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  • Day15

    Es geht kein Weg daran vorbei: Heute müssen wir zurückfahren. Der graue Himmel, der uns beim Aufwachen erwartet, macht es uns ein klein wenig leichter. Nach einem kurzen Frühstück sind wir Abreise bereit. Da bis auf wenige Plätze alles leer ist, ist auch das Rangieren und Abkoppeln mit dem Hänger kein Problem. Wir sind nicht allein, die wegfahren wollen. Auch an den verbliebenen anderen Wohnmobilen wird angehängt und aufgeladen. Noch schnell die Quittung an der Rezeption abgeben, da wir schon gestern bezahlt haben, und die Schranke geht hoch für uns. Wir fahren Richtung Autostrada Brennero, denn zurück soll es über den Brenner und dann über den Fernpass gehen. Das obligatorische Verfahren erledigen wir dann gleich am Anfang, indem wir zu früh die Autobahnauffahrt nehmen und genau wie das Wohnmobil vor uns, in die falsche Richtung fahren. Unisono fahren wir dann bei der nächsten Abfahrt ab und in der richtigen Richtung wieder auf. "Wenn das für heute alles war, dann geht's ja noch", denke ich und erinnere mich an das Vorbeifahren am Campingplatz in Meran und seine Folgen.
    Aber dann läuft es. Und wieder fahren wir durch ein Trentino, das grau in noch mehr grau erscheint. Michael ist etwas irritiert wegen der Hinweisschilder, dass der Brenner ab Sterzing für LKW über 7,5 t gesperrt ist. Aber ich kann ihn beruhigen. Ein Blick auf die Wetterkarte zeigt, dass es auf dem Brenner sonnig bei 4 Grad ist. Also kein Schnee wie in den Nachrichten angekündigt. Die Autobahn ist zweispurig und es herrscht Überholverbot für LKW und Fahrzeuge mit Anhänger. Also auch für uns. So zuckeln wir hinter einer Kolonne Schwerlastern her. Irgendwann reicht es Michael mit z.T. 50 km und weniger zu fahren. So kommen wir nicht weiter, und so überholt er, wie bereits die Gespanne es auch tun.
    Ab Bozen reißt der Himmel auf und wir bekommen das feinste Herbstwetter mit strahlend blauem Himmel und einer Sicht, die die Berge glasklar an den Horizont malt. Was folgt ist eine Alpenüberquerung vom Feinsten. So habe ich die Berge selten gesehen.Trotz schmutziger Frontscheibe mache ich ein Foto nach dem Nächsten. Ab dem Brenner piepst unsere Gobox. Mal schauen, wenn wir wieder zu Hause sind, was sich da so zusammen gepiepst hat. Die italienischen Autobahngebühren sind relativ human. Da sind wir von Frankreich etwas anderes gewohnt. Als wir unterhalb der Zugspitze fahren, kann ich nicht nur die Seilbahn erkennen, sondern sogar das Zugspitzhaus. Die Straße über den Fernpass und den Reuttepass ist nicht sehr befahren. Wir kommen gut voran, allerdings hat Michael genug vom Berg fahren und von Kurven als wir dann über die deutsche Grenze fahren. Die A7 ist zwar voll, aber es staut nicht. Das Navi meldet 16.18 Uhr Ankunft in Günzburg. Hier wollen wir einen Zwischenstopp machen und morgen die restlichen 500 km fahren. Wir sind genau 7 Stunden gefahren, als wir in Günzburg auf den fast leeren Stellplatz am Freibad fahren.Wir können sogar noch kurze Zeit in der Sonne sitzen und etwas essen. Michael ist kaputt vom Fahren und will sich etwas hinlegen. Ich laufe ca. 10 Minuten, um in die Altstadt zu gelangen. Das Waldbad ist in unmittelbarer Nähe der Donau. Gut ausgebaute Radwege führen in die Umgebung und bis Ulm. Und im kleinen Städtchen gibt es alles, was das Herz begehrt. Dieser Stellplatz ist nicht nur für eine Zwischenübernachtung interessant sondern bietet auch für mehrere Tage reichlich Programm. In der Altstadt wird gerade für einen "Sternenabend" aufgebaut, einem Midnight-Shopping. Es gibt wieder viel zu schauen. Mit etwas Leckerem für das Abendessen gehe ich später zurück.
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