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  • Day5

    In der Nacht hatte ich im Traum einen Ohrwurm. Frl. Menke trällert in einer Tour ihren Hit aus den 80igern: " Oh ho, hohe Berge!" Und dieser Song lässt sich auch am Morgen nicht vertreiben. Aber besser als Michaels Traum von tiefen Schluchten. Dabei sollen wir beides heute zu sehen bekommen, denn für heute ist eine Fahrt mit der llfinger Seilbahn in das Skgebiet Meran 2000 auf dem Ilfinger geplant. Also verlassen wir gegen 10.30 Uhr unser Womo und laufen die Viertelstunde zur Seilbahnstation hoch, so zu sagen zum warm trainieren. Mit Wanderstöcken und gepacktem Rucksack stehen wir wenig später mit anderen Wanderen an der Kasse. Zwei Mal Seniorentarif:-). Wir brauchen nicht lange warten und steigen gemeinsam mit Wanderern, Kleinkindern, Hunden und Fahrrädern in die Kabine. Michael, der es überhaupt nicht mit Höhen jeglicher Art hat, sucht sich einen Platz, auf dem es nicht viel zu sehen gibt. Es geht los und es beginnt eine schöne Fahrt über die Baumwipfel und höher hinauf. Felswände gleiten vorbei und der Parkplatz der Station wird immer kleiner. Meran liegt tief unter uns im Dunst. Schade, dass wir heute nicht das tolle Wetter mit der Fernsicht der vergangenen Tage haben! An der Mittelstation hält die Gondel. Einige Wanderer steigen aus. Sie wollen zu Fuß zur Bergstation und wahrscheinlich noch weiter. Beim Ablegen sackt die Gondel ein klein wenig nach unten, und ein kleiner Aufschrei geht durch die Passagiere. Aber dann gleitet sie wieder lautlos am Berg entlang. Oben angekommen, heißt es erst einmal, sich zu orientieren. Der Blick nach unten ist fantastisch. Die Luft ganz schön kalt. 8 Grad ist es hier auf 1899 m. Die Talstation liegt auf 648 m. Die Fahrt hat ca. 7 Minuten gedauert. Die Fahrgeschwindigkeit über die 3647 m lange Strecke sind 11,0 m/s. Wir holen uns eine Übersicht der Wanderwege, die an der Station ausliegt und entscheiden uns für die einfache Route 3 zur Waidmannshütte und über die Route 18 wieder zurück zur Station. Das sind gut 10 km, ohne die Höhenmeter, die wir gleich zu Beginn ordentlich zu spüren bekommen. Japsend müssen wir zwischendurch anhalten, um wieder zu Atem zu kommen. Hoffentlich habe ich meinem Mann da nicht zu viel zu gemutet, denke ich. Dabei habe ich zu ihm gesagt: "Wenn wir oben sind, brauchen wir bestimmt nicht mehr großartig Berghoch gehen." Hat nicht ganz gestimmt. Es geht permanent hoch. Bis zur Waidmannsalm haben wir 150 Höhenmeter gemacht. Für geübte Bergwanderer vielleicht nicht viel, aber für uns schon ganz schön. Der Wanderweg 3 führt auf einem Kamm weiter und bietet einen tollen Panoramablick nach oben und unten.
    Auf der Alm finden wir einen schönen, geschützten Platz auf der Terrasse. Die Decke auf der Bank nehmen wir gern in Gebrauch, denn es ist frisch. Die Speisekarte lässt uns das Wasser im Mund zusammen laufen. Hier sind alle Südtiroler Spezialitäten versammelt. Die Knödelsuppe ist heiss und lecker und Kraut und Wurst, Bratkartoffeln und Speck schmecken nach der Tour richtig gut. Zwischendurch setzt sich die Sonne durch, wärmend und die beeindruckende Berglandschaft in warmes Licht tauchend. Es ist herrlich hier in der Sonne zu sitzen und die Menschen, die Ameisen groß auf den verschiedenen Wegen unterwegs sind, zu beobachten. Aber es hilft alles nichts, irgendwann müssen wir uns auf den Rückweg zur Bergstation machen. Gerade zur richtigen Zeit, denn es fährt kurz danach eine Bahn zu Tal.
    Es ist bereits Nachmittag, als wir beim Wohnmobil sind. Ein wenig ausruhen, Kaffee trinken und dann? Aber Michael hat für heute genug. Er muss noch entsorgen, Wasser auffüllen, und den Roller befestigen, denn morgen wollen wir weiter an den Iseosee fahren. Aber ich habe noch Lust auf Aktivitäten und fahre mit dem Rad in die Stadt hinunter. Treten brauche ich nicht viel auf der 3,5 km langen Strecke, nur die Bremse ist voll im Einsatz. Oh je, das muss ich später alles wieder Berg hoch fahren. Als ich 20 Minuten später unten an der Passer bin und mein Rad abstellen will, um durch die Stadt zu bummeln, stelle ich fest, dass ich kein Schloss mitgenommen habe. Schiebender Weise laufe ich durch die Fußgängerzone. Aber schön ist was anderes. Also mache ich mich wieder auf den Rückweg, und der ist trotz E-Bike anstrengend.
    Für heute reicht es. Morgen geht's weiter. Von den Bergen an die Seen.
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