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  • Day138

    Cusco, Sacred Valley & Rainbow Mountains

    March 24 in Peru ⋅ ⛅ 16 °C

    Nach den Strapatzen der letzten Tagen gönnen wir uns erstmals einen Ruhetag in Cusco. Auf dem Program stehen eine eineinhalbstündige Massage mit heissen Steinen (für CHF 25). Zudem müssen die Kleider in die Reinigung gegeben werden. So einen grossen und stinkigen Wäschesack hatten wir noch selten. Umso grösser die Freude, als am Abend alles wieder sauber zurückkommt. Zum Znacht verabreden wir uns mit Bettina, unsere Schweizer Reisekollegin, die wir schon in Chile zweimal getroffen haben. Sie erzählt uns von ihrer Zeit in Equador und hinterlässt uns einige Tipps. Im Restaurant Organika werden wir mit Alpaca Steak auf einem (mit Blumen) wunderschön angerichteten Teller kulinarisch verwöhnt. Ich darf dabei einfach nicht zu fest an dieses härzige Tier denken.
    Mit neuem Tatendrang ist am nächsten Tag bereits wieder um 5h30 tagwach. Heute geht es ins Valle Sacrado (heilige Tal). Wir wissen, dass auch Helen und Felix (das schwedische Paar, welches wir in Chile kennengelernt haben und in Sucre, Bolivien wieder getroffen haben) in Cusco sind und diese Tour gebucht haben. Wir wollten Sie überraschen und haben ihnen am Vortag geschrieben, dass Dani noch nicht fit ist für die Tour. Als sie uns dann am Morgen am Trefdpunkt sehen, ist die Freude dementsprechend gross. Eigentlich wären die beiden schon in Ecuador aber sie mussten ihre Reise für drei Wochen unterbrechen, da es Helen gesundheitlich sehr schlecht ging. Vermutlich etwas schlechtes gegessen oder sonst etwas eingefangen. Sie war nahe dran, die Reise abzubrechen und nach Hause zu gehen aber zum Glück hatten die zweiten Medis dann doch geholfen.
    Die Tour gibt uns spannende Einblicke in das Leben und die Vergangenheit dieses Tals. Wir erhalten eine Demonstration über das Kunsthandwerk. Angefangen beim Waschen der Alpaka Wolle über das Färben mit natürlichen Farben (aus Mais, Blättern, Tierchen...) bis zum Herstellen des Schaals, Pullover, Tischtuch etc. Wie besichtigen verschiedene Ruinen und erhalten Erklärungen zum Inca Imperium, welche uns in Staunen versetzt. Die Perfektion, mit welcher die "Gebäude" gebaut wurden, ist unglaublich eindrücklich. Die Steine wurden aus mehreren Kilometer entfernten Bergen, teils über Flüsse herangeschleppt und milimetergenau präpariert - ohne Maschinen wohlgesagt. Auch der Besuch einer Salzfläche sowie landwirtschaftlichen Experimentterassen der Inkas sind im Program dabei. Zum Abschluss des Tages wird uns noch gezeigt, wie Silberschmuck in Kombination mit verschiedenen Steinen hergestellt wird. Ich kann der Versuchung nicht widerstehen und kaufe mir ein Paar Ohrringe mit dem energiespendenden Machu Picchu Stein drin.

    Nebst Ruinen bietet die Umgebung auch natürliche Besonderheiten. So geht es in einem weiteren Tagesausflug zu den Regenbogenbergen. 3 Stunden Fahrt hin und 3 Stunden zurück liegen völlig im Rahmen für die Verhältnisse hier. Vor einigen Tagen waren die Bergen mit Schnee bedeckt und die tollen Farben waren dementsprechend nicht zu sehen. So hoffen wir das Beste, nach dem Machu Picchu haben wir nun etwas Wetterglück mehr als verdient. Die Wanderung beginnt auf 4700 Meter und geht auf 5100 Meter hoch. Die 4 KM sind dementsprechend überdurchschnittlich anstrengend (für mich mehr als für Dani). Trotzdem kann ich dem Pferde-Transport-gegen-Aufpreis widerstehen und komme dem Ziel Schritt für Schritt näher. Der Weg selber hat schon tolle Aussichten zu bieten. Endlich oben angekommen ist die Erleichterung gross - die Farben, je nach Gestein und Mineralien eine andere, sind wunderschön zu sehen, sogar die Sonne lässt einige Strahlen durchsackern. Vom Schnee sind noch einige Überbleibsel da, was dem Regenbogenberg noch eine weitere Farbe verleiht.

    Am 24. März ist Dani's Geburtstag. Wie kann man ihn glücklich machen? Ein leckeres Frühstück, feiner italienischer Kaffee & süsse Waffeln mit Erdbeeren, Banane und Nutella, einen Schokoladenworkshop - von der Bohne bis zur Tafel und zum Abschluss eine italienische Pizza mit einem guten Gläschen Wein.
    Zudem haben wir eine Free Walking Tour gemacht, um Cusco noch etwas besser kennenzulernen. Der Schwerpunkt bildet die Geschichte und die Überbleibsel der Inkas. In Cusco sind ein paar wenige Steinmauern erhalten geblieben und auch hier ist die Perfektion unübersehbar und es ist nicht schwierig zu unterscheiden, was von den Inkas gemacht wurde und was erst später. Cusco hat allgemein ein sehr ansehliches Zentrum. Der Tourist findet alles was das Herz begehrt und wird am Plaza de Armas etwa alle 10 Sekunden angequatscht - Massage? Dinner? Tour? Machu Picchu? Souvenir? Am Anfang versuchten wir noch allen freundliche "no gracias" zu sagen, bis dies irgendwann zu anstrengend wird.

    Ich habe lange überlegt, nochmals auf den Machu Picchu zu gehen, um das ganze noch in "schön" zu sehen. Konnte mich fast nicht entscheiden aber schlussendlich haben die hohen Kosten von CHF 200, die "keine Lust nochmals zu gehen" von Dani und die warmen Wetteraussichten in Lima dagegen gesprochen.
    Nun geht's mit dem Flugi in die Hauptstadt Lima, wo uns viel Wärme und leckeres Essen (unsere Mägen sind zum Glück wieder fit!) erwartet, juhuii.
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