A 26-day adventure by Andreas
  • Day16

    Vitorino dos Piaes - Ponte de Lima

    September 10, 2017 in Portugal ⋅ ☀️ 21 °C

    Angekommen und eingecheckt. In Ponte de Lima gibt es für den gemeinen Pilger zwei Anlaufstellen: Eine Jugendherberge am Ortsanfang und eine Pilgerherberge am Ortsausgang. Die Pilgerherberge am Ortsausgang zeichnet sich unter anderem durch einen großen Schlafsaal direkt unter dem Dach aus. Hier kommt angewandte Mathematik ins Spiel: Viele Menschen + aufgestaute Hitze unter dem Dach = Kein Schlaf + gerädert in den nächsten Tag. Hinzu kommt noch, dass in Ponte de Lima dieses Wochenende ein großes Fest stattfindet, die Stadt rappelvoll ist und die Abschlussfeierlichkeiten inklusive Feuerwerk heute stattfinden. Eigentlich keine schlechte Kunde. Dumm ist nur, daß es in einer Pilgerherberge feste Zeiten gibt, zu denen man wieder im Gebäude bzw. im Bett sein muss, denn dann taucht der Schließer auf und macht die Hütte dicht. Die sind in der Hinsicht auch reichlich humorlos. Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Gorbatschow muss mal gepilgert sein. Was die Situation in der Pilgerherberge heute Nacht zusätzlich verschärfen wird, ist der Umstand, dass heute Nacht auf dem Festplatz (quasi gegenüber der Pilgerherberge) gesungen wird. Bis in die Nacht hinein. Lange. Und laut. Leider nur ein Lied. Und viele Strophen hat das Lied auch nicht. Gefühlt eigentlich keine, sondern nur den Refrain. Auf der Suche nach Schlaf stößt man in der geschilderten Situation schnell an persönliche Grenzen.

    Um das zu vermeiden, habe ich mich in der Jugendherberge eingenistet. Doppelzimmer für mich alleine mit Frühstück für 23 EUR. Die Gesangsartisten sind weit weg und einen Schließer wird man hier auch nicht antreffen. So hat's der Papa gern.

    Der Weg hierher war beschaulich, zwei, drei kleinere Anstiege, nicht wirklich erwähnenswert. Die Landschaft gewohnt malerisch. Etwa 5 Kilometer vor Ponte de Lima überholte ich eine 3er-Gruppe, die ich immer wieder mal treffe und kam mit einer von ihnen ins Gespräch, Maila aus Regensburg. Schöner Name, kannte ich noch gar nicht, kommt aus dem Finnischen, erklärte sie mir; Freunde ihrer Eltern stammen wohl von dort. Sie war mit Turnschläppchen unterwegs, was mir sofort ins Auge stach. Grund dafür waren Blasen, obwohl ihre Wanderschuhe eingelaufen seien, wie sie glaubhaft beteuerte. In den Bergen, fügte sie hinzu. Da musste ich laut auflachen, weil ich in diesem Moment an ein Paar aus Österreich denken musste, die ich 2014 auf dem Camino Frances traf, und die genau das gleiche Problem hatten. Fitte Bergwanderer, Schuhe dort ewig eingelaufen und dann plötzlich massive Probleme auf dem Camino. Das Problem war bei denen und ist bei Maila das gleiche: Alle kennen nur die Fusshaltung bergan und bergab in ihren Schuhen. Die Fusshaltung auf gerader Strecke über längere Distanz ist allen aber in ihren Wanderschuhen unbekannt. Unglaublich, aber wahr. Mit Maila kenne ich nun schon 3 Leute, denen das passiert ist.

    So, ich werde nun mal gepflegt ins Örtchen schlendern und mich ein wenig in den Trubel schmeißen, mal schauen, wer mir da alles vor die Füße fällt. Später vielleicht noch mehr.
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    Traveler

    "so hats der papa gerne" :)

    9/18/17Reply
     
  • Day15

    Barcelos - Vitorino dos Piaes

    September 9, 2017 in Portugal ⋅ ☀️ 19 °C

    Ich bin hier gerade in einer der sicherlich coolsten Herbergen am Weg :D dabei ist es noch nicht mal eine offizielle Herberge - die Casa Fernanda ist ein privates Grundstück, auf dem Fernanda und ihr Mann 14 Betten zur Verfügung stellen, und zwar in einer richtig schönen, urigen Hütte in ihrem Garten, 10 davon in einem grossen Raum, eines (ziemlich lässig) hinter der Hütte halb im Freien und dann noch ein Kingsize-Bett in einem versteckten Räumchen, ebenfalls hinter der Hütte. Für die VIPs. Heute ist Jan der VIP. Er ist auch wieder da. Falls ich diesen Camino nochmal gehen sollte, dann kralle ich mir diese VIP-Suite, so viel ist sicher B) erwähnenswert ist sicher auch noch, daß die ganze Show hier komplett auf Spendenbasis funktioniert, und das beinhaltet nicht nur die Übernachtung, sondern zusätzlich auch noch Speis und Trank! Dabei sollte man unbedingt erwähnen, daß Fernanda selbst kocht. Dem Geruch nach zu urteilen, macht sie das auch ziemlich gut, aber nicht nur dem Geruch nach zu urteilen, die Augen fällen das gleiche Urteil. Sie kocht nämlich hier im Garten. Ebenfalls sehr cool. Getränke werden ebenfalls je nach Gusto zur Verfügung gestellt, sei es Wein oder Bier, und das Bier sogar noch kalt! :) Der Umstand, daß morgen mit putzigen 13 KM ein echter Katzensprung ansteht, lässt mich darüber nachdenken, ob ich mir nicht doch mal ein Bierchen genehmige. Mal sehen.

    Vorhin war ich mit Andrew und Lolly hier im Ort etwas Essen, Fernanda öffnet erst um 14 Uhr und wir waren schon gegen 12 Uhr hier. Zu diesem Zeitpunkt gab es bei uns keine zwei Meinungen darüber, daß die Nahrungsaufnahme unmöglich bis heute Abend vertagt werden kann. Zwei sehr nette Engländer, auch das gibt es augenscheinlich. Sie müssen nett sein, da sie mir ein hervorragendes Englisch attestierten.

    Fernanda erzählte mir, daß sie täglich ausgebucht ist; da ich das schon im Vorfeld in Erfahrung bringen konnte, habe ich sie gestern bereits angerufen und ein Bett für mich reserviert. Gut so. Seitdem ich hier bin, hat sie nämlich schon mindestens 10 Leute weitergeschickt, die ihr Glück bei ihr versuchen wollten. Doppelt ungünstig, da hier auch sonst gerade eher schlechter Betten zu schießen sind - im nächsten Ort, Ponte de Lima, 13 KM entfernt, startet heute ein großes Volksfest, das in der ganzen Region sehr beliebt ist. Eben hat sie die ersten Teller mit frittiertem Fisch serviert, köstlich. Ich habe den dumpfen Verdacht, dass das nun so weiter gehen wird. Gibt Schlimmeres.

    Achso, zum Weg sollte ich vielleicht auch paar Takte verlieren. Hmmm, aber im Grunde gab es da heute keine Sensationen zu vermelden, 21 mittelschwere Kilometer, ein knackiger Anstieg zur Etappenmitte hin, danach geschmeidiges Auslaufen hin zur Casa Fernanda. Und da lasse ich es mir jetzt gutgehen :D Später vielleicht noch mehr.
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    Traveler

    Das Essen hat also gut gerochen und ausgesehen, hat es denn auch gut geschmeckt? :D

    9/18/17Reply
     
  • Day14

    Rates - Barcelos 8.9.2017

    September 8, 2017 in Portugal ⋅ ☀️ 21 °C

    Geht doch! Der Asphalt-Horror von gestern ist nur noch eine gruselige Erinnerung. Bei mir zumindest. Haben nicht alle unbeschadet überstanden. Gestern Abend schlich eine Frau mittleren Alters über den Hof, da musste man nicht studiert haben, um sofort zu erkennen: Totalschaden. Jan meinte trocken: "Die schafft es nicht." Ich habe es in dem Moment nicht hinbekommen, nicht zu grinsen. Böse, ich weiß B)

    Die Nacht war nicht durchgängig von erholsamem Schlaf geprägt. Leider. Schuld war ein Knabe mitte 60, der den ganzen Raum in Atem hielt. Sich selbst leider nicht. Ich kenne die medizinische Fachbezeichnung nicht, aber er hatte massive Atemaussetzer, die dann in ein kurzes unfassbar lautes Schnarchgrunzen übergingen, bevor er seinem Atem die nächste Auszeit verpasste. So ging das für 2 Stunden etwa. Irgendwann war gar nichts mehr zu hören und alle anderen wussten nicht, ob das nun ein Anlass zur Freude war oder ob er nun endgültig verschieden ist. Um es abzukürzen - er hat die Kurve noch mal gekriegt. Er sollte da aber mal besser einen Arzt drüberschauen lassen, könnte ich mir vorstellen.

    Also, die Nacht war überstanden und es konnte losgehen. Noch kurz mit den Mädels geplauscht, dann kam Jan um die Ecke, auch mit ihm noch kurz paar Worte gewechselt, schon war er durch das Tor und ich folgte nicht lange danach. So nett es ist, mit den Leuten abends bischen zu plaudern, so angenehm ist es dann doch aber auch, beim Laufen alleine zu sein. Man hat doch genug mit sich selbst zu tun, will die Landschaft geniessen, spontan Pausen machen, wenn einem danach ist, sich einfach unabhängig bewegen, und das wird deutlich schwieriger, wenn man zu Zweit oder in einer Gruppe unterwegs ist. Ganz abgesehen davon, dass man sich plötzlich in einem Gespräch wiederfinden kann, und man weiss nicht wirklich, warum. Und interessant findet man es am Ende auch nicht wirklich. Also: alleine laufen - zusammen ssss :D NEIN, CAROLA! Ich kann dich und die anderen beruhigen, Alkohol spielt hier keine Rolle, also zumindest bei mir nicht, geht auch gar nicht, will man nicht am nächsten Tag auf der Piste tausend Tode sterben.

    Die Strecke war teilweise wirklich schön und kurz war sie auch. 17 Kilometer. Da kann nichts schief gehen. Eigentlich. Aber war auch so. Bei der ersten Rast kam erst Jan dazu, dann noch Verena und zusammen haben wir uns Cola/Kaffee gegönnt und bischen geblubbert. Als erste trollte sich Verena, dann Jan mit dem Hinweis, ich würde ihn eh gleich einholen (was auch stimmte) und dann ich. Der weitere Weg nach Barcelos war teilweise wieder ganz schön und ehe ich mich versah lief ich schon in der Stadt ein. Dort saß Verena auf einem sonnigen Platz, vor sich ein lecker Käffchen. Ich setzte mich zu ihr und wir plauderten noch bischen über den Camino, ihr Studium und dann brach sie wieder auf - sie wollte noch eine Etappe dranhängen. Ich nicht :) also verabschiedeten wir uns, vielleicht bis Santiago, vorher werden wir uns sicher nicht mehr treffen.

    So, 14.30 Uhr, die Wäsche ist gewaschen und hängt in der Sonne, ich bin auch gewaschen und hänge gerade im Bett. Und blogge. Für jetzt soll's das erstmal gewesen sein.

    Der Camino fordert weitere Opfer. Ursprünglich wollte ich heute Abend mit Detlef und Daiwa abends etwas spachteln gehen. Der Wille war auf beiden Seiten da; gegen 18 Uhr wollten wir los. Hinzu kam dann noch ein Stoßtrupp junger Studentinnen inkl. eines Westfalen in meinem Alter. In halber Batallionsstärke rückten wir dann also pünktlich aus. Schon nach wenigen Schritten allerdings war eine massive Unwucht in Detlefs Gang nicht mehr zu leugnen. Wir hatten uns schon im Laufe des Tages über den Zustand seines Fußes unterhalten, da erschien die Situation zwar unschön, aber noch beherrschbar. Das änderte sich rasch. Detlef und Daiwa, deren Füße in einem nur unwesentlich besseren Zustand waren, schafften es zwar noch die etwa 400 Meter in die Innenstadt von Barcelos, als dann aber noch entspanntes Flanieren und Restaurantsuchen anstand, strichen sie die Segel und traten den Rückzug in die Herberge an. Zu den geschundenen Füßen gesellten sich dann noch diverse Kolleteralschäden unter anderem im Bereich des Rückens. Das ließ unter uns verbliebenen das Thema Rucksack und wie trage ich ihn richtig kurz hochkochen und ich bot den Leuten an, gerne den Sitz ihres Rucksacks zu überprüfen und gegebenenfalls neu einzustellen. Wieder zurück in der Herberge war das dann auch bei Zweien meine letzte Amtshandlung für den Tag. Ich schätze, die beiden werden nun in den kommenden Tagen ein ganz neues, von tiefer Zuneigung geprägtes Verhältnis zu ihren Rucksäcken entwickeln.
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  • Day13

    Lavra - Rates 7.9.2017

    September 7, 2017 in Portugal ⋅ ☀️ 24 °C

    Alter Schwede. 24 KM. An sich keine Herkulesaufgabe. Blöd war nur, dass kein Kilometer Feld- oder Waldweg darunter war. 24 Kilometer Asphalt. Es gibt unterwegs immer wieder mal diese Momente, in denen man sich ernsthaft fragt, wieso man sich all das antut. Der Moment dauerte heute etwas länger als sonst.

    Aber alles kein Beinbruch, irgendwann war es geschafft und meine Füße standen in Flammen. Nach der Dusche wusste ich allerdings schnell nicht mehr, was denn nun so schlimm war. Das ist das Schöne am Wandern, man streicht die etwas unangenehmeren Teile schneller, als sie kamen. Und den anderen geht es ja nicht besser :) das haben mir eben Desiree, Verena und Silvie bestätigt, mit denen ich eben hier im Innenhof der Herberge bischen geblubbert habe. Wobei alle drei recht sportlich sind, Silvie ist letztes Jahr den Camino del Norte gegangen. Als ihren ersten Camino :o der zählt zu den härteren, sie fand es aber nicht sooo anspruchsvoll. Ich werde wohl echt nicht jünger :)

    Jetzt bin ich aber wieder voll im Pilgerbusiness drin - losmarschieren, unterwegs rechtzeitig essen und trinken, ankommen, anmelden, Stempel krallen, duschen, Wäsche waschen und aufhängen, Rucksack durchsortieren, Bett beziehen, Einkäufe für den nächsten Tag erledigen, das kleine Pilger-Einmaleins - es sitzt wieder. Und natürlich das Bloggen nicht zu vergessen.

    Das Wetter war heute einfach nur Bombe, wieder. Seit ich in Portugal bin, habe ich bis auf den Morgendunst noch keine Wolke gesichtet, und das bei nicht mehr als gut verträglichen 25 Grad. Was will man mehr. Froh stimmt mich auch, dass sich diese Asphaltorgie von heute auf dem weiteren Weg nicht wiederholen wird. Sehr.

    So, jetzt werde ich mal zu dem Shop nebenan traben und meine Vorräte für morgen auffüllen. Dann gibt's wieder mehr vom Camino.

    Wie cool, habe eben mit Jan aus Holland gequatscht, er ist zwar schon Mitte 60, war aber 1974 beim Endspiel in München :D wir hatten uns viiiel über Fussball zu erzählen, nicht nur über den Fussball von früher :) und setzen das gleich um 19.30 Uhr beim Abendessen fort, zu dem wir uns verabredet haben. Er ist schon jede Menge Fernwanderwege gegangen, in Frankreich, Italien und klar, auch in Spanien. Schon interessant, was er so zu erzählen hat. Und das Restaurant ist genau auf der anderen Straßenseite :)
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    Traveler

    Echt schöne Bilder! Echt faszinierend, was man immer für Leute trifft ^^

    9/9/17Reply
     
  • Day12

    Anreise 6.9.2017

    September 6, 2017 in Germany ⋅ ⛅ 18 °C

    Mittwoch morgen. 03.00 Uhr in der Nacht. Mein Wecker klingelt. Laut. Sehr laut. Allerdings stehe ich da schon unter der Dusche :) Ich werde nach meiner Rückkehr sicher erfahren, wie begeistert meine Nachbarn von der Weckfunktion meines Handys sind.

    Mein Rucksack stand abmarschbereit im Flur, nachdem ich es auch war, haben wir uns gemeinsam auf den Weg zum Bus gemacht. Der erschien auch pünktlich um 4.04, und da konnte ich es richtig geniessen, dass Ryanair nun auch von Frankfurt aus direkt startet. Keine Nacht, die man sich zuvor um die Ohren schlagen muss, um bloss rechtzeitig morgens um 6 in Hahn zu sein. So ist's recht.

    Am Flughafen war gut Betrieb, allerdings nur vor den Ryanair-Schaltern. Bin wohl nicht der einzige, der seinen Start mit dem Start von Ryanair am Frankfurter Flughafen zusammenlegte. Obwohl ich 2 Stunden vor Abflug da war, bat mich der Scherge vom Check-In doch direkt weiter zur Sicherheitskontrolle zu traben. Dort sei schon einiges los. Und dort WAR auch einiges los. Ging aber trotzdem flott, also Kompliment an Ryanair: guter Einstand am Rhein-Main-Flughafen.

    Das Bild trübte sich auch nicht während des Fluges, es ging sanft über die Wolken und der Pilot kannte wohl den Weg. Alleine, dass die Flugzeit zu 80% zu einer Verkaufsveranstaltung geriet, war vielleicht suboptimal. Nachdem ich aber der bemühten Stewardess auf ihre erste Frage, ob es denn auch etwas für mich sein dürfte, ein halblautes "Nein, Danke" entgegenknurrte, beschloss sie wohl, ihr Glück bei mir kein zweites Mal zu versuchen. Prima.

    Fast pünktlich landeten wir in Porto, und es dauerte nicht lange, schon stand ich gestiefelt und gespornt mit meinem Rucksack auf dem Rücken vor dem Terminal. 25 Grad und ein azurblauer Himmel ließen meine Stimmung nicht wirklich schlechter werden. Ein Blick auf die Route in meinem Handy und schon ging es los. Niedliche 10 km standen auf dem Programm, vom Flughafen direkt zum Camping Lavra im Norden Portos. Genau die richtige Streckenlänge, um bischen in Wallung zu kommen und erste Pilgergefühle zu geniessen. Es ging am Flughafen vorbei in Richtung Norden, dann unter (!) der Start- und Landebahn hindurch durch kleine Vororte Portos.

    Nach etwa 2 Stunden kam ich an; da ich für Pilgerverhältnisse dort ungewöhnlich früh aufschlug (11 Uhr) musste ich noch 1 Stunde warten, bis ich mir den Schlüssel für meine Bude krallen konnte. Ich residiere hier fürstlich, so etwas kann ich für die kommenden Tage knicken: die Butze hat Strom, Kühlschrank, Klima und ein fettes Bett. Außerdem muss ich die Hütte mit niemandem teilen. Ich will nicht maulen. Hier im Supermarkt eben noch bischen Vorräte für heute und morgen eingekauft, soweit ist erst mal alles im Grünen Bereich und ich werde jetzt etwas für meinen Teint tun ^^
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  • Day1

    Bald geht es los!

    August 26, 2017 in Germany ⋅ ⛅ 28 °C

    Ja, schon bald ist es soweit; ich werde wieder in den Süden fliegen und mich dort auf Wanderschaft begeben. Zwei Wochen nur, aber: Ich freue mich schon seeehr darauf. Jeden Morgen den Sonnenaufgang in der Natur erleben, alleine das ist schon unbeschreiblich schön. Immer wieder den Blick über weite Landschaften geniessen, abschalten und zugleich durchstarten, frei von Zwängen unterwegs sein, das macht den Reiz, eigentlich sogar den Zauber des Wanderns aus. Und noch so vieles mehr. Klar, nur für mich. Aber ich glaube, für viele andere auch.

    Ich werde den Camino Portugues gehen, von Porto nach Santiago, eine sehr schöne Strecke, unkompliziert, aber nicht einfach. Die Temperaturen in Portugal kratzen auch im September nicht nur an der 40-Grad-Marke, sondern übersteigen sie gerne auch deutlich. Dann ist Schluss mit Lustig. Wenn, ja wenn man dann ungeschützt durch die Botanik trabt. Zuverlässige Abhilfe schafft da ein Wanderschirm, fest am Rucksack installiert hat er mir schon mehr als einmal den Tag gerettet. Ein Blick rüber zu meinem Rucksack verrät mir, dass ich auch diesmal nicht auf seine Unterstützung verzichten muss. Bestens!

    Meine Ausrüstung habe ich schon beisammen, wer mich kennt, wird darüber nicht übermäßig überrascht sein. Es ist nicht mein erster Camino. Und eigentlich ist mein Camino Portugues im September auch eher eine Zeit der Vorbereitung auf meine Via de la Plata XXL 2018. Warum XXL? Ich werde die Via de la Plata nicht in Sevilla starten, wie das Usus ist. Als ich das erste Mal die Via de la Plata auf der Karte sah, dachte ich spontan: Wenn schon so weit im Süden Spaniens starten - warum dann nicht ganz im Süden? Am südlichsten Punkt Spaniens? Der Gedanke hat mich nie losgelassen, und als für mich feststand, dass ich 2018 die Via de la Plata gehen werde, stand auch fest, wo ich starten werde. In Tarifa. Liegt noch unterhalb des Felsens von Gibraltar, mehr Süden geht nicht. Da will ich hin, genau da will ich starten.

    Es wird 2018 eine besondere Tour werden, da bin ich mir sicher. Nicht nur wegen der schieren Länge von ca. 1300 KM. Ich möchte diese Zeit nicht nur in meinen Gedanken und Erinnerungen behalten, sondern auch in Worten und Bildern festhalten. Damit das auch hinhaut, werde ich das jetzt bald auf meinem Camino Portugues üben.

    So, gibt's für heute noch etwas Wissenswertes zu berichten? Hmmm, eigentlich nicht. Ich versuche jetzt hier noch ein paar Fotos meiner letzten spontanen Tageswanderung rund um Reichelsheim im Odenwald diese Woche einzupflegen, dann weiß ich auch in diesem Punkt, wie es geht.

    Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern hier viel Vergnügen und eine schöne Zeit mit meinem Blog. Vielleicht kommt bei euch ja etwas von all dem Schönen an, über das ich schreiben werde. Ich freue mich schon sehr darauf.

    Andreas
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    Traveler

    sehr interessant, was du alles zu erzählen hast :D

    9/9/17Reply
    Traveler

    ich freue mich schon auf weitere updates :)

    9/9/17Reply