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  • Day116

    Das Ankommensfest

    September 24 in Germany ⋅ ⛅ 19 °C

    Jonas schreibt...

    Es lässt sich nun nicht mehr abstreiten. Die letzten Meter liegen hinter uns und es steht uns nun wohl eine der schwersten Schritte bevor. Nach fast vier Monaten gemeinsamer Unterwegszeit, trennen sich unsere Wege hier an diesem Ort. Als wir am Donnerstag in Hatzgerode ankommen blicken wir in viele bekannte Gesichter. Darunter auch Menschen, die diese Reise die Jahre davor gemacht haben und uns nun darauf vorbereiten, selber in den Kreis der Ehemaligen aufgenommen zu werden.
    Noch erscheint der Sonntag für uns all ganz weit weg. Ein letztes gemeinsames Mittagessen wird auf unserem "Fridolin" zubereitet und dann beziehen wir unser Gruppen-Zimmer in der alten Krankenhausschule. Ein Relikt aus alter Zeit, mit Tapeten die damals wohl als schön und modern aufgefasst worden sind, heute aber als Geschmacksverfehlung interpretiert werden würde.

    Nach und nach treffen auch andere Gruppe und Menschen auf, die ähnliche Erfahrung wie wir in anderen Gruppen gemacht haben und wie wir vor dem Abschied stehen. Am Freitag Abend stösst dann auch noch Pauline zu unserer Gruppe dazu und macht uns komplett, ganz gleich, dass wir in der gesamten Wanderzeit nie in dieser kompletten Konstellation unterwegs waren.

    Wir stellen fest, dass jede/r von uns hat seine ganz eigene Geschichte erlebt und andere Dinge gelernt hat, obgleich wir die ganze Zeit als Gruppe unterwegs gewesen sind. Es ist schön all diese Aspekte in einer Erzählung aufzunehmen und über die Vielfalt und den reichen Erfahrungsschatz zu staunen. Wir schmunzeln über die vielen Eigenheiten und typischen Charakterzügen, die uns nach dieser doch eigentlich kurzen Zeit bereits so vertraut vorkommen. Wir fassen sie Abends gemeinsam in ein kleines Theater und ein Lied ein und teilen mit den Menschen damit ein Stück unseres Wanderuniabenteuers.

    Es kommt nun der Moment in dem aus den frischen Wanderstudent/innen ehemalige werden, oder aber sie in ein zweites ganz individuelles Semester wechseln. Unsere Gruppenstrukturen, die uns die letzten Monate zusammengehalten haben, zerfliessen und vereinen sich nun zu Etwas grösserem. Es liegt von nun an jedem von uns, was wir mit dem Projekt Wanderuni machen möchten und wie es damit zukünftig weitergeht. Im Dezember wird sich ein neuer Jahrgang bilden und in unsere Fußstapfen treten. Vielleicht sind wir dann selber Begleiter/innen wie es Benny und Rebecca für uns waren. Auf alle Fälle möchten wir auch die vielen Freundschaften und in weiteren Sinne unsere Gruppe erhalten und pflegen.

    Der letzte Abend geht wahrscheinlich in die Wanderuni Geschichte ein, zeigt unsere Feier doch, dass auch ganz ohne viel Firlefanz und Alkohol richtig tolle Stimmung aufkommen kann. Isolde bringt uns tatsächlich dazu für einmal etwas näher zu rücken und es ergibt sich eine spannende Diskussion zum Thema Nähe, die vielleicht schon länger nötig gewesen wäre.

    Unvergesslich wird auch unsere spontane Mitternacht Buchstabensuppenparty sein. Mit Diesel in einem geschlossenen Raum zu kochen ist wahrlich keine Glanzidee. Nick, der uns dabei noch erwischt, nimmt es zum Glück mit viel Humor und erzählt uns von Lämmern die in der Hotelsuit bei offenem Feuer gebraten wurden. Er flüchtet dann aber doch angesichts der doch eher ungesund wirkenden Dämpfe...

    Der Sonntag beginnt verschlafen und lädt noch einmal dazu ein sich auszutauschen und über die Zukunft von uns selber und der Wanderuni nachzudenken und zu fühlen. Nach und nach löst sich unsere Gruppe auf bis am Abend Lotte, Isolde und ich den Bus in Richtung Quedlinburg nehmen und uns, mit dem Wissen auf ein baldiges Wiedersehen in Freiburg, bei Johannes Peter, verabschieden.
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