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  • Day10

    County Mayo

    August 20, 2019 in Ireland ⋅ 🌧 15 °C

    Nachdem wir zum zweiten Mal die Hühner von Brian um ihre Eier brachten und das Cottage brav aufgeräumt den nächsten Gästen überließen, ging es auf in den nächsten County: Mayo! Ob die Menschen hier eine besondere Vorliebe für Mayonnaise haben, gilt es noch herauszufinden.

    Die Grenze zwischen Galway und Mayo bildet Irlands einziger Fjord mit dem Namen Killary Harbour. In dessen Ende mündet der Erriff River, der kurz vorher über die Aasleagh Falls herunterstürzt. Der Trampelpfad zu diesem Wasserfall war allerdings vom ganzen Regen am Vormittag (und wohl an allen anderen Tagen davor) extrem aufgeweicht und matschig. Als wir uns unseren Weg den Fluss entlang bahnten und von schlammigen zu glitschigen Steinen hüpften, überholte uns ein Fischer mit Gummistiefeln und begutachtete grinsend unsere Schuhe. Die waren aber zu unserer Verteidigung sehr wohl wasserdicht inklusive gutem Profil. Wir waren ja gut vorbereitet. Allerdings hilft das leider gar nichts, wenn man auf den besagten glitschigen Steinen dennoch ausrutscht und mit dem Kopf voran im Matsch landet. Aber man lernt Dinge positiv zu sehen. Zumindest landete R. (möchte lieber anonym bleiben) auf mehr oder weniger festem Boden und nicht im reißenden, tiefschwarzen Fluss voller Stromschnellen, der nur ein paar Schritte entfernt dahin zog. Der etwas später einsetzende Regen half dafür hervorragend dabei, den, für die Haut doch sicher gesunden, Schlamm wieder aus dem Gesicht zu waschen.

    Weiter ging's zu einem weniger fröhlichen Skelettschiff in Murrisk. Das "Coffin Ship" ist eine beeindruckende und gleichzeitig beklemmende Gedenkstätte, die an die große Hungersnot zwischen 1845 und 1849 erinnert. Viele Iren bemühten sich darum, dem Hunger auf dem Seeweg zu entkommen. Mit Amerika oder Kanada als Ziel, versuchten sie, die Überfahrt auf sogenannten “schwimmenden Särgen” zu bewältigen. Diese Bezeichnung erhielten die Schiffe, da viele der Auswanderer nicht lebendig in der neuen Welt ankamen, sondern häufig von an Bord geschleppten Krankheiten dahingerafft wurden. Anscheinend gibt es auch heute noch weniger Menschen in Irland als vor der großen Hungersnot.
    Die Geschichte Irlands ist übrigens sehr spannend und es lohnt sich, dazu ein bisschen im Internet zu stöbern und nachzulesen. Trotzdem kommen wir lieber wieder zurück zu den schönen Seiten des Landes.

    Nachdem wir eine von Schafen gesäumte, von diesen als Schlafplatz benutzte, oder durch unverkennbar wichtige Schafmeetings verstellte Straße am Lough Feeagh See vorbei und das Doo Lough Valley passiert hatten, luden wir unsere Koffer im gebuchten B&B ab und machten uns auf den Weg zum letzten Punkt auf unserer heutigen To-Do Liste: dem Downpatrick Head.
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