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  • Day22

    Es geht weiter.
    Wieder sind wir einen Tag länger geblieben als ursprünglich geplant Aber dieses kleine Camp ist wie eine Oase am Meer. Ruhig, ohne Hektik und Trubel, einfach nur entspannend und der Platz direkt am Strand, einfach traumhaft. Gestern haben wir uns für die nächsten Tage schon eine Ecke ausgesucht, die wir noch sehen möchten.
    Ca. 50 km weiter südlich zum Leuchtturm "Le Phare d' Eckmühl wollen wir heute fahren. Einen kleinen Camping Municipal haben wir auch schon gefunden. Mal sehen, ob wir einen Platz bekommen. Es ist Hochsaison und Wochenende. Der graue Himmel am Morgen lässt das Wegfahren einfacher machen. Und so geht die Fahrt durch kleine Badeorte wie Plozevét, Pouldreuzig, Ploneour-Lanvern, Pont -l'Abbé nach Penmarc'h. Die Sonne stellt sich wieder ein und alles wird gleich farbenfroher. Überall ist morgendliche Betriebsamkeit zu spüren.
    Kleine Märkte, die lanwirtschaftliche Erzeugnisse der Region verkaufen, haben ihre Stände aufgeschlagen. Und viel Autoverkehr herrscht in den Orten, so dass es mit dem Wohnmobil auf den engen Durchfahrtstraßen hin und wieder zu Rangieren gilt. Einen scheinbar verschlagenen Teilnehmer der Tour de France haben wir 10 Minuten vor uns, ohne ihn überholen zu können. Wieso fällt mir dazu gerade der Satz ein : " In der Ruhe liegt die Kraft?" Wahrscheinlich, weil etliche Autofahrer nach uns auch noch viel Geduld benötigen, um an diesem verhinderten Radrennfahrer vorbei zu kommen.
    Am Camping Municipal Toul Ar Ster in Penmarc'h angekommen, erleben wir eine böse Überraschung. "Complete!" Der Platz ist voll. Entschuldigend zuckt die Dame an der Rezeption die Schulter: " Le Soleil". Die Sonne. Das schöne Wetter. Aber wir wären nicht wir, wenn wir nicht noch eine Alternative hätten. In diesem Fall sogar zwei. Die nächste liegt keine 500 m weiter und heißt " Le Grand bleu". Auch hier ein sehr netter Empfang. Was ein paar Worte in französisch doch ausmachen. Danach ist man willig auch in englisch weiter zu reden und manchmal sind da sogar noch ein paar Brocken Deutsch zu reanimieren. Hier hat man einen Platz für uns, für 2 oder 3 Tage und der ist gar nicht schlecht. Und, was uns vorher gar nicht so bewusst war, hier gibt es sogar einen Pool.
    Der ist nicht nur super, sondern den haben wir kurze Zeit später ganz für uns allein. Ist ja klar. Bei dem Wetter sind alle am Strand.
    Wir sind rundherum zufrieden und genießen erst einmal Sonne, Strand und Meer.
    Danach steht aber der Leuchtturm an.
    Michael, der weder Höhen beim Radfahren noch bei Türmen mag, bleibt beim Wohnmobil, während ich mit dem Rad die knapp 4 km zum Leuchtturm fahre. Eine schöne Fahrt. Immer am Meer entlang. Ich komme auch an einem Stellplatz für Wohnmobile vorbei. Hier stehen die Fahrzeuge ziemlich eng und Wasser, Strom und Entsorgung gibt es auch nicht. Das wäre bei der Hitze, wir haben fast 30 Grad hier direkt am Meer, nicht so mein Ding. Dafür kostet die Übernachtung auch nur 5 Euro.
    An der Mole von St.Pierre liegen einige Schiffe. Allerdings auf dem Trockenen.
    Die Flut kommt erst gegen Abend wieder. Eine Handvoll Lokale und Restaurants fallen durch ihre farbigen Markisen und Schirme auf und sind bereits gut besucht. Am Leuchtturm parke ich mein Rad. Hier hat sich auf dem Parkplatz eine kleine Armada von Wohnmobilen einen Platz für die Nacht gesucht. Nicht ganz legal. Aber scheinbar stört es Niemanden.
    Am Eingang vor dem Leuchtturm steht eine Schlange Besucher, die auf den Turm wollen. Klar, Samstag Nachmittag in der Hauptreisezeit. Es dürfen immer nur 40 Menschen auf den Turm. Für jeden der heraus kommt darf einer hinaufgehen. Nach 10 Minuten bin ich an der Reihe. Der Leuchtturm aus dem Jahr 1897 ist 65 m hoch. 307 Stufen sind bis zur Aussichtplattform zu gehen. Spiralförmig windet sich die Treppe mit dem schweren Bronzegeländer nach oben. In der Mitte blickt man je nach Standort tief nach unten oder steil nach oben. Es bieten sich dabei außergewöhnliche Anblicke auf die Treppenwindungen. Oben weht der Wind kräftig und man hat einen phantastischen Ausblick auf das Meer, die Küste und das Hinterland. Das ist doch schon mal ein Tages- Highlight.
    Gemütlich fahre ich danach wieder zurück durch den warmen Sommertag am Meer. Der Kaffee wartet und ein Bad im Meer, wenn es denn da ist. Zur Not tut's auch der Pool zum Erfrischen. Und der Sonnenuntergang am Abend, der ist schon fast obligatorisch.
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  Vive la France