Simone und Luca Free

Joined November 2017Living in: Costa Rica
  • Day74

    Es ist nicht alles Gold was glänzt

    February 11, 2018 in Bolivia ⋅ ⛅ 10 °C

    So schön unsere Reise auch ist und so tolle Ausflüge wir machen bzw. wunderbare Leute kennenlernen…. Wir wollen in diesem Bericht auch ein paar Punkte ansprechen, die die andere Seite der Medaille in diesem und wahrscheinlich weiteren südamerikanischen Ländern aufzeigen.

    Wir informieren uns meist wenig über die Gegebenheiten einer Stadt , wenn wir in eine Neue fahren. Meist reisen wir nur auf Empfehlungen oder besuchen eine Stadt weil sie auf der Strecke liegt.
    So werden kaum bis keine Erwartungen gebrochen noch sind wir voreingenommen.
    Also setzen wir uns regelmäßig erst ein mal in einen Bus, egal welcher Linie oder Richtung und fahren erst ein paar mal die Stadt hoch und runter um uns ein besseres Bild zu machen. Die Busse sind alle offen, also kann man ganz leicht rein und rausspringen ohne Haltestellen. Außerdem wird man als Ausländer von den einheimischen auch immer angequatscht. Alle denken wir haben uns verlaufen oder man will sich nur nach uns erkundigen hahhaah xD das ist auch schön ;)
    Nur nicht in Sucre..
    Sucre, die konstitutionelle Hauptstadt, nicht La Paz wie viele denken, ist jedoch so gemütlich und schön, dass wir hier lieber laufen als fahren. Bis auf die Ausnahme von einem einzigen Gebäude ist die Stadt wirklich einheitlich in weißen Häusern mit roten Dächern erbaut und die Kirchen und Staatsgebäude sind alle im Kolonialstil gehalten. Der Plaza Municipal ist wie in den meisten Orten ein runder, mit Palmen und Springbrunnen bestückter Platz, der ziemlich im Zentrum liegt. Von dort aus erreicht man fast alles gut zu Fuß.
    Sucre liegt Gott sei dank nur auf rund 2800 m, weswegen es temperaturmäßig gut auszuhalten war.
    Die Stadt zählt durch ihre gepflegten Plätzen und Parkanlagen sogar als eine der schönsten Städte Südamerikas. Wir haben zwar noch nicht alle gesehen, können uns das aber gut vorstellen.
    Insbesondere die Altstadt von Sucre gilt als eine der am besten erhaltenen Beispiele einer Kolonialstadt in Südamerika, welche in einem typischen Schachbrettmuster angelegt ist und wurde sogar UNESCO Weltkulturerbe. Wow.

    Unsere neue Freundin aus Potosi, die uns spontan begleitete und schon mal in Sucre war, zeigte uns erstmal die wichtigsten Gegebenheiten hier. Natürlich gehörte dazu erstmal der Markt, auf dem man zahlreiche Fressbuden, Obst- und Gemüsestände als auch ein nach dem anderen Fruchtshakestand finden kann. Aber auch vieles Weiteres.
    Ein 600ml Fruchtshake, egal welcher Sorte auch gemischter Sorten gibt es hier für unter einem Euro. Da mussten wir natürlich täglich zuschlagen, um unsere Portion Vitamine abzuholen. ;)

    Weiter besuchten wir hier ebenfalls gemeinsam den cementerio, welcher eindrucksvoll groß und sauber mit Mausoleen, kleinen Gräbern mit Fenstern für die Urnen und sogar einem Bereich nur für Juden versehen war.
    Scheinbar schenkt man den Toten hier noch jede Menge Alkohol für den symbolischen Abschied. Ob das der neue Ablassbrief ist?! Aber der Friedhof in Buenos Aires war eindrucksvoller. Dennoch sehr sehenswert. Viel schöner als die wir in Deutschland kennen.

    Ebenfalls gibt es hier einen Dinopark den man besuchen kann. Soll ein Highlight sein, in dem es angeblich viele Dinoskulpturen und sogar echte Skelette geben soll. Aber besonders berühmt ist der Park für seine Dinofüßabdrücke. Diese sind sogar offizielles UNESCO Kulturerbe geworden. Jedoch haben wir uns den Park geschenkt, da wir das auf Torotoro verschoben haben. Also können wir das nicht verifizieren.

    Weiter in der Stadtführung, schleifte unsere neue Freundin uns nach dem Markt in ein Museum, in welches wir von alleine wahrscheinlich nicht gegangen wären. Doch letzten Endes freuten wir uns darüber, denn es war den Besuch wert. Es war ein Museum für indigene Kunst.
    Hier durften wir live miterleben wie eine Indianern einen dieser kunstvoll anspruchsvollen Teppiche webte . Für 2qm brauch sie etwa 3 Monate. Es ist Wahnsinn, wie detailgenau sie Farben und Muster beherrscht und wie schön die Resultate sind. Wie der Name indigene Kunst schon sagt, zeigte das Museum auf wie die Ureinwohner von Bolivien in ihre verschiedenen (36) Stämme aufgeteilt sind, wie und was Kleidung, Musik, Tanz, Hierarchie, Farben und Muster oder verschiedene Rauschzustände, in die sie sich regelmäßig bringen/brachten, bei ihnen zu bedeuten haben.
    Wir wollen uns nicht anmaßen zu sagen was richtig oder falsch ist. Jedoch leben sie komplett anders als unsere westlich geprägte Kultur es kennt. Und das ist faszinierend. Wir vermuten sie nehmen vieles ganz anders wahr. Auch heute noch.
    So haben sie nach unseren Verständnis nach einfach eine andere Wahrnehmungsfrequenz als wir. Uns bleiben somit einige Ansichten und Wahrnehmungen einfach verborgen, da wir anders erzogen und trainiert wurden. Wäre sicherlich spannend das mal genauer zu beleuchten und mehr darüber zu erfahren. Doch ehe wir alles sehen konnten schloss das Museum schon wieder. Aber irgendwo bekommen wir die fehlenden Infos noch her ^^
    Weiter sind wir in Sucre auf den berühmten einheimischen Tarabuco Markt gefahren, welcher etwa 60 km weiter in den Anden lag. Der Markt, der jeden Sonntag abgehalten wird, ist das Fundament des Wochenendes für die Einheimischen hier - entweder ausschlaggebend für ihr Einkommen oder das Zentrum für Familien, um die meisten ihrer Einkäufe für die Woche von den unzähligen Ständen entlang der Straßen zu machen - und Hunderte kommen aus der umliegende Landschaft, um ihre Waren zu verkaufen oder Waren einzukaufen. Viele dieser Gemeinschaften stammen aus verschiedenen indigenen Gruppen. Also nur eine handvoll Touristen, sonst sind hier nur traditionell Einheimische vorzufinden. Das zeigt sich schon ganz schnell an deren Eselparkplatz. Sehr witziger Anblick! Anstatt mit den BMWs vorzufahren, stellt man hier eben seinen Esel ab. Übrigens an meine ex Kollegen… die einzigen Luxuskarren die man sich hier leistet sind BMWs. Kein Porsche, Mercedes oder ähnliches ist hierzu finden, wenn man denn mal „Luxuskarren“ sieht. Und auch nur Huawei, Samsung und Sony wird hier verkauft. Wer ein iPhone hat, findet kein Ersatzladegerät oder eine Displayreparatur…

    naja zurück zum Markt. -

    Er gehört zu den größten in Bolivien und ist durch die riesige Anzahl von Einheimischen sicherlich sehr sehenswert.
    Die Leute sind auch sehr aufrichtig hier. So haben wir unsere Einkaufstasche zum Beispiel im Getümmel vergessen, doch bevor wir wirklich zurücklaufen konnten um sie zu holen, wurde sie uns schon hinterher getragen. Das hat uns wirklich beeindruckt, wo man sonst jeden Cent hier ergattern möchte.
    Diese traditionellen Decken mit den bunten Farben, die manche von euch vielleicht kennen und die man hier überall zu sehen bekommt, werden hier wirklich zum Transport von allem benutzt. Aber hauptsächlich als „Kinderwagen“. So ist es wirklich immer witzig mitanzusehen wie die kleinen Würmer in den bunten Taschen getragen werden. Leider manchmal etwas unsaft, aber das ist wohl die harte Schule durch die alle durch müssen hier.

    Zurück in der Stadt, in einem der Parks von Sucre ist sogar der Eifelturm vorzufinden. Das hat uns kurz zum Schmunzeln gebracht . Also musste der auch gleich bestiegen werden.
    Denn der Eifelturm steht nicht nur in Paris, sondern auch hier in Sucre. Mit knapp 63 Stufen ist er eher der kleine kleine Bruder, aber dennoch ist er ein echter Eifelturm ^^. Doch von oben kann man leider nicht mal über die ganze Stadt sehen. Also hat sich der Aufstieg kaum gelohnt 

    In dem Hostel in dem wir wohnten , war wirklich was los. Das erste mal sogar mit live Shows und am WE mit Party, sogar für die ganze Stadtbevölkerung. Es war eins der Größten in Sucre und wohl mit dem besten Frühstück in SA. Das lag vermutlich daran, dass der Besitzer Deutscher ist. Der Claus…. Nach einem Gespräch mit Claus wussten wir schon einiges mehr über die Stadt. Interessant war aber auch, dass er noch nach einem Partner sucht, der in La Paz ein Hostel aufziehen möchte. Er bot uns gleich seine Expertise und Partnerschaft an, falls wir Interesse haben. Klang nicht schlecht. Oder falls einer von euch Interesse hat ??? !

    Jetzt kommen wir jedoch leider auch zu ein paar unschöneren Details aus Bolivien.
    Claus zum Beispiel lässt sein Kind nicht mal alleine über die Straße gehen, da hier täglich mehrere Kinder verschleppt werden. So sahen wir auch bei der Polizei eine ganze Wand voll Vermisstenanzeigen. Kinder scheinen nicht viel wert zu sein und oft für Arbeit oder sexuellen Missbrauch ausgenutzt zu werden. Auch ein Verkauf unter der Hand ist scheinbar keine Seltenheit.
    So sahen wir nicht nur Kinder die arbeiten mussten, sondern auch einige Kinder die wirklich krank oder behindert aussahen. Wir dachten uns, das kann kein Zufall sein. Bei genauerem Nachfragen fanden wir raus das ebenfalls Inzucht keine Seltenheit hier ist. Etwas verstörend wie wir finden.
    Und den Zeitungen zu entnehmen, werden auch um Morde kein Geheimnis gemacht. So sieht man regelmäßig verbrannte oder verstümmelte Leichen auf den Titelbildern der Zeitungen…. Hier geht’s öffentlich wild zu…
    Ein anderer Claus in dem Hotel der sein halbes Leben in SA verbrachte klärte uns auch auf, dass es nur eine armen und eine reichen Schicht in SA gibt. Und eine Mittelschicht gewollt unterdrückt wird. Auch keine Zustand den wir begrüßen.
    Aber auch Tiere müssen leiden. Viele Hunde humpeln hier zu Beispiel. Kein Wunder, die Menschen gehen hier sehr unsachte mit den Tieren um und treten sie gerne oder werfen Steine nach ihnen. Wir verhindern dass, wenn wir es mitbekommen. Da fragt man sich echt, ob die Leute nichts besseres zu tun haben und nix im Kopf haben.
    Wir fanden auch raus, dass viele Leute hier ihre Zähne verlieren, da die Kombination aus Höhe, kein Zahnarzt und vor allem Coca die Zähne ausfallen lässt.
    Ich will an der Stelle noch mal klarstellen, dass Coca kein Kokain ist. Aus 10 Kilo Coca werden vielleicht ein Gramm Kokain später hergestellt, aber das ist bei weitem nicht das gleiche. Außerdem nutzen wir kein Coca mehr. Das war nur gegen die Höhe! Auch wenn auf den Taxis irritierender Weise überall truffi Taxi steht, hat das nichts mit dem Coca zu tun.

    Erschreckend mussten wir weiter feststellen, dass die meisten dieser Menschen (Einheimische) über Jahrzehnte hinweg (jahrhundertelang, wenn man den spanischen Kolonialismus mit einbezieht) kaum von ihrer eigenen Regierung anerkannt wurden, von niemandem vernünftig repräsentiert wurden und oft sogar grundlegende Menschenrechte nicht hatten. Erst 2005, als Evo Morales zum ersten indigenen Präsidenten Boliviens gewählt wurde, galt das Leben von zwei Dritteln der Bevölkerung als verbesserungswürdig.
    Seit dem er an der Macht ist, gibt es scheinbar ein Wiederaufleben der indigenen Sprache, es ist noch nicht perfekt, aber es ist ein deutlicher Fortschritt.
    Aber lieber spät als nie...

    Nach Sucre sind wir dann zum Einen auf Empfehlung zum Anderen, weil es auf dem Weg lag nach Cochabamba gefahren.
    Cochabamba ist von der Größe gar nicht zu unterschätzen. Mit 630k Einwohner kommt es schon sehr nah an Frankfurt ran, wenn auch nicht die schönste Stadt die wir bislang hier gesehen haben. Der Kolonialstil ist nur noch teilweise vorzufinden und sonst ist die Stadt eher etwas schmuddelig und mit einigen Hochhäuser versehen.
    Das Wahrzeichen von Cochabamba ist die größte Christusfigur der Welt, welche anlässlich zum Besuch von Johannes Paul II erbaut wurde. Finden wir etwas übertrieben, aber nun gut. Das erfuhren wir auch erst seit dem wir hier waren. Sie steht ebenfalls wie in Rio auf einem Berg und breitet die Arme aus. Da wir uns eine derartig einmalige Chance nicht entgehen lassen konnten, mussten wir natürlich auf den Cerro de San Pedro rauf, um uns vom Nahen ein Bild zu machen. Die Seilbahn war leider lahmgelegt, ( sehr zum Leid von Luca ) war ja nicht anders zu erwarten…., was bedeutete wir mussten die Treppen selbst hoch laufen. Wir vermuten es waren mehr Stufen als der Eifelturm hat. Es war jedenfalls wirklich anstrengend…. Oben angekommen, trafen wir drei Mädels die wir aus dem Hostel in Sucre kannten. Die Eine hatte ein DJI Drohne dabei, mit der sie eindrucksvoll um und über die Statue flog. Die Bilder auf ihrer Kamera waren natürlich unübertroffen, aber so eine Drohne liegt leider nicht in unserem Budget. Dennoch genial für solche Aufnahmen. Und so konnten wir einen Blick von Kopf der Statue und höher erhaschen.
    Noch ein wow.

    Ebenfalls waren wir einige Male auf dem Markt La Cancha. Meine Güte, man verläuft sich wirklich leicht da drin.
    Es gibt vermutlich nichts was man dort nicht findet. Es ist der größte Straßenmarkt Südamerikas. Und ein reines Chaos wie man vermuten kann. Wenigstens ist der Markt halbwegs in Sektionen aufgeteilt. Eine der weniger appetitlichen Sektionen war der Fleischbereich , in dem man so ziemlich alles vom Tier findet. Auch vieles das man wahrscheinlich lieber nicht gesehen hätte. So gibt es auch eine Opfergabensektion, in der kleine Lämmer mit und ohne Fell am Hals aufgehängt und getrocknet werden und man diese scheinbar mit ein paar Kerzen und Weihrauch oder Jesusbildern gemeinsam kaufen kann. Die Opfergabenrituale hier sind etwas gewöhnungsbedürftig und auch an strengen Glauben gebunden, aber jedem das Seine.

    Unterm Strich , die Stadt pulsiert regelrecht. Ob auf dem Markt oder auf den vollen Straßen. Keiner ist Zuhause, alle sind sie draußen beschäftigt.
    Sogar die kleinen Kinder. So sind auch hier leider dreijährige unterwegs die Kaugummis oder Blumen auf den Straßen verkaufen oder Toiletten schrubben. Ob die überhaupt die Münzen zählen können ??? Was soll aus denen nur mal werden?
    Es ist wirklich nicht schön mit anzusehen. Schulen haben wir ebenfalls kaum gesehen. Vermutlich ist das mit der Schulpflicht hier nicht so… selbst die Erwachsenen haben Probleme zu lesen oder einfache Beträge zusammenzurechnen. Das deckt sich mit unseren oben genannten Erkenntnissen .

    Wenn mal nicht an die Arbeit gedacht wird, gibt es seit dem wir hier sind an jeder Ecke kleine Karnevalsfeiern. Das scheint hier über einen Monat hinweg von allen sehr angesehen celebriert zu werden. Kleine Gruppen von Blaskapellen mit etwas Farbe und Schmuck bestückt laufen sie hier durch sie Straßen und feiern sich selbst. Aber auch große Paraden gibt es hier. Wahrscheinlich die Größte die wir je gesehen haben, lief Stunden lang vor unserem Balkon entlang. Da haben wir uns den Spaß gegönnt und die Leute vom Balkon aus nass gemacht. Das wurde sofort mit Wasserbomben bestraft Hahaha. Aber die Leute haben einen Haufen Spaß! Und wir auch. Jeden Tag…. Übrigens ist für die Mienenarbeiter in Potosi Karneval die wichtigste Jahreszeit im Jahr. Den Grund haben wir leider vergessen. :/
    Wenn wir schon beim Feiern sind… Es gibt hier ebenfalls einen „Park der Familien“ in dem Abends schöne Springbrunnen mit Lichtershows betrieben wird. Wirklich anschaulich und ordentlich gemacht. Da ist für Jung und Alt für alle was dabei. Simone ist sogar durch einen der kleineren Springbrunnen durchgerannt. Für alle Zweifler, wir haben’s auf Video ;) also hier kann auch schöne Abende verbringen.

    Und zum Abschluss noch kurz ein kleiner Hinweis, für alle die mal was verschicken wollen.
    Als wir ein Paket nach Deutschland schicken wollten, dachten wir wirklich trifft der Schlag.
    Habt ihr eine Vorstellung was 4 Kilo nach Deutschland, im günstigsten Fall kosten ?
    Das ist bald ein halbes Monatsgehalt von den Leute hier. DHL ist übrigens bei weitem der teuerste Anbieter den man finden kann. Keine Empfehlung also. Und in den alten Büros der Versandladies läuft alles noch wie vor 20 Jahren in Deutschland. Die Uhren sind im wahrsten Sinne des Wortes stehen geblieben. Aber das Paket ist raus...
    Also wir hoffen nun, dass das Paket ankommt, denn der Preis ist keine Garantie hier, wenn man den Blogeinträgen der Leute vertraut. Cross Fingers ^^

    Nach dem wir vermutlich die ganze Stadt zu Fuß durchgelaufen sind inklusive Berg bestiegen, können wir sagen Cochabamba ist ebenfalls eher was für den kurzen Besuch, als für einen längeren Aufenthalt gut. Sucre dagegen kann man sich auch gemütlich etwas länger anschauen.
    Nächste Station ist Torotoro….ein wunderschöner Nationalpark. Im nächsten Eintrag mehr dazu.

    Liebe Grüße aus den dem Land der Indianer
    Read more

  • Explore, what other travelers do in:
  • Day65

    ... In den Bergen (pics)

    February 2, 2018 in Bolivia ⋅ ☁️ 7 °C

    ...

  • Day65

    Über den Wolken.... (pics)

    February 2, 2018 in Bolivia ⋅ ☁️ 7 °C

    ..

  • Day65

    Über den Wolken und in den Bergen

    February 2, 2018 in Bolivia ⋅ ⛅ 30 °C

    Also von Tarija gings jetzt nach Uyuni...

    Uyuni ist eine historisch sehr bedeutende Stadt für Bolivien gewesen, da sie ein zentraler Punkt für den Lieferverkehr zwischen allen großen Staaten hier darstellte. Ich glaube zu wissen, dass es sogar die einzigen Züge und Schienen in SA hat bzw hatte. Die Letzten wurden jedoch vor ca. 30 Jahren eingestellt. Heute wirkt das kleine Dorf, mitten in der Wüste, allerdings eher wie eine Geisterstadt.
    Mehr als einen Tag sollte man hier auch nicht verbringen. Außer ein paar kleinen Souvenirshops und Essgelegenheiten bietet der Ort nichts. Sonst könnte man meinen es sei hier unbewohnt. Die Souvenirs jedoch reichen von Stiften und Taschen, über die bunten peruanischen Decken, über Alpaca Pullis und Jacken zu allen möglichen warmhaltenden Sachen , die im bolivanisch buntem Stil gehalten sind. Alle Frauen würden hier verrückt werden! Der Stil gefällt uns natürlich auch sehr gut. Also haben wir erste Einkäufe, sehr günstig versteht sich, schon getätigt und sind glücklich damit.
    Jedenfalls sind wir dort hingefahren , weil es eine sehr bekannte Tour von dort aus gibt, nicht weil die Stadt so toll ist.
    Wir entschieden uns für eine 3 Tages-Tour durch die Salar de Uyuni über die Anden bis nach Chile und zurück.
    Um es vorweg zu sagen, es war für uns beide wahrscheinlich eine der schönsten, wenn nicht sogar der schönste Ausflug den wir je gemacht haben. Seht selbst..
    Allein der Weg nach Uyuni führte über zahlreiche Serpentienen mit wunderschönen Naturausblicken die es in Europa auf jeden Fall so nicht gibt.
    Überall im Mitten vom Nichts, sind irgendwelche Dörfer, von denen keiner so recht weiß wie die Menschen dort überhaupt hinkommen, geschweige denn wie sie dort leben und überleben.
    Hinterher erfuhren wir von einem Anthropologen den wir zufällig kennenlernten, dass es dort kaum regnet ( nur 2 Monate im Jahr) und die Menschen es wirklich schwer haben auf über 4000 M.ü.M. überhaupt etwas anzubauen. Etwas Vieh haben sie noch, ansonsten leben sie sehr sparsam und überschaubar. Doch witzig fanden wir, dass egal wie weit man in der Pampa ist und egal wie wenig oder keine Häuser es gab, ein Fußballfeld wurde an die abstrusesten Orte hingestellt. Ob da jemand spielt ? Wir wissen es nicht.
    In den Bergen scheinen jedenfalls die Hunde das Sagen zu haben. Überall sieht man Streuner. Auch wunderlich wie die dort überhaupt hinkommen wie die wohl überleben. Und man sieht einige Hirten die Ihre Lamas oder Alpacas treiben. Das ist immer wieder ein echter Hingucker. Riesen große Felder und tausende von freilaufenden Vierbeinern. Zu gerne hätten wir ein Alpaca mitgenommen hahah
    Auf der ganzen Reise haben wir sicherlich 10 tausende von den Tieren gesehene, wenn’s langt.
    Die Landschaft auf den Weg nach Uyuni kann man vielleicht mit dem Nationalpark Zion aus der USA vergleichen. Doch hier muss man etwas beten, dass einem die Karre nicht den verreckt, sonst steht man wirklich erstmal ganzschön gelackmeiert da. Aber wir hatten immer Glück mit den Fahrern;)
    Traumhafte Ausblicke jedenfalls und das war nur der Hinweg zu dem Ort wo wir eigentlich hin wollten.
    In Uyuni angekommen, fiel es uns leicht aus den tausenden von Touranbietern die es dort gibt uns zu entscheiden, da wir kurz zuvor von einem deutschen Pärchen in Tarija einen Tip bekommen haben, mit dem sie sehr zufrieden waren. Wir übrigens auch im Nachhinein. Auf deutsche Beurteilungen kann man sich meist mehr verlassen, als auf südamerikanische.
    Allein die Zeitangaben sind hier immer ziemlich willkürlich. Ein und die selbe Strecke kann bei verschiedenen Personen mehrere Stunden Unterschied ausmachen. Und nie stimmt auch nur eine. Hahaha

    Aber zu unser Tour und unserer Gruppe…
    Ein bolivanischer Tourguide ( Daniel) , ein brasilianisches Pärchen in unserem Alter und ein amerikanisches Pärchen Mitte 50… wir haben uns Gott sei Dank von Anfang an sehr gut miteinander verstanden. Immerhin mussten wir 3 Tage in einem Jeep und in 2 Unterkünften miteinander auskommen. Es war wirklich unterhaltsam, lehrreich und spannend, was man wieder alles gelernt hat. Aber das jetzt zu erzählen würde es zu sehr ausreizen… daher zurück zur Tour.
    Das Gepäck aufs Dach geschnallt, Proviant im Rucksack verstaut, angeschnallt und los gings.
    Allein der erste Stop, kurz nach der Stadtgrenze ist schon ein echtes Highlight.
    El Cementerio de los trenes. Der Zugfriedhof. Abgestellte Gleise und veraltete und verrostete Lokomotiven, die seit 30 Jahren nicht mehr im Betrieb sind. Die Eisenbahnstrecke diente vor allem zum Transport von Rohstoffen wie Zink, Silber und Gold aus den Mienen bis zum Pazifik.
    Es sind bis zu 100 Züge dort abgestellt und die ältesten sind über 100 Jahre alt.
    Alle sind ausgestiegen und sind auf die Züge geklettert. Es sah wirklich toll aus wie so alte Fahrzeuge mitten in der Wüste abgestellt wurden und hinter ihnen ein scheinbar unendliches und flaches Wüstenpanorama sich erstreckte. Es hört sich vielleicht banal an, ist aber wirklich ein besonderer Ort. Wir haben zu viele Bilder, wer mehr sehen möchte, bitte anfragen …
    Von dem Ort aus sind wir weiter zu einem der absoluten Highlights gefahren.
    Wer noch nicht dort war, der hat sowas noch NIE gesehen!
    Eine riesen Fläche von 10.000q km. Das ist mehr als Niederbayern groß ist. Ein ausgetrockneter See, der eine riesige Salzfläche hinterlassen hat. Die Salzkruste ist 30 Meter dick, mindestens. Und zur Regenzeit, wie jetzt grade, gibt es eine dünne Schicht Wasser die es zurücklässt.
    Das Ergebnis ist, dass mit etwas Sonne der Boden zum Spiegel wird. Man kann zwischen Himmel und Erde nicht mehr unterscheiden. Die Berge scheinen zu fliegen und die Wolken sind unter den Füßen verschwunden.
    Es ist ein Naturspektakel wie kein Zweites.
    Die tollsten Bilder sind dort möglich. Immer wieder überraschend wie kreativ manche Leute mit den Bildern dort seien können. Da man den Bezug zur Distanz komplett verliert, kann man schöne Perspktivtricks anwenden. So kann ein Spielzeugdino zur echten Gefahr mutieren. Und die Orientierung verliert man ebenfalls komplett. Im Regen kann man sich weder fortbewegen, noch weiß man wo man ist. Also kann man nur dort durchfahren, wenn es nicht regnet.
    Zu Mittag wurde natürlich in einem Haus aus puren Salz gegessen, genauso wie unsere Unterkunft aus puren Salz bestand. Es kann nicht schimmeln und sieht wirklich eindrucksvoll aus. Aber keine Sorge die Salzhäuser sind genauso stabil wie herkömmliche. Der Nachteil, es war wirklich kalt in der Nacht. Also ohne fette Alpacawolldecken ist es nachts echt frostig. Aber ist bei der Höhe nicht anders zu erwarten.
    Wenn man jedoch draußen in die Ferne schaut, mag man meinen Petrus wartet an der Himmelspforte auf einen, um einen ins Reich Gotte zulassen. So stell ich mir das jedenfalls vor.
    Wir vermuten auch, dass eine Szene aus Fluch der Karibik hier gedreht wurde. Teil 4 ? Wir prüfen das noch mal. Es sieht zumindest genauso aus.
    Wir hatten das Glück, dass unser Wegbegleiter Mike aus den USA, seine Profikamera dabei hatte. Später, wenn er seine Bilder etwas bearbeitet hat, bekommen wir einen Link. Den leiten wir dann auch weiter. Mit der Handykamera ist es gar nicht zu vergleichen. Seine Bilder sind nämlich komplett abgefahren.
    Nach der Salar de Uyuni, die wir gar nicht verlassen wollten, ging es weiter durch zahlreiche Berglandschaften auf fast 5000 M.ü.M., rote, grüne, weiße und blaue Lagunen, Wüstensteppen, Hotsprings, Geysirs mit riesen Sulfatfontänen, Vulkane oder heilige Indianer Steine, die wir verbotenerweise bestiegen und alles was Muttererde noch so zu bieten hat. Die Berge gehen hier auf über 6000 Meter hoch. Am Fuße sind sie wie Wüste, in der Mitte bekommen sie bunte Farben und an der Krone sind sie mit Schnee bedeckt. Die meisten sind spitz wie die Tublarone und mit einem Wolkenkranz umrundet. Da fallen einem fast die Augen aus bei dieser Natur.
    Das Einzige was man wirklich beachten muss, ist dass die Höhe einem ganz schön zu schaffen machen kann. Kopfschmerzen oder Müdigkeit sind hier keine Seltenheit. Dafür gibt es jedoch jede Menge Stevia und Coca, was einem durch den Tag hilft.
    Übrigens, wenn jemand die Tour mal machen möchte, der Anbieter „Cordiellera“ , ist sehr zu empfehlen. Bei den anderen hört man unschöne Geschichten, wie dass die Fahrer betrunken seien und ähnliches. Aber hier war alles tiptop.
    Auf der Weiterreise bis nach Chile haben wir Alpacas, Lamas, Antilopen, Flamingos, Wüstenfüchse, Wildhasen mit komischen Schwänzen und deformierten Gesichtern gesehen, die waren aber sehr süß und einige noch nie zuvor gesehene Vögel. Einige der Tiere konnten wir sogar von ganz nahen betrachten und sie mit Äpfeln füttern. Aber man riet uns ab sie anzufassen oder ihnen zu nah zu kommen, da sie keine Menschen gewohnt sind und eklig reagieren könnten.
    Es war einfach nur mindblowing.
    Daniel erklärte uns auf spanisch regelmäßig irgendwelche Details über die Tiere, über die Klimazonen, die Vulkane, die Früchte und Sträucher die hier wachsen oder was er schon alles hier erlebte.
    Es wurde dadurch zu keiner Zeit langweilig. Wir können diesen Ausflug wirklich jeden Naturliebhaber nur wärmstens empfehlen.
    Uns fehlen etwas die Worte, um die Reise ausreichender zu beschreiben. Ich denke die Bilder geben einen ganz guten Eindruck.
    Als der Trip zu Ende war, mussten wir uns von unseren Gefährten verabschieden, da sie alle weiter nach Chile reinfuhren und wir aber Richtung Norden zurück wollten.
    Also gab es den ganzen Trip im Schnelldurchgang noch ein zweites Mal für uns.^^
    Wir entschieden uns aber nach der Rückkehr weiter nach Potosi zu fahren…

    Potosi fasse ich kurz zusammen, ist aber auch sehr sehenswert gewesen.
    Das ist heute wie damals eine historisch und geografisch sehr interessante Stadt. Die Stadt liegt in ein Bergtal eingebaut und ist wegen Ihrer Mienen und deren Rohstoffen damals zu einer der bedeutendsten und reichsten Städte der Welt herangewachsen. Die Stadt selbst liegt auf 4000 Metern, was die Luft wieder dünn und sie zu einer der höchstgelegenen Städte der Welt macht. Jedenfalls, gibt es hier Mienen die damals eine riesen Silber und Zink Inflation verursachte, da es hier einer der größten Silberanteile der Welt gab.
    Die Stadt ist sehr verwinkelt, ähnlich wie In Ibla Italien und die Häuser sind entweder in Ziegelstein Design halbfertig erbaut oder sehen sehr eindrucksvoll von der Kolonialzeit geprägt aus.
    Es ist die einzige Stadt auf der Welt, auf der man auf dem Markt legal Dynamit kaufen kann. Auch noch sehr günstig. Die Leute witzeln und sagen das sei für die Schwiegereltern bestimmt.
    Ebenso gibt es hier 96% Alkohol zu kaufen. Hilft bei der Höhe zum Atmen bzw brauch man, um in den Mienen die Götter zu besänftigen.
    Genauso gibt es Zigaretten die mit Tabak, Orangenhaut und Zimt gestopft sind, damit es unterirdisch keine Explosionen mit dem Dynamit gibt. Also ein sehr interessanter Markt…
    Wir sind hauptsächlich wegen den Mienen und der Architektur gekommen.
    Also haben wir uns einer Gruppe angeschlossen und haben eine Halbtagstour durch die Mienen gemacht.
    Voll ausgerüstet mit Klamotten, Lampe, Maske und Coca sind wir also hinab in die Tiefen gestiegen.
    700 Meter gehen die Mienen tief und sind teilweise super eng und auch mit Schlamm gefüllt. Wirklich nicht für jeder Mann etwas. Auch nicht ganz ungefährlich muss ich im Nachhinein gestehen.
    Es gibt Schienen zum Abtransport von den Rohstoffen. Wenn ein Wagen erstmal rollt, dann wiegt er eine Tonne und kann nicht bremsen. Also müssen alle schnell in die Ecken springen. Glaube nicht, dass das immer gut geht .Auch die Luft kann ganz schön dünn werden da unten. Ich bin ebenso froh, dass kein Stein aus der Wand abbrach und uns verschüttete. Wir stellten uns das etwas Touristen geeigneter vor.

    In den letzten 500 Jahren sind dort 8 Mio Menschen umgekommen, aber das scheint niemanden zu interessieren. Es wird weiter gearbeitet.
    Zugleich der Silberanteil von 96% auf 20% sank.
    Kinderarbeit ist seit 15 Jahren nicht mehr erlaubt. Immerhin. Es wurde uns schon etwas mulmig da drin. Der Sauerstoff wurde dünn und Orientierung ist auch sehr schwierig.
    So gibt es zahlreiche Teufelsfiguren in den Mienen, die mit Alkohol, Lametta , Coca und Zigaretten ausgestattet werden. Denn in den Mienen, also in der Hölle, dort herrscht der Teufel. Der muss also befriedigt werden, damit es einem dort unten gut geht und nichts passiert. Da haben die Spanier den Bolivianern schön Angst eingeredet. Wir fanden dies eher lächerlich, aber wir möchten niemanden seinen Glauben nehmen.

    Die Mienenarbeiter arbeiten in 10 Stundenschichten und verlieren leicht ihr Zeitgefühl dort unten. Dafür nehmen sie eine Beutel Coca mit. Den einen Teil morgens den anderen Abends. Nach 4-5 Stunden ist das Coca leer gelutscht, was den Arbeitern sagt, dass es Halbzeit bzw Feierabend ist. Eine Uhr wäre auch zu einfach.
    Wegen der schlechten Bedingungen dort unten verdienen die Arbeiter durchschnittlich 3 mal so viel wie herkömmliche Leute hier, aber der Betrag ist immer noch sehr gering.
    Es war ein besonderes Abenteuer, aber ich denke wir brauchen es kein zweites Mal.
    Aber auch oberirdisch gibt es viele Sachen zu sehen, die diese Stadt zu einer Attraktion machen. Jedoch sollten hier 3 Tage ausreichen.
    Die Spanier haben ihre Signatur deutlich hinterlassen. Sehr viele eindrucksvolle Kirchen und Regierungsgebäude gibt es hier. Die Kolonialzeit scheint hier fast noch immer zu herrschen in manchen Straßen, könnte man meinen.
    Wir genossen vor allem die Märkte.
    Es ist immer wieder erstaunlich was man alles sieht und wie günstig man etwas ergattern kann.
    So haben wir zu zweit für einen Euro zu Mittag gegessen und es ist sogar noch etwas übrig geblieben.
    Ja hier hält man es schon etwas aus.

    So genug für heute… ^^

    Wir vermissen euch und sind in Gedanken bei euch.
    Read more

  • Day55

    Out of jungle (mehr Bilder)

    January 23, 2018 in Bolivia ⋅ ⛅ 20 °C

    ...

Never miss updates of Simone und Luca Free with our app:

FindPenguins for iOS FindPenguins for Android