhr morgens bis 18 Uhr abends möglich. Um 18:11 Uhr ist allerdings Schicht im Schacht. Ein großes Problem stellte dies allerdings nicht dar, da wir ohnehin schon an einem traumhaften Ort mit fantastischer Aussicht waren, wo wir auch sehr gut die Nacht verbringen konnten. Als Abendprogramm liefen wir den nächstgelegenen Hügel rauf, der sich ebenso nahe des Grenzüberganges befand. Als wir grade auf den nächsten Hügel zusteuerten  (dieser befand sich bereits auf kanadischer Seite), wurden wir von zwei Grenzbeamten mit Hunden freundlich daraufhingewiesen,  dass wir im Begriff sind, illegal die Grenze nach Kanada zu übertreten. Auf dieses Vergehen steht die Gefängnisstrafe (ohne vorher über Los zu gehen). Darauf waren wir nicht besonders scharf und drehten selbstverständlich wieder um, nachdem Berit den Hund des Grenzbeamten fertig gekrault hatte. Auf dem Hügel verweilend mit einem Bier in der Hand, genossen wir die Stille und bergige Aussicht. Wie schön doch eine beinahe Verhaftung sein kann.Read more

  • Welcome to Canada

    August 24, 2023 in Canada ⋅ ☁️ 21 °C

    Nach einem entspannten Beginn in den Tag mit Pfannkuchen (vom Männlein gebacken) und dergleichen spektakulären Aussicht des Vortages, wagten wir uns zur Grenze vor. Ein grimmig dreinschauender kanadischer Grenzbeamter kontrollierte unsere Pässe und ließ uns trotz des Vorfalls am Vorabend, passieren. On Top of the World gings weiter bis runter zum Yukon. Kurz vor Dawson überquerten wir den großen Fluss mit einer kleinen Fähre. Hier wurden Camper schwer diskriminiert, es durften immer nur einer, max. zwei mitfahren, während die kleineren Kollegen jeweils alle auf einen Rutsch mitkamen. Ein kurzer Halt beim Visitor Center (inzwischen eine unserer liebsten und häufigsten Beschäftigungen auf der Reise), um uns mit den wichtigsten Infos und Ausflugtipps der Umgebung zu versorgen, schon machten wir uns daran unseren nächtlichen Schlummerplatz zu finden. Wie schon häufiger fuhren wir orientierungslos durch die Stadt, fanden aber unser Glück direkt neben einem Spielplatz und Skaterpark.Read more

  • Auf und ab in Dawson

    August 25, 2023 in Canada ⋅ ☁️ 18 °C

    Da unsere (eigentlich nur Jans) Klamotten langsam stanken, als ob sie den ein oder anderen Tag im Pumakäfig (Jans Kinderzimmer) verbracht hätten, war es an der Zeit für eine Wäsche. Wir suchten uns also einen Campingplatz, der jeglichen Komfort bot: Duschen, Waschmaschinen, Trockner sowie Wasser- und Stromanschluss für den Camper. Zur Halbzeit hauten wir so richtig auf die Kacke, denn bisher hatten wir nur trocken gecampt. Wieder mal verbrachten wir die erste Tageshälfte mit unserer eigenen Reinigung, der unserer Wäsche und der des Campers. Die zweite Tageshälfte gestaltete sich dann doch etwas schöner und ereignisreicher. Nachmittags unternahmen wir eine geführte Bootstour auf dem Yukon mit Tommy Tailor, der auf einer Insel im Yukon direkt in der Nähe von Dawson mit 15 Geschwistern (davon 14 Mädchen) aufgewachsen ist. Aus gegebenen Umständen, ein humorvoller, feinfühliger Typ. Während der Fahrt setzte er uns beide auseinander, damit Jan auch mal seine Ruhe hatte. Männliche IntuiDtion (falls es so was wirklich gibt).
    Geile Tour, geiler Typ, der viele historische Fakten fast jedesmal mit lustigen Anekdoten untermauern konnte. Zumindest gehen wir davon aus. Auf Grund seines genuschelten Aktzents, konnten wir nicht alles verstehen, was er erzählt hat. Wir fanden es trotzdem super! Danach wartete unsere nächste Lachsverkostung auf uns: Ein Lachsburger mit gigantischer Pommesbeilage. Diesmal war der Lachs wesentlich saftiger und intensiver im Geschmack und auch etwas günstiger als in Fairbanks. 1:0 für Dawson! Energiegeladen durch die gehaltvolle Mahlzeit, beschlossen wir spontan eine kleine Abendwanderung zu unternehmen. Es ging zum prominentesten Aussichtspunkt des Ortes, dem ca. 500 Höhenmeter über Dawson liegenden Midnight Dome. Nach einem extrem steilen Aufstieg, ca. 2 Stunden später, erwartete uns eine wundervolle Aussicht auf den Yukon im Abendrot. Einfach unglaublich. Unsere tiefroten, schweißnassen Gesichter müssen wohl etwas mitleidserregend auf die anderen Besucher gewirkt haben, denn schon kurz nachdem wir die Spitze erreicht hatten, wurde uns eine Mitfahrgelegenheit zurück ins Tal angeboten, die wir dankend annahmen.
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  • Dempster Desaster

    August 26, 2023 in Canada ⋅ ⛅ 21 °C

    Kurz nach 11 Uhr (Check Out Zeit) verließen wir den Campingplatz, um 10 Meter weiter wieder zum stehen zu kommen und das Wifi des Campingplatzes für einige weitere Stunden nutzen können. Der Blog wollte auch mal wieder geupdatet werden. Unsere Mittagspause von der anstrengenden Abreit verbrachten wir auf dem Midnight Dome, dieses Mal fuhren wir Faulis aber mit dem Camper hoch. Wieder hatten wir eine phänomenale Aussicht auf den Yukon und die umgebende Bergkette. Als I-Tüpfelchen schmissen sich dann noch zwei Paraglider vor diesem Hintergrund vor unserer Kamera.
    Nach einem kurzen Einkaufsbummel zog es uns dann weiter Richtung Süden. Ziel 1 des Tages sollte der Tombstone Territorial Park sein, der sich zwischen Kilometer 50- 100 des Dempster Highways (schlechste Straße Kanadas, schlimmer als der Dalton Highway in Alaska) erstreckt. Allerdings kapitulierten wir nach 10 km, da die Straßenbedingungen einfach zu schlecht waren und wir womöglich die Gutmütigkeit unseres Campers überstrapaziert hätten. Wir drehten also um und fuhren den North Klondike Highway weiter Richtung Süden. Da es eh schon relativ spät war, übernachteten wir an einem kleinen Fluss (Clear Creek) in der Nähe des Highways, schrieben den Blog weiter und konnten die Welt noch in einem tiefroten Abendlicht versinken sehen.
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  • Elchlos in Kanada

    August 27, 2023 in Canada ⋅ ☁️ 22 °C

    Weiter ging es den endloslangen Highway entlang Richtung  Süden. An diesem Tag stieg unsere Hoffnung noch mal einen Elch zu sehen. Wir fuhren die ersten 20 Kilometer des Silver Trail Highway Richtung Keno. Dieses Gebiet sollte ein ausgezeichneter Lebensraum für Elche sein. Die Jagd auf Elche ist verboten und vor allem Elchkühe können dort in Ruhe ihre Kälber gebären. Aber es gibt da so ein ungeschriebenes Gesetz, welches auch im Shoppingbereich (vor allem in der Textilindustrie) Anwendung findet: Wenn man auf der Suche nach etwas ist, findet man nichts. So war es an diesem Tag ebenfalls. Außer Tannenhühner, die wie Polizeibeamte mit langem Hals am Straßenrand standen und den Eindruck machten als würden sie uns im nächsten Moment wegen zu schnellen Fahrens anhalten und ein Bußgeld abknöpfen sowie der stark suizidalen Eichhörnchen, die wie besessen ständig direkt vor dem Auto über die Straße flitzten, war nichts zu sehen.
    Also auf zur nächsten Stelle, die in vielen Broschüren als Elchimperium angekündigt wurde: Der 24km vom Highway entfernte Ethellake.
    Hier sollte es besonders viele  Felsengebirgstannen geben, die Elche wohl zu schätzen wissen. Offensichtlich schien unser Reiseführer nicht ganz aktuell zu sein, denn wir bekamen auf fast der gesamten Strecke nur deren Skelette zu sehen. Hier fühlt man sich als Elch wahrscheinlich eher nicht so richtig  wohl. Wir fuhren die rumpelige Abenteuerstraße trotzdem bis zum Ende durch und mussten die Geduld unseres Campers doch noch mal in Anspruch nehmen. In der festen Überzeugung, dort unten am See in völliger Einsamkeit zu campen, wurden wir kurze Zeit später eines Besseren belehrt. Auf dem Campground standen bereits 5 weitere Camper, deren Inhalt offensichtlich auf Angelaktivitäten aus war. Nach einem Spaziergang in den angrenzenden stillen Wald, ließen wir den Abend bei einem ramontischen Feuerchen direkt am spiegelglatten See ausklingen.
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  • Cruisen Cruisen Cruise Canada

    August 28, 2023 in Canada ⋅ ⛅ 24 °C

    Rumpeldiepumpel machten wir uns wieder auf den Weg Richtung Zivilisation (Highway). Bei wunderschönstem Sommerwetter cruisten wir immer weiter Richtung Süden (Whitehorse). Auf unserem Weg hielten wir bei den Five Finger Rapids, einer mit markanten Felsformationen gesäumten Engstelle des Yukon Rivers. Außerdem bot uns der Lehrpfad am Fox Lake, wo es 1998 einen großen durch Menschen verursachten Waldbrand gegeben hat, eine willkommene Abwechslung zur langen Autofahrt. Hier wurde vor allem erklärt, warum Waldbrände für das Ökosystem so wichtig sind und man konnte live sehen, welche Tiere und Pflanzen sich in den verschiedenen Wachstumstadien nach dem Waldbrand wieder ansiedeln und wachsen. Kurz nachdem wir Whitehorse passiert hatten, es war inzwischen wieder später Abend geworden,  fanden wir unseren Schlafplatz am Swan Haven, wo wir einen tollen Mondaufgang über dem See beobachten konnten.Read more

  • Abstecher ins Britische Kolumbien

    August 29, 2023 in Canada ⋅ ⛅ 21 °C

    Wieder bei bestem Wetter ging es weiter nach Atlin, einem Sackgassenort ca. 200 km südlich von Whitehorse.  Dieser liegt am großen Atlin Lake, in dem sich die umliegenden Bergkettem im kristallklaren Wasser spiegeln. Funfact: Hier gibt es die höchste Erhebung auf einer Binnenseeinsel der Welt. Wir steuerten den direkt am See gelegenen RV Campground Norsemen an. Der Campground Besitzer zeigte uns bei der Anmeldung stolz Fotos eines schwarzen Bären, der ca. 30 Minuten vor unserer Ankunft über den Campingplatz spatziert ist. Das war doch ein Platz nach unserem Geschmack. Bei unserer anschließenden Wanderung auf den Monarch Mountain lief dementsprechend auch unsere Bear Awareness wieder auf Hochtouren. Schon während des steilen Aufstieges erwarteten uns prächtige Panorama Ausblicke. Auf der zugigen Spitze konnten wir 360° spektakuläre Landschaft genießen. Mit Bärenhunger begaben wir uns auf den kniezernürbenden Abstieg. Abends belohnten wir uns mit Bratkartoffeln, Bier und brennendem Holz.Read more

  • Kurz vor der Havarie

    August 30, 2023 in Canada ⋅ ☁️ 16 °C

    Am Vortag hatten wir  beschlossen, den See aus nächster Nähe zu erkunden. Der Campingplatzbesitzer hatte uns dazu auch einen Kanuverleih empfohlen. Die professionelle Ausleihe sah wie folgt aus: 10 $ in den Briefkasten schmeißen, Boot und Paddel schnappen, die auf der Wiese lagen und eine Schwimmweste vom nächstgelegenen Boot stibitzen. Da die See an diesem Tag ziemlich rau war, sollte eine kurze Testfahrt ohne zusätzliche Ladung zeigen, ob wir ein paar Meter weit kommen oder direkt absaufen. Erfolgreich meisterten wir die Probefahrt, legten wieder an, um Proviant einzupacken und starteten zur Tagestour. Da sich die Wind- und Wellensituation in dieser kurzen Zeit verschärft hatte, mussten wir zu unserem Entsetzen feststellen, dass nun mit jeder Welle ca. 3 l Wasser über Berits Beine in das Boot schwappten. Auf diese Weise hätten wir noch schneller den Grund des Sees, als die nächstgelegene Insel (250 m) erreicht. Schweren Herzens mussten wir die Kanutour abbrechen. Den restlichen Tag verbrachten wir sicher auf dem Trockenen und erkundeten jede Ecke des hübschen Ortes. Nachdem wir Jäger und Sammler, Holz und Zucker für unser Abendessen rangeschafft hatten, genossen wir über unserem abendlichen Feuer Stockbrot und heimische Hopfenköstlichenkeiten.Read more

  • Ein Tag mit tierischen Überraschungen

    August 31, 2023 in the United States ⋅ ☁️ 13 °C

    Wir starteten den Tag mit einem kurzen Stop im Tante Emma Laden Atlins, um der Shopkatze Auf Wiedersehen zu sagen. Als Alibi kauften wir uns noch drei Äpfel und zwei Cookies, damit es nicht so arg auffiel, dass wir nur wegen der Katze dort einfielen. Noch ein kurzer Halt an der überaus ekligen Dumpstation drei Kilometer außerhalb von Atlin, schon liefen uns drei Wapiti Hirschkühe über den Weg. Zumindest glauben wir, dass es welche waren, müssen das aber nochmal genauer recherchieren. Weiter gings dann über die wunderschönen Panorama Highways nach Carcross. Dort legten wir eine längere Pause ein, besuchten die kleinste Wüste der Welt und schlossen Freundschaft mit einem herrenlose Hund am Strand (dessen Hauptinteresse unserem Essen galt).
    Zurück auf dem Highway setzten wir unsere Reise Richtung Skagway fort. Eine spannende Fahrt, denn auf dieser Strecke, zwischen Bergen eingekesselt, zog ein heftiger Wind, der uns fast von der Straße fegte. Es hieß also langsam fahren. Bei einem kurzen Halt, um die wieder einmal atemberaubende Landschaft aufzunehmen, entdeckten wir doch tatsächlich, endlich mal, Dall Schafe hoch oben in den Bergen. Wir freuten uns sehr! Die Freude sollte kurze Zeit später noch größer werden, als uns eine alaskanische Fahrradfahrerin aus Haines darauf aufmerksam machte, dass sich ca. 100 m weiter eine Bärin mit ihren Jungen am Straßenrand aufhielt. Wir fuhren etwas näher ran und konnten tatsächlich einen Blick auf sie erhaschen. Sie wollte offensichtlich die Straße mit den beiden Kleinen überqueren und wurde durch unsere Anwesenheit sichtlich gestört. Wir drehten also um und fuhren zurück zur Radfahrerin, deren Freundin sie inzwischen eingeholt hatte. Auf Grund der Bärensituation, des starken Windes und der eisigen Temperaturen, fragten die Mädels uns, ob wir sie ein Stück mitnehmen könnten. Das machten wir nur zu gerne und ließen die beiden kurz vor der alaskanischen Grenze, auf dem höchsten Punkt der Strecke, wieder raus. Letzter Halt und Übernachtungsort an diesem Tag war dann Skagway.
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  • Flucht aus Skagway

    September 1, 2023 in the United States ⋅ ☁️ 14 °C

    Den Vormittag verbrachten wir damit, in Skagway vergeblich Pancakes zu jagen. Skagway besteht im Wesentlichen aus einer langen Hauptstraße, wo sich Souvenirshops, Juveliere und Cafes ununterbrochen aneinanderreihen. Wir mussten uns durch massenweise Kreuzfahrtschifftouristen, mit ihrem einzigen Ziel in den Geschäften Beute zu machen, hindurchkämpfen. Wir waren verstört und uns verging die Lust weiter zu suchen. In einer fast menschenleeren Nebenstraße fanden wir eine puztige Bäckerei, wo wir uns eine Zimtschnecke holten und dann stiefelten wir wieder zurück zum Camper, um zu frühstücken. Gegen 15 Uhr nahmen wir die Fähre nach Haines. Haines sollte der südlichste Punkt unserer Reise werden und liegt ungefähr auf der Höhe von Stockholm. Im Vergleich dazu liegt der nördlichste Punkt, den wir erreicht haben, der Atigun Pass, ungefähr auf der Höhe Narviks bei den Lofoten (Info kommt von Jan ;)). Eine wunderschöne und sehr sehr windige Fahrt durch den Fjord begann. Uns standen die Haare zu Berge, das war ein riesen Spaß und nicht nur wir erfreuten uns an dem starken Wind. Wie wenig es doch braucht, um das Kind im Erwachsenen zu wecken.
    In Haines angekommen, nahmen wir direkt Kurs auf den etwas außerhalb gelegenen Chilkoot River. Hier sollte es viele Lachse und vor allem Braunbären geben, die man beim Fischen beobachten kann. Da zunächst nichts zu sehen war, fuhren wir ein wenig in der Gegend herum. Als wir gegen 19:30 Uhr zurück zum Fluss fuhren, hatte sich eine Braunbärin mit ihren drei Jungen bereits zum Fluss gewagt und war im vollen Eifer bei der Nahrungssuche. Fasziniert beobachteten wir, zusammen mit einer handvoll anderer Interessierter, die drei aus sicherer Entfernung direkt neben unserem Camper. Als wir uns kurz umdrehten, tauchte plötzlich ein riesiges Braunbärmännchen hinter uns auf und überquerte die Straße, keine 30 Meter von uns entfernt. Er würdigte uns eines kurzen Blickes und ging dann weiter die Böschung herunter direkt auf die kleine Bärenfamilie zu. Wir konnten kaum glauben, was um uns herum passierte. Es war eine unwirkliche Situation, in der wir uns da befanden. Das Männchen ging unbeeindruckt an den anderen vorbei und fing ebenfalls an, den Fluss nach fetten Lachsen zu durchkämmen. Wir beobachteten dieses Spektakel noch eine ganze Weile bis letztendlich vier ausgewachsene Braunbären und drei Jungtiere zu sehen waren. Zwei der Bären kamen sich bei der Jagd etwas in die Quere und eine wilde Verfolgungsjagd bis in den Wald begann. Es fühlte sich so an, als ob wir mitten in einer Naturdoku über Alaska und seine wilden Bewohner standen, nur, dass wir kein natürlicher Teil dieses Schauspiels sein sollten. Trotzdem war es ein unglaubliches und aufregendes Ereignis.
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  • Grenzhopping

    September 2, 2023 in Canada ⋅ ☁️ 8 °C

    So wie der letzte Abend endete, begann der nächste Morgen. Die Nacht hatten wir auf einem RV Campground verbracht, welcher sich in der Nähe des Chilkoot Lakes und Rivers befand.  Beide Gewässer hatten übrigens eine unglaublich schöne türkise Farbe. Wir fuhren wieder am Fluss entlang und entdeckten eine kleine Menschenansammlung, die darauf hindeutet, dass es etwas zu sehen gab. Und dieses Etwas war natürlich wieder ein Bär, genauer gesagt eine Braunbärin mit zwei Jungen, die der gleichen Aktivität, wie die Bären am Vorabend nachging. Wieder war es spektakulär ihr bei der Jagd zuzusehen. Noch aufregender wurde es, als sie sich einer Gruppe Anglern näherte, die das gleiche Ziel, wie sie verfolgten. Alle Angler, die in der Nähe des Ufers standen  gingen langsam zur Straße hoch und der Rest versammelte sich in der Mitte des Flusses und bildete einen großen Kreis. Die Bärin war allerdings eher unbeeindruckt vom Geschehen um sie herum und waltete weiter ihres Amtes.
    Wir erkundeten anschließend ein wenig den alten Fischerort (Berit erkundete vor allem die Souvenirshops) und danach ging es weiter zum Chilkat State Park. Dort hatten wir fantastische Ausblicke auf die umliegenden Berge und Gletscher und hatten sogar das Glück an dem menschenleeren Ort einen Weißkopfseeadler mit seinem Jungtier zu beobachten. Der Begriff Jungtier ist hier etwas irreführend, da man sich vielleicht einen kleinen süßen Baby Vogel vorstellt, der von seinen Eltern gefüttert wird. Die Jungtiere diese Adler haben inzwischen aber bereits die Körpergröße ihrer Eltern erreicht, allerdings noch ein eher bräunliches Federkleid, welches sich erst in den ersten Lebensjahren langsam verändert. Zurück in Haines stärkten wir uns nochmal mit einer anständigen lachsigen Mahlzeit in der Hafenküche - der leckerste Lachs bisher, aber die Beileigen waren eher fad - bevor wir unsere Reise gegen 19 Uhr abends Richtung Norden (Kluane National Park) fortsetzten, in der Hoffnung Polarlichter bestaunen zu können. Auf dem Weg fuhren wir durch das Bald Eagle Preserve, in dem sich ab Oktober tausende Weißkopfseeadler versammeln. Die größte Ansammlung dieser Tiere weltweit. Zudem passierten wir mal wieder die Grenze nach Kanada, wo wir diesmal etwas intensiver als sonst verhört wurden. Die Straße führte hoch in die Berge und statt Polarlichter sahen wir nur Nebel und Regen. Wir übernachteten mal wieder mitten im Nirgendwo.
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  • Erdhamster pflastern unseren Weg

    September 3, 2023 in Canada ⋅ ☁️ 8 °C

    Aufgeweckt wurden wir in eisiger Kälte von der jungen Bergsonne. Wunderschöne schneebedeckte Berggipfel erwarteten uns an diesem Morgen sowie ca. fünf weitere Camper und Elchjäger um uns herum. Erstmal fuhren wir ein paar Kilometer zurück, um zu sehen, was wir am Vorabend in der Dunkelheit landschaftlich verpasst hatten. Da der Tank sich aber zunehmend leerte, drehten wir zeitig wieder um. An der bereits aufgewärmten Straße standen viele Erdhamster, die nach der kalten Nacht, ihr Bäuchlein in die Sonne hielten. Sehr süß die kleinen Racker. Sie senken übrigens während des Winterschlafes ihre Körpertemperatur auf unter 0 Grad C° und verlieren in dieser Zeit kaum an Gewicht. Wir fuhren eine Weile weiter und erreichten den Kluane Nationalpark, wo wir an diesem Tag noch zwei kleinere Wanderungen unternahmen. Eine davon ging das steinige Schuttfeld eines ehemaligen Gletschers hoch. Die Beschreibungen dieses Weges hatte Berit zuvor falsch verstanden, sie dachte, es geht zu einem aktiven Gletscher, was ihre Motivation den Berg zu erklimmen wesentlich erhöhte. Oben angekommen, war die Enttäuschung dann entsprechend groß.
    Gegen frühen Abend kamen wir in Haines Junction an und verbrachten dort die Nacht. Fleißig schrieben wir die Texte für den Blog und sortierten unsere Fotos bis spät in die Nacht, nahmen uns dabei gleichzeitig vor, am nächsten morgen sehr früh aufzustehen, um auf einem naheliegenden Wanderweg Tiere zu beobachten. Was für ein naiver Plan.
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  • Der frühe Vogel kann uns mal

    September 4, 2023 in Canada ⋅ ☁️ 9 °C

    Natürlich standen wir an diesem Morgen nicht früh auf, sondern schliefen, wie sonst auch immer, aus. Unseren Plan, den Wanderweg zu laufen und Tiere zu beobachten, verfolgten wir trotzdem weiter. Zu Beginn begegneten wir auf dem Weg drei anderen deutschen Reisenden, die eine nervtötende Bärenglocke dabei hatten. Neben der Tatsache, dass das durchgehende Gebimmel uns (hauptsächlich Berit) unglaublich aggressiv machte, konnte es so mit der Wildtierbeobachtung nichts werden.  Wir bleiben also an einer Stelle stehen und brachten einen gehörigen Abstand zwischen uns und die Unruhestifter. Ein herrliches Geräusch diese Ruhe! Wir gingen gemütlichen Schrittes weiter, beobachteten verschiedene Vogelarten, haufenweise Eichhörnchen und als Krönung eine Bisamratte, die wir laienhafterweise zunächst als einen Biber identifizierten, welche, wie wir nach kurzer Recherche herausfanden, mal schlappe 19 kg mehr als Bisamratten wiegen. Wieder was gelernt!
    Unsere kreativen Ergüsse des Vorabends luden wir anschließend mit Hilfe des W-LANS im durchaus beeindruckenden Visitor Center des Ortes, das eher einem Museum als einem Visitor Center glich, hoch. Bei strahlendem Sonnenschein fuhren wir weiter durch den Park Richtung Norden, mit dem Ziel Kluane Lake, dem größten See des Nationalparks. Noch in Haines Junction nahmen wir zwei Tramper aus Deutschland mit (wir sind aber auch nett), die das gleiche Ziel wie wir hatten. Mit sehr interessanten Gesprächen durch eine atemberaubenden Umgebung, vergingen die nächsten 70km wie im Flug.
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  • Wo die Tiere den Wald nicht verließen

    September 5, 2023 in the United States ⋅ ☁️ 15 °C

    An diesem Morgen sind wir ausnahmsweise doch mal etwas früher aufgestanden, um eine etwas längere Wandung (5 1/2 Stunden) zu unternehmen. Nachdem eine Elster gegen unser kleines Camperfenster geflogen ist und sich anschließend lautstark darüber beschwert hat, was uns denn einfällt, in ihrer morgendlichen Flugroute zu parken, ging es bei blauem Himmel und Sonnenschein satt den Sheep Creek Trail in der Nähe vom Kluane Lake hoch. Ein wunderschöner Trail durch Nadelwald mit immer wieder tollen Ausblicken auf das vom Gletscher geformten Tal und die umliegenden Berge.  Auf dieser Tour sind uns hauptsächlich die kleinen Bewohner des Waldes begegnet. Natürlich wieder jede Menge Eichhörnchen, Tannenhühner, Vögel und unser persönliches Highlight, drei nicht kamerascheue Streifenhörnchen. Zum Schluss konnten wir auch nochmal ein paar Dall Schafe als klitzekleine weiße Punkte ganz hoch oben in den Bergen entdecken. Einfach beeindruckend wie leicht sich diese Tiere an den steilen Berghängen bewegen können und dass sie auf den scheinbar blanken Felsen etwas zu fressen finden. Gegen Nachmittag machten wir uns dann wieder auf den Weg. Wir steuerten Tok an, das wir an diesem Tag noch erreichen wollten. Langsam merkten wir, dass uns die Zeit davon lief. Gerne wären wir noch länger im Kluane Nationalpark geblieben und mehr gewandert.
    Tok erreichten wir an diesem Tag zwar nicht mehr, aber immerhin schafften wir es noch die Grenze zu überqueren. Alaska hatte uns wieder zurück.
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