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  • Day11

    County Sligo

    August 21, 2019 in Ireland ⋅ 🌧 13 °C

    Zum Glück hatten wir uns für das nächste Ziel auf unserer Reise ein B&B inklusive Frühstück gebucht, denn der Plan, eines von Brians Hähnchen mitzunehmen (Old Brian, nicht Schaf Bryan - das führte schon während des Aufenthalts in Connemara zu Verwirrungen) und als Frühstückslieferanten und Haustier in unserem Mietauto zu halten, ging leider nicht auf.

    Gestärkt und mit positiver Einstellung gegenüber dem Wetter - es schüttete heute in Strömen - machten wir uns auf den Weg ein kleines Valley zu suchen. Und zwar nicht irgendein Tal (engl. Glen), sondern "The Fairy Glen". Es hieß, dass in diesem verwunschenen Stückchen Wald Feen und Leprechauns hausen würden und die wollten wir natürlich unbedingt besuchen.
    Das Tor in diese andere Welt zu finden, stellte sich als gar nicht so einfach heraus. Nach einem alten Brunnen und einem Tor Ausschau haltend, fuhren wir zuerst die schmale Straße erfolglos mit dem Auto auf und ab. Okay - kein Holy Well. Zu Fuß durch den Regen stapfend, probierten wir es noch einmal und siehe da! Nach ein paar Minuten Fußweg zeigte sich endlich der überwucherte und schlecht sichtbare Eingang in das nur 12 Meter breiten, 1,2 Kilometer langen und 18 Meter tiefen Microvalley! Die wild ineinander verschlungenen Äste bildeten ein vom Regen schützendes Blätterdach über dem matschigen Trampelpfad, dem wir folgten. Wir haben zwar weder Feen oder Leprechauns noch Trolle und Einhörner gesehen, dennoch macht das Fairy Glen auch im durchweichten Zustand seinem Namen alle Ehre.

    Trotz weiter anhaltendem Regen zogen wir tapfer unseren Tagesplan durch und lenken unseren Opel weiter nach Nordosten zum Rosses Point. Hier gibt es eine einsame Statue auf einem Hügel zu besichtigen, welche eine Frau zeigt, die verzweifelt auf die Rückkehr ihres zur See gefahrenen Geliebten wartet. Passenderweise trägt das Kunstwerk den Namen "Waiting on the Shore".

    Vorbei am Ben Bulben, einem Tafelberg und das Wahrzeichen des County Sligos, besuchten wir den Mullaghmore Head. Am äußersten Ende der kleinen Halbinsel kann man sich auf ein Bänkchen setzen und gemütlich ein Picknick machen. Im Rücken die Ozeanbrise spüren und die tolle Aussicht auf das kleine Classiebawn Castle plus den Ben Bulben im Hintergrund bestaunen - wie in einem kitschigen Heimatfilm. Das hätte auch sicher wunderbar geklappt, wenn da nicht der Wind, der Regen von allen Seiten (ja, immer noch) und die unglaublich schlechte Sicht gewesen wären. Na gut, am besten in der nächsten Unterkunft in Donegal kurz aufwärmen, trocknen und auf besseres Wetter warten.
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