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  • Day19

    Pluhinec - Kersiny Plage

    August 1 in France

    Der Tag fängt wieder urlaubsmäßig an: Sonne und me(h)er. Wir bleiben noch einen Tag in Lampaul Plouarzel , das war der Stand am gestrigen Abend und das ist auch noch unsere Meinung beim Frühstück. Um uns herum Aufbruchstimmung. Einer nach dem Anderen verlässt den Platz. Irgendwie scheint das anzustecken. "Oder wollen wir heute auch weiter?" Die Frage taucht aus dem Nichts auf. Vielleicht! Aber wir haben uns überhaupt noch keine Gedanken gemacht, wohin? Es ist aber schon fast Mittag. Bekommen wir da noch einen schönen Platz? Wir wollten doch mal ein paar mehr Kilometer in Richtung Süden machen.
    Die Argumente dafür und dagegen fliegen hin und her, während wir schon irgendwie zusammenpacken. Wir fahren!
    In Rekordzeit sind wir abfahrbereit. Nur noch Entsorgen. Los geht's. Aber das Wohnmobil will nicht. Sind wir so tief in eine Kuhle gefahren? Noch mal Gas gegeben. Es will immer noch nicht. Dafür taucht eine wild gestikulierende Frau auf und zeigt unter unser Mobil. Mit einem gewaltigen Satz bin ich draußen. Autsch! Die Treppe war ja schon drin. Nichts passiert. Das Hindernis ist die große Plastikbox, in der Michael Fahrradabdeckung und dazugehörige Gurte aufbewahrt. Heute wollte er mal ohne Plane fahren und hat die Box vergessen. Die Box hat dem Reifen nicht standgehalten. Sie ist in tausend Splitter zerlegt worden. Aber dem Inhalt ist nichts passiert. Erst mal alles in die Klappe werfen und dann zur Entsorge, da können wir die Box auch gleich mit entsorgen. Spontanität und Achtsamkeit scheinen sich irgendwie auszuschließen. Wir entsorgen. Aber auf Frischwasser verzichten wir ganz gegen unsere Gewohnheiten hier. Wir haben ja noch etwas.
    Hinter Plouarzel taucht ein Super Ü mit Tankstelle auf. Also auch den Dieseltank vollmachen und Getränke kaufen, wäre auch nicht schlecht. Als wir mit dem Super Ü fertig sind, ist es bereits fast 14.00 Uhr. Und wohin fahren wir jetzt? Die Halbinsel Crozon heben wir uns für die nächste Fahrt auf. Wir fahren zum Cap Sizun, dort haben wir im letzten Jahr unsere Tour durch die Bretagne beendet. Vielleicht kommen wir in diesem Jahr mal bis Nantes.
    Wir haben uns auf Campercontact einen kleinen Campingplatz in Pors Peron ausgesucht. Von dem trennen uns gerade noch 100 km. Wir fahren wieder auf Brest zu, als Michael aufschreit. Das Klofenster macht "winke, winke" im Spiegel. Mist, das war ich. Ich hab's nicht zugemacht. Ein Spurt nach hinten. Gerettet. Gott sei Dank! Für heute reicht es aber an Unachtsamkeiten.
    Wir müssen noch einmal durch Brest. Danach setzen wir die Fahrt auf der N 165 fort. Die zweispurige Straße lässt uns schnell voran kommen.
    Interessant wird es erst, als wir über eine große Brücke über den L' Élorn, und dann kurze Zeit später in Plougastel- Daouglas ab und in Richtung Pointe du Raz fahren. Es wird gebirgiger und wird wieder grüner. Nichts ist verdorrt, wie wir es am Meer erlebt haben. Satte Grüntöne überwiegen. Wunderschöne Orte wie Port-Launay mit dem hohen Viadukt oder Châteaulin, der hübschen Stadt am Fluß Aule Maritim.
    Über Cast und Plonevez nähern wir uns Douanenez. Ein wunderschöner Ort, den wir letztes Jahr 2 Tage besucht haben. Hier gibt es tolle Wanderwege.
    Von der D 7 geht's wenig später ab nach Pos Peron und zum gleichnamigen Campingplatz. Der ist leider voll. Pech gehabt. Stellplätze und kleine Camps gibt es hier reichlich. Aber viele ohne Versorgung, das bedeutet kein Wasser.
    So fahren wir einmal quer über das Cap zur anderen Seite nach Audierne. Ein sehr schönes kleines Städtchen, das sogar einen Stellplatz am Fluß hat. Der ist aber bereits voll. Wenige Kilometer hinter Audierne in Plouhinec liegt der Camping "Kersiny Plage."
    "Hier will ich bleiben", rufe ich begeistert, als ich vom oberen Platz des terrassenförmig angelegten Camping aufs Meer schaue.
    Hier können wir nicht nur bleiben, sondern uns sogar einen Platz aussuchen, direkt am Meer. Ist das wohl super? Es ist 16.00 Uhr und wir stehen wieder am Meer, trinken Kaffee, aber alles ist neu und alles ist wieder ganz anders.
    Natürlich bleibt noch Zeit für einen Spaziergang, um die nähere Umgebung zu erforschen. Und ich treffe wieder auf meinen alten Bekannten, den Sentier Gr 34, dem ich durch die Buchten bis zum Pointe Karreg und weiter bis zur Mündung des Flusses bei Audierne auf einem schmalen Pfad am Rand der Steilküste folge, bevor es zurück geht.
    Am Abend wird es ganz schön frisch. Die Sonne geht zwar nicht über dem Meer unter, aber dafür rund und klar und taucht alles in ein unwirkliches rotes Licht. Noch lange nach dem Untergang ist der Horizont leuchtend rosa gefärbt. Wieder haben wir einen erlebnisreichen Urlaubstag verbracht, in einem Land, einer Gegend, die uns von Tag zu Tag besser gefällt.
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