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  • Day19

    Halbzeit..... Zwischenbilanz

    June 8, 2018 in Spain ⋅ ⛅ 15 °C

    Nun sind fast 3 Wochen rum und ich habe mehr als 400km zurückgelegt.... alles zu Fuß.

    Was ist mit mir passiert? Nun, mal abgesehen von schmerzenden Füßen und Beinen, einer Unzahl von Blasen, einer ordentlichen Erkältung und diversen kleineren Blessuren, geht's mir körperlich sehr gut und mental so gut wie lange nicht mehr.

    Ich habe tolle Landschaften, faszinierende alte und geschichtsträchtige Städte, Dörfer und Kirchen gesehen. Viel Einsamkeit aber auch Geselligkeit erlebt.

    Es ist erstaunlich, mit wie wenig man doch so auskommt.... der weltliche Luxus, den man so anhäuft und der so wichtig erscheint, wird kaum vermisst.

    Das beste jedoch sind die teils doch sehr tiefen und interessanten Gespräche mit Menschen aus allen Herrenländern. Ich habe bisher viel gelernt über Vertrauen, Genügsamkeit, Hilfsbereitschaft, Freude und Geduld. Auch Trauer und Wut spürt man ab und zu. Wildfremde werden zu Vertrauten, zu Freunden, zu kleinen Brüdern.... Menschen, die wie ich den Weg gehen um sich selbst zu erfahren, um Trauer, Krankheit, Unsicherheit, Wut und Verzweiflung hinter sich zu lassen.... um vielleicht Lösungen auf Probleme zu finden.

    Es gibt religiöse Gründe, spirituelle, sportliche, verrückte Gründe.... alle sind sie menschlich und nachvollziehbar. Es ist so spannend diese zu hören und vielleicht einen Impuls zu geben, der zur Lösung oder zum Verständnis beitragen.
    Mir wurde sehr geholfen auf dem Weg bisher, mir wurde vertraut ich habe vertraut und wurde bisher nicht enttäuscht. Ich habe Menschen kennen gelernt, von denen ich hoffe, sie wieder zu sehen und auch nach dem Camino als Freunde und Vertraute zu behalten.

    Natürlich vermisse ich mein Zuhause, meinen Mann... ich habe gelernt, dass ich unendliches Glück habe.... ich bin gesund, ich habe eine gute Arbeit, ein tolles zuhause und einen tollen Mann, den ich über alles liebe und den ich hoffentlich bald wieder gesund in Armen halten kann. ( Danke Spatz, dass Du mir diesen Weg ermöglicht hast. )

    Ich habe gelernt, dass ich tolle Freunde und eine tolle Familie habe.... trotz all ihrer Macken und Probleme.

    Ich habe gelernt mich nicht so wichtig zu nehmen, mal über mich zu lachen und meine Fehler und Makel zuzulassen. Ich habe gelernt nicht so ernst zu sein und alles so ernst zu nehmen.

    Ich weiß, es muss sich was ändern.... es wird sich was ändern, um nicht wieder in den Zustand vor diesem Abenteuer zu gelangen..... ich weiß noch nicht genau was und wie, aber dafür hab ich nochmal fast 400 km vor mir.

    So, jetzt genug davon..... das Bettchen ruft, morgen geht's weiter auf meinem Weg.

    Schlaft gut, ich hab Euch lieb. 😘
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