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  • Day26

    Huayna Potosí

    May 29 in Bolivia ⋅ ⛅ 6 °C

    Wenn ich schon einmal in Bolivien bin, habe ich mir gedacht, dann kann ich auch einen Berg besteigen. Also habe ich geschaut welche Berge es so in der Nähe von La Paz gibt...
    Nun ja, es waren quasi alles 6000er. Aber da ich mir nun schon einmal in den Kopf gesetzt hatte einen zu besteigen, musste ich es nun auch durch ziehen. Ich habe mir den leichtesten ausgesucht. Den quasi "Hausberg" von La Paz - den Potosi. Nur 2 Stunden von der Staft entfernt beginnt die Wanderung auf 4700m. Mit der gesamten Ausrüstung, also Schuhn, wärmen Klamotten, Schlafsack, Spikes usw. Geht es dann auf 5150m, wo übernachtet wird. Um Mitternacht wird man geweckt und es geht die letzten 1000m in 5-6h mach oben. Mit leichtem Gepäck diesmal. Am selben Tag nach Sonnenaufgang geht es dann auch wieder bis ganz runter.
    Ich bin wirklich froh es gemacht zu haben und es war eine tolle Erfahrung. Es hat sehr viel Spas gemacht und kann es nur empfehlen. Mama, Oma hier bitte aufhören zu lesen :)

    Ok! Un der Wahrheit die Ehre zu geben: es war so hart!!! So hart. Es hat so weh getan. Allein die paar Höhenmeter mit dem Gepäck waren schon furchtbar. Wir haben so lang gebraucht weil man kaum Luft bekommen hat. Und dann der Aufstieg zum Gipfel. Als ich überlegt habe aufzugeben, meinte unser Guide: wir hätten jetzt die Hälfte geschafft. Nach 10min hinter dem Basecamp gab es nur noch Schnee und Eis und ohne Spikes und Eispickel war kein Vorankommen möglich...

    Bei Minus 15 Grad sind mir auch die ersten Tränen auf dem Gesicht gefrohren. Die letzten 45 Grad Steigung haben mir alles abverlangt. Alle 30 Schritte brauchte ich eine Pause. Niemals hoch schauen. Das war zu entmutigend, wie viel noch vor einem lag. Je nach Wetterbedingungen schaffen es 70-90% nicht bis ganz nach oben.

    Umso erhebender war es dann endlich tatsächlich nach einer unendlich langen Zeit oben anzukommen. Pünktlich zum Sonnenuntergang und mit einem grandiosen Blick über La Paz setze ich meinen Fus, so wie 20 andere auf den Gipfel. Die riesige Stadt erstreckte sich winzig unter uns. Und man konnte bei klarsten Verhältnissen bis weit in die Ferne schauen. Ich war fast zu ko um das Ganze wirklich richtig erfassen zu können. Aber über glücklich. Der Anstieg war fast genau so schlimm und anstrengend wie der Aufstieg. Aber mir wurde hier erst richtig bewusst, was ich in der Nacht nicht sehen konnte (und wofür ich dankbar war) wie gewaltig und steil dieser Berg doch wirklich war. (Und das ist der einfachste).

    Was ich oben gesagt habe, meinte ich ernst. Ich bin wirklich froh es gemacht zu haben. Und auch ein wenig stolz. Aber ein weiteres Mal werde ich keine 6000m mehr erklimmen. Mit 6088m habe ich den Potosi bewältigt und kann meinen Haken hinter die 6 setzen. Aber höher treibt mich nichts mehr. Das überlasse ich ab hier gern den Profis ;)
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