January 2017
  • Day57

    Rio: Pao de Acucar (10.03.17)

    March 10, 2017 in Brazil ⋅ ☀️ 34 °C

    Der 396m hohe Gipfel des “Pao de Acucar” genannten Bergs bietet eine grossartige Aussicht auf die Stadt. Man sieht den von Postkarten bekannten Teil der “Cidade Maravilhosa” vom Corcovado mit der Christusstatue im Westen bis zur Copacabana im Sueden. Man erreicht den Berg ueber eine Seilbahn die zunaechst auf dem kleineren 220m hohen “Morro da Urca” halt macht, bevor es dann zum Hauptgipfel weitergeht. Auf beiden Gipfeln gibt es mehrere Aussichtspunkte und Geschaefte.

    Gemeinsam mit unserer Freundin Rafaela, die uns schon in Boipeba und Salvador streckenweise begleitete, hatten wir am 10.03 einen entspannten Nachmittag in luftiger Hoehe. Beide Gipfel waren recht voll mit Hobbyfotografen, eng wurde es aber nicht. Insgesamt haben sich die 80R$ pro Kopf aber gelohnt. Besonders die Aussicht mit den letzten Sonnenstrahlen war selbstverstaendlich beeindruckend! Erwaehnenswert waere an dieser Stelle noch, dass uns bei einem geschickten Ablenkungsmanoever mit einem blauaugigen Mann, der behauptete deutsche Wurzeln zu haben, eine weisse Plastiktuete mit vollen Wasserflaschen gestohlen wurde :D. Da war dann eher lustig als aergerlich. Vermutlich verlief des Manoever in Partnerarbeit.
    Abends machten wir uns dann noch auf zur Kueste von “Urca”, wo sich vorwiegend die “Cariocas” (Bewohner Rios) abends zum Bierchen oder “Petisco” (Snack) treffen. Dort verweilten wir noch eine Weile auf der Mauer mit dem Ruecken zum Meer sitzend.
    Als wir spuerten, dass wir mehr Aufmerksamkeit bekamen als uns lieb war beendeten wir den Abend zufrieden.
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  • Day53

    Salvador - Barra (15.01.17 – 09.03.17)

    March 6, 2017 in Brazil ⋅ ☀️ 30 °C

    Barra ist ein altbekanntes und früher gutbürgerliches Viertel von Salvador. Heute leben hier viele Familien der Mittel- und Oberschicht in den vielen Hochhäusern vor der Küste. Es gibt nur noch sehr vereinzelt alte, kleine Häuser zwischen den Betonbauten.

    Barra zeichnet sich durch seine Lage an einer viel frequentierten Küste aus und dadurch, dass alles wesentliche zu Fuß erreichbar ist. Daher residieren hier unter Anderem gerne Senioren. Alles ist nahe beisammen: Supermärkte, das große Shopping Center „Barra Shopping“, Filialen aller großen Banken, gute medizinische Versorgung, Sportstudios, Straßenmarktstände, viele Restaurants in allen Preisklassen, Post und natürlich die Stadtstrände „Praia do Farol“ und „Praia do Porto“.
    Die beiden Strände erstrecken sich zwischen 3 Landzungen, auf denen jeweils eine Festung aus der Kolonialzeit steht (Forte Sao Diogo, Forte Santa Maria, Forte Santo Antonio da Barra)
    Das letztere Forte ist das älteste (1698 erbaut). Es ist gemeinhin unter dem Namen „Farol“ bekannt und dieser bezieht sich auf den Leuchtturm im inneren der Mauern. Der Leuchtturm gilt als ältester Südamerikas und beherbergt das sehenswerte „Museu Náutico da Bahia"
    (ein Schifffahrtsmuseum).

    Ich empfehle den Strand Farol und wer es gerne was ruhiger hat den Strand zwischen dem Leuchturm und Forte Santa Maria (der ist felsig). Man sollte an den Stränden für Sonnenschirm und Klappstuhl nur zwischen 20 und 15R$ bezahlen und das Geld glatt zur Verfügung haben (und bitte vorher die Gerätschaften auswählen). Vormittags ist die beste Strandzeit, aber auch am späten Nachmittag drückt die Hitze nicht zu sehr. Man sieht öfters Strandfußballer, oder Surfer und abends werden Strandfitness-Kurse angeboten. Das Wetter ist meistens heiß hier zu dieser Jahreszeit, daher empfiehlt es sich eine Siesta einzulegen und eher früh aufzustehen.

    Entlang der langen Strandpromenade gibt es viele Ausgehmöglichkeiten (besonders abends) und hier findet auch der „Carneval“ statt. Vor dem Farol wird „Arracaje“ in kleinen Ständen angeboten. Weitere gute und günstigere Restaurants findet man auf den Hauptstraßen „Rua Marques de Caravelas“ und der „Rua Princesa Isabel“, sowie auf den Seitenstraßen zwischen den beiden großen Straßen. Wir haben u. A. häufig auf das Buffet von „Porto do Pao“ zurückgegriffen. Bei Gelegenheit sollte man sich auch mal einen kalten „Acai“ gönnen.

    Barra ist überschaubar genug, dass die Leute die Gesichter kennen welche in den Straßen vorüber ziehen, jedoch auch diese ausfindig machen welche nicht hier leben. Das Viertel gilt als sicher, aber zur späten Stunde sollte man aufpassen, da Überfälle nicht auszuschließen sind. Im Gewusel an den Stränden sollte man seine Sachen nicht aus den Augen lassen, weil gerade Touristen gerne beobachtet werden. Die sog. „Reis da Praia“ (Jugendliche Kleindiebe) halten von der Promenade gerne Ausschau nach Wertsachen. Als „Estrangeiro“ oder „Gringo“ erweckt man Aufmerksamkeit, man ist hier aber keine Ausnahme. Die meisten Brasilianer und natürlich alle die um Kundschaft buhlen sind einem offen zugewandt. Gerade von ärmeren Menschen aus einer schlechteren Einkommensklasse bekommt man aber auch abwertende und hasserfüllte oder sehr gierige Blicke zugeworfen was nicht so angenehm ist. Zu offenen Beleidigungen kommt es meiner Erfahrung nach nicht, jedoch kommt es mitunter vor, dass hinter dem Rücken abfällig getratscht wird. Das stört natürlich und kann trotz der ganzen Ausgelassenheit und der Sonne die Laune trüben.

    Elena und ich sind während des Zeitraums vom 15.01.17 – 09.03.17 die meiste Zeit in Barra gewesen. Wir lebten bei einer sehr netten Gastfamilie im 11. Stock mit Blick aufs Meer in der Rua Oscar Carrascosa 195. Die "Gastmutter" Marisa Spinola vermietet die konfortablen Zimmer schon seit vielen Jahren. Sie ist unter marisaspinola03@gmail.com erreichbar. Uns wurde dieses Nest über eine Sprachschule "Instituto Cultural Idioma" vermittelt, die Elena für vier Wochen mit Erfolg besucht hat (http://www.icicultural.com/de/).
    Von unserem Nest hier unternahmen wir alle Ausflüge in der Region. Während Elenas Unterrichtszeit in der Schule widmete ich meine Zeit einem Sportstudio um mich wieder etwas in Form zu bringen. Dabei habe ich mir eine leichte Verletzung zugezogen, was unseren Aufenthalt hier zwangsläufig um einige Zeit verlängert hat.

    Wir sind dankbar für die gute Unterkunft hier bei der guten Lage und für die guten Leute die wir vor allem über die Sprachschule kennenlernen durften. Aber jetzt ist es an der Zeit weiter zu ziehen!
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  • Day52

    Salvador - Cidade Alta, Pelorinho, Carmo

    March 5, 2017 in Brazil ⋅ ☀️ 31 °C

    Die „Cidade Alta“, welche meines Wissens nach den berühmten „Pelorinho“ und Teile des Viertels „Carmo“ umfasst, bildet mit seinen alten portugiesischen Kolonialbauten und Kirchen das alte Zentrum der ehemaligen Hauptstadt der Kolonie Bazil. Heute ist Salvador „nur“ die Hauptstadt Bahias.

    Viele Einheimische und Touristen nutzen den günstigen Aufzug Lacerda um von der "Cidade Baixa" zur "Cidade Alta" zu gelangen. Oben in der "Cidade Alta" gelangt man von der Praca Municipal, über die Praca da Sé schließlich zu einem großen Platz namens Pelorinho. Alle Pracas (gr. Plätze) sind von großen, alten, meist gut erhaltenen Gebäuden umgeben, welche früher Residenzen, Paläste, Behörden und Regierungsgebäude darstellten. Eine beeindruckende Kulisse welche an bekannte Plätze in den alten Städten Portugals erinnert. Viele dieser Gebäude fungieren heute als Hotel oder Museum.
    Der Pelorinho ist der wohl bekannteste Platz, leider auch mit einer düsteren Geschichte, da auf diesem Markt Sklaven zum Verkauf zur Schau gestellt wurden. Bezüglich der Form öffentlicher Peinigungen sind sich die Historiker nicht einig. Heute erinnert jedenfalls nichts an diese Art der Nutzung. Der Platz ist touristisch belebt mit Gastronomiegewerbe und Taxis und einem großen Polizeiaufgebot das recht schwer bewaffnet ist. Es gibt zweimal die Woche Straßenfeste mit Trommelgruppen und bahianischen Sängern wie z. B. Odolum, die den Samba Reggae erfunden haben. Viele Kunstgalerien haben sich in den Seitengassen rund um den Pelorinho niedergelassen und sind einen Besuch wert. Den besten Kaffee bekommt man unserer Meinung nach in einer kleinen, schicken Kaffeebar direkt gegenüber der Touristeninformation. Die Inhaberin des Geschäfts heißt jedenfalls Lucia Goes und ist Geschichtsprofessorin.

    Weniger bekannt ist die „Rua do Carmo“ ebenfalls ein Teil der Altstadt in dem es ruhiger zugeht, weil dort Familien wohnen. Sie ist zu Fuß über die bekannte „Ladeira do Carmo“ erreichbar.

    Zu unseren persönlichen Highlights zählten:
    - Der Elevador Lacerda und die Aussicht von der Praca da Sé und Praca Municipal
    - Starssenfeste
    - Bale Folklorico (ein Candomble- Tanztheater)
    - Asolejos/ Freskos der Igreja e Convento de Sao Fransisco
    - Ladeira do Carmo
    - Die Balkone und Terrassen der Bars der Rua do Carmo mit Blick aufs Meer
    - Museu Afro-Brazileiro (Kunstausstellung)
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  • Day51

    10 Tage auf Boipeba 23.02.17 - 04.03.17

    March 4, 2017 in Brazil ⋅ ☀️ 29 °C

    Boipeba ist die südlich gelegene Nachbarinsel von Morro de Sao Paulo. Die Inseln sind voneinander, und vom Festland nur durch Flussarme und Lagunen getrennt. Man könnte quasi herüber-schwimmen. Das Hauptverkehrsmittel ist hier das Motorboot. Hin und wieder sieht man während der Überfahrt von Valenca kommend noch einfach gebaute Fischerdörfer oder seltener Fischer in ihrem traditionellen Einbaum. Der traditionelle Bootsbau mit Holz wie er vor allem in Valenca betrieben wurde existiert nur noch vereinzelt bedingt durch Tradition und Nostalgie.

    Die Vegetation ist üppig und viele Küstenstreifen sind von Mangroven, Kokospalmen und hin und wieder tropischen Obstbäumen wie z. B. Mangobäumen gesäumt. In Boipeba und in der gleichnamigen Ortschaft blühen viele Hibiskusbüsche die auch als Wildpflanzen vor bunten Fassaden einfach gebauter, max. 3 stöckiger Häuschen wuchern. Es gibt viel Einzelhandel und jedes Geschäft oder Gebäude ist individuell von der Aufmachung her gestaltet. Es gibt Kolibris, die wie Insekten die Blüten ansteuern. Riesige Insektennester in den Bäumen. Überall gibt es frisch gepflücktes Obst und frisch gefangene Schalentiere die direkt auf den autofreien Wegen angeboten werden. Lediglich die zwei Polizisten sind mit Motorrad unterwegs und es gibt einen Dorfplatz von dem man auf mit Sitzplätzen bestückte Anhänger springen kann, welche von alten Traktoren quer über die Insel gezogen werden. Z. B. um vom Dorf Boipeba an den südwestlich gelegenen Morere-Strand zu gelangen. Die Insel ist also verdammt ruhig, verglichen mit Morro und man hört gelegentlich Hühner, Eselkarren und die Einwohner munter und laut plaudern. Wir fühlten uns bei Ankunft sofort wohl und um die Sicherheit machten wir uns hier keine Sorgen.

    Der ältere Herr aus Rio dessen Haus wir nun mitbewohnten, hat sich vor knapp 1,5 Jahren mit einer Auszeit einen schönen, langen Aufenthalt auf der Insel gegönnt. Er zeigte uns die schnellsten Wege an den nächstgelegen Strand und verriet uns wo man für angemessenes Geld hervorragendes Essen bekommt. An dessen einfachen, schlichten Unterkunft gab es bis auf die Mücken zur Abendzeit nichts auszusetzten. Wir spürten, dass wir eine angenehme Zeit vor uns hatten und so kam es auch...

    Wir verbrachten tolle, ruhige Strandtage mit guter Lektüre, Musik und Caipirinha oder „Guarana“. Es wurden lange Wanderungen an den Küsten unternommen um an entlegene Flecken zu kommen. Leider haben wir nicht den südlichsten und schönsten Strand betreten, welcher sich hinter einem Mangroven- Dickicht verbirgt. Dennoch haben sich auch die weitesten Märsche gelohnt. Man sieht selten so leere Sandstrände die scheinbar nur von Palmen und darunter lebenden Rindern und unzähligen Krebstieren bewohnt werden.
    Einmal gelangten wir zufällig an ein Hotel, dass sich auf einem Hügel in Strandnähe befand und das perfekt in die Landschaft der Insel integriert war. Von einem Aussichtsposten konnte man einen weiten Teil der Küstenlinie sehen. Von dort herunter brachte uns ein alter Aufzug der einem Bergwerkwagon nachempfunden war. Ein anderes Mal erregte das Tattoo von Elena die Aufmerksamkeit einer Fotografin die sich als Künstlerin entpuppte und uns spontan auf eine Fahrt auf der Yacht ihres Schwagers einlud und uns nebenbei noch mit einem deutschstämmigen Schreiner bekannt machte. Mittels Yacht gelangten wir dann umsonst bei kühlem Bier zu Riffen die zum Schnorcheln einluden. Die Bekanntschaft mit dem deutschstämmigen Handwerker ermöglichte uns einen Abend bei gutem Essen und Bier bei dem wir einiges über die Vetternwirtschaft, deren Fehde und Politik auf der "ruhigen" Insel erfuhren. (Zudem klärte uns der leidenschaftliche Handwerker über die Mängel bei der gängigen Bauweise auf). Auf dem Dorfplatz sahen wir nachts die kleinen Karnevalsfestivitäten mit einer großen Stierpuppe und jungen, tanzenden Männern die sich wie Stripperinnen anzogen und benahmen :D. Vom höchsten Hügel sahen wir das Ausmaß der gesamten Insel bei Sonnenuntergang. Und gemeinsam mit Elenas Sprachkursfreunden, welche später auf die Insel kamen, erkundeten wir Gassen und Lagunen.
    Unser entspannter Hausherr lehrte uns die Zubereitung von „Taipioka“, welche von da an zu unserem Frühstück und Abendessen wurden (gefüllt mit Kochbananen oder Salami mit Tomate). In Boipeba aßen wir die beste „Ensopada“ mit Tomatensoße Krabben, Fisch und Pirao im Resatuarant „Abencoado de Deus“ und die besten Süßigkeiten von der Konditorei „Cheiro de Flor“. Leider bezalten wir auch eines Abends in einer sehr schönen Strandbar mit gechilltem Sound wie von DJ Polyesa einen saftigen Preis von 25R$ für ein Stück Schoko-Torte - der teuerste Kuchen der Welt. Wir waren einfach zu entspannt um vorab nach dem Preis zu fragen. :D Also immer erst die Karte zeigen lassen!

    Der Abschied fiel gar nicht so leicht. Die Insel war traumhaft, trotz gelegentlich einsetzendem Strarkregen und darauf folgender feuchter Schwüle.
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  • Day49

    Salvador - Rio Vermelho (02.02.17)

    March 2, 2017 in Brazil ⋅ ⛅ 31 °C

    Rio Vermelho ist ein traditionelles und geschichtsträchtiges Viertel Salvadors. Es diente unseres Wissens nach als eine der ersten Anlegestellen für die Schiffe der Portugiesen. Heute leben viele Künstler in Rio Vermelho, was unschwer an den bemalten, bunten Häuserwänden zu erkennen ist. Ein Großteil des Nachtlebens spielt sich hier in den vielen Bars ab. Es zieht vorwiegend junges Publikum hierher.

    Wir besuchten Rio Vermelho zur Festa da Yemanja am 2. Februar gemeinsam mit den anderen Sprachschülern von Elena.
    Es handelt sich um eines der bekanntesten Feste des "Pré-Carneval" und ist ein Candomble Fest. Candomblé ist eine von vielen Afrobrasilianern praktizierte Religion, die aus der Mischung von afrikanischem Götterglauben und den katholischen Ritualen in Brasilien entstanden ist. Eine der vielen verehren Gottheiten ist Yamnje; die Göttin des Meeres der Fische, und der Mutterschaft. Siehe auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Yemayá

    Bereits am frühen Morgen vor Sonnenaufgang kommen viele weißgekleidete Brasilianer in langen Prozessionen an die Strände von Rio Vermelho. Sie beten und lassen Blumenopfer zu Wasser, welche selbst gesteckt sind oder am Straßenrand erworben sind. Manche Leute sammeln sich auch und füllen gemeinsam ein Blumenboot mit Blumen, dass in der "Casa da Yamanje" aufgebahrt ist bis es gefüllt ist. Ist es voll so wird es zu Wasser gelassen und das nächste wird aufgebahrt. In der Frühe gibt es Rituale die an Ausdruckstanz erinnern. Zum Vormittag wird das Fest kommerzieller und zieht viele Starßenverkäufer an. Es gibt Capoeira-Aufführungen, Segnungen die nach Umsetzung Geld kosten und zum Mittag hin eine Art weißen Carnevalsumzug mit Caipirinha, Bier, Samba, Kostümierten, Trommlern und mehr und mehr Menschenmassen. Bis spät in die Nacht gibt´s Party "da Maneira do Brazil".
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  • Day41

    Vera Cruz (Ilha Itaparica) 22.02.17

    February 22, 2017 in Brazil ⋅ ⛅ 30 °C

    Ungeplanter Stop auf der Ilha Itaparica während der Durchreise nach Boipeba (südlich von Salvador)...

    Nach dem wir kurzfristig ein Zimmer in einem privaten Haushalt auf der Insel Boipeba gebucht hatten, beschlossen wir noch am selben Tag abzureisen und das Ferry Boat vom Porto Maritimo de Sao Joaquim in Salvador nach Bom Despacho auf Itaparica zunehmen. Von dort sollte es dann auf der Straße bis nach Valenca gehen, von wo aus man mit einem Schnellboot gen Boipeba aufbrechen kann. Ein klarer Plan ein klares Ziel, aber wie das Leben so spielt kam es etwas anders:

    Bereits auf dem Ferry Boat hatten wir irgendwie das Gefühl, dass es nicht läuft wie es soll. Samt eines anderen Pärchen, dass genau gegenüber an der Reling des offenen Decks stand, waren wir vermutlich wohl die einzigen Touristen an Bord und wurden sehr neugierig, vilt, etw. "zu neuGIERIG" betrachtet. Die einstündige Fahrt verlief jedoch im Grunde ereignislos. In Bom Despacho suchten wir dann nach WIFI um ein günstiges und sicheres "UBER Taxi" zu nutzen, und fanden natürlch keins. [Zur Information: "UBER" ist eine Taxi App mit Privatfahrern die per GPS zu orten sind. Sie funktionierte bislang tadellos. Die Fahrer sind registrert und es gibt Nutzerbewertungen und alles zu einem fairen Preis. Von Salvador aus eingeloggt, war die Strecke von Bom Despacho nach Valenca wie üblich mit Preis hinterlegt].Da kein UBER möglich war griffen wir nach einigem Skrupel auf die dort vorhanden Taxis zu, welche anders als gewohnt nur durch ein andersfarbiges Nummernschild gekennzeichnet waren, was mir erst später auffiel. Daher dachte ich zunächst die Herren wollten mich voll verarschen. Tatsächlich waren es echte Taxiautos in welchen Fahrer saßen, die sich als UBER-Driver ausgben, obwohl keine Dockinstation in der Karre war. Wir vereinbarten nach einigem hin und her, dass es nach Vera Cruz gehen sollte, da wir davon ausgignen, dass im vermeintlichen Stadtzentrum WIFI vorhanden ist. Trotz überteuertem Preis willigte ich dann doch ein, nachdem wir bereits ca. 30min verloren hatten. Am Ort angekommen ignorierten wir die Worte des Taxifahrers der meinte, dass auf der Insel UBER nicht erlaubt war und es den Fahrdienst somit nicht gibt. Wir klapperten einige Geschäfte, Pousadas ab, aber von der UBER APP wussten nur wenige etwas. Schließlich fanden wir WIFI aber die UBER App funktionierte tatsächlich nicht!

    Mittlerweile wurde es langsam Abends, ein netter Kunde einer Pausada (Unterkunft) nahm sich die Zeit und erklärte uns schließlich die Möglichkeiten zum Weiterkommen. Bot sogar an uns gratis zurück nach Bom Despacho zu fahren und uns dort den richtigen Bus zu zeigen, falls wir noch in der selben Nacht noch Valenca wollten.
    Da wir keinen Nachtbus wollten und ebenfalls nicht wieder zurück zum Hafen, und auch keine Unterkunft in Valenca hatten, blieben wir einfach in eben dieser Pousada zu fairen Konditionen. Die bezahlte Nacht in Boipeba schien jedenfalls um sonst..
    Am nächsten Tag, nach einem riesigen Frühstück, schlenderten wir durch den interessanten, völlig touristenfreien Ortskern, luden unser Handy "Pre Pago" auf und fanden dann zufällig ein Taxi nach Valenca, dass den geplanten UBER Preis sogar knapp unterbot nachdem wir gut gehandelt hatten. Es kommt eben häufig anders als man denkt...

    Die Pousada in Vera Cruz und die Herrin des Hauses (Pousada/ Restaurante - Espelho do Mar) boten jedenfalls gute Kost, ein saubers Zimmer und einen netten Empfang! Hinter dem Haus liegt bereits das Meer. Dennoch eher ein Ort zum durchreisen oder für den kernigen Badeurlaub abseits von allem.

    Fotos gibt es keine diesmal (I-Phone präsentieren erschien unpassend).
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  • Day36

    Basilica do Senhor do Bonfim (17.02.17)

    February 17, 2017 in Brazil ⋅ ☀️ 29 °C

    Die Igreja do Bonfim liegt auf der Itapagipe Halbisel nördlich des Zentrums von Salvador. Von dort stammen die "Fitas" (bunte Armbändchen) die als Symbol und Souvenir überall in Salvador angeboen werden. Die Kirche ist eine Art Pilgerstätte, da sie die Kraft haben soll, Wunderheilungen zu ermöglichen.
    Im Inneren der Kirche gibt es die "Sala dos Milagres", einen Raum voll Wachsrepliken von Körperteilen die als Symbol für vollbrachte Heilung oder noch zu heilendes stehen. Der Raum ist zudem voller Fotoportraits welche wie eine Tapete alle Wände bedecken, während die Repliken an der Decke baumeln.

    Die Fitas bindet man um das Handgelenk oder an das Portal der Kirche. Man bindet diese mit drei Knoten. Jeder der drei steht für einen Wunsch der sich erfüllt, wenn die Fita abfällt. Es steht für eine monatelange Bindung. Abschneiden bringt Unglück.

    Die Kirche und das Areal waren top gepflegt. Die Bändchen gab es zuhauf zu erwerben. Die Kirche ist schön aber meiner Meinung nach gewöhnlich, abgesehen von dem besonderen Raum der an Woodo erinnert. Interessant waren zudem die Energiesparlamepen af den echtwirkenden Kerzenatrappen.
    Westlich der Kirche sieht man am Horizont in der Ferne Hügel die mit dichter Siedlung überzogen sind, die an Favelas erinnern - Ein strarker Kontrast.

    Wir besuchten die Kirche gemeinsam mit einer Freundin am 17.02.17, kurz nachdem wir auf dem kernigen, alten Markt "Mercado de Sao Joaquim" waren. Ein guter Tagesausflug.
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  • Day23

    Praia do Forte

    February 4, 2017 in Brazil ⋅ ☀️ 18 °C

    Tagesausfug von Salvador nach Praia do Forte am 04.02.17

    Nach einer ca. 1,5 Std. langen Busfahrt erreichten wir „Praia do Forte“. Ein kleines abgesichertes Örtchen direkt am Strand. Es ist vorwiegend für das Projeto TAMAR (www.tamar.org.br) bekannt und genießt einen Ruf als entspanntes Urlaubspradies für eher wohlhabende Strandurlauber.
    Das Städchen bietet saubere Straßen gespickt mit vielen kleinen und größeren „Pousadas“, Geschäften und Restaurants und Terrassen. Die schönen, meist hölzernen Fassaden laden in allen Formen dazu ein eine Weile zu bleiben und Geld bei entspannter Atmosphäre auszugeben.
    Der helle Sandstrand ist vergleichsweise angenehm leer. Wie es sich für tropische Gefilde gehört ist das Wasser ruhig und man kann bestens unter Palmenheimen eine Kokosnuss leertrinken. Dieser Strand ist Bestandteil einer 50 km langen Küste die außer von Urlaubern auch von verschiedenen Arten von Meeresschildkröten zur Eiablage aufgesucht wird. TAMAR und deren Forscher und einheimische Mitarbeiter kümmern sich um den Schutz von ca. 550 Nestern und leisten Erste-Hilfe, sowie eine Art Reha für verletzte Schildkröten und andere Meerestiere. Um bei der Aufzucht der Schildkröten ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis zu erzeugen, werden manche Nester künstlich gekühlt, da sich so mehr männliche Tiere in ihrer Eierschale entwickeln.
    Nur wenige Meeresschildkröten erreichen die Geschlechtsreife. Zudem sind Sie auf ihren Geburtsstrand angewiesen um dort die vielen kleinen Eier für die kommende Generation abzulegen.
    TAMAR (Abkürzung für Tartaruga Marinha) ist mit 18 Stationen in ganz Brasilien verbreitet und betreibt als gemeinnützige Organisation Aufklärungsarbeit und integriert ehemalige Wilderer in das Projekt als Angestellte. So kommt es, dass Einheimische die zuvor die Schildkröten und ggf. deren Eier zu einer begehrten „Sopa de Tartaruga“ verarbeitet haben, heute die Nester schützen anstatt diese zu plündern. Die Station in Praia do Forte ist eine der größten des Projekts.

    Ein paar Fotos aus dem Schaubereich sind beigefügt.

    (Für einige Std. am schönen Strand blieb uns diesmal aufgrund des vorgegebenen Zeitplans der Tour leider keine Zeit)

    Hier noch ein kurzer Abschnitt zur Geschichte:

    Der Name „Praia do Forte“ ist geschichtlich betrachtet Programm: Ein reicher Portugiesischer Adliger und Handelsmann bekam ein viele Hektar großes Land von der Krone. Dort wählte er einen Standort für sein Forte (Burg). Seine Siedlung wurde zunächst hauptsächlich von Gefolgsleuten, Indianern und schließlich von Sklaven besiedelt. Nach dem Niedergang der Adelsfamilie, versuchten sich die Bewohner des Dorfs als Fischer an der Küste…. Soviel dazu.
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  • Day8

    Morro de Sao Paulo

    January 20, 2017 in Brazil ⋅ ⛅ 8 °C

    Wochenendtrip vom 20.01 bis zum 22.01

    Nach einer 2,5 stündigen Fahrt mit dem fröhlich wackelndem Katamaran (an dieser Stelle einen herzlichen Dank an die Reisetabletten!) begrüßte uns die Insel mit wunderschönem Wetter.

    Dort gibt es keine Autos und das Flair hat uns direkt an die kleinen asiatischen Inseln erinnert wie Don Det, Koh Phangan oder Koh Rong Samloem. Am Hafen warteten bereits diverse Arten von Taxis, z. B. die Männer mit Schubkarren, in welchen man sein Gepäck transportieren lassen konnte, oder die Boot-Taxis. Wir entschieden uns glücklicherweise aber unsere Pousada zu Fuß aufzusuchen, denn diese ist über den Strand bei Ebbe -ohne schwimmen zu müssen- zu erreichen und der Weg hat sich gelohnt, dabei sind einige der schönsten Bilder entstanden.
    Von weitem schon klangen uns chillige Reggae Vibes entgegen, als wir dann feststellten, dass diese aus unserem Hostel (Pousada Gemeos am Gamboa Strand) strömten, dachten wir nur: geil!
    Dementsprechend war auch die Crew und vor allem die Besitzerin Christina drauf. Sie kommt schon seit 25 Jahren aus Portugal regelmäßig nach Morro de Sao Paulo und ist seit 5 Jahren dort sesshaft. Leider gab es sehr viele Moskitos im Zimmer und nach 17 Uhr auch am Strand (wir haben dummerweise nicht dran gedacht lange Klamotten einzupacken -.-).

    Der Strand war super schön, das Wasser warm und halbwegs klar. Eine kleine Gruppe aus Argentiniern und Spaniern hatten sich mit einer gleichnamigen Strandbar selbstständig gemacht und das Essen von dort war sehr gut. In einem Gespräch mit einem Pärchen aus der Truppe stellte sich heraus, dass die beiden vor kurzem in Köln Urlaub gemacht hatten und total begeistert von den deutschen urigen Kneipen mit scheinbar ewig schlechtgelauntem Barkeeper waren.

    Eine Mückenschutzflasche weniger und um 10 Mückenstiche und einen Sonnenbrand reicher verließen wir dann per Boot-Taxi den Gamboa-Strand und vom Haupthafen aus ging es mit dem Katamaran wieder zurück nach Salvador.

    Wir haben es leider nicht geschafft die Insel zu umrunden und weitere Strandabschnitte zu sehen, das wird aber von allen Reiseführern und Leuten die das gemacht haben sehr empfohlen.
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  • Day1

    Oh Olinda

    January 13, 2017 in Brazil ⋅ 🌙 27 °C

    Olinda liegt direkt neben der Großstadt Recife und ist ein wunderschönes und mega buntes Städtchen in welchem sich scheinbar alle Künstler versammelt und niedergelassen haben. Überall sieht man die Werke an Häuserwänden, Mauern und teilweise sogar an Bäumen. Die Aufmachung der Häuser (Farben, Balkone und Etagen) war früher gleichzeitig die Hausnummer, so gab es z. B. das rote Haus mit blauen Fenstern oder das grüne mit gelben welches man in der Straße dann suchen musste. Es sind sehr wenige Touristen unterwegs (was extrem angenehm ist) und die, die man sieht sind hauptsächlich einheimische. Man sagt sich hier noch "guten Tag" wenn man durch die Straßen geht, daher wirkt alles sehr persönlich und freundlich. Die Leute sind sehr hilfsbereit und die Portionen beim Essen riesig ;)

    PS.: "Oh linda terra para construir uma cidade" soll der portugiesische Kapitän und Begründer des Dorfs bei der Ankunft gesagt haben, als er vom höchsten Hügel hinunter zu Küste sah. Es bedeutet "Oh welch schöne Gegend um eine Stadt zu bauen... :)
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