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  • Day11

    Plougrescant II

    July 24 in France

    Kurz überlegen wir beim Frühstück, heute weiterzufahren, da unser nächstes Ziel keine 30 km entfernt ist. Dann entscheiden wir uns aber dagegen. Dafür wird das Wohnmobil einmal gedreht, so dass die Öffnung nach Osten zeigt. Gestern schien die Sonne bis weit in den Abend unter die Markise, und das war etwas zu viel des Guten.
    Frisches Baguette gibt es heute auch nicht, nur das Getoastete von gestern. Der Bäcker ist 3 km entfernt, und es geht ganz schön steil bergauf. Das bemerken wir auch bei der anschließenden Radtour rund um die Landzunge. Wir sind einmal mehr froh, E-Bikes zu haben. Die Steigungen sind zwar nicht lang, aber dafür heftig. Wir wollen zum Aussichtspunkt "Le Point du Chatau". So weit haben wir es gestern bei unserer Wanderung nicht geschafft. Spätestens bei der Radtour merken wir, dass es gut war, geblieben zu sein, Es ist wie eine Fahrt durch ein Bilderbuch und jede Seite präsentiert neue Bilder und Geschichten der Natur, der Landschaft und der Menschen, die hier leben, aber auch von denen, die zu Besuch sind. Beschreiben kann man dieses Meer aus unzähligen roten Felsen und Steinen nicht, die die Natur zu vielen kleinen Inseln, Türmen, Klippen und Skulpturen aufgehäuft hat und die jetzt bei Niedrigwasser aus dem Atlantik ragen. Das muss man sich ansehen. So ist es nicht verwunderlich, das häufig ein Fotostopp eingelegt werden muss. Unterwegs kommen wir auch am Stellplatz für Wohnmobile vorbei. Die drei kostenlosen Plätze sind belegt. Parken hier ist ok, aber Urlaub dort auf dem Schotterplatz zu machen, dafür ist es nicht schön genug. Anders verhält es sich beim Camping "Le Verlen", an dem wir vorbei kommen. Natürlich wird der Platz erst einmal von uns begutachtet. Er stand schließlich auch auf unserer Liste. Es gibt viele Mobilheime, aber die vorhandenen Touristenplätze sind groß und parzelliert. Alles in allem wirkt er gepflegter und ruhiger als der Camping "Berg Ar Vilin". Er hat allerdings einen gravierenden Nachteil: er liegt oben auf einem Berg und der Weg zum Strand ist weit. Wir müssen nur ein paar Schritte gehen und können baden (wenn das Wasser da ist).
    Vom Aussichtspunkt "Le Pont du Chatau" radeln wir weiter zum Aussichtspunkt "Le Guffre". Hier müssen wir das Rad abstellen. Zu Fuß geht es in die bizarre Felsenwelt. Und da ist es, das wohl meist fotografierte Haus zwischen zwei Felsen. Um auf den höchsten Aussichtspunkt zu gelangen, ist Klettern über Felsen angesagt. Wir sind froh, für die Radtour etwas festeres Schuhwerk gewählt zu haben. Die können wir jetzt beim Klettern gebrauchen.
    Fassungslos sehe ich eine französische Familie, die mit Badelatschen herumspazieren. Allen voran der Vater mit dem jüngsten, höchstens 3 Monate altem Kind auf dem Arm. Wenn der ins Stolpern gerät......ich kann gar nicht hinsehen.Trotzdem ist das Panorama gigantisch und ein Naturerlebnis.
    Zurück zu den Rädern und weiter auf dem Radweg entlang der Küste, auf kleinen asphaltierten Straßen, vorbei an wunderschönen Gärten, die vor den Steinhäusern scheinbar um die Wette blühen. Im Ort kommen wir an der "Eglise St. Pierre" vorbei. Genau gegenüber sitzen Urlauber unter der Markise des Restaurants. Das sieht so einladend aus, dass wir uns dazu setzen und eine kleine Pause einlegen, bevor wir Brot und Kuchen besorgen und zurück zum Wohnmobil fahren.
    Am Spätnachmittag möchte ich ein wenig laufen. Michael hat keine Lust nach der 15 km Radtour, schon wieder zu wandern. So laufe ich noch allein ein Stück des Wanderweges in südöstliche Richtung. Aber vorher statte ich der Austernfarm, die direkt in der Nähe des Campinglatzes liegt, einen Besuch ab, und schaue mich in dem kleinen Laden um. Im Becken tummeln sich Hummer, Krabben und andere Schalentiere. Hier können Privatleute auch in kleinen Mengen Meeresfrüchte kaufen. Die großen Mengen aber werden in Eis gepackt und morgen in ganz Frankreich verkauft. Eigentlich schade, dass ich nicht auf Austern stehe und nicht weiß , wie man einen Hummer zubereitet. Hier hätte ich die Möglichkeit alles super frisch und erschwinglich einmal zu probieren. Die Tische, auf denen die Austern gezüchtet werden, können wir bei Ebbe in der Bucht stehen sehen. Und auch die Boote, mit denen sie geerntet werden, fallen zwischen den vielen Sportbooten auf.
    Das Licht der späten Nachmittagssonne lässt die Landschaft noch einmal in einem ganz besonderen Rahmen erscheinen, und es schön, entlang des Wassers und durch die kleinen Straßen zu laufen. Heute sind wir 15 km Rad gefahren und ich bin 11 km gelaufen.Ein ganz schön aktiver Urlaubstag.
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