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  • Day2

    Main, Wein und Sonne ⁷

    October 13 in Germany ⋅ ⛅ 19 °C

    Ja.....wo fängt man an, wenn man so einen herrlichen Tag inmitten der Natur verlebt hat?
    Mit dem Morgen! Denn schon am frühen Sonntagmorgen zeigt ein Blick aus der Wohnmobiltür, dass es sich lohnt, auch die Füße hinaus zu bewegen. Und so stehe ich, wie der Ostwestfale sagt "im Pölter", der Rest von Deutschland "im Schlafanzug", direkt am Main und staune über das Farbenspiel, das Nebel, Fluß und aufgehende Sonne direkt vor mir inszinieren. Weiße Dunstwolken schweben im rosaroten Licht über dem dunkelgrauem Fluß und verzaubern ihn mystisch.
    Alles um mich herum scheint noch zu schlafen. So schlüpfe ich, wenn auch zum Leidwesen meines Mannes, mit kalten Füßen, wieder ins Bett. Aber nicht ohne vorher den Kaffee gekocht zu haben.
    Eine gute Stunde später sitzen wir draußen beim Frühstück und genießen die Sonne dieses herrlichen Herbsttages, kommen ins Gespräch mit unseren Nachbarn und können den "Neulingen" noch den einen oder anderen Tipp geben.
    Nach den täglichen "Haus- bzw. Wohnmobilaufgaben" hält mich nichts mehr auf dem Platz. Mit meinen Walkingstöcken geht es hoch auf den St.Johannis-Berg mit dem tollen Blick auf das Maintal und von dort weiter auf dem Panoramaweg in die Weinberge. Dort walke ich nach den Hinweisschildern des "Zehngrafenweges" . Von keiner Menschenseele gestört, setze ich die Tour fort und entdecke mitten in den Weinbergen die "Zehntgrafenhütte", die ich spontan aufsuche. Hier bietet sich für Wanderer eine super Möglichkeit zur Einkehr. Ein großer Raum mit Sitzbänken und Tischen lädt zu Rast ein. Sogar eine Toilette ist da. Hier oben kann man super Picknick machen, mit fantastischem Blick ins Tal.
    Auf dem Rückweg zum Wohnmobilplatz suche ich nach der einzigen noch offenen Häckerwirtschaft des Ortes und fotografiere schon mal die Speisekarte. Beim Weingut Lothar werden wir heute abend Essen gehen.
    Zwei Stunden später, zurück am Wohnmobil, stehe ich schon mehr oder weniger auf der Verlustliste.
    Es ist heiß. Sehr heiß für einen Oktobertag. So wird erst einmal vor dem Mobil im Liegestuhl der Radweg und der Schiffsverkehr beobachtet, und hinter dem Wohnmobil die Newcomer in Augenschein genommen. Zwischen die Neuankömmlinge mischt sich ein eigenartiges Fahrzeug mit sonderbaren Klingeltönen: ein Eiswagen. Schnell steht der halbe Stellplatz Schlange an, um ein Eis zu bekommen. Das Geschäft lohnt sich hier. Das letzte Eis, bevor der Eismann den Platz verläßt, ist unseres. Von wegen Anstehen!
    Gegen halb drei holen wir den Roller aus dem Hänger und dann geht es los. Erst einmal die paar Hundert Meter bis zur Wipfelder Fähre. Die "Rote Paula" fährt zum ersten Mal Schiff. Wenn auch nur knapp 2 Minuten bis zur anderen Flußseite. Von dort geht es zum Kloster St. Ludwig, das wir vom Stellplatz aus sehen können und in dem heute ein Frauenhaus untergebracht ist.
    Wir schwitzen, weil wir uns viel zu warm angezogen haben. Da kommen uns die kühlen Klostermauern und die Kirche gerade recht. Den schönen Altar bewundern wir in den Kirchenbänken sitzend und machen dabei "cool down".
    Vom Kloster St. Ludwig geht es weiter in Richtung Volkach. In Stammheim fahren wir eine Runde durch die engen Gassen. Ein netter kleiner Ort, der sich leider den Namen mit dem weniger schönen Gefängnis der RAF in Stuttgart - Stammheim teilen muss. Ein toller Biergarten, im dem die Menschen in der Sonne sitzend, Wein und Bier trinken, fällt uns leider erst zu spät auf; da sind sind wir schon daran vorbeigefahren.
    Aber die Abfahrt zur Kirche "Maria im Weinberg" bemerken wir rechtzeitig. Wir parken den Roller und unternehmen einen wundervollen Spaziergang hoch zur Kirchenanlage inmitten der Weinberge mit tollem Blick ins Maintal. Zurück am Roller geht es über "Fahr" entlang der Mainschleife nach Volkach. Den Roller lassen wir am Rande der Altstadt auf einem Parkplatz stehen. Dann geht es hinein in das Getümmel der Altatadt von Sonntagsausflüglern, Wanderern und Radfahrern, das hin und wieder von fehlgeleiteten Pkws und Skateboards aufgemischt wird. Zwischenzeitlich fühle ich mich ins westfälische Münster versetzt, was die Anzahl der Räder an diesem Tag und diesem Ort betrifft. Wir erfreuen uns an den alten Häusern und fliehen vor den Massen in einen Biergarten, von dem wir uns ganz entspannt das bunte Treiben anschauen können. Einige Zeit später sind wir zurück am Roller und fahren über die Mainbrücke, von der wir einen informativen Blick auf den ziemlich vollen Wohnmobilstellplatz haben.
    Dann beginnt eine wunderschöne Fahrt durch Weinberge mit faszinierendem Blick ins Maintal mit seinen kleinen Orten, deren Mittelpunkt die spitzen Kirchtürme sind. Eine kurze Informationsfahrt durch das leere Untereisenheim und den ziemlich vollen Stellplatz am Main an der Fähre in Obereisenheim folgen, bevor wir entlang des Hafens und der Schleuse vom Wipfeld zurück zum Stellplatz fahren. Hier stellen wir erstaunt fest, dass es gegen unsere Erwartung am Sonntagabend noch voller geworden ist.
    Unser Abendessen gibt es heute in der Häckerwirtschaft vom Weingut Lothar, das wir anschließend mit dem Roller aufsuchen. Leckere und günstige, regionale Küche mit Wein und Traubensaft aus den gegenüberliegenden Weinbergen runden diesen wunderschönen Tag ab. Noch ein wenig vorm Mobil gesessen, auf die Flusskreuzschiffe geschaut, die am Abend vom Vollmond beleuchtet vorbeigleiten und dann ist es wirklich Zeit, hinein zugehen ins Wohnmobil und den Tag ausklingen zu lassen.
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