Joined December 2019
  • Day45

    Punta Del Diablo - Tierisch toller Tag

    February 9 in Uruguay ⋅ ☀️ 22 °C

    Wir haben vorübergehend dem Busfahren den Rücken gekehrt und haben auf den Drahtesel umgesattelt ... zumindest für diesen einen Tag :) unser Ziel war der etwa 20km entfernte Ort Coronilla und das dortige Schildkrötenzentrum. Aber dazu habt ihr ja schon ne Menge Text gelesen. Aber auch abgesehen davon hatten wir echt einen tollen Tag. Besonders gut angefühlt hat sich die größere Freiheit und Flexibilität, die man mit nem Fahrrad einfach automatisch besitzt. Wir konnten zum ersten Mal raus aus dem Ort, an dem unsere Unterkunft ist und die Landschaftschaften schöner sehen als aus einem dreckigen Busfenster.
    Ich muss sagen, es ist echt cool, wenn zwischen Kopf und Himmel mal kleine grüne Papageien fliegen statt Meisen und wenn man am Straßenrand auf sonnenbadende Echsen trifft die mindestens 5x so groß sind wie die Garteneidechse, die man in Deutschland antreffen kann. Richtig toll war, dass wir das Tier, was auf der uruguayischen 1-Peso-Münze zu sehen ist und in Landessprache Mulita heißt, ebenfalls am Straßenrand entdeckt haben. Im Gegensatz zu einigen Schlangen und anderen Feder- sowie Fellresten sogar lebendig! Zwei kleine Ohren, eine spitze Schnauze, grau-rosa gefärbt, von Natur aus Träger eines bestimmten modischen Accessoires: das Gürteltier! Ich muss sagen, es ist verdammt niedlich :) vor allem, wenn es sich auf der Suche nach Nahrung durch Gras und Blätter wühlt! Auf die Kollision mit einer ziemlich großen, blau-grünen Libelle hätte ich gern verzichtet, aber zum Glück haben wir beide das Malheur unbeschadet überstanden. Wobei ich mich immernoch frage, was sie von mir wollte - vielleicht ein Stück mitfahren? Nach dem Besuch von Karumbé sind wir noch ein Stück am Strand entlang spaziert und auch hier gab es tierisch viel zu entdecken. Offensichtlich hatte ein Sturm (oder einfach nur die Flut) eine Menge Dinge angespült. Neben Steinen, Muscheln, Holz, Maispflanzen und Müll, vor allem tote Fische, Krebse (oder deren Einzelteile) und Eier von Rochen, Haien oder anderen Fischen. Außerdem einiges, wo wir keine Ahnung hatten, was das ist. Am Ende gelangten wir zu einem Fluss über den eine hölzerne Hängebrücke gespannt war - die zu überqueren, wollten wir uns nicht nehmen lassen. Der Rückweg verlief trotz Gegenwind nicht viel langsamer als der Hinweg und vergleichsweise unspektakulär. Wir konnten die Weite der uruguayischen Landschaft mit den Rinder- und Pferdeherden, den grünen Wäldern und Feldern nochmal in vollen Zügen genießen, die von der Abendsonne in rot-orangenes Licht getaucht wurden. Pünktlich zum Einbruch der Dämmerung waren wir dann zurück in Punta Del Diablo. Eins ist sicher, das war zwar die erste aber bestimmt nicht die letzte Radtour auf unserer Reise.
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  • Day45

    Coronilla - Karumbé

    February 9 in Uruguay ⋅ ☀️ 22 °C

    Direkt am Atlantischen Ozean an der Küste Uruguays liegt das kleine Schildkrötenzentrum Karumbé (= Schildkröte in Guarani-Sprache) mit einer riesengroßen Aufgabe ... okay eigentlich mit vielen großen Aufgaben. Aber dazu später mehr! Erstmal wollte ich noch etwas loswerden, was mir schon seit unserer Ankunft in Südamerika dringend auf dem Herzen liegt. Wem die Umweltthematik (ihr wisst schon ... Vermeidung von Plastikmüll, Mülltrennung, Nachhaltigkeit, Recycling, und Co) in Deutschland zu viel wird, dem empfehle ich dringend eine Reise oder Auswanderung nach Südamerika. Alle Liebhaber von (Einweg-) Plastik werden sich hier wie im Paradies fühlen. Plastikbeutel gibt's an der Supermarktkasse für umsonst, selbst dann wenn man einen Rucksack oder Einkaufsbeutel dabei hat und gegen das Einpacken in Plastik protestiert. Aber insgesamt wird hier alles doppelt und dreifach in Folie und Plastik verpackt ... sicher ist sicher! Wer glaubt, das wäre schon alles, was hier an Umweltschmutz zu nennen wäre, der täuscht gewaltig. Abgelutschte Eisstäbchen werden ebenso wie Trinkbecher, Flaschen, Dosen und Verpackungen nach Benutzung, genau dort entsorgt, wo man geht und steht ... auf dem Weg, im Fluss, im Straßengraben, im Wald ... was halt gerade so da ist. Egal ob am Flussufer oder in den Städten, volle Babywindeln, Berge an Müll, Essensreste, Hundekacke und anderes undefinierbares bilden überall das Highlight in ansonsten echt schöner, unberührter Natur. Da fragt man sich doch echt ... warum tut der Mensch das? Hier ist offensichtlich noch nicht angekommen, was in Europa inzwischen hoffentlich viele Menschen wissen ... achtlos weggeworfener Müll gefährdet die Natur, verletzt oder tötet Tiere und schadet nicht zuletzt dem Menschen selbst! Aber vielleicht interessiert das hier auch einfach niemanden... aber zurück zum Schildkrötenzentrum! Denn die interessiert es nämlich doch!!! Und zwar so sehr, dass sie nicht nur Projekte mit Kindern machen, sondern auch bei jedem einzelnen Besucher (egal ob Tourist oder Einheimischer) Aufklärungsarbeit leisten! Sie erzählen darüber wie Schildkröten krank werden nachdem sie Plastik gefressen haben oder wie sie schwimmunfähig werden und ertrinken, eingewickelt in Fischernetze und Plastikschnüre. Sie erklären, dass die Schildkröten hier gesund gepflegt und dann wieder in die Freiheit entlassen werden. Selbst die, die gerade nur reglos über einer Poolnudel in 10cm tiefem Wasser hängen und noch eine Weile brauchen bis sie sich erholen. Sie schützen auch Natur und Ökosystem, indem sie nicht einheimische Schildkröten dauerhaft im Zentrum behalten, um die Ausbreitung invasiver Arten zu verhindern. Hinter 21 Jahren Karumbé-Projekt stehen neben Wissenschaftlern, Biologen und Medizinern vor allem freiwillige Helfer, die ein bisschen von all dem Schaden wiedergutzumachen versuchen, was andere Exemplare unserer Spezies angerichtet haben. Echt beeindruckend. Für das Zentrum und die kleine private Führung war kein Eintritt zu bezahlen, nur eine große gläserne Spendenbox an der Seite. Für uns eine Herzensangelegenheit, die Leute und vor allem die Schildkröten dort ein bisschen zu unterstützen!!! In der Hoffnung, dass noch viele Leben gerettet werden :)Read more

  • Day36

    Montevideo - erster Eindruck

    January 31 in Uruguay ⋅ 🌙 22 °C

    Die Busfahrt von Concordia nach Montevideo (mit Umsteigen in Salto) war überraschend unspektakulär, nur sehr schaukelig und etwa 1:20 Stunde länger als im Fahrplan angekündigt. Das einzig wirklich nennenswerte ist, dass wir zwar einen Einreisestempel für Uruguay aber keinen Ausreisestempel für Argentinien bekommen haben ... mal sehen, ob das irgendwann mal jemandem auffällt an einer Grenze. Aber für den Moment erstmal egal ... auf das Hier und Jetzt konzentrieren, was bedeutet, wir hatten im Bus mehrere Stunden Zeit die Landschaft Uruguays anzuschauen ... echt toll und beeindruckend! Viele grüne Wälder, trockene Felder, Pferde, die nicht abgemagert aussahen und glänzendes Fell hatten, vereinzelt Ziegen und Schafe, eine Art Farm, wo auf einer Weide eine Herde Alpakas stand, viele Weiden mit Rindern, große Greifvögel, die am Himmel kreisen, irgendwie idyllisch :) und macht Lust auf mehr davon!
    Montevideo dagegen macht seinem Namen als Hauptstadt auch alle Ehre. Es sieht modern aus, fast schon europäisch, nicht so chaotisch, an wichtigen Orten stehen riesige Fahnenmasten mit der Flagge Uruguays, und es sind viele Menschen unterwegs. Unsere Unterkunft ist gut :) die Gastgeberin sympathisch und hilfsbereit, und auch gegen die Gesellschaft von Ron (getigerte Katze) und Lola (lebensfroher Hund) haben wir nix einzuwenden. Ein Tipp des Hauses: Eis von El Cigale - das beste Eis, dass ihr je gegessen habt (Favorit der Mutter: Chocolate a la italiana - Schokoeis mit Schokostücken, Walnüssen und Rosinen, Favorit der Tochter: Dulce de Leche - typisch südamerikanisch, eine Art Karamell vielleicht). Ich entscheide mich für das empfohlene Chocolate a la italiana und Maracuya und bereue es nicht, es schmeckt fantastisch!
    Das Schönste ist aber trotzdem, der mit bunten Lichtern und Wimpelketten geschmückte Platz :) ich glaube, es gibt hier viel zu entdecken!!
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  • Day35

    Concordia - Thermalquellen

    January 30 in Argentina ⋅ ☁️ 23 °C

    Als wir mitbekommen haben, dass es in Concordia heiße Quellen gibt - zu denen es entsprechend gestaltete Schwimmbäder gibt - stand für uns fest, dass wir uns mal für einen Tag ein bisschen faulenzen und entspannen gönnen können. Bei 7 Euro Eintritt für den ganzen Tag pro Person kann man sich das selbst als Weltenbummler mal leisten :)
    Und es hat sich total gelohnt... bei kühlen 26° Außentemperatur und stetig bewölktem Himmel fühlen sich die Becken so um die 30° einfach himmlisch an :) aber das absolute, kuschelige Badewanne-Gefühl gab's dann in einem Becken, was 36° bis 38° warm war. Besonderes Highlight dabei ... es hatte Entspannungsliegen mit Wasserstrahl von oben - also quasi Wassermassage für den ganzen Körper. Darin haben wir mehr als eine Stunde verbracht :) es hätte auch der ganze Tag sein können. Am Ende wollte ich nochmal mutig sein und ins 44° Wärme Becken ... das fühlt sich an wie Kochtopf auf dem Herd ... es ist so heiß auf der Haut, dass man sich da nicht entspannen kann! Also nur ein paar Mal kurz in die Hocke gegangen und wieder raus da! Irgendwann wurde uns dann auch klar, dass unsere roten Körperstellen nicht vom Massagebecken und den harten Wasserstrahlen dort kommen, sondern dass wir trotz bewölktem Himmel Sonnenbrand bekommen haben! Es war ein extrem schöner Tag aber seitdem wird unsere After-Sun-Lotion immer weniger und weniger ...
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  • Day34

    Concordia - Freud und Leid ...

    January 29 in Argentina ⋅ ☀️ 31 °C

    ... liegen häufig dicht zusammen. Dichter als einem oft bewusst wird. So auch heute in Concordia. Unsere Busfahrt von Posadas nach Concordia war diesmal über Nacht - so spart man sich eine Übernachtung und hat jeweils mehr vom Tag. Je südlicher wir reisen, desto tiefer dürfen wir auch für Bus, Lebensmittel und Co in die Tasche greifen! Wir also rein in den Bus, der zur richtigen Uhrzeit auf der richtigen Plattform stand und 4min nach seiner offiziellen Abfahrt losfuhr. Es stand auch Buenos Aires - als Endhaltestelle - dran (so wurde uns das erklärt) ... nur eins war komisch ... es gab unsere Sitzreihe nicht ... bei Platz 42 war Schluss (Wir hatten 49 und 50!) und wir waren nicht die einzigen, die ihre Sitznummer vergeblich gesucht haben. Auf Nachfrage beim Busbegleiter hieß es nur, setzt euch irgendwo hin, das passt schon! ... Was soll ich sagen... es war natürlich der falsche Bus, in den wir eingestiegen sind! Das haben wir allerdings erst Stunden später bemerkt, nämlich genau dann als wir an Concordia schon einige Kilometer vorbei gefahren waren, ohne am Terminal zu halten. Der Busfahrer hat toll reagiert und hat einen Umweg von etwa 45 bis 60 Minuten auf sich genommen, um uns bis auf knapp 12km an Concordia zurück zu bringen! Dort haben die Polizisten einer Autobahnkontrollstation dann ein Taxi für uns gerufen, das uns zu unserer Unterkunft gebracht hat. Nicht optimal aber immernoch besser als ungewollt in Buenos Aires zu landen. Nach einem recht produktiven Tag mit Buchen unseres Bustickets nach Montevideo, mit viel durch die Stadt laufen, mit am Strand, an der alten Bahnstation und in einer schönen Kirche gewesen sein sowie Abendessen und Frühstück einkaufen, haben wir von unserer Gastgeberin erfahren, dass in Posadas und Umgebung heute ein Tornado gewütet hat. Die anschließende Internetrecherche von uns ergab Sturm, umgestürzte Bäume, ein abgedecktes Dach, herumfliegenden Müll und Starkregen mit überfluteten Bächen. Auch wenn ich es spannend gefunden hätte, das live zu erleben, waren wir doch heilfroh, dass wir unwissentlich rechtzeitig aus Posadas abgereist sind und gesund und munter in Concordia herumspazieren konnten. Manchmal ist alles also doch gut, so wie es kommt :) auch wenn wir das heute früh noch nicht wussten!Read more

  • Day32

    Saltos del Moconá

    January 28 in Argentina ⋅ ☀️ 34 °C

    Die Wasserfälle von Moconá haben uns so einiges an Freund und Leid beschert. Bevor wir hier in Posadas in die Tourist-Information gegangen sind, wussten wir nichtmal, dass es sie gibt. Danach wollten wir unbedingt hin, denn die Bilder davon sahen echt beeindruckend aus! Einzige kleine Hürde, die Wasserfälle sind etwa 6 Stunden Fahrt von Posadas entfernt (und die Unterkünfte in unmittelbarer Nähe sind uns zu teuer). Kein Problem, hieß es in der Tourist-Information, das kann man auch als Tagesausflug machen. Früh um 3 Uhr los am Busbahnhof, um 9.20 Uhr in Moconá ankommen, den Tag genießen, 17 Uhr den Bus zurück nehmen und 23.30 Uhr wieder am Busbahnhof. Ja der fährt jeden Tag - auch morgen (Sonntag). Hört sich gut an - machen wir! Wir sind also kurz nach 1 Uhr (früh um 5 Uhr bei euch) aufgestanden, 35 min zum Busbahnhof gelaufen, an der Anzeigetafel stand der Bus dran, so weit so gut ... ein Mitarbeiter und ein Taxifahrer sagten unabhängig voneinander, dass Sonntags der Bus nach Moconá nicht fährt. Er fuhr tatsächlich nicht - einfach mal umsonst zeitig aufgestanden! Spätet wollten wir dann ein Ticket für Montag kaufen, um sicher zu gehen, dass es dann auch wirklich klappt. Fehlanzeige ... Also Risiko: Montag nachts das gleiche Spiel nochmal, zeitig aufstehen, zum Busbahnhof laufen, ... wohoo ... es fährt ein Bus nach Moconá... also fast! Er fährt nach El Soberbio, dort müssen wir dann umsteigen. Hätte sich der nette Busbegleiter nicht so für uns in Zeug gelegt, hätten wir den Anschluss in El Soberbio ganz sicher verpasst. Nach der überglücklichen Ankunft im Naturpark erstmal Frühstücken und Ticket für die Bootsfahrt kaufen. 2km bergab laufen in der Hitze - geht gerade noch (wenn man nicht auf halber Strecke merken würde, dass man die Tickets in der Basis-Station gelassen hat). Ohne Wartezeit können wir mit 6 anderen Leuten an Bord gehen und erleben 20min den absoluten Wahnsinn ... Wasserfälle, große Felsen, blauer Himmel, spritzende Gischt, traumhafter Blick auf das Naturschauspiel, Schmetterlinge, es könnte nicht schöner sein (höchstens länger!) ... als wir zurückkommen ist die Schlange am Bootsanleger ellenlang (Glück gehabt!) und wir machen uns an die 2km Anstieg zurück zur Basis-Station... nach ein paar hundert Metern hält ein Auto neben uns und wir werden mitgenommen - wir freuen uns!!! Den Rest des Tages verbringen wir mit Wandern durch den Naturpark, Fotografieren und genießen. 17 Uhr nehmen wir den (einzigen) Bus zurück nach El Soberbio ... bekommen dort am Terminal sogar etwas zurück, was wir auf der Hinfahrt im Bus vergessen hatten, nur um dann von der Kioskbesitzerin zu erfahren, nein heute fährt kein Bus mehr nach Posadas - bitte was? Es klärt sich dann auf ... wir müssen erst nach San Vicente und ab dort fährt ein Bus nach Posadas. Der Fahrer nach San Vicente hat die Ruhe weg während wir vor Hummeln im Hintern kaum den wunderschönen Sonnenuntergang genießen können. In letzter Minute erreichen wir das Terminal und stürmen bzw. stolpern in den Bus nach Posadas. Geschafft! Hier braucht man wirklich Nerven aus Stahl :) oder nen guten Beruhigungstee ...Read more

  • Day28

    Posadas - Ruinen von Trinidad

    January 23 in Paraguay ⋅ 🌙 24 °C

    Ich weiß nicht, ob ihr euch noch an die tolle, hilfsbereite Familie aus Encarnación erinnert? Wir stehen seit unserer Zeit in Encarnación mit Fatimá (der 25jährigen Tochter der Familie) per WhatsApp in Kontakt. Der Wunsch der Familie uns nochmal wiederzusehen war sehr groß :) Posadas und Encarnación werden nur durch den Rio Paraná voneinander getrennt und so sind wir nach unserem Stadtbummel tagsüber, abends in den Zug gestiegen, über die Brücke getuckert und zum Haus der Familie gelaufen. Dort wurden wir herzlich begrüßt, allen als Freunde aus Deutschland vorgestellt und sind zum ersten Mal in den Genuss von Terere gekommen! Terere ist (soweit wir verstanden haben) eine ähnliche Kräutermischung wie für Mate (ein Wort was auch in Deutschland nicht ganz unbekannt ist) - allerdings wird Mate mit heißem Wasser aufgegossen (wie Tee) und Terere mit kaltem Wasser. Richtig lecker! In Paraguay läuft aber auch echt jeder mit einer großen Kanne (2l-volumen) und einem Becher gefüllt mit Kräutermischung rum :) wir können das inzwischen gut verstehen! Die Familie ist dann mit uns zu den Ruinen bzw. Jesuitenreduktionen nach Trinidad gefahren. Der Sternenhimmel über den dunklen Ruinen war für sich schon ein atemberaubendes Erlebnis. Die Führung durch die teilweise beleuchteten Ruinen war echt großartig, wir haben zwar nix von den Erzählungen der Mitarbeiterin verstanden (war halt Spanisch), aber so konnten wir die Stimmung viel besser auf uns wirken lassen. Unvergessliche Eindrücke! Die Familie hat es sich auch nicht nehmen lassen, uns ein Souvenir der Ruinen zu kaufen. Glücklicherweise hatten wir etwas Mitspracherecht und konnten verhindern, eine Nachbildung in gefühlter Originalgröße der Ruinen geschenkt zu bekommen. Das ein Jahr mit uns rumzutragen und unbeschadet nach Hause zu transportieren, wäre echt eine Herausforderung gewesen. Aber über den kleinen Turm sind wir ganz glücklich. Anschließend sind wir dann noch zum Essen in ein Restaurant eingeladen worden und spätestens als wir gegen halb zwölf von der Familie mit dem Auto über die Grenze gebracht und bis vor unser Haus gefahren wurden, wussten wir, dass wir die Großzügigkeit und Hilfsbereitschaft nicht wieder gut machen können. Ein Danke reicht dafür einfach nicht.Read more

  • Day26

    Resistencia - mit und ohne Wasser

    January 21 in Argentina ⋅ 🌧 24 °C

    Es gibt so Dinge, die weiß man erst zu schätzen, wenn sie nicht mehr da sind. Busfahrpläne zum Beispiel oder Schokolade! Aber auch bei Luxusartikeln wie Wasser kann man dieses Phänomen erleben! So wie wir in Resistencia! Wer schonmal eingeseift unter der Dusche stand, aus der plötzlich kein Wasser mehr kommt, der weiß wovon ich rede und wie toll sich das anfühlt. Ich sag mal so ... wenn man sich mit Wasser abspült, das einem im Zahnputzbecher angereicht wird, kann man beim Duschen enorm viel Wasser sparen :) Blöd nur, wenn die Wasserknappheit (ohne erkennbaren Grund) dann auch das Waschbecken und den Toilettenspülkasten betrifft. Toller Tipp von unserem Gastgeber: benutzt doch einfach das andere Badezimer! (Nur mal so unter uns: Da gab's auch kein Wasser im Toilettenspülkasten mehr!) In der Hoffnung auf Wasser am nächsten Tag gingen wir schlafen und wurden nicht enttäuscht - war zwar kaltes Wasser nur zum Duschen aber immerhin hat's für 2 Personen gereicht. (Falls es euch interessiert: die Gasflasche vom Herd war leer als wir kochen wollten, wir mussten unser Bett gegen Ameisen verteidigen und es gab noch andere Dinge, die nicht so funktioniert haben wie sie sollten!) Zum Ausgleich unserer Wasserknappheit zu Beginn unseres Aufenthaltes hier hat es übrigens heute den ganzen Tag geregnet! Also sind wir größtenteils zuhause geblieben- ich hab endlich mal wieder Footprints geschrieben, ein bisschen mein Reisetagebuch gepflegt und Sudoku gespielt :) morgen geht's weiter nach Posadas!
    ... niemand weiß was uns da erwartet ...
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  • Day24

    Resistencia - Passierschein A38

    January 19 in Argentina ⋅ ⛅ 35 °C

    Wir sind weiter gereist nach Resistencia. Wir haben diesen Ort gewählt, um nicht von Asunción aus 2x die gleiche Strecke zu fahren. Schließlich wollen wir ja was sehen von der Welt ... äh... von Südamerika. Argentinien empfängt uns mit ewig warten und Gepäck- sowie Personenkontrolle an der Grenze und einigen Pass-Kontrollen zwischendurch während der Fahrt. Ansonsten ist es landschaftlich hier noch vergleichbar mit Paraguay. Am Busbahnhof wollten wir uns informieren, wie wir mit dem Bus zum Stadtzentrum und unserer Unterkunft kommen. Sowas wie Fahrpläne scheint es hier ebenfalls nicht zu geben. Wir müssen eine (aufladbare) Buskarte kaufen. Ich sollte erwähnen: es ist Sonntag. Was dann folgte, erinnerte stark an "Passierschein A38" (für alle Asterix&Obelix-Fans) - im Busbahnhof hat uns der hilfsbereite Tourist-Info-Typ ohne erkennbares System von Kiosk zu Kiosk geschleppt, auf der Suche nach jemandem, der diese Buskarte verkauft. Alle Verkäufer haben gute Tipps, wer die Karte verkauft. Am Ende sind die Bemühungen vorerst vergebens. Er bot uns am Ende sogar an, uns mit dem Auto in die Stadt zu fahren, allerdings wollten wir nicht über 2 Stunden auf seinen Feierabend warten. Wir laufen. Unterwegs finden wir sogar einen offenen Kiosk, der uns die Buskarte verkauft - allerdings reicht unser Spanisch nicht aus um herauszufinden, ob auf der Karte schon Fahrten aufgeladen sind oder noch aufgeladen werden müssen. Auf unsere Frage, welche Linie wir zum Plaza 25 de Mayo nehmen können, bekommen wir eine lange aber für uns unverstehbare Antwort ... eine simple Zahl hätte uns genügt. Der Busfahrer der Linie 8 der die Straße entlang kam, sagte er würde nicht zum Plaza 25 de Mayo fahren. Wir laufen die gesamten 5 km vom Busbahnhof zu unserer Unterkunft, finden heraus dass die Linie 8 doch am Plaza eine Haltestelle hat (wie fast jede Buslinie hier) und sind froh am Ende dieser Odysee dort angekommen zu sein, wo wir hin wollten.Read more

  • Day23

    Asunción - Lotta ❤

    January 18 in Paraguay ⋅ ⛅ 34 °C

    So war dieser Tag nicht geplant ... und wenn ich das sage, dann meine ich damit: eigentlich hatten wir überhaupt keinen Plan für diesen Tag, aber so wie der Tag gelaufen ist, war er absolut nicht geplant. Wir sind wieder in Asunción, weil ich Heldin natürlich direkt im ersten Hostel unserer Reise mein Portemonnaie vergessen habe.
    Wir entschließen uns spontan, zu dem Friedhof zu laufen, an dem wir bei unserer 2-stündigen Fahrt mit Bus 13 vorbei gekommen sind und dessen Anblick uns damals schon beeindruckt hatte. Eigentlich ist Friedhof nicht das richtige Wort dafür, eher Frieddorf - ein friedlicher Ort mit Bäumen und Häuschen, zwischen denen verwinkelte Gassen und Trampelpfade zu den Grabstätten führen. Ohne die Kreuze an den gefliesten Bauwerken, würde man nicht wissen, dass man sich auf dem Friedhof befindet. Man spürt den Tod viel weniger als auf deutschen Friedhöfen. Hier ist viel mehr Leben ... spielende Kinder, Leute, die sitzen, essen, sich unterhalten, es gibt Lachen, Ruhe, eine andere Art des Umgangs mit dem Ende. Beeindruckend und irgendwie nicht gruselig. Eine kleine Stadt in einer großen Stadt. Mit Häuschen, die irgendwie hübscher, aufwendiger oder gepflegter sind, als die Wohnhäuser der Lebenden.
    Als wir wieder auf der Straße stehen, ist da plötzlich ein Hund. Ich frage: "Wo kommst du denn her?" Als wir weitergehen, folgt er uns ... am Anfang finden wir es lustig, sagen: "Wir haben einen neuen Freund." Nach dem ersten Kilometer geben wir dem braun gestromerten, süßen Wesen, das eigentlich so gar nicht nach Straßenhund aussieht, einen Namen: Lotta. Wir wissen nicht mal ob sie wirklich ein Mädchen ist oder doch ein Junge. Auch nach mehreren Kilometern bleibt es dabei ... Lotta weicht uns nicht von der Seite ... und selbst wenn sie mal an einer Ecke schnuppert, aus der Pfütze trinkt oder die Straßenseite wechselt, um mehr im Schatten zu laufen ... sie bleibt bei uns, wie unser Schatten. Alle Leute auf der Straße halten sie für unseren Hund, lächeln uns zu ... und wir fragen uns immer öfter: "Was machen wir denn jetzt mit der Situation?" und irgendwie wissen wir es nicht... wir erreichen unser Ziel - einen Berg mit einem tollen Blick über Asunción - gemeinsam mit Lotta. Wir achten auf sie, wenn Autos kommen, haben das Gefühl, sie hört schlecht, weil sie ankommende Autos immer sehr spät bemerkt ... Es ist irgendwie schön und vertraut mit ihr zusammen durch die Stadt zu spazieren. Ein bisschen fühlt es sich für uns auch so an, als gehöre sie wirklich zu uns.
    Schlussendlich warten wir an einer Haltestelle auf einen Bus, der irgendwann natürlich auch kommt ... Sie guckt in den Bus, ich gucke zurück, weiß nicht ob ich sie locken soll, wie der Busfahrer reagiert, dann fährt der Bus los ... ich sehe, wie Lotta neben dem Bus herrennt und kann die Tränen nicht zurückhalten. Es tut mir so weh, den Hund der uns die letzten 8km auf Schritt und Tritt gefolgt ist, einfach an einer Bushaltestelle irgendwo an einer Straße zurückzulassen ... hab das Gefühl ihr Vertrauen und ihre Hoffnung enttäuscht zu haben. Ich werde Lotta und den Tag mit ihr nicht vergessen ❤
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