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  • Day5

    Routinearbeit

    August 17, 2021 in Germany ⋅ ☁️ 14 °C

    Die Routine vor und nach dem Radeln hat sich ziemlich schnell eingespielt. Morgens duschen, Frühstück, umziehen, Flaschen füllen, Reifendruck prüfen, los. Abends Recovery-Drink (Bier), duschen, Klamotten waschen, Tagebuch schreiben, essen, auf die Blackroll.
    Das schöne bei dieser Tour ist aber auch das anstrengende, denn Etappe an sich ist anders, jede hat ihre Besonderheiten und du kannst dich auf nichts einstellen: eine ist die längste, die andere mit den meisten Höhenmetern, und heute war es die Etappe mit dem steilsten Anstieg. Die Mauer von Rambach.

    Der Start der Etappe war kühl, erstmals war ich froh, auch Beinlinge und Armlinge dabei zu haben. Die Regenjacke brachte mir gestern kein Glück, deswegen nahm ich sie nicht mit (und bin trocken geblieben). Mein Streckenprofil war heute vor allem von zwei Kulturlandschaften geprägt. Los ging es im durchaus hügeligen Eichsfeld, das sich dem Harz südlich anschließt und mich in Richtung Werratal schickte. Ich verdiente mir einige Höhenmeter, wurde dafür aber auch immer wieder mit tollen Aussichten belohnt. Nach der Pause in Dingelstedt und einem leichten Anstieg, um wieder auf Betriebstemperatur zu kommen, konnte ich ein paar Kilometer schön laufen lassen, dank der Links und rechts nahen Berge hielt sich der Wind in Grenzen und Kurbelumdrehung für Kurbelumdrehung näherte ich mich Rambach bei kilometer 92, „Unser Dorf soll schöner werden-Bundessieger“ 1995.

    Eine letzte Stärkung und dann ging es los. Am Ortsausgang startete die Auffahrt noch leicht. Gleich darauf wurde auf das Ungemach per Schild hingewiesen: 15 % – 1 km. Ein paar Meter später geben die Büsche dann das Bild frei und der Kampf beginnt. Der Puls hämmert, der Rahmen ächzt, die Lungen brennen, die Beine schmerzen und die Arme ziehen kraftvoll am Lenker. Nach 1.000 Metern geht es in eine Kurve, die aber auch nicht wirklich erholsam ist. Aber schon kleine Erleichterungen können ein Segen sein. Es folgt die nächste Kurve, langsam werden die letzten Kraftreserven angezapft.
    Glücklicherweise gehen nun die Steigungswerte etwas zurück. An Getreidefeldern vorbei ziehe ich nochmals kräftig am Lenker und kann an der Kuppe das nahe Ende (der Auffahrt, nicht mein eigenes) erkennen. Papa wartet dort schon mit breitem Grinsen und kaltem Wasser.
    Geschoben habe ich nicht, musste aber dreimal kurz pausieren. Die letzten Tage und die heutige Etappe forderten ihren Tribut.

    Die letzen Kilometer waren dann Belohnung pur, eine einzige lange Abfahrt in das heutige Etappenziel Creuzburg in Thüringen.

    Song des Tages: „Ain't no Mountain high enough“ von Marvin Gaye.
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    Katharina Meyer

    Sehr stark 💪🏽

    8/17/21Reply
    Markus Koch

    Hors Catégorie 💪🏻👍🏻

    8/19/21Reply