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  • Day18

    Lampaul Plouarzel II

    July 31 in France

    "Bleu , bleu la mer est bleu." Ich weiß gar nicht mehr, wer das einst gesungen hat, aber es passt auf das Bild, das sich uns heute morgen bietet. Tiefblau mit einem hellblauen, wolkenlosen Himmel darüber, offenbart sich das Meer und zeigt uns heute eine ganz andere Seite.
    Dazu eine Luft, wie gekühlter Champagner, so spritzig, die einen leichten Salzfilm auf der Haut und den Lippen hinterlässt. Es riecht unverkennbar nach Meer nach Fisch, nach Tang, Haute Marèe! Das Rauschen der Wellen wird nur noch vom Geschrei der Möwen übertönt. Es treibt uns an den Strand, um mit den Füßen im kalten Wasser diesen wunderschönenTag zu begrüßen. Es ist einer jener Momente, die man mit all ihren Zutaten einrahmen, an die Wand nageln und damit für immer festhalten möchte. Aber auch solche magischen Momente sind schnell vorbei. Spätestens, als die durchdringende Hupe des Bäckerwagens über den Platz ertönt und damit das Signal gibt, sich um so profane Dinge wie das Frühstück zu kümmern.
    Das Meer ist immer noch faszinierend blau, auch wenn es sich gerade zurückzieht, als wir später vom Einkauf aus dem kleinen Supermarché des Ortes zurückkommen. Am Horizont ist Land zu sehen, das gestern noch nicht da war. Das tolle Wetter animiert zu einer Dünenwanderung, diesmal rechtsseitig. Allein unterwegs in der Weite der von der Sonne verbrannten Landschaft, unter mir das Rauschen der Wellen, bekommt das gleich mäßige Gehen etwas Meditatives . Der Kopf wird frei von dem belastenden Kleinkram des Alltags und kann sich neuen, anderen Dingen widmen. Die Felsen hier prägen schon seit tausenden von Jahren das Landschaftsbild und werden auch noch da sein, wenn nachfolgende Generationen diesen Dünenpfad beschreiten. Gedanken über die eigene Vergänglichkeit im Hinblick auf diese grandiose Natur schieben sich in den Vordergrund und fordern Beachtung. Wie kurz ist das menschliche Leben im Hinblick auf diese Felsen. Wie wenig sorgsam gehen wir mit diesem Leben um. Warum belasten wir uns mit Dingen, die wir nicht brauchen und lassen es zu, dass sie uns dominieren? Im Urlaub ist es einfach Ballast abzuwerfen und die Leichtigkeit des Seins zu spüren. Aber das Leben ist nicht nur Urlaub, es ist ganz viel Alltag. Da ist wenig Platz für solche Gedanken.
    Nehmen wir all die Bilder, Farben, Gerüche und den Geschmack des Urlaubs mit und lassen uns von ihnen daran erinnern, dass das Leben auch im Alltag magische Momente für uns bereit hält Wir müssen sie nur wahrnehmen.
    Während mir solche Gedanken durch den Kopf gehen, schaue ich aufs Meer. Das Chanson "La Mer" summt in meinem Kopf, während sich die Wellen an den Felsen brechen. Das Leben ist schön und einfach und unkompliziert.....gerade jetzt.
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