Abenteuer Kanada - 2020/21

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Am 31.08.2020 ging es los. Nach einem Jahr Vorbereitungen mit Höhen und Tiefen, hieß es mit gepackten Rucksack mein altes Leben hinter mir zu lassen und mich auf ein mir noch völlig unbekanntes Backpackerleben einzulassen.
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  • Day94

    Lichtblicke

    December 2 in Canada ⋅ 🌙 0 °C

    Zur Zeit läuft es nichts so wie es soll. Definitiv eins der größten Tiefs seitdem ich hier bin. Anfang der Woche wurde ich von 20 Stunden auf nur noch 18 Stunden herunter gesetzt, obwohl ich für 40 Stunden eingestellt bin. Wenn ich meine 4.5 Stunden Schicht schiebe, verbringe ich die meiste Zeit damit, am Handy zu spielen, denn es gibt keine Gäste. Alles wie leer gefegt. Wenn sich zufällig doch mal ein Auftrag in den Skiverleih verirrt, funktioniert irgendetwas nicht oder ist so schnell abgearbeitet, dass man nach wenigen Minuten wieder da sitzt und nichts tut. Im WG-Leben herrscht bei mir Lagerkollar. Diese stetige Unordnung, besser gesagt die kathastophalen Zustände unserer Küche und das man nie mal alleine ist, nervt mich. Daher genieße ich die kurzen Momente und Lichtblicke mit den Blick auf die Berge, wenn ich auf Arbeit gehe oder die Piste herunter fahre. Alles in allem hat sich eine große Unzufriedenheit in mir breit gemacht und ich bin ernsthaft am Überlegen weiter zu ziehen. Das ärgert mich, weil ich das nicht möchte. Whistler ist traumhaft schön, die Pisten, ich hab Kontakt zu Einheimischen, ich spreche viel Englisch, ich kann Snowbarden so oft ich möchte. Aber ohne Einkommen, welches meinen Unterhalt deckelt, ist es schwierig. Ich hoffe das sich meine berufliche Situation wieder etwas mehr stabilisiert. Daher hab ich mich für mehrere Zweitjobs beworben. Bisher allerdings erfolglos.

    Heute bin ich nach Arbeit in den Supermarkt gegangen, um etwas an Lebensmitteln zu kaufen. Ich habe mich riesig gefreut, als ich wieder einmal ein kleines Stückchen Heimat gefunden habe. Für stolze 12 Dollar habe ich mir einen German Stollen gekauft. Dieser stammt zwar aus Victoria auf Vancouver Island, aber er bringt mir etwas heimatliche Weihnacht. Daher war mir der Preis auch egal. Schmecken tut er nicht ganz wie Zuhause, kommt aber nah ran. Zeit auch hier die Weihnachtszeit etwas einzuläuten.
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  • Day90

    Peak to Peak Gondola

    November 28 in Canada ⋅ ☀️ 0 °C

    Nach zwei Tagen Snowboarden Vormittags und arbeiten nachmittags bis Abends, bin ich ganz schön geschafft. Überall Muskelkater. Daher wollte ich heute einfach mal entspannen, etwas ins Fitti gehen und mich nach einen Zweitjob in der Stadt umschauen. Mit dem ersten Blick aus dem Fenster, hatte sich mein Plan aber schon wieder in tausend Teile zerissen. Blauer Himmel, Sonnenschein und nur ein paar Wolkenteppiche an den Gipfeln. Das hieß rein in die Skiklamotten und ab zur Gondel. Nach ein paar Pisten, entschied ich mich dazu auf einen anderen Berg überzusetzen. Das geht mit der Peak to Peak Gondola, eine der höchsten ihrer Art mit 436m über dem Grund. Atemberaubend!!! Mehr kann man dazu nicht sagen. Mit Blick über das ganze Tal auf der einen Seite und Blick auf einen riesigen Gletscher auf der anderen Seite. Mein heutiger Höhepunkt. Die Schneeverhältnisse waren leider nicht optimal und ich musste heute zwei Stürze auf Eisplatten über mich ergehen lassen (welche bestimmt für meine Unwelt sehr lustig ausgesehen haben😂).

    Morgen ist der erste Advent und ich habe keine Weihnachtsstimmung, absolut gar nicht. Das zieht mich manchmal etwas runter, aber das ist der Preis den ich bezahlen muss, für die tollen Sachen, die ich hier erleben darf.
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  • Day88

    Mein erster Arbeitstag in Whistler

    November 26 in Canada ⋅ 🌧 3 °C

    Nach einem absolut tollen Vormittag auf der Skipiste, rief dann auch ziemlich schnell der Ernst des Lebens. Nachdem ich mich frisch gemacht hatte, ging es auf Arbeit. Dort angekommen erhielt ich meine Dienstkleidung. Zwei Hemden, zwei Hosen, eine Fleecejacke, zwei Namensschilder und ein nigelnagel neues Paar Schuhe. Allesamt von "The North Face". Und das Beste daran. Ich darf diese auch nach Beendigung meiner Tätigkeit behalten. Nachdem ich mich auf einer öffentlichen Toilette umgekleidet hatte, sagte meine Managerin, dass heute überhaupt nichts los ist. Über den ganzen Tag gab es drei Skibestellungen. Daher war meine Aufgabe Aufkleber von Skiern und Boots zu entfernen und abzukratzen. Ein bisschen kam ich mir vor, wie bei der versteckten Kamera. Jeder Job den ich in Kanada starte beginnt damit, erstmal stundenlang etwas abzukratzen. Auf dem Bau waren es getrocknete Farbkleckse und Kleber vom Boden, jetzt sind es Aufkleber. Ich dachte mir: "Hauptsache es gibt Geld" und nahm das ganze sehr gelassen. Dann kamen doch noch ein paar Aufträge herein und ich begann Skibestellungen für den nächsten Tag abzuarbeiten. Erst mit ein paar Schwierigkeiten, dann von mal zu mal wurde es immer besser. Skier raussuchen, ins System eintragen, Boots raussuchen, Bindungen anpassen und einstellen und fertig. Eine Arbeit die auf jedenfall fordert und abwechslungsreich ist. Die letzten zwei Stunden gab es wieder keine Arbeit und ich klebte nun Aufkleber auf die Regale (so schnell bin ich noch nie aufgestiegen😂, morgen muss der Frühdienst die bestimmt wieder abkratzen). Es war schön endlich nach so langer Zeit wieder eine Aufgabe zu haben und wenn die Saison richtig durchstartet, wirds cool denke ich. Abends hat mein Mitbewohner für uns beide gekocht. Kanadische Gastfreundlichkeit durch und durch.Read more

  • Day88

    Saison Openning - Whistler 2020

    November 26 in Canada ⋅ ⛅ 1 °C

    Corona zum Trotz war es heute soweit. Die Skilifte wurden geöffnet. Ich habe zwei Wochen auf den Tag gewartet. Daher klingelte mein Wecker eine Stunde vor Liftöffnung. Punkt 08.30 stand ich an der Excalibur Gondola, welche ihre Mittelstation 400 Meter neben meiner Unterkunft hat. Vor der Station, eine 300 Meter lange Schlange von Leuten. Nach einer Stunde warten, bestieg ich meine Gondel und konnte diese coronabedingt mein Eigen nennen (zumindest für die Fahrt nach Oben). Neben dem Opening heute, habe ich auch meine erste Schicht, welcher ich etwas nervös entgegenblicke. 14 Uhr wird diese beginnen. Also nicht ganz so viel Zeit. Auf der Fahrt nach oben kann ich mein Glück kaum fassen. Einfach mal soeben vorm Dienst nochmal schnell ein paar Pisten mit den Snowboard runterbrettern (teils rollen) und das mitten in den Rocky Montains. Nach zweienthalb Stunden ging es dann aber auch schon wieder zurück in die Unterkunft. Nochmal kurz Kraft sammeln und frisch machen. Das mache ich morgen gleich nochmal😉🏂🏂🏂😎❤️Read more

  • Day84

    Hike and Board

    November 22 in Canada ⋅ 🌧 0 °C

    Heute ging es mal auf die Piste. Die Lifte sind noch geschlossen und so hieß es erst mit all der Ausrüstung auf den Berg wandern und dann herunter fahren. Ich zog gegen 11 Uhr mit meinen Mitbewohner Dustin los. Die Piste gehörte ganz uns. Wir wanderten bergauf, hörten Musik und unterhielten uns. Neben Cougerspuren (Berglöwen), habe ich auch Bärenspuren gesehen. Nach einer Stunde bergauf, auf unpreparierter Piste (40 bis 60 Zentimeter Schnee), ging es dann bergab. Leider noch mit mäßigem Erfolg. Das letzte Mal war ich vor zwei Jahren Snowboarden und so rollte ich mehr den Berg herunter, als herunter zu fahren. Eine ziemlich lustige, aber schweißtreibende Angelegenheit die ganze Aktion. Aber definitiv super cool😎Read more

  • Day83

    Stolz auf mich

    November 21 in Canada ⋅ ☁️ 5 °C

    Nach einer traumhaft schönen, aber viel zu kurzen Nacht, ging es nach einen sperrlichen Frühstück, zum ICBC (Kanadische Führerscheinstelle). Ich war etwas aufgeregt, dadurch meine erste Erfahrung mit dem ICBC nicht so toll war. Besser vorbereitet als das letzte Mal und mit einer festen Wohnadresse im Gepäck, stellte ich mich am Schalter an. Als ich an der Reihe war, wies mich die Empfangsdame darauf hin, dass ich 6 Minuten zu pünktlich bin und bat mich in 6 Minuten wieder zu kommen. "Na toll schon mal ein guter Start. Behörden..." Beim zweiten Anlauf klappte es dann schließlich und ich bekam meine Wartenummer. Jetzt hieß es Warten und Warten... 10 Minuten nach meinen ursprünglichen Termin war ich dann endlich dran. Meine Bearbeiterin war sehr freundlich. Zuerst verlangte sie meinen Ausweis, mein Arbeitsvisum und schließlich meinen Führerschein. Dieser wird in Kanada vernichtet werden. Dann tippte sie wie wild meine Daten in den Computer. Nachdem sie fertig war, überreichte die Mitarbeiterin mir einen Katalog mit 5 Fragen zum kanadischen Verkehr und bat mich diese zu beantworten. Was ist zu beachten, wenn eine Ampel grün blinkt? Wie viel Abstand muss man von einen Motorradfahrer halten? Darf man an der roten Ampel eine SMS lesen? Was muss man beachten, wenn ein Schulbus vor einem ist und den Warnblinker setzt? Und die fünfte Frage habe ich vergessen. Natürlich wusste ich nicht auf alle Fragen eine Antwort. Aber die Mitarbeiterin erklärte mir sehr freundlich, welches Verhalten richtig ist. Dann gab es noch einen kurzen Sehtest und ein Foto wurde gemacht (auf dem ich nicht besser aussehe als auf den alten Führerschein). Der Spaß kostete 31 Dollar und ich bekam einen gelben Zettel, welcher als vorläufiger Führerschein dient. Ich war sehr zufrieden, erleichtert und auch ein bisschen stolz. Endlich hat alles geklappt und andererseits war es eine sehr gute Konversation. Nach dem Termin buchte ich noch ein Ticket für den Bus und fuhr schließlich 12.40Uhr wieder nach Whistler. Die Strecke dorthin ist wunderschön und der Highway 99 hat sich wieder einmal von seiner schönsten Seite gezeigt. Ein traumhaft schöner Blick über das Meer mit den Bergen, welche schneebedeckt sind. Unendliche Weite und Natur. Gegen 15Uhr, bin ich nach einen kurzen Abstecher zu Tim Hortens in meiner Unterkunft angekommen, wo ich mit meinen Roommates noch einen Film geschaut und ein bisschen gequatscht habe.Read more

  • Day82

    Spontan sein

    November 20 in Canada ⋅ 🌧 6 °C

    Die Zeit rennt und rennt, so viel schneller als ich es mir hätte vorstellen können. Seit nun genau zwei Wochen bin ich in Whistler. Donnerstag nächste Woche ist Saisonstart. Das heißt, bald geht es los mit dem Arbeiten. Es wird auch echt langsam Zeit, wieder einer Verpflichtung nachzukommen. Vor einer Woche ist nun auch der letzte Mitbewohner meiner WG angekommen. Alle drei durch und durch Kanadier. So wie ich es wollte. Sprachlich sehe ich mich nun mit einer neuen Herausforderung konfrontiert. Denn meine Mitbewohner verstehen es ausgesprochen gut, in einem ordentlichen kanadischen Slang zu sprechen. Das WG - Leben ist sehr gewöhnungsbedürftig und wie es so ist, wenn vier Männer auf engsten Raum leben, es leidet die Ordnung und zwar in einem Maße, welches mir viel, sehr viel Umgewöhnung abfordert. Aber manchmal erkennt man dann doch wieder, dass unter den Bierdosen und dem dreckigen Geschirr eine Küche vorhanden ist. Definitiv ein Punkt, in dem ich gerne meine eigenen vier Wände hätte. Aber hier in Whistler ist alles so teuer, dass man Kompromisse machen muss. Allein die Lebensmittel haben horrende Preise. So kaufte ich beispielsweise einen Philadelphia-Frischkäse für umgerechnet knapp 6 Euro. In der letzten Woche verbrachte ich viel Zeit im Fitnessstudio und versuchte die erforderlichen Online- Zertifikate für meine neue Arbeit im Skiverleih zu machen. Bis jetzt bin ich noch nicht fertig und es ist alles andere als leicht in die Thematik einzusteigen. Heute wollten meine Mitbewohner mit dem Auto nach Vancouver fahren (ca. 100km), um Sushi essen zu gehen, weil die Restaurantpreise in Whistler so teuer sind. Sie fragten mich, ob ich mitkommen möchte. Eigentlich wollte ich nicht mitgehen. Ich tat mich sehr schwer mit der Vorstellung 200 Kilometer wegen ein paar Sushirollen zu fahren. Sie ließen aber nicht locker und ich disponierte meine Pläne um und buchte mir für eine Nacht ein Hotel und einen Termin für einen zweiten Besuch in der Führerscheinstelle, um nun endlich meinen Führerschein umzutauschen (Hatte das letzte mal nicht geklappt). Niko, der andere Deutsche, kam auch noch mit. Und so starteten wir gegen halb 3 in Richtung Vancouver. Nach zwei Stunden Fahrt, zu fünft im Auto eingepfercht, waren wir dann auch am Restaurant angekommen. Dort gab es "All you can eat", in einer Form, wie ich es noch nicht erlebt habe. Für 33 Dollar so viel Essen wie man möchte, von Sushi, über eingelegtes Fleisch, welches man sich selber am Tisch grillen konnte, über Frühlingsrollen und vieles mehr. Echt verdammt lecker und zu dem ein tolles Konzept. Nach dem Essen verabschiedete ich meine Mitbewohner und machte mich auf den Weg ins Hotel. Zu meiner Überraschung bekam ich ein gratis Upgrade auf eine Hotelsuite in der 9. Etage und das ganz für mich allein. Sauber, ordentlich und das Beste, die Küche war noch als solche zu erkennen. Ich zog mich schnell um und entschied mich noch eine kleine Runde im Zentrum zu drehen. Und ich war mehr als überglücklich. Am Anfang tat ich mich mit Vancouver etwas schwer. Mittlerweile fühlt sich Vancouver an, wie Nachhause zu kommen. Man kennt viele Orte und braucht keine Navigation mehr. Darüber hinaus sind da die ganzen aufregenden Erinnerungen, von den ersten Tagen. Und so spazierte ich noch 1.5 Stunden durch die Stadt, nahm ein heißes Bad und genoss eines der zwei King-Size-Betten in meinen Zimmer. Morgen ist der Spuk wieder vorbei und ich fahre wieder zurück und tausche Hotelsuite mit Etagenbett.Read more