Reisetagebuch über meine Reise in meinem Sabbatjahr 08/22 - 08/23 ——————————————————————— Travel diary about my journey in my sabbatical year 08/22 - 08/23 Message
  • Day12

    Palenque

    November 21 in Mexico ⋅ ☁️ 22 °C

    Im Dschungel auf den Spuren der Maya und im Gepäck ein neuer Life Hack.
    Der kurze Aufenthalt in Palenque stand ganz im Zeichen der Maya-Ruinen im Dschungel von Palenque. Mit zwei Backpackerinnen aus Pakistan und Österreich machte ich mich im Collectivo auf den Weg zur Archäologischen Zone. Vom Fahren in den Hop-on-Hop-off Kleinbussen wurde mir im Vorfeld der Reise häufig abgeraten, da sie anscheinend zu unsicher und unzuverlässig sind. Beides bestätigt sich an diesem Tag nicht. Es gibt für mich allerdings Vor- und Nachteile.
    Vorteile: Man kann für wenig Geld (1€ innerstädtisch), alle paar Minuten überall einsteigen und zu den wichtigsten/ interessantesten Orten kommen.
    Nachteile: Wenig Platz, nichts zum Festhalten während unseres Stehplatzes in gebückter Haltung und meine Sprach-Barriere spanisch
    Da unsere pakistanische Begleitung fließend spanisch spricht, ist das allerdings gar kein Problem.
    An den Ruinen angekommen lehnen wir, dankend, alle viel zu hohen Angebote der Guides ab und erkunden selbst. Die Informationen erhalten wir von den Infotafeln (leider wenig und uninformativ), vom Lauschen bei anderen Gruppen mit Guides und beim späteren Dschungel-Walk mit Guide. Wir hatten einen tollen Tag erwischt, da es nicht zu heiß war und nicht geregnet hat. Außerdem waren nicht allzu viele Leute da. Verglichen mit meinen Besuchen von Chichén Itzá und Tulum quasi niemand. Ein paar entspannte und interessante Stunden später haben wir uns vor der geführten Dschungel Tour gestärkt. Es gab Tacos und als Nachtisch eine frische Mango mit gratis Life Hack (siehe Bilder). Clever in der Zubereitung und praktisch zu essen. Gestärkt geht es abseits vom Pfad in den Dickicht. Der Guide erzählt viel über die Geschichte der Maya, wie sie Medizin hergestellt, ihre Tempel gebaut, sich ernährt haben (ich habe auch probiert: Video), wer geherrscht hat und warum, was die Herrscher schon alles wussten mithilfe der Mathematik und Astronomie und woran sie geglaubt haben. Tiere haben wir leider kaum gesehen und wenn, dann nur von Weitem. Ein bisschen Tarzan spielen durften wir auch. Zufrieden und mit mehr Maya-Wissen als zuvor ging es zurück zum Hostel. Am Abend probierte ich ein typisches, regionales Getränk aus Mais, Kakao, roten Samen und Zimt. War lecker, aber nicht so gut, dass ich es mir regelmäßig bestellen würde. Abgerundet wurde der Tag mit einem veganen Gyros mit Pommes und Kombucha.
    Und weiter gehts in Richtung dem immer noch so weit entfernten Ziel an der Pazifikküste von Mexiko. Der kommende wird der letzte Zwischenstopp.
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  • Day10

    Campeche

    November 19 in Mexico ⋅ ⛅ 27 °C

    Zurück zu dem, was mir mit am meisten Freude bereitet. Manchmal merkt man erst, was einem fehlt bzw. einen glücklich macht, wenn man sich wieder in einer solchen Situation befindet.
    Die Ankunft in Campeche, um genauer zu sein, in der Altstadt von Campeche, ist schöner als die Bilder bei der Recherche, die ein Grund für meinen Zwischenstopp hier waren. Mein erster Gedanke ist dabei: „Wow, wie Trinidad auf Kuba nur leiser.“ Wenn ich Campeche in einem Satz beschreiben müsste hieße der vermutlich so:
    Eine malerisch schöne Altstadt, die zum Träumen, Entschleunigen und Verweilen einlädt.
    Trotz dass ich erst am späten Nachmittag in Campeche ankam, hatte der Tag noch einen ungeplanten Aufenthalt für mich parat.
    An der Stadt Promenade, dem Malecon, war ich gerade noch rechtzeitig für den Sonnenuntergang. Denn dunkel wird es hier auch schon um circa 18 Uhr. Auf dem Weg zum Abendessen wollte ich noch etwas Obst für den nächsten Tag kaufen. Anstatt eines Supermarktes der frisches Obst und Gemüse hat, geschweige denn irgend etwas ohne Zucker, fand ich mein Abendprogramm, völlig zufällig. Von Weitem höre ich ein sehr vertrautes Geräusch, dem ich folge. Es waren Pfiffe. Hin gebracht haben mich die Geräusche der Triller-Pfeife zum „2. Mini-Basketball-Festival in Campeche“. Eltern und Großeltern verkaufen Essen und Trinken, feuern enthusiastisch ihre Kinder an und tragen dabei die Fan-Trikots ihrer Mannschaft mit Schriftzügen, wie „Mama-Cobra“ oder „Papa-Cobra“. Sofort schießen in mir die Glücksgefühle hoch. Erinnerungen an die eigenen Handball Turniere in meiner Kindheit, Sportunterricht und natürlich mein letztes Spiel, dass jetzt auch schon vor mehr als einem halben Jahr statt gefunden hat. Die Erinnerungen an meine Verabschiedung bleiben überwältigend! Mit so vielen Nachrichten rund um dieses Spiel und vor allem mit der Fanbase aus Kollegium, Freunden und meiner Familie hatte ich nicht gerechnet. Daran werde ich mich immer mit einem Lächeln erinnern!
    Was nicht ganz stimmt ist, dass ich mit der familiären Unterstützung nicht gerechnet habe. Die war immer da!
    Ich kann mich an kein Spiel erinnern, dass meine Eltern verpasst haben, außer sie waren im Urlaub. Bei meiner Tante war das nicht anders. Im Schlepptau hatte sie meist noch meinen Opa mit dabei, der sich mit Sicherheit mehr auf die Spiele gefreut hat als ich und es ab morgens kaum mehr abwarten konnte bis es endlich los geht. Die anderen Familienmitglieder egal ob Brüder, Tanten, Onkels, Cousinen, Omas, alle dazugehörenden Anhänge sowie Kumpels waren auch so häufig am Spielfeldrand, dass ich es nicht zusammen zählen könnte. Egal wer da war, hat dem Namen „Fan“ alle ehren gemacht und meine Mannschaft sowie mich fanatisch unterstützt. Ich bin stolz und glücklich so eine Familie auf und abseits des Handballfeldes zu haben.
    DANKE für all die Jahre!
    Was ein Aufenthalt bei einem Sportereignis alles auslösen kann, Wahnsinn. Aber darum lieben wir alle den Sport, weil er das menschlichste hervorbringt und transportiert: Emotionen.
    Der Tag findet dann, in der belebten Calle 59 bei einem mexikanischen do it yourself Gericht, ein Ende.
    Bunt ist gut. Und das nicht nur auf Bildern. Am Sight-Seeing-Tag stehen die bunte Altstadt, die alte Stadtmauer begrenzenden „Baluartes“ (Ecktürme) und der Besuch zweier Märkte auf dem Programm. Die Baluartes waren alle unterschiedlich „eingerichtet“. In manche der acht konnte man nicht rein, in anderen befanden sich Museen z.B. ein Museum zu archäologischen Funden der Maya und in einem ein kleiner botanischer Garten. Geht man bei bunt weg vom farblichen Gedanken an sich, dann landet man auf dem Frauen dominierten Markt. Ausschließlich „moderne“, selbstbewusste Frauen verkaufen hier. Eine tolle Atmosphäre bei der viel gelacht und geredet wird. Ich greife beim Essen zu und führe meine Tour fort. Abends lese ich dann in meinem „Reise-Buch“ weiter und bleibe bei der Seite auf dem vorletzten Bild hängen. Gedanken zum Nachdenken. Kurz aber schön war der Aufenthalt.
    Morgen gehts schon wieder weiter in die nächste „Maya-Hochburg“.
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    Traveler

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  • Day7

    Valladolid

    November 16 in Mexico ⋅ ⛅ 32 °C

    Bevor alle Alarmglocken läuten. Nein, ich bin nicht dabei meinen ökologischen Fußabdruck schnellst möglich zu maximieren und dafür nach Spanien geflogen. Heute ging es mit dem Bus weiter ins Landesinnere von Mexiko. In das von Tulum eineinhalb Stunden entfernte Städtchen Valladolid. Bisher läuft alles wie geschmiert und der Bus fährt mit mexikanischer Pünktlichkeit, zehn Minuten zu spät, ab. Da das Zimmer vor Ort noch nicht bezogen werden kann, schaue ich mir eine kleine Kunstgalerie mit traditionellen Motiven und Kunstwerken an. Es war ganz schön auslaugend mir das alles genau anzuschauen, also gab es neben an eine Tomaten-Creme-Suppe mit vegetarischer Ceviche, Bohnenmuß, frischer Avocado und gebackenen Tortilla-Streifen für mich. Beim Herumschlendern fällt mir immer stärker ins Auge, wie viel Ähnlichkeiten die Altstadt von Valladolid mit dem kubanischen Trinidad hat. Der Kolonialstil mit den bunten Häuser-Fassaden ist dabei das ausschlaggebende Merkmal. Eine schöne kleine Stadt in der ich schon einmal für 1-2 Stunden war. Das hatte ich vergessen, aber wirklich etwas gesehen, habe ich damals, auf der Rückfahrt von Chizen Itza nicht. Was fest steht ist, dass Valladolid lecker ist. Ein Stopp lohnt sich hier schon allein wegen des Essens.
    Danach habe ich meine Hütte bezogen und das ist dieses Mal nicht nur umgangssprachlich so daher gesagt. Gemütliche, traute Alleinigkeit für zwei Nächte. Genau das, was ich zu diesem Zeitpunkt gebraucht habe. Am Abend wurden auf dem „Parque Principal Francisco Cantón Rosado“ die Touris mit traditionellen Tänzen bespaßt. Einer davon war ich. Weil es zuvor geregnet hatte, gab es ein lautes Vogelkonzert gratis mit dazu. Für mich hieß es dann eintauchen in die vegane haut cuisine. Sehr lecker, der Geruch und der Geschmack komplett neu für mich, aber nichts, was ich täglich essen würde. Der Schwabe im Kopf schlägt den Gourmet im Bauch. Kleine Portionen und ein hoher Preis sind einfach nicht der südwestdeutsche Volltreffer.
    Der Start in den nächsten Tag war auf dem mexikanisch organisierten Indoor-Markt. Halle 1 bestach durch einen kunterbunten Mix aus Metzgerei Fachgeschäften und direkt daneben, in der anderen Hälfte der Halle, Bekleidung. Vielleicht weil teilweise beides tierischen Ursprungs ist oder einfach, weil es da Platz gab, ich weiß es nicht. In der zweiten Halle gab es alles und das teilweise auch an jedem Stand. Von Spielzeug über Süßigkeiten bis hin zu Schmuck war alles mit dabei. Im Übergangsbereich und in der dritten Halle waren dann die Kleinbauern und, nach meinem Anschein, nur private Verkäuferinnen. Diese sahen für mich aus, als wohnen Sie um die Ecke und verkaufen das was in Ihren Gärten wächst, wie Blumen, Obst oder verarbeitete Sachen. Ich bin mit neuen Eindrücken, wie Markt auch geht, Ananas-Scheiben und selbstgemachten Yuca-Teig-Bällchen eingelegt in Honig, vom Markt in Richtung Zaci-Cenote spaziert. Diese liegt mitten in Valladolid „quasi im Hinterhof“ eines Restaurants. Wobei, glaube ich, eindeutig klar ist, was zuerst da war. Leider stimmten die Informationen im Internet nicht mit der Realität überein. Die Cenote ist nämlich seit über zwei Jahren Corona bedingt geschlossen und momentan, laut Aussage des Sicherheits-Personals, aus politischen Gründen weiterhin zu. Da konnte und wollte ich auf spanisch nicht weiter nachhaken. Ein alternatives Programm war schnell gefunden, dieses enttäuschte allerdings meine Erwartungen und erfüllte nicht mein großes Interesse. Wer mich kennt, weiß, dass ich sehr gerne Schokolade esse. Manche sagen viel, ich meine, es ist nie genug. Also besuchte ich das Schokoladen Museum. Dieses brillierte leider nur mit hohen Eintrittspreisen und ka(um)kao Experten-Wissen. Das heute ein besonderer Tag war, wurde spätestens auf den Straßen rund um den „Parque Principal Francisco Cantón Rosado“ und vor dem „Templo de San Servacio“ ersichtlich. Es wurde das Ende der Revolution gefeiert, damit die Vertreibung der Besetzer und dafür waren, vor allem die Kinder, passend zum Thema verkleidet.
    Dann kam es zu einer Premiere nach sehr langer Zeit. Ich habe im Restaurant eine typische regionale Spezialität ohne Fleisch bestellt und die Bestätigung durch den Kellner erhalten, dass es ohne „carne“ ist. Bekommen habe ich drei Tacos mit jeweils einem Berg voll pulled chicken (gerupftes Hühnchen) darauf. Jetzt hatte ich zwei Möglichkeiten. Entweder ich lasse es zurück gehen und es wird weggeworfen oder ich esse es. Ich habe mich für zweiteres entschieden, da ich das Lebensmittel wegwerfen schlimmer finde. Der Geschmack war ok und hat mir bewusst gemacht, dass ich gut und gerne auf Fleisch verzichten kann. Zum Nachtisch habe ich mir auf dem Marktplatz meine erste Marquesita geholt. Quasi ein knuspriger Crêpe mit Schoko, Kiwi und Erdbeeren. Das wird nicht der letzte gewesen sein. Am Abend genoss ich ein Dinner for one im Empanada-Laden. Das hat Erinnerungen an meine Südamerika Reise geweckt. Dort gab es an jeder Ecke von Buenos Aires Empanadas.
    In Erinnerungen schwelgend gehe ich in mein AirBnB und bereite mich auf die nächste Busfahrt vor.
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  • Day4

    Tulum

    November 13 in Mexico ⋅ ☀️ 30 °C

    Am Reisetag war mal wieder alles beim Alten. Früh aufgestanden, rechtzeitig an der Bus Station gestanden, Bus kommt, aber nimmt mich nicht mit. Was ist denn hier schon wieder los?
    Also zu Fuß in Richtung Fähre. Mit vollem Gepäck, bei jetzt schon über 25 grad, wollte ich das eigentlich vermeiden. Aber der offensichtlich uneigennützige Taxifahrer von der anderen Straßenseite gab mir zu verstehen, dass mich die nächsten zwei Stunden vermutlich kein Bus mitnehmen wird. Von der Fähre bis an die Punta Sur ist der Bus morgens voll mit Bauarbeitern, die neue, riesige Hotel komplexe auf die Insel zimmern. Nach ca. 5 von 6 Kilometern werde ich aus einem Golfkart angesprochen, ob ich mitfahren möchte. Die Teile haben den gesamten Insel-Aufenthalt über genervt, aber in diesem Fall hätte mir nichts besseres passieren können. Völlig durchgeschwitzt nehme ich Platz auf der Rückbank und erfahre, dass ich im Honey-Moon-Mobil zweier US-Amerikanerinnen sitze. Die beiden Texanerinnen waren meine Rettung, denn ich komme kurz vor Abfahrt meiner Fähre am Hafen an.
    Mein anschließender Fernbus legte mit etwas Verspätung ab und brachte mich zur Touristen Hochburg Tulum. Dort angekommen führte mich Onkel Google Maps auf einem interessanten wie auch erschreckenden Fußweg in Richtung meiner ersten mexikanischen Mahlzeit in Tulum. Der kürzeste Weg dort hin brachte mich durch ein Wohnviertel der Einheimischen (siehe Bilder). Traurig zu sehen, wie weit die Schere zwischen armen Einheimischen und reichen Touristen auseinander geht und wie wenig „ausländisches Geld“ für das (Wohn-)Wohl der Menschen aus Tulum eingesetzt wird. Danach komme ich an einem netten Projekt vorbei, bei dem Plastikdeckel gesammelt werden, um Krebs kranken Kindern zu helfen. Vor meinem eigentlichen Ziel machte ich noch zwei weitere Male halt. Ein Getränk und zwei vegane Tacos später gab es für wenig Geld viel zu essen. Die fünf hausgemachten Panchos waren großzügig belegt und die scharfe Salsa passte perfekt dazu. Das alles für 3,50€. Das sind die kleinen Restaurants und Stände am Straßenrand, die ich die nächsten Tage und Wochen so oft es geht besuchen will. Auf dem Weg ins Hostel sehe ich zum ersten Mal Kinder die Sportunterricht haben, was meine Grundstimmung direkt noch einmal weiter hebt. Dieser ist, wie ich schon in Argentinien gesehen habe, wie Training organisiert. Geschlossene Übungsformen und lernen am Modell. Die deutschen Sport-Didaktiker kämpfen vermutlich jetzt schon mit den entstandenen Kopfschmerzen, aufgrund ihres heftigen Kopfschüttelns, ohne auch nur irgendetwas davon gesehen zu haben.
    Am nächsten Morgen radelte ich los in Richtung Sonnenaufgang am Playa las Palmas und danach weiter zu den Maya Ruinen Tulum. Ein schöner Ort, wenn man zu den ersten Personen am Tag gehört. Ich bin die dritte Person am Eingang um 8 Uhr und laufe mit drei anderen Leuten die Route in entgegen gesetzter Richtung. Das gibt mir die Chance auf ein paar Minuten (fast) ungestörten Geniessens. Das hält allerdings nicht lange an und es werden alle 10 Minuten gefühlt hunderte von Menschen mehr. Der Strandbesuch direkt im Anschluss war Gold wert, da die Temperaturen wieder unfassbar hoch waren. Über den Mittag bin ich zu einer etwa 10 Kilometer entfernten Cenote geradelt. Die Eintritts-Preise in die Touri-Attraktionen sind hoch, aber in meinem Fall hat es sich gelohnt. Es waren kaum Besucher da, das Wasser war so klar, dass man bis auf den Grund der 7 Meter tiefen Cenote schauen konnte und das Licht fiel so gut ein, dass man sogar zwischen den Wasserpflanzen alles erkennen konnte. Beim Schnorcheln habe ich unzählige Fische, zwei Schildkröten und ein kleines mexikanisches Krokodil gesehen. Das war das Eintrittsgeld allemal wert. Abends hätte der Kontrast meiner Essenslokale nicht größer sein können. Zuerst gab es feurige, vor meinen Augen handgemachte Tacos in einem authentischen „Familienbetrieb“. So stelle ich mir das Essen bei einer mexikanischen Oma vor, herrlich. Zum Nachtisch gabs dann ein leckeres Eis in einem fancy Instagram Laden. Das hausgemachte Eis schmeckte auch hervorragend.
    Am letzten ganzen Tag in Tulum stand Entspannung auf dem Programm. Ausschlafen, Eine Stunde Yoga, Frühstück im Hostel und dann zum Strand. Mit einem frisch gepressten Passionfruit Cocktail und Blick auf die Tulum Ruinen sowie das Meer, konnte man es gerade so aushalten. Der anschließende Art Walk hatte viel von Walk und ziemlich wenig von Art. Eine schöne Szenerie gab es dennoch. Die starke Maya-Frau über einem Naturbild. Mein Eindruck in den ersten Tagen in Mexiko ist ein sehr altmodisches, traditionelles Rollenbild von Mann und Frau. Mir gegenüber sind die Einheimischen sehr freundlich und positiv. Allerdings erfahre ich von weiblichen (Allein-)Reisenden, dass unangenehme Situationen und Zunahekommen von mexikanischen Männern, die penetrant und teilweise schwer loszuwerden sind, an der Tagesordnung steht. Hier ist offensichtlich noch eine Menge an Aufklärungsarbeit zu leisten und ein gleichberechtigter sowie angemessener Umgang mit (ausländischen) Frauen zu lernen. Mit diesen Gedanken im Kopf ging es für mich weiter zu meinem Lieblings-Taco-Stand. Die Tortilla Gringa (Ausländer Tortilla) und die Tacos waren wieder sehr gut. An diesen Ständen steht übrigens nirgendwo im Menü, dass es auch mindestens eine vegetarische Variante gibt. In Mexiko gehört Fleisch zur nicht weg zu denkenden Essens-Kultur. Was leider noch nicht zur Kultur gehört, ist das schon einmal von mir beschriebene Müllentsorgungssystem. Das bestätigt mir ein Einheimischer, nachdem ich fragend vor 4 Mülltonnen stehe, die zwar beschriftet sind, in denen aber überall alles drin liegt. Nach einer kurzen Pause von der Sonne und der Hitze im Hostel geht der Food Tourismus weiter. Der erste Burrito in Mexiko sollte bald verspeist sein, denn der Hunger war groß. Der vegane Burrito im Lokal „Burrito Amor“ hat bei mir auf jeden Fall liebes Gefühle ausgelöst. Bisher können die mexikanischen Restaurants in der Heimat überhaupt nicht mit denen im Ursprungsland mithalten.
    Am nächsten Tag und damit in meiner nächsten Stadt sollte es zu einem flashback kommen.
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  • Isla Mujeres

    November 9 in Mexico ⋅ ☀️ 29 °C

    „Du bist immer dann am besten, wenn’s dir eigentlich egal ist.“ Dieser Satz setzt sich, einmal gelesen, bei mir fest und fort. Aber eins nach dem Anderen.

    Auch heute geht es in der Früh los. Alles läuft wie am Schnürchen und so heißt es für mich: 9000 km Direktschuss nach Mexiko. Bevor es losging aber noch folgendes Flughafen-Highlight:
    Vier Erwachsene Ende 50 bis Anfang 60 ziehen sich am Gate im Frankfurter Flughafen die Schuhe aus und machen ein Fuß/ Socken Bild, um es als Rätsel in die Familiengruppe zu stellen. „Welcher Fuß gehört wohl zu wem?“ und ab in die „La familia WhatsApp Gruppe“. Die Kinder versinken vermutlich in Family-Scham und in Gefühlen der Peinlichkeit. Die Eltern haben den Spaß ihres Lebens und ich denke mir: Haltet es aus, liebe Kinder und versucht mindestens genauso lange wie eure Eltern das Kind in euch zu behalten. Daher dreckiges 1:0 für meinen Jahrgang, sag ich jetzt einfach mal.

    Der Flug ist für seine Länge erträglich und kommt so an, dass ich meine Anschluss Verbindungen mit Bus und Fähre in Richtung Isla Mujeres bekomme, läuft. Oder auch nicht. Aufgrund von schlechter Organisation und Verkehrschaos rund um den Flughafen steige ich mehr als eineinhalb Stunden später als gebucht in meinen Kleinbus. Auf der Fahrt zur Fähre ist der Verkehr tatsächlich da, aber anstatt der prognostizierten zwei Stunden braucht der Transfer „nur“ eine Stunde. Die letzte Station ist natürlich meine. Ich schaffe gerade noch so den Absprung aus dem Van bevor er ins Luxus Hotel Gelände einfährt. Das war die einzige Möglichkeit so nah wie möglich an die Fähre heranzukommen. Am Fährhafen läuft alles wie geschmiert, sodass ich nur ein paar Minuten später auf den Kutter kann. Keine 30 Minuten später bin ich auch schon auf der Isla Mujeres, allerdings am für mich falschen Ende der Insel. Nach knappen 24 Stunden auf den Beinen, wobei diese die längste Zeit über inaktiv waren, beschloss ich zu Fuß zum Hostel zu gehen. Das Problem war, dass es schon Stock finster war und ich mir vorgenommen hatte in Mexiko Nachts nicht alleine herumzuspazieren. Das Vorhaben hat ja schon mal lange gehalten. Eine Entschuldigung geht auch per Eilpost nach Hause, scusi. Aber, hey, alles gut, ich bin unversehrt und es tat gut sich die Beine zu vertreten. Auch wenn ich während der guten Stunde mit mir selbst mehrfach ins Gefecht gegangen bin. Leicht Schizophren schwankten meine Gedanken und „vor mich hin Bruddlereien“ zwischen „oh man bin ich froh mich fürs Laufen entschieden zu haben“ und „oh man ist das heiss hier, das Gepäck nervt, wie weit ist es noch und warum hab ich mich nur fürs Laufen entschieden? So eine scheiß Idee.“ Nach knappen 26 Stunden auf den Beinen ging’s dann ab in die Waagerechte.
    Mit deutlich weniger Schlaf als gerechnet waren Körper und Schaltzentrale wieder online. Mein erster Auftrag war zum Supermarkt und einen Bäcker zu suchen. Der recherchierte Bäcker war nämlich gar nicht so leicht zu finden. Zumindest der Eingang nicht. Aber klar, wie es halt so läuft, musste ich nur am Fenster der Bäckerstube klopfen und schon wurde vom mexikanischen Bäckermeister höchstpersönlich der kleine Verkaufsraum von innen geöffnet. Alles was auslag war frisch gemacht und leider mit oder aus purem Zucker. Es gab also kein Brot oder Brötchen, sondern nur Süße Stückchen, wie Croissants, Muffins, Brötchen mit Zuckerguss oder, als einzig herzhaftes, Pizza. Da war der Teig aber bestimmt auch süß. Die Sachen, die ich mitgenommen habe, waren alle lecker. Hier bin ich vermutlich nicht das letzte Mal gewesen. Nach dem Einkaufen spazierte ich noch ein wenig herum, wobei ich einige schöne und interessante Plätze fand. Im Zentrum wird gerade, wie in ganz Mexiko, in einem vierjährigen Projekt, ein Ort gestaltet an dem sich jung und alt zum Sporteln treffen sollen. Neben der Freizeit Gestaltung stehen bei diesem Projekt vor allem die Schulen im Mittelpunkt der Erneuerung. Verschieden große Fußballfelder umringen ein überdachtes Feld auf dem Handball und Basketball gespielt werden kann. Welchen Stellenwert Handball in Mexiko hat, weiß ich ehrlich gesagt überhaupt nicht. Aber dass die Fußballfelder nicht im Fokus stehen wundert mich. Danach passiere ich auf dem Weg zu einem kleinen Strand Street Art und mir Fallen offensichtliche Verbindungen zwischen der Universität und der Kirche auf. Am Strand angekommen sehe ich einige sehr neugierige Leguane. Der Sicherheitsabstand wird beidseitig eingehalten. Da extrem viel Müll herum liegt entschließe ich mich mit meiner leer gevesperten Bäckertüte Müll einsammeln zu gehen. Ein Tropfen auf den sehr heißen mexikanischen Stein. Mir persönlich hat’s gut getan. Nach einem Tag wird klar und deutlich, dass die Insel ein Müll Problem hat. Später, dass es im ganzen Land so ist. An den zahlreichen Mülleimern liegt es zumindest nicht, dass der Müll seinen Weg nicht finden kann. Der restliche Tag ist entspannt gewesen und wurde im Beach Club Bereich meines Hostels verbracht.
    Morgen wird’s deutlich aktiver, ich freu mich schon drauf.
    Am Samstag war ich zum Sonnenaufgang am südlichsten Punkt der Insel, dem Punta Sur, der gleichzeitig der östlichste Ort Mexikos ist. Es befindet sich dort ein Naturpark mit nachgebildeten Skulpturen/ Statuen der Mayas (Familien, Krieger, Kreaturen, Opfergaben,…). Diese sind nicht alt oder besonders schön, aber tauchen den Ort in eine mystische Stimmung während des Sonnenauf-/ Sonnenuntergangs. Im Naturpark führen Wege rund um die Klippen, die nur wenige Leute an diesem Morgen genutzt haben und so konnte ich ungestört Vögel beim Fischen und anschließendem Vespern ihrer Beute sowie schlafende Leguane beobachten. Das endemische Nationaltier schläft auf eine ganz besondere Weise. Der komplette Körper steckt mit dem Kopf voraus in einem Loch des Kalkgesteins auf der nach Südwesten ausgerichteten Seite. Das Einzige was heraus schaut sind der lange Schwanz und teilweise die Hinterbeine. Hängt vermutlich mit der Größe des Tieres und des Loches zusammen. Sobald dann die Sonne um die Ecke kommt und die Schlafstelle erreicht, merken die Wechselwarmen Tiere das und werden aktiv. Der erste Weg ist kurz. Nur ein paar Schritte aus der kleinen Höhle heraus und erst einmal Sonne tanken. Da habe ich etwas gemeinsam mit den Leguanen. Ich gehe hier auch zügig, aber vor Sonnenaufgang, aus dem stark klimatisierten Zimmer raus in die Wärme und in die Sonne, sobald sie da ist. Mittags stand zum zweiten Mal während der letzten Wochen Schnorcheln auf dem Programm. Schade, dass es erst das zweite Mal war, aber der Spaß ist hier überall teuer. Ich hoffe auf die nächsten Länder und habe auch schon zuversichtliches erzählt bekommen. Die Schnorchel Gruppe war klein. Sie bestand nämlich aus genau zwei Personen. Was viel gutes mit sich brachte, wie zum Beispiel viel auf einander eingehen, unter sechs Augen alles erklärt und atemberaubende Dinge gezeigt zu bekommen. Unsere beiden Wassergänge hätten unterschiedlicher nicht sein können. Der erste war im Unterwasser Museum MUSA. Dort haben wir versenkte Skulpturen betrachtet, an denen sich Korallen gebildet und die von der Natur naturiert wurden. Dabei waren zwei VW Beatle und jede Menge menschliche Figuren zu sehen.
    Der zweite Stopp war atemberaubend. Ich konnte gar nicht zählen wie viele unterschiedliche Fischarten mit uns und um uns herum geschwommen sind. Von winzig klein bis eineinhalb Meter lang, in allen erdenklichen Farben und von Einzelschwimmer bis Schwarm-Typ war alles mit dabei. Meine Highlights waren große Barrakudas, ein riesiger schwarzer Hummer/ Languste, Buckelkopf-Papagai Fische, ein Stachelrochen und zwei grüne Meeresschildkröten. Letztere haben wir Minuten lang begleitet und unter anderem beim Luft holen beobachtet. Danach können sie wieder bis zu 15 Minuten unter Wasser bleiben.
    Der letzte Tag auf der Insel war nochmal auf verschiedene Arten besonders. Für diesen Tag habe ich mir ein Fahrrad ausgeliehen und habe die gesamte Insel hoch und runter, kreuz und quer befahren. Zum Sonnenaufgang bin ich in den Norden der Insel gefahren, wo ich zufällig einen abgesperrten Bereich gesehen habe. Dazu später mehr. Die ersten zweieinhalb Stunden an der Nordküste waren traumhaft schön, da die Strände leer waren und das maximal hüfttiefe Wasser überraschend kühl war. Als es mir zu voll und laut wurde, bin ich frühstücken gegangen. Natürlich typisch mexikanisch, also rein mit der ersten Portion Tacos um halb 10. Anschließend bin ich die Straßen gemütlich abgefahren bis ich etwas wirklich abgefahrenes gefragt wurde. Ohne dem Verkäufer etwas zu signalisieren, ich habe noch nicht einmal in seine Richtung oder zu seinem Geschäft geschaut, fragte er mich von der Seite: „what are you looking for, today?“ Keine Reaktion oder Antwort von mir, aber trotzdem die zweite Frage: „Do you want my sister?“ Ich hoffe das war ein versuchter Spaß. Ich hatte es so aufgefasst und musste mir ein Schmunzeln verkneifen. „Sah ich so bedürftig aus?“, habe ich mich noch kurz gefragt. Nachdem ich mich wieder gefangen hatte, fuhr ich weiter in Richtung Wassereis-Verkäufer. Lecker und kaum teurer als 1€. Absolut zu empfehlen bei den Temperaturen. Das Eis wäre mir beinahe in der Hand geschmolzen, als ich an der Apotheke stand. Jetzt konnte ich mir das Grinsen nicht mehr verdrücken (siehe Bild). Die Werbeschilder und der kleine Junge, der so aussieht, als würde er sich gerade etwas von diesen Sachen aussuchen. So viel Witz in nur einem Bild. Sollte sich der Verkäufer von vorhin vielleicht mal etwas abschauen. Auf dem Weg ins Hostel gab es dann die zweite Runde Tacos. Dieses Mal in einem kleinen lokalen Laden, der sich gelohnt hat. Freundliche Gastgeber, einheimische Leute als Tischnachbarn und die am besten belegten Tacos bisher. Jetzt hieß es erst Mal cool down im Hostel. Die Sonne hat hier ordentlich Dampf und dem Wind ist die Tage auf der isla mujeres die Puste ausgegangen.
    Der Abend sollte aber alles noch toppen. Nachdem ich während des Sonnenuntergangs am Punta Sur von Stechmücken, Ameisen und Co. so richtig aufgevespert wurde, fuhr ich mit dem Rad zurück an den kleinen Nordstrand von dem ich zuvor kurz geschrieben hatte.
    Der erwähnte eingezäunte Bereich war tatsächlich das, wofür ich ihn gehalten habe. Hier werden Schildkröten Nester beschützt. Wie ich später erfahren sollte sind die gefährlichsten Raubtiere, wer hätte es gedacht, die Menschen. Kann ich überhaupt nicht verstehen. Wie kommt man auf die Idee? Einfach nur traurig.
    Ich war an diesem Abend leider zur falschen Zeit am richtigen Ort. Die fünf Biologen vor Ort erzählten mir, dass gestern Schildkröten geschlüpft sind und vermutlich morgen wieder, aber heute leider nicht. Die Enttäuschung war groß, aber nicht lange. Mir wurde nämlich angeboten frisch geschlüpfte Baby Schildkröten zu sehen. Sie waren gestern krank aus ihren Eiern gekrabbelt und waren für ein paar Tage in der Obhut der Biologen. Auf dem Weg dorthin wurde mir gefühlt alles zum Thema Schildkröten erklärt. Vor Ort durfte ich die zwei kleinen dann im Spezial-Licht anschauen und sie vorsichtig in die Hand bzw. zwischen die Finger nehmen.
    Ein wahnsinnig tolles Erlebnis, das Lust auf mehr gemacht hat. Ein unvergesslichen Abschluss, des schönen Aufenthaltes auf der isla mujeres.
    Mal sehen, ob mein Vorhaben klappt während meiner Reise als Volunteer bei so einem Projekt mithelfen zu dürfen.
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    Traveler

    🐢💚🐢💚🐢

    Traveler

    ♥️🐢♥️

     
  • Day11

    Heimat, Bayern und Österreich

    October 28 in Austria ⋅ ⛅ 21 °C

    Home Sweet Home.
    Wenn man schon in Europa ist, führt kein Weg an zuhause vorbei.
    Die ersten Tage waren geprägt davon sich selbst und die kommenden Reisen zu organisieren und die Familie zu besuchen. Ohne Auto eine echte Herausforderung und daher auch unmöglich alle zu sehen, die ich gerne gesehen hätte. Seht es mir nach. Ich freue mich schon darauf euch bei nächster Gelegenheit wiederzusehen.
    In den Herbstferien hatte ich dann Urlaub vom Urlaub in trauter Zweisamkeit in und rund um Salzburg. Wir waren uns einig, dass Salzburg sehenswert und einen Besuch wert ist. Nur wegen Salzburg hätten wir die Reise aber nicht gemacht.
    Die Altstadt hat schöne Ecken und ist bei Tag und Nacht ein Blickfang. Große Teile der Fußgänger Wege sind allerdings Einkaufsstraßen, was uns nicht so sehr gefallen hat. Der erste Besuch der Salz-Stadt am Abend des Ankunftstages fiel kurz aus, hat uns aber einen guten Überblick verschafft.
    Am Sonntag waren wir auf den Spuren Mozarts und dafür in seinem Geburtshaus. Nach dem alten Künstler war dann vor der neuen, modernen, abstrakten Kunst. Auf dem Universitätsgelände stehen Essiggurken in Reihe und Glied, etwa Menschen hoch. Das lasse ich mal so stehen, damit jeder noch genügend Interpretationsspielraum hat.
    Die Erkundungstour führte uns im Anschluss auf die Festung Hohen Salzburg. Hoch ging es mit der Zahnradbahn in einem Affen Zahn. Das hatten wir gemütlicher erwartet. Oben wurde dann die Festung, das Museum und der Sonnenuntergang angeschaut.
    Am Montag wurde endlich wieder gewandert und das bei bestem Wetter. Über 20 Grad und Sonnenschein haben die Wanderung am Fuschlsee in Österreich gekrönt. Die Belohnung war ein toller Ausblick mit den umliegenden Seen (Mondsee, Irrsee, Fuschlsee und Wolfgangsee). Beim Abstieg hat der eine seine personalisierte Bank und die andere ihr Wappentier gefunden. Am Ende des Tages wurde das neue Hotel in der Stadt Laufen bezogen. Wellness macht Wellness und Lisa mampft Pommes. Besser kann der Tag nicht enden.
    Am Dienstag und Mittwoch war der Königssee unser Ziel. Dienstags hoch auf den Berg auf deutscher Seite mit Blick auf den hinteren Teil des Königssees und St. Bartholomä, traumhaft schön. Abends natürlich wieder Sauna und abkühlen im Natur Teich.
    Mittwochs zuerst mit gar keiner Aussicht beim Mittagessen auf dem Jenner (österreichische Seite) und dann zumindest etwas Ausblick im Abgang. Das Bild am Gipfelkreuz zeigt übrigens unsere überragende und sehr professionelle Wanderausrüstung. Wir haben nämlich eher für einen Wellness Urlaub gepackt als für einen Wander Urlaub. Daher ging’s mit Jute-Beutel anstatt Wander Rucksack hoch auf die Berge. Kann man machen bei Tages Touren mit bis zu 1200 Höhenmetern und ca. 6 Stunden Dauer, muss man aber nicht. Da an diesem Tag die Abfahrt mit der Jennerbahn (30€ pro Person zum runter kommen) nur kurz ein Thema war, wurde zu Fuß a la Trail-Running in halber Zeit der Berg besiegt. Auf halber Strecke brauchten wir eine kurze Pause, die im Bilderrahmen am Stau Teich gemacht wurde. Unten angekommen hatten wir nur ein Ziel. Richtig, ab in die Sauna zum Aufwärmen.
    Am Donnerstag gingen wir bei bestem Wetter unter Tage. In der alten königlichen Saline haben wir bei einer Führung gelernt, wie die Sole bis heute an dieser Stelle in Bad Reichenhall gefördert wird. Jetzt weiß ich zumindest, wo ein Teil des Salzes herkommt, welches, seit ich denken kann, in gelben und grünen Verpackungen in unserem Küchenregal steht. Über Tage haben wir uns gestärkt damit wir in der Nähe von Hallein dem Kelten-Dorf stand halten. Auf einer QR-Code unterstützten Entdecker Tour kann man einiges über das damalige Leben der Kelten vor Ort erfahren. Danach wieder ab ins Warme.
    Freitags wollte das Wetter leider nicht und so fühlte sich der Tag am Wolfgangsee an, wie ein Tag im Wolfgangsee. Trotz Regenschirmen waren wir nach kurzer Zeit durchnässt. Beim Mittagessen haben wir uns dann für die Rückreise ins Hotel entschieden. Damit stand früher und länger Wellness auf dem Plan, optimal. Auf dem Weg zum Auto haben wir noch den ersten Schnee gesehen, somit kann ich das für diesen Winter auch abhaken.
    Am Samstag wurde noch einmal Salzburg angesteuert, um die eine oder andere Leckerei und Mozartkugeln mitzunehmen sowie ein kurzer Stopp in München bei einem guten Freund eingelegt. So schön es war, so schnell ging es mal wieder vorbei.
    Der Heimatbesuch wurde in den kommenden Tagen, im Kreise der Familie, abgerundet.
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  • Porto Santo - Champions Cup

    October 15 in Portugal ⋅ ⛅ 22 °C

    Wie fange ich hier bloß an und an welchem Punkt höre ich nur auf.
    Acht Tage des puren Wahnsinns werden hier aufgelistet. Mit der Gewissheit einige Dinge vergessen zu haben, manches so schnell nicht mehr und vieles jeden Tag liebend gerne machen zu wollen.
    Die, zum Start meiner Weltreise ungeplante, „Zwischen-Reise“ beginnt Sonntag morgens um 3 Uhr. Gepäck aufsatteln und mitten in der Nacht 20 Minuten zu Fuß zur Bushaltestelle zum Wachwerden. Hat geklappt, Bus war auch pünktlich und ich habe damit, man darf es eigentlich nicht einmal schreiben, meinen ersten von fünf Flügen ins Glück bekommen. Dritter Zwischenstopp innerhalb kürzester Zeit in San Francisco. Dass ich wieder bei meinem Kumpel untergekommen bin, war Gold wert. Ich kann nicht oft genug danke sagen. Der Aufenthalt war diesmal denkbar kurz, da ich am frühen Abend bei ihm war und mitten in der Nacht, richtig, wieder um 3 Uhr aufstehen musste, um meinen nächsten Flug anzuvisieren. Auch hier hat alles bestens geklappt. Die öffentlichen Verkehrsmittel in den USA sind sehr zuverlässig und sauber, top Preis-Leistungs-Verhältnis, kann ich nur empfehlen.
    Der zweite Flug hat mich nach Boston gebracht, wo ich bei langem Aufenthalt noch ein letztes Mal einen weiteren großen Pluspunkt der Vereinigten Staaten nutzen konnte. Bitte an dieser Stelle besonders alle Flughäfen dieser Welt aufmerksam mitlesen:
    Kostenloses Wasser gibt es hier „Boarh, ne, Wahnsinn, gibts nicht“ denken sich jetzt vielleicht einige. Aber so ist es tatsächlich, für diejenigen, die noch nicht in den USA waren. Diese Möglichkeit in Form von Wasserspendern, an denen gefiltertes Wasser gezapft werden kann, findet man überall an den Flughäfen und auch noch nach der Sicherheitskontrolle. Da schmeckt doch das 0,3l Wasser für 3€ oder die 0,5l Flasche Sprudel für knappe 5€ an den Flughäfen Europas direkt noch besser, NICHT! Warum kann man dieses menschliche Grundbedürfnis nicht bei uns um sonst an Wasserspendern stillen? Oder warum reicht es nicht aus für eine Flasche Wasser 1€ zu verlangen? Diese Fragen bleiben für mich, mehr oder weniger, Kapital unbeantwortet.
    So genug gebruddelt, jetzt wird gebruddelt, also weiter im Text.
    Der dritte Flug war leider seitens des Personals eine Vollkatastrophe, welches sehr unfreundlich und kein bisschen entgegenkommend war. Der Vorteil war, dass der Flieger so leer war und ich somit weite Strecken im Liegen auf einer eigenen Sitzreihe verbringen konnte. Balsam für den alten Rentner Körper. Nachdem ich den Flug über nichts zu essen bekommen habe, weil nach Auskunft des Personals nichts essbares für Vegetarier an Bord sei, stürmte ich den Frühstücksbereich am Zielflughafen. Ein Ort, der eigentlich viel zu schade ist, um nur eine Station für einen Weiterflug zu sein. Ein absoluter Urlaubsgeheimtipp, wie ich finde.
    Zu diesem Zeitpunkt war bereits Dienstag Morgen nach Ortszeit und ich sollte am Dienstag Mittag dann fast am Ziel angekommen sein. Kaum zu glauben, aber auch der vierte Flug ging mit mir in die Luft und brachte mich nach Madeira, wo ich nach anfänglichen Schwierigkeiten mit zwei meiner Mitspieler den Tag in Funchal verbracht habe.

    Die Runde begann zunächst allein auf dem städtischen Markt und war beeindruckend. So viele unterschiedliche Arten von jeweils einer Frucht, auf einem Haufen liegend, habe ich vorher noch nie gesehen. Die exotischste war, ohne Frage, die Ananas-Banane. Diese hat die Form einer übergroßen Banane, die äußere Struktur einer Ananas und die einzelnen Fruchtkörper sehen aus wie Maiskörner an einem Maiskolben. Der Geschmack einzigartig, aber mir zu süß. Nachdem ich mir ein paar Früchte eingepackt hatte, wartete ich in einem Schokoladen-Café mit Blick zum Markt auf meine beiden Mitspieler, mit denen ich mich verabredet hatte. Ein Glas flüssige Schokolade, wahnsinnig lecker, und zwei Kugeln Eis später hatte ich keinen der beiden gesehen und unterhielt mich daraufhin mit einem älteren Ehepaar übers Reisen. Da ich nicht mehr allzu viel Zeit hatte bis ich zurück zum Flughafen musste, beschloss ich kurz darauf den Indoor-Markt zu verlassen und Funchal allein zu erkunden. Das Problem war nämlich, dass ich keinen Handy Vertrag hatte und damit niemanden erreichen konnte bzw. selbst auch nicht erreichbar war. Keine 10 Meter losgelaufen höre ich von der Seite meinen Namen. Das kann ja nicht wahr sein oder? Wir haben parallel zueinander, aufeinander gewartet und das mit gerade einmal 20 Metern Entfernung Luftlinie zwischen uns. Die einen draußen und der andere drinnen. Ein kurzer Spaziergang führte uns durch die Altstadt, zum Christiano Ronaldo Museum und ein paar Meter hoch am Hafen Madeiras. Der gegenseitige Urlaubsaustausch mit Blick auf den Hafen lief deutlich reibungsloser als das Treffen zuvor, aber bei weitem nicht so geschmeidig, wie das portugiesische Bier. Der Körper bekam also schon mal „a Gschmäckle“ von dem, was die kommenden Tage munden sollte.

    Der letzte Flug kann eigentlich gar nicht als solch einer bezeichnet werden, da die Propeller-Maschine zu klein und der Flug zu kurz war. Nach 25 Minuten war es nämlich auch schon vorbei. Das Empfangskomitee hätte nicht schöner sein können: Die EHF Champions Cup Trophäe.
    Meine Ankunftszeit auf Porto Santo war Dienstag Abend um 19 Uhr, endlich. Dann hieß es ab in die Falle und schlafen.
    Am Mittwoch war es dann endlich so weit und ich durfte die nächsten und ersten Otter auf Porto Santo in die Arme schließen, feels like Home.
    Wer von den kommenden Tagen rund um den Champions Cup einen ausführlichen Text lesen möchte, darf sich sehr gerne die wieder Mal überragende Nacherzählung unseres begabten Schreiberlings auf Facebook durchlesen. „Die Otternasen“ abonnieren und los gehts. Sorry für alle Nicht-Facebooker, aber das sprengt den Ramen hier. Werbung Ende.

    Meine Kurzversion des Turniers geht wie folgt:
    - Frühstück
    - Spiel
    - Mittagessen
    - Spiel
    - Abendessen
    - dazwischen die anderen deutschen Teams Supporten und der Dehydrierung entgegenwirken, es war nämlich sehr heiß und notwendig
    - Abschluss des Tages: Beisammensein im Otterbau oder im Hotel mit damit verbundener Otter-Schau

    -> Und das Donnerstag bis Sonntag, on repeat.

    Eine besondere Überraschung gab es für mich am Freitag, meinem Geburtstag. Trotz mehr Stunden unterwegs als tatsächlich vor Ort zu sein, machte sie sich auf den Weg. Die Freude meine bessere Hälfte am Abend bei mir zu haben war riesig und das Gefühl kaum zu beschreiben.

    Am Sonntag habe ich dann noch das polnische Topscorer und European Champions Cup Winner Trikot und Zärtlichkeiten am Strand abgestaubt. Schöner hätten die Tage kaum sein können

    Jetzt wird aber ein Knopf dran gemacht.
    Die Erfahrungen gegen so viele europäische Top Teams gespielt, mitgehalten und einige Spiele gewonnen zu haben, ist unbezahlbar.
    Wir schließen das Turnier als siebt beste Mannschaft Europas ab, unfassbar, und fliegen stolz zurück in die Heimat. Die Vorfreude auf das nächste Turnier und das Wiedersehen könnte nicht größer sein.
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    Traveler

    ❤️🦦

     
  • Day39

    Hawai‘i - O‘ahu Teil 2

    October 14 in the United States ⋅ ⛅ 27 °C

    Die Rückkehr auf O‘ahu begann mit einer Reise in die Vergangenheit.
    Wer auf dieser Insel Urlaub macht muss meiner Meinung nach ins Bishop Museum und das am besten am zweiten Freitag im Monat. Die kulturelle Geschichte und geologische Entstehung Hawai‘is wird hier in unterschiedlichen Gebäuden für groß und klein erklärt. Ein eigenes Planetarium befindet sich auch auf dem Gelände, in dessen Vorraum man mit kleinen Versuchen und Spielereien, vom Universum bis hin zu Naturphänomenen, wie Hurricanes alles erfahren kann. Ein besonderer Teil der Hawaiianischen Kultur dreht sich um die Mahū, die ich im ersten Teil ausführlich beschrieben habe. Rund um dieses Thema kann man sich in einem großen Haus schlau machen.
    Da ich das Glück hatte an oben beschriebenem Freitag dort zu sein, gab es noch mehr zu sehen und zu machen. Auf der großen Rasenfläche in Mitten des Geländes waren unzählige Essens-Stände und Verkäufer. So konnte der gegenwärtige Hunger gestillt werden und für die zukünftigen Heißhunger Attacken habe ich auch etwas mitgenommen. Selbstgemachte, aus lokal geernteten Früchten produzierte Aufstriche/ Dips mit denen ich doppelt glücklich gemacht wurde. Die einheimischen Bauern unterstützt und ein leckeres Mitbringsel eingeheimst. Tut dem Geldbeutel weh, aber der Seele gut.
    Das Highlight des Abends war eine Drag-Show mit Gesang, Comedy und Catwalk, zu der sich die Einheimischen, cleverer Weise, Camping Stühle mitgebracht hatten. Jetzt weiß ich zumindest etwas über die Tradition, Kultur und Geschichte dieses schönen Landes und kann guten Gewissens übermorgen abreisen.
    An Tag 2 und meinem letzten Tag auf Hawai‘i ging es nochmal Schlag auf Schlag. Morgens auf den Farmers Market, wo nochmal das gesamte Sortiment an Essen und Trinken durch probiert wurde. Dann auf die LGBTIQ+/ Gay-Parade, bei der schöner weise unzählige Vereine, Firmen und Privatpersonen mitgelaufen sind und 2 Stunden lang stolz Flagge gezeigt haben. Mich persönlich hat die Beteiligung von Kirchen und Schulen am meisten gefreut! Danach Street Art auf dem Weg zum Beer Tasting und zum Abschluss des Tages, typisch amerikanisch, in eine riesige, laute Video-Spielhalle in der Reizüberflutung sowas von untertrieben ist.
    Mit diesen Erlebnissen und unfassbaren Frontal-Lappen-Reizungen schließe ich vorerst das Kapitel USA für mich, freue mich schon auf die nächsten Stationen und Länder und verbleibe mit einem Zitat einer meiner Lieblingsfiguren meiner Kindheit:
    „Ich komme wieder, keine Frage!“
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  • Day36

    Hawai‘i - Maui

    October 11 in the United States ⋅ ⛅ 25 °C

    Ein Buchstabe weniger macht einen Unterschied von hunderten Euro und verändert meine Reiseroute in die entgegengesetzte Himmelsrichtung.
    Alle Hawai‘i Reisenden mit denen ich im Vorfeld gesprochen hatte, waren sich einig. Die schönste Insel ist Kauai. Deshalb hatte ich vor diese zu besichtigen.
    Am Wochenende vorher setzte ich mich also hin, um mit Glück einen Last Minute Schnapper zu machen. Dieser war aber leider nicht zu finden. So ist das manchmal, wenn man spontan und flexibel bleiben möchte. Mit Flug auf die Nachbar-Insel, der Unterkunft und dem Mietauto wäre ich für die 4 Tage nicht unter 1000€ weggekommen. Und das ganze ohne auch nur irgendetwas getrunken oder gegessen zu haben. Das ist auch für den Hawaiianischen Geldbeutel, der schon auf Anschlag aufgerissen war, und den ständigen Begleitgedanken „once in a lifetime“ schlicht und ergreifend nicht im Budget.
    Das ganze Thema, nicht nach Kauai zu reisen, beschäftigte mich kurz, aber ist ein paar Minuten später kalter Kaffee. Wie nach ein paar Tassen von dem auf Hawai‘i sehr beliebten cold brew coffee bin ich dann schon angeknipst und hyped auf Maui. Sollte Kauai tatsächlich noch schöner und atemberaubender sein als Maui, dann wird’s, beim hoffentlich irgendwann nachgeholten Besuch, lebensgefährlich. Denn nach den vier Tagen auf Maui bleibt bei mir die Erinnerung hängen, mich einige Male im Paradies befunden zu haben.
    Jetzt aber eins nach dem anderen, nicht dass der alte Mann durcheinander kommt und ganze Tage vergisst, wie beim vorherigen Beitrag [Hawai‘i - O’ahu Teil 1 - wer Muse hat, kann nochmal rein spickeln] geschehen, my mis-take.
    Das Mietauto am Flughafen abgeholt, all-ride-y und los gehts.
    Der erste Halt hätte alles sein können. Von Touri-Falle bis hin zu einem einmaligen Einblick in die einheimische Agrarkultur. Wie so oft war es irgendwas dazwischen. Ein geschmackvoll eingerichteter Verkaufsraum der von Merchandise Artikeln über Selbsterzeugnisse bis hin zu Maschinen(teile) alles zu bieten hatte. Neben dran ein kleines Café mit gutem Hawaiianischen Kaffee. Der vordere Bereich des Geländes war durch weitere Verkaufsläden und einem Restaurant geprägt. Dahinter wurde es dann interessant. Auf dem Plantagen-Gelände wurden alte Kleingeräte, Fahrzeugteile und größere Maschinen in die Landschaft integriert. Endemische Pflanzen und Tiere fühlen sich anscheinend sehr woh. Die Tiere haben sich an die vielen Menschen schon gewöhnt, sodass sie sich aus nächster Nähe beobachten lassen. Anschließend ging es zum Farmers Market, um sich mit frischem Obst und Gemüse aus regionaler Hand einzudecken. Diesen Stopp habe ich mir täglich beibehalten. Am Strand gab es dann zum Abschluss des Tages die 500000ste Strand-Hochzeit mit Fotoshooting, dieses Mal sogar zwei gleichzeitig und der Strand war eher von der überschaubaren Sorte.
    Auch am ersten ganzen Tag auf Maui sollte sich gleich zu Beginn des Tages etwas bewähren. Wer etwas besonderes sehen möchte muss entweder an sehr besondere/ unbekannte Orte gehen oder vor allen anderen vor Ort sein. Auch hier war es bei mir vermutlich die Mischung aus beidem, aber es hat sicherlich geholfen so früh dran zu sein, dass der Sonnenaufgang die Szenerie in herrliche Farben getaucht hat. Nach einigen Minuten am ersten Strandabschnitt entschloss ich mich dazu noch um die erste Kurve zu laufen. Sehr gute Entscheidung! Dort tauchte zwar niemand aus dem Wasser auf, aber es lag schon jemand in aller Seelenruhe schlummernd am Strand. Immer wieder schön und überraschend was seltene Tiere und eine tolle Umgebung in mir auslösen können. Um die grüne Meeresschildkröte nicht zu stören, hielt ich natürlich Abstand und verabschiedete mich mit Anstand in Richtung „Road to Hana“. By car wollte ich heute die Ostküste der Insel abfahren und änderte eher öfter als selten by accident, aber ohne Unfall, meine Route bzw. meine Stopps. Wo es zu touristisch war, zu viele Leute waren oder durch Parkgebühren Geld gemacht wurde, fuhr ich mit einem Lächeln und guten Gefühl weiter, um an einem entspannteren, schöneren Plätzchen den Augenblick einzufangen. So ähnlich auch bei meinem ersten Halt. Die Regenbogen Bäume säumen 20 Meter entlang der Küstenstraße, alle fahren daraufhin langsam, knipsen aufgeregt Bilder und flitzen weiter im Jeep, Truck oder Mustang Cabrio. Ich hab (halb)legal etwas hinter die Kulissen geschaut und bin mit einem Baum belohnt worden, den vermutlich die wenigsten sehen oder auf Bildern festhalten. Nachdem ich schon den ein oder anderen Wasserfall habe ausfallen lassen, kam jetzt eine Station dazu, die nicht geplant war. Nach mittlerweile sehr gut bekannten USA Verkaufs- und Werbestrategien hielt ich natürlich beim besten sowie selbst gemachten Bananenbrot der Welt. Weltklasse gestärkt fuhr ich weiter, hielt an Wasserfällen und Bauernständen an, um schließlich an meinem Highlight des Tages anzukommen. Da machte es auch nichts aus, dass mal wieder unverhofft oft kam und ich den besonderen „Black Sand Beach“ nicht sehen konnte. Der Grund dafür war, dass hier, wie auch schon zuvor an einigen anderen Stellen meiner Reise eine Reservierung/ ein Kartenkauf im Vorfeld von Nöten war. Das muss wohl relativ neu sein, da es keiner meiner Informanten wusste. Egal, mehr Zeit beim eben erwähnten Highlight. Schon der Pfad dorthin war toll, aber der Blick auf den „Red Sand Beach“ setzte noch einen drauf. Einfach Bild 12 anschauen, besser kann ich es nicht erklären.
    Die vorletzte Tagesstation war der erste Einblick in den Nationalpark auf Maui. Auf einer Wanderung habe ich zuerst den größten Banyan Tree meines Aufenthaltes bestaunt und bin dann in eine besondere Wald-Welt eingetaucht. Der Weg führte nämlich durch einen Bambus-Wald, der durch Licht und Wind eine fesselnde Atmosphäre gebildet hat. Ich würde es als ein neues und einzigartiges Erlebnis beschreiben. Manch andere aus meinem Hostel haben, ein bisschen übers Ziel hinaus geschossen, davon erzählt, dass sie seither andere Menschen sind und es lebensverlängernd war. Jedem das seine. Der Tag wurde dann noch durch einen Sonnenuntergang zwischen den Wolken abgerundet. Der Weg dorthin war, aufgrund der Straßen Verhältnisse ein Abenteuer, der Eintritt zum Sundowner, aber nicht teuer. Da hat sich die Jahreskarte für alle Nationalparks der USA spätestens jetzt gelohnt. Der Weg nach oben auf über 3000 Meter ü.M. führte durch dichten Nebel und Regen. Die Chance gar nichts zu sehen war da, aber hat sich Gott sei Dank nicht bewahrheitet. Das erste Video zeigt einen kleinen Ausschnitt davon im Zeitraffer.
    Am zweiten ganzen Tag auf Maui war ich entlang der Westküste unterwegs. Die Wanderung hatte nochmal Schmagges, da in 2,5 Meilen auf sehr rutschigem, lehmigen, sandigen Boden 520 Höhenmeter auf dem Programm standen und das ganze bei über 30 grad Celsius. Der Ausblick und die Gespräche mit den älteren Männern waren es wert. Einer der älteren Herren war mit über 75 Jahren und seinem Krückstock hochgelaufen, whaaaat. Hut ab und weiter machen fällt einem dazu nur ein.
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    Traveler

    Ist das eine. Schildkröte 🐢???

    10/18/22Reply
    Traveler

    ohjaaaa

    10/18/22Reply
    Traveler

    WOW 🤩

    10/18/22Reply
     
  • Day29

    Hawai‘i - O’ahu Teil 1

    October 4 in the United States ⋅ ☀️ 28 °C

    San Francisco die Zweite.
    Dieses Mal nur sehr kurz, um alles wichtige zu erledigen. Daher ein unverzichtbarer Aufenthalt zur Organisation der anstehenden Zeit im Paradies Hawai‘i und einem weiteren sportlichen Highlight meiner aktiven Sportler-Zeit, dem Championscup im Beachhandball. Gerne wäre ich nochmal „auf‘d Gass gange“, aber das war zeitlich nicht drin. Danke WADA, NADO, MEO,…etc. Wenn ich eine Organisation vergessen habe, die für die lange Zeit am Bildschirm mitverantwortlich ist, um das Zertifikat zur Teilnahme am Turnier zu erhalten, dann bitte folgendes aufmerksam durcharbeiten (Mein Text zum Thema ist auch deutlich kürzer):
    Alles sehr interessant und sehr wichtig für einen sauberen, fairen Sport, den wir alle lieben, aber vieles für mich/ uns für den Moment und die aktive Teilnahme am kommenden Turnier schlicht und ergreifend (noch) nicht relevant!
    Eine Unterscheidung zwischen Spitzenathleten, die unter Dauerbeobachtung stehen, und aufstrebenden erst zukünftigen Spitzenathleten, wie wir es sind, die zum ersten Mal an einem internationalen Turnier teilnehmen, wäre sicherlich praktikabel. Sei‘s drum.

    Nach einer erholsamen Nacht geht der Blick nach vorne, auch wenn, vom nächsten Stop aus die Heimat 12 Stunden in der Vergangenheit liegt: Abflug ins Paradies Hawai‘i auf die Insel O’ahu nach Honolulu.

    Dort angekommen, wurde ich von meiner „Gastfamilie“ abgeholt. Die mir in den kommenden Tagen einen sehr persönlichen, „untouristischen“ und daher unvergleichlichen Einblick auf der Insel beschert hat, MAHALO!
    Was macht man als erstes, wenn man auf Hawai‘i ankommt? Richtig, man geht sofort in Waikiki Surfen. Tolle Bedingungen, zum ersten Mal nur in Badehose ohne Neoprenanzug gesurft, geil und zum Abschluss auf dem Brett im Wasser den Sonnenuntergang genossen, unvergleichlich.
    Erst ein paar Stunden vor Ort und schon jetzt solche unvergesslichen Erlebnisse. Wie soll das noch getoppt werden?
    Damit ich das Ein- und Auspacken nicht verlerne, habe ich die Unterkunft alle paar Tage gewechselt. Zuerst Hostel, dann „Gastfamilie“, danach Hostel auf einer anderen Insel und zum Abschluss wieder bei meiner „Gastfamilie“.
    Zwischen der ganzen Packerei gab es wenig Plagerei, aber dafür umso mehr Leckerei.
    Kulinarisch habe ich fast nichts ausgelassen und fleißig alles probiert, was mir ins Auge gesprungen ist. Und nein, es waren keine lebendigen Tiere dabei.
    Hier eine kleine Übersicht: Açaí-Bowls, Udon/ Kake, Malasadas, Poke-Bowl, Hawaiianisches Bier, Kaffee aus allen erdenklichen Ländern, Bananenbrot (natürlich jeweils das Weltbeste), Kokosnusskuchen, Taro-Gebäck, Lila Süßkartoffelpüree, Nuss-Auflauf, verschiedene Curry Gerichte und natürlich viele saisonal-regionalen Früchte frisch vom Bauernmarkt.
    Das Essen und Trinken war eine schöne Beschäftigung, aber einmal mehr war die Natur und Kultur die Facette, die alles übertroffen hat. Die Vielfalt ist beeindruckend und so besonders, das ich oft nur staunend bewunderte. Banyan Bäume, die aussehen, als wären mehrere Bäume miteinander verwachsen (wer den Film „Fluch der Karibik“ gesehen hat, kennt die Bäume), Regenbogen(farbene) Bäume ( die bunt bepinselt im Sonnenschein strahlen), Blüten in allen Farben und Formen, Strände in beeindruckenden Farbnuancen, Vulkane und natürlich die endemische Tierwelt.

    Wer genug gelesen hat, kann hier aussteigen und die Bilder anschauen. Jetzt wird’s detaillierter.

    Am ersten Tag in Honolulu wollte ich mir einen Überblick verschaffen und habe den weltberühmten Stadtteil „Waikiki“, in dem mein Hostel lag, erkundet. Der erste Eindruck: Unfassbar viele Menschen, vor allem Touris, und wenig paradiesisches.
    Nachdem ich die ersten, für mich neuen, Gerichte probiert hatte, habe ich an einem abgelegenen, kleineren Strand die Ruhe genossen und die ersten Eindrücke verarbeitet. Am Abend ging das bunte Treiben abseits der Natur und entlang der „Strand-Hauptstraße“ los. Am Anfang nett anzusehen, wurden mir die teils sehr schrägen Selbstdarsteller schnell zu viel. Eine Sache war aber doch interessant für mich, obwohl sie sehr touristisch war. Drei einheimische Sängerinnen mit Instrumenten und dazu zwei Hula Tänzerinnen haben am Strand von Waikiki die Geschichte der Insel erzählt und künstlerisch untermalt. Apropos malen. Per Zufall schlenzte ich an einer Kunstgalerie vorbei, aus der extrem gute Musik zu hören war. Also rein da und bei einem total überteuerten Hawaiianischen Bier die Atmosphäre genießen. Die Live-Band aus Bassist, Schlagzeuger und Gitarrist + Sänger in Personalunion spielte bekannte Soul, Blues und Pop Songs, die sie komplett neu interpretiert hatten - da kann man dann zurecht von Musik im Blut sprechen! Von den Boys würde ich auf jeden Fall ein Konzert besuchen.
    Auf dem Heimweg bin ich an zwei geschichtlich-kulturellen Orten unwissend und maximal blind vorbei gelaufen. Durch einen späteren Museums Besuch weiß ich jetzt, dass die Surfer Statue am Strand von Waikiki nicht nur einen symbolisch-kulturellen Charakter hat, sondern zu Ehren des ersten Hawaiianischen Olympiasiegers Mr. Duke aufgestellt wurde. Am zweiten Ort sind 4 eingezäunte, unscheinbare Gesteinsbrocken, die symbolisch für die “Mahū“ stehen. Eine tolle und sehr aktuelle Thematik, die in einer teils mystischen Geschichte überliefert wird.
    Kurzfassung: Die Mahū sind Menschen, die weder Mann noch Frau sind und denen, seit sie aus Tahiti nach Hawai‘i kamen, mit ihren heilenden Fähigkeiten den Einheimischen geholfen haben. Ihre Persönlichkeit zeichnet sich dabei vor allem durch Zurückhaltung, Hilfsbereitschaft und eine stets positive Lebenshaltung aus. Als Dankeschön der Inselbewohner zogen diese vier große Felsen, für jede heilende Person einen, aus dem Vulkan, über die Berge und bis nach Waikiki an den Strand. Dort übertrugen die Mahū ihre heilenden Kräfte an die Felsen, sodass sie nicht mehr gebraucht wurden. Sie verschwanden und wurden nie mehr gesehen. Hawai‘i ist auch heute noch ein Gebiet, das der LGBTQ+ Bevölkerung sehr aufgeschlossen ist, was sich auch an meinem letzten Tag auf O’ahu zeigen sollte. Allerdings gibt es Personen, auch und vor allem in „Entscheider-Positionen“, die dafür gesorgt haben, dass die vier Steine relativ versteckt ohne gut sichtbare Infotafel am Strand stehen. Mal sehen, wann dieses Thema auch bei den letzten Menschen ankommt.
    Am zweiten Tag auf O’ahu stand „early bird“ auf dem Programm, wobei viel early und wenig bird dabei war. Aufbruch im Dunkeln in Richtung Ostküste der Insel. Dort gab es dann, nach einer kurzen, steilen Wanderung den Sonnenaufgang über Lanikai zu bewundern. Außer Surfen und Zeit am Strand fällt mir nur noch eine Sache zu diesem Tag ein: Die, als die besten, ausgezeichnetsten und leckersten Malasadas von Hawai‘i stellten sich als, die teuersten und bei weitem nicht so gut schmeckenden Fasnachtsküchle, im Vergleich zu denen von meiner Oma Mimi, meines Lebens heraus.
    Tag drei startete mit dem Sonnenaufgang auf dem Surfbrett. Und endete nach einer ausgedehnten Sightseeing Tour durch die umliegenden Viertel am überschaubaren Hafen von Honolulu.
    Am vierten Tag ging es morgens hoch zum Vulkankrater „Diamond Head“ mit einem anschließenden Brunch-Hopping. Das Wochenende wurde dann mit einer kleinen Wanderung an der Westküste zur „Pink-Pillbox“ und einem Puertorikanischen Abendessen im Anschluss eingeläutet. Ein paar Big Waves später ging es dann ins Bett. Die großen Wellen kamen dabei mit Hopfengeschmack aus der Dose und wurden nicht gesurft. Zu Ersterem reichen die Skills für Zweites auf gar keinen Fall.
    Der fünfte Tag toppte dann noch einmal alles. Es ging mit dem Boot raus zu einer riesigen Sandbank, an der wir ankerten. Im hüfthohen Wasser wurde sich akklimatisiert und mit dem Equipment vertraut gemacht. Dann ging es ins tiefere Wasser zum Schnorcheln. Rund um die Sandbank befindet sich ein Korallenriff, das viele Meeresbewohner anzieht. Ein Grund dafür ist Schutz zu finden und zu rasten. Keine zwei Minuten im Wasser kommt uns auch schon eine riesige grüne Meeresschildkröte entgegen, wahnsinn. Das ist die erste Schildkröte, die ich im offenen Gewässer sehe. Toll zu beobachten, mit welcher Leichtigkeit und Eleganz sie durch das Wasser gleitet. Im Vergleich dazu fühle ich mich, trotz Otter-Dasein, eher unbeholfen und grobmotorisch. Nur kurz danach sehe ich in ca. 3 Metern Tiefe eine weitere grüne Meeresschildkröte, die sich im Riff auf einem kleinen Vorsprung entspannt. Außerdem entdecken wir eine Vielzahl an unterschiedlichen Fischarten. Die für mich interessanteste ist eine schimmernde Muräne. Nach einer kurzweiligen Zeit im Wasser stärken wir uns auf dem Boot und Ankern etwas weiter abseits noch einmal. Einige Schildkröten später, die offensichtlich sehr witzig sein wollten, indem sie in Seitlage an der Wasseroberfläche geschwommen sind, dabei eine Flosse aus dem Wasser gestreckt haben und bei uns instinktiv den Hai Alarm ausgelöst haben, fuhren wir mit massivem Rücken Sonnenbrand zurück in den sicheren Hafen.
    An Tag sechs war ich dann auf den Spuren der Big Wave Surfern unterwegs. An der Nordküste, wo die Surf Weltmeisterschaften im Winter stattfinden, habe ich den Profis beim Wellenreiten zugesehen und die Zeit genossen.
    Am vorerst letzten Tag auf O‘ahu war nochmal etwas Sightseeing, an bisher unentdeckten Ecken, und der Sonnenuntergang an den Klippen der China Walls auf dem Plan.
    Dann hieß es auf Wiedersehen O‘ahu.

    Die kommenden vier Tage sollten dem Erlebten, aber in nichts nachstehen.
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