May - June 2018
  • Day40

    Porto.... ein schöner Abschluss

    June 29, 2018 in Portugal ⋅ ⛅ 19 °C

    Gestern hat Christian mich dann mit dem Auto aus Santiago de Compostela abgeholt und wir sind nach Porto gefahren.....

    Eine wunderschöne Stadt, ein wunderschöner gemeinsamer Abschluss der langen Reise.

    Porto, wer es noch nie gesehen hat, ist definitiv eine Reise wert..... recht klein, aber doch großstädtisch..... maritimes Flair, leckeres Essen und vor allem die Süßspeisen..... wundervoll. Die Menschen sind hübsch anzuschauen und ziemlich nett.

    Hier nochmal einen großen Dank an Dich Christian, dass ich das Abenteuer machen könnte. Ohne Deine Unterstützung hätte es nicht geklappt. Danke auch, dass Du mich abgeholt hast...... Ich liebe Dich.

    Morgen geht's zurück nach Berlin.... bin schon ganz gespannt und aufgeregt.
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  • Day38

    Finisterre...... Das Ende der Welt......

    June 27, 2018 in Spain ⋅ ⛅ 17 °C

    Es ist geschehen..... Ich hab das Ende der Welt gesehen. Nach 38 Tagen bin ich nun am Ziel des Abenteuers...... es war ein schöner letzter Wandertag mit Marco, nochmals knappe 30km geschafft. Nochmal eine Nacht in der Albergue, bevor es wieder in die "Normalität" geht.....

    Nun bleibt die Frage Warum..... warum hab ich das gemacht?

    Sechs Wochen weg von zuhause, 900km oder sogar mehr zu Fuß mit mehr als 15 kg Gepäck auf den Schultern....... durch Regen, Sturm, Hitze und Trockenheit..... Schmerzende Füße und Beine, schmerzender Rücken und eine fiese Erkältung.... geschlafen im Zelt oder in Massenunterkünften mit schnarchenden, lauten, zeitweise unangenehm riechenden Mitpilgern... sechs Wochen die gleichen Klamotten, sechs Wochen Pilgermenüs.... Blasen an den Füssen, Schwielen an den Händen, Schrammen und auch Narben von Stürzen oder Schnittwunden, Sonnenbrand. Dazu immer wieder der Kampf mit der Motivation und dem Durchhalten.....

    Das alles nur für ein Stück Papier, die Compostela?

    Klingt nicht gerade nach einem Traumurlaub. Trotzdem hab ich es genossen, es gab wunderbare Momente mit wunderbaren Menschen. Es gab Einsamkeit und Geselligkeit.... es gab Freude, Traurigkeit, Mitgefühl, Intresse, Verständnis und gemeinsames Leiden bei Hitze und anstrengenden Etappen, bei Regen und Kälte. Das gemeinsame Erwachen und der erste Kaffee am Morgen, das sich sehr leise und ruhig aus dem Staub machen, damit andere Pilger weiterschlafen konnten. Frühstück irgendwo nach Kilometer 12, das gemeinsame Abendessen und das Freuen auf die Dusche nach 30km Weg. Die Suche nach einer Waschmaschine um seine Klamotten endlich mal richtig zu reinigen.

    Die gemeinsame Suche und die Jagd nach Stempeln, in jeder Kirche und in jeder Bar um die Vorrausetzung für die Compostela oder die Finisterriana zu schaffen.

    Es gab jede Menge Natur, Wälder, weite Ebenen, reife Kirschen am Wegesrand, es gab Blumen, rote Klatschmohnfelder.... ja der Klatschmohn 😊.
    Es gab Tiere.... Kühe, Schafe, Hunde und Katzen....
    Es gab große Eukalyptuswälder.... warum auch immer in Nordspanien.

    Es gab alte beeindruckende Kirchen, Bergdörfer und geschichtsträchtige Städte.

    Es gab wundervolle Einheimische, die mit Worten und Taten den Weg noch schöner gemacht haben, es gab kleine Geschenke und Glückwünsche, kleine Gebete am Wegesrand oder auch nur die Hand die grüßt oder die Worte "Buen Camino".

    Es gab soviel, um dankbar zu sein. Für die Zeit, die man gemeinsam verbracht hat, für die Worte, Gefühle und Geheimnisse, die man getauscht hat. Für das offene Ohr und den gut gemeinten Rat. Für den Kaffee oder das Bier, was man spendiert bekommen hat, für die Umarmung und das Lächeln zu richtigen Zeit.
    Für eine Zeit, in der manchmal Blicke und ein vorsichtiges Nicken oder Kopfschütteln ausreichen mussten um sich zu verständigen, da Worte fehlten in fremder Sprache.
    Für eine Zeit in der man gelernt hat was Zuhause und Familie bedeutet, in der man gelernt hat wieder dankbar zu sein, für das was man hat. In der man gelernt hat, wieder zu vermissen und das in fremder Sprache auszudrücken. In der man gelernt hat wieder Gefühle zuzulassen und sich nicht zu schämen auch mal zu weinen oder seine Liebe zu gestehen.
    Für eine Zeit, in der man beginnt Dinge anders zu sehen und sich selbst nicht so wichtig zu nehmen und andere in sein Herz zu lassen.

    Für eine Zeit voller Lachen, Weinen, sich ärgern und verzeihen, des Vertrauen und des Verzichts.

    Hat die Reise, der Weg mich verändert? Ich glaube schon.... es war nicht das Ziel, Santiago, dafür bin ich nicht religiös genug..... es war der Weg, die Motivation diesen zu machen, es waren die Menschen und die Einsamkeit, die mich verändert haben. In gewisser Weise auch etwas Stolz, durchgehalten zu haben.

    Ich hoffe die Ruhe und Zufriedenheit hält an, ich hoffe der Alltag gewinnt nicht wieder Oberhand und bringt mich dahin, wo ich vor der Reise war.
    Ich hoffe zumindest Marco und Johanna in Zukunft weiter zu sehen und mit den beiden tollen Menschen in Kontakt zu bleiben.

    Ich fühle mich gerade etwas wehmütig, dass es vorbei ist, bin aber auch glücklich, dass es geschafft ist.

    Aber jetzt freue ich mich erstmal auf meinen Mann, noch 2 Tage Porto und dann auf unser Zuhause.
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  • Day37

    Hospital..... mitten im Nirgendwo

    June 26, 2018 in Spain ⋅ ⛅ 17 °C

    Hochmotiviert heute 45km zu schaffen sind Marco und ich schon 6:30 Uhr losgezogen..... jedoch nach 30km stellten wir beide fest, wir brauchen eine Pause und hatten keine Lust mehr weiter zu laufen.

    So langsam kommt das Ende der Pilgerzeit und man merkt, dass die Motivation doch schwindet.....

    So blieben wir in Hospital hängen, einem Dorf mit nichts weiter als einer Albergue und ca. 10 Einwohnern. Dafür aber bestimmt 200 Kühen und mindestens 20 Hunden. Idyllisch, aber wirklich nichts zu tun oder anzuschauen... Zumindest gibt es einen Fernseher, somit ist der Fußballabend gesichert.

    Der freie Nachmittag wurde dann für ein ordentlichen Mittagsschlaf genutzt, um Kräfte zu sammeln für die letzten 34 km morgen..... nach Finisterre.
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  • Day35

    Geschafft.... aber da kommt noch was

    June 24, 2018 in Spain ⋅ 🌙 20 °C

    In aller Frühe 🌄 aufgebrochen und gegen 7.00 Uhr haben Johanna, Marco und ich dann tatsächlich unser Ziel, die Kathedrale 🕍 in Santiago de Compostella erreicht.....

    Da wir so früh da waren, waren wir ziemlich allein auf dem Vorplatz der Kathedrale und konnten es in aller Ruhe genießen..... es war schon ein schönes Gefühl nach 800km tatsächlich sein Ziel zu erreichen.

    Santiago scheint recht gayfriendly 🏳️‍🌈 zu sein..... zumindest wurde alles mit Regenbogenfahnen 🏳️‍🌈😊 und anderen Dingen geschmückt..... Hab ich ehrlich gesagt nicht erwartet. 😁👍🏻

    Nachdem wir die Compostella erhalten haben und die Rucksäcke verstaut wurden, wurde erstmal gefrühstückt und dann ging's in die Pilgermesse..... interessant, aber ermüdend. Das ganze ging eine Stunde..... danach bei hitzigen 32°C ☀️🌡ein Hostel gesucht und erstmal geduscht und Siesta gehalten.

    Zwischenzeitlich haben wir uns von den Italienern 🇮🇹 verabschiedet, die mit dem Bus nach Finesterre gefahren sind und danach nach Hause.

    Am Abend sind wir dann nochmal auf den großen Platz der Kathedrale gegangen und haben tatsächlich meine Australier und Joseba und Olga, die wir schmerzhaft vermisst haben, getroffen.

    Santiago ist schon eine beeindruckende Stadt, auch wenn sie hauptsächlich von den Pilgern lebt..... Auf alle Fälle eine Reise wert.

    Morgen geht's dann für Marco und mich noch weiter.... 90 km bis zum "Ende der Welt", nach Finesterre. Johanna wird nach Hause fliegen.
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  • Day34

    Monte de Gozo.... noch 4km

    June 23, 2018 in Spain ⋅ ☀️ 32 °C

    Der Tag heute war, obwohl nur 22km, doch der schlimmste bisher..... viel kommt ja nicht mehr, also wahrscheinlich der schlimmste Tag der gesamten Strecke.

    Hitze, trockene Sandwege, lange Straßen und immer wieder sich ziehende Anstiege...... irgendwie hatte heute keiner so recht Spaß. Daher haben wir auch insgesamt mindestens 3 Frühstückspausen und 5 weitere Pausen gemacht und kamen recht langsam voran.

    Am Flughafen vorbei, dann noch 7km bei über 30 °C kamen wir in Monte de Gozo an.... eine Massenunterkunft (400 Pilger) vor den Toren von Santiago..... man kann die Kathedrale schon erahnen. Leider machen die 400 Pilger auch noch so einen Krach, dass man kaum schlagen konnte.

    Nach Fußball, einem ordentlichen Abendessen und 2 kleinen Cerveza con Lemon ging's dann ins Bett, damit wir morgen ganz früh gegen 6.00 Uhr Richtung Zielnaufbrechen können.
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  • Day33

    A Salceda..... noch 25km

    June 22, 2018 in Spain ⋅ ☀️ 22 °C

    Eigentlich gibt's nichts neues..... heute 28km gewandert, es wird deutlich voller.
    Ich bin heute vorweg gelaufen und war für die Herberge verantwortlich........
    Zudem war ich auf der Suche nach der "Pink Lady", eine Amerikanerin, ganz in pink gekleidet, die ihr Tagebuch im Cafe El Alemán vergessen hatte. Nach ca. 7 km hatte ich sie gefunden und ihr alles überreicht..... wie Amerikaner so sind, umarmte und herzte sie mich dafür und wollte mich gar nicht mehr loslassen.

    Auf dem Weg hab ich dann noch einen Esel getroffen und mit 2 Südkoreanerinnen geplaudert, die ganz verliebt in meinen "Wolfgang", den kleinen Plüschwolf waren.....

    Die Herberge ist recht nett und etwas edler.... es gab einen Pool. Ich durfte mein Zelt aufbauen, direkt neben einem Gartenteich.
    Ich hoffe nur die Nacht wird ruhig.
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  • Day32

    Melide.... nur noch 53km

    June 21, 2018 in Spain ⋅ ⛅ 25 °C

    Ab heute zähle ich rückwärts..... es sind noch 53km übrig, dann hab ich Santiago erreicht.... das Ziel aller Pilger. 🤗

    Der Weg heute (31km) begann holperig.... der Herbergsvater hatte verschlafen und somit kamen wir nur verspätet los, wir waren eingeschlossen.

    Gegen 7.30 Uhr ging's dann endlich los.... die Strecke war wenig anspruchsvoll und daher ging's relativ zügig voran..... da wir ja mindestens 2-3 Stempel pro Tag benötigen, um die Compostella zu erhalten, wird an jeder Kirche angehalten und gestempelt.

    So gegen 16.00 Uhr 🕓 kam ich in Melide an..... eine nette Herberge, diesmal wieder im Bett. Die obligatorische Besichtigung der Kathedrale ⛪ erfolgte und dann trafen wir uns alle zu einem Bier 🍻 und den einen oder anderen Licor 43 con Leche 🥃🥃🥃🥃🥃..etwas was ich regelmäßig erstmal den Barkeepern erklären 🤔 muss, bevor ich es bekomme. Ich ernte dann immer ein mitleidiges Lächeln😏

    Am Abend wurde dann Pulpo 👾 egessen, ein Muss wenn man in Melide ist.....ist aber nicht mein Fall, also nichts für mich. 🙈🙈
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  • Day31

    Castromajor..... 28km

    June 20, 2018 in Spain ⋅ ⛅ 27 °C

    Geschlafen hab ich gut, mal keine Zwischenfälle im Zelt 😁👌.

    Der Morgen war richtig nebelig, das scheint ein galicisches Phänomen zu sein..... die Leute glauben auch hier noch an Kobolde und Hexen.... passt irgendwie (siehe Photo).

    Nach dem Frühstück in Morgade (8,1km) verabschiedete ich mich von meinen Mitwanderern Johanna, Marco und Eva und machte mich allein auf den Weg..... Herrlich. 😊

    Ich passierte ganz stolz die 100km Marke, ab jetzt ist der Weg nur noch 2stellig...... dort kam ich mit Malcolm einem Exil-Briten 🇬🇧 aus Birmingham ins Gespräch..... wir besprachen den Brexit und fanden es beide schade.... dann ging jeder wieder seiner Wege.

    Ich durchquerte Portemarine 🌊, ein wirklich schönes Städchen an einem großen Fluss..... Blieb aber nicht, mein Ziel lag noch 12 km weiter.

    Der Weg ab Portemarine war erbarmungslos..... staubtrocken, kaum Wald, sengende Sonne☀️🌡.... so hab ich beschlossen 3 km vor dem eigentlichen Ziel abzubrechen und in Castromajor zu bleiben.... heute mal Doppelstockbett, da sich gerade ein Gewitter ⛈ Himmel zusammen braut.

    Das Essen war so lala.... gesund sind Pilgermenues auf keinen Fall. Meist ist alles frittiert und in fettigen Soßen ertränkt.... so auch heute Abend. 😏 Ich freu mich schon auf die eigene Küche in Berlin.
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  • Day30

    Barbadelo...... mal wieder Zelt

    June 19, 2018 in Spain ⋅ ⛅ 27 °C

    Die Nächte im Zelt 🏕 werden doch immer skurriler, heute Nacht so gegen 1.00 Uhr bellte plötzlich ein riesengroßer Hund 🐶 direkt neben mir und weckte mich..... dann belagerte er mein Zelt so ca. 2 Stunden, bellte und schnüffelte in einer Tour.... irgendwie war ich zu ängstlich mich aus dem Zelt zu trauen und den Hund zu verjagen..... nach 2 Stunden waren dann, Gott sei Dank, die Kühe 🐂🐃🐂aus dem Dorf interessanter und er verschwandt.

    Der Rest der Nacht verlief ruhig und gegen 6.00 Uhr hieß es aufstehen und in aller Frühe die verpasste Strecke von gestern aufholen.
    Durch Nebel ging's dann Richtung Barbadelo.

    Ab jetzt wird es merklich voller auf den Wegen, denn die letzten 100km müssen nachweislich gelaufen 🚶‍♂️🚶‍♀️werden um die Compostella in Santiago⛪ zu erhalten, hierzu benötigt man zudem 2 Stempel am Tag.
    So kommen immer mehr Gruppen (teilweise 40 Menschen) auf die Idee laut diskutierend zu Pilgern..... Schluss mit Ruhe und Einsamkeit🙄😊.

    Nachdem der Nebel sich verzogen hatte brannte die Sonne ☀️☀️ gnadenlos und Thomas hat natürlich nichts besseres zu tun, als sich zu verlaufen 🙈🙈und ca. 1 Stunde (knappe 4 km) Umweg zu machen..... Naja, wenigstens war das in einem schattigen Wald 🌲🌳🌲.

    Am Ziel gegen 15.00 Uhr angekommen, baute ich mein Zelt auf und trank erstmal eine Sangriá🍊🍷🍋, zudem verfügte die Albergue über einen Swimmingpool🏊‍♂️.

    So wurde der Abend noch recht nett. 🤗👌
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