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  • Day3

    Pilsensee und Schloß Seefeld

    October 14 in Germany ⋅ ☀️ 20 °C

    Heute wollen wir den schönen Ort Wipfeld am Main verlassen und ins Zielgebiet, zu den fünf bayerischen Seen fahren.
    350 km sind zu bewältigen. Wir stehen relativ pünktlich auf und sind um 9.30 Uhr abfahrbereit. Einen kleiner Disput mit Navi Mathilde, das uns jeglicher Eingabe trotzend immer wieder über die A8 nach München schicken will, verhindert die pünktliche Abfahrt. Nur Else, das eingebaute, altersschwache Navi, hat sofort begriffen , dass wir gern eine 10 Minuten längere Fahrt in Kauf nehmen, wenn wir nicht über München fahren müssen. So darf Else heute mal den Weg zeigen, Aber später, nachdem wir stur auf der A7 bleiben, reißt Mathilde wieder die Navigation an sich.
    Die Fahrt auf der A7 zieht sich wie Kaugummi. Selbst blauer Himmel, Sonne und Herbstfärbung können nicht von dem hohen Verkehrsaufkommen mit vielen LKWs, Baustellen und Staus ablenken. Sogar das Tanken auf einem Autohof wird zu einem Problem. Bei der Parkplatzsuche stellen wir das Wohnmobil auf den Platz für PKWs und katapultieren uns damit mehr oder weniger in eine Sackgasse, denn die reguläre Ausfahrt ist vielleicht für PKWs noch angemessen groß, nicht aber für ein Wohnmobil mit Anhänger. Es bleibt uns nichts anderes übrig, als entgegengesetzt zur vorgeschriebenen Fahrtrichtung den Parkplatz zu verlassen.
    Endlich, gegen 14 30 Uhr, und damit fast eine Stunde später als vorher berechnet, erreichen wir den Camping am Pilsensee. Wir können uns einen Platz aussuchen. Die Wahl fällt uns schwer, denn es stehen viele Plätze zur Auswahl. Im Gegensatz zur Hochsaison ist es jetzt Mitte Oktober nicht nur viel, viel ruhiger hier, sondern mit der ACSI Karte ist es eine recht preiswerte Übernachtung. Von hier aus können wir mit dem Roller auch Wörth- und Ammersee besuchen.
    Wir sind froh, als der Hänger und das Wohnmobil endlich stehen und wir vor dem Wohnmobil in der herrlichen Herbstsonne sitzen und auf den See schauen können.
    Michael möchte sich ausruhen und ich möchte eher das Gegenteil. Gemeinsam machen wir einen Informationsgang über den Platz, bevor sich unserer Wege für die nächsten eineinhalb Stunden trennen. Michael strebt dem Wohnmobilbett zu und ich dem Seefelder Schloss. Nicht allzuweit entfernt von unserem heutigen Standort thront die romantische Schlossanlage malerisch und mit mittelalterlichem Charme im Fünfseenland. Nach einem kurzen Anstieg erreiche ich den noch fast völlig erhaltenen Wirtschaftshof. Hier laden Künstler-Ateliers und exclusive Boutiquen zum Stöbern und Bummeln ein. Vereinzelt sitzen Besucher im Biergarten des Bräustüberls, das auch im Schloß untergebracht ist. Heute ist es relativ leer im Schloßhof, aber ich kann mir sehr gut die Betriebsamkeit während der Saison vorstellen. Das Schloß Seefeld gilt als Mittelpunkt für Kultur und Lebensart am Pilsensee, denn auch viele Konzerte finden hier statt.
    Mein Weg führt vom Schloß in eine Gegend mit vielen Einfamilienhäusern. Diese Siedlung könnte auch in jedem anderen Ort stehen. Ein wenig bin ich enttäuscht. Hatte ich doch mit Balkon bestückten und mit Geranien bewachsenen Holzhäusern gerechnet. Auch die Hauptstraße mit Bäcker, Apotheke und Edeka fällt nicht durch Besonderheiten auf. Hier ist es ähnlich wie in Löhne, nur etwas bergiger. Beim Edeka nehme ich Brötchen für den kommenden Tag mit. Dann kehre ich zum Campingplatz zurück. Der See, der im Farbenspiel der untergehenden Sonne ein berauschendes Farbenspiel bietet, entschädigt für die Mittelmäßigkeit des Ortes.
    Mit meinem Stuhl und einem Glas Wein setze ich mich an den See und beobachte den Sonnenuntergang, der die Berge wie einen Scherenschnitt an einen rosaroten Horizont heftet. Etwas später setzt sich Michael dazu. Auf dem Steg wird ein Video-Musikclip gedreht. Die sanfte und einfühlsame Musik klingt leise zu uns herüber. Es ist einer jener Augenblicke, die verzaubern. So lange bis die kalte Feuchtigkeit an den Beinen hochkrabbelt und ermahnt, ins Warme zu gehen.
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