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  • Day33

    Tristesse + Badeorte

    November 2, 2019 in Spain ⋅ ☀️ 24 °C

    Am späten Nachmittag erreichte ich „l‘Alcudia“. Eine unbedeutende Kleinstadt mit 13.000 Einwohnern, im Gebirge, etwa 30 km von „Valencia“, also eigentlich noch im „Einzugsgebiet“ der bekannten Großstadt. Doch auch davon kann die Stadt nicht profitieren: Armut, Tristesse und hohe Arbeitslosigkeit zeichnen diese Stadt genauso aus, wie die anderen „Gebirgsstädte“, durch die ich durchfuhr. Hier hatte ich eine Unterkunft und versuchte abends, die „Stadt zu entdecken“. Ich ging also in die „City“ und flanierte dort entlang der Haupteinkaufsstraße. Alles Betongrau, keine Pflanzen weit und breit, schiefe Jalousien, die die leerstehenden Läden vor den arbeitslosen Jugendlichen beschützen sollen. Ein einsames Café hat geöffnet: Zu Essen gibt es außer Keksen nichts, was mich zunächst erstaunte. Doch als ich eine Weile dort saß, leuchtete es mir ein: Die wenigen Gäste bestellten sich einen Kaffee und hielten sich daran 5 Stunden fest, weil sie mehr nicht bezahlen können. Hier kann der Wirt nichts verkaufen. Die „Alten“ sitzen in dem Café und diskutieren end- und sinnlos und die „Jungen“ treffen sich in einer „Spielothek“, wie ich sie seit den 80ern nicht mehr gesehen hatte.
    Fotos traute ich mich nicht zu machen: Ich hatte Sorge, Ärger hervorzurufen. Und mit gelangweilten, frustrierten, halbstarken Spaniern wollte ich keine Bekanntschaft machen.

    Bereits früh fuhr ich weiter nach Valencia. Mein Ziel: Der „Plaza der Ayuntamiento“. Einer der schönsten Plätze der Stadt mit einem echten Höhepunkt: Das Hauptpostamt, dass 1922 als Prunkbau eröffnet wurde und das bis heute, also seit 100 Jahren, in unveränderter Funktion in Betrieb ist.
    Die Kombination aus historischem Bau mit den Ansprüchen der Moderne ist wirklich gelungen.

    So schlenderte ich durch die Innenstadt, sah mir die historischen Gebäude an und genoss den Trubel ein paar Stunden. Dann wurde es mir wieder zu warm und ich fuhr wieder in die Berge, in den nächsten Nationalpark. Die Bilder wiederholen sich: Arme Gebirgsorte, tolle Straßen, großartige Bergwelt. Ich kann mich daran gar nicht sattsehen und erlebe als Motorradfahrer wieder diverse „Highlights“ und fahrerische Anforderungen.

    Doch habe ich alleine heute 15 große Feuer gezählt, die die Täler vernebelten. Irre! Eines habe ich fotografiert.

    Eine Unterkunft habe ich mir wieder an der Küste gesucht: Die Orte plötzlich wieder belebt, gepflegt und interessant, auch wenn es meist Hochhäuser sind.

    Was nur 5 km Entfernung von der Küste ausmachen....

    Erkenntnis des Tages:

    Die Badeorte und die historischen Innenstädte der großen Städte sind meist gepflegt und sehenswert. Doch der Großteil des Landes ist arm....und auch ein wenig „inaktiv“....ständig darauf wartend, dass es ein anderer macht.....
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