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  • Day35

    P[ar]a[d]i[es]

    December 20, 2016 in Thailand ⋅ ⛅ 7 °C

    Von Chiang Mai ging es gestern am späten Nachmittag gen Pai: 762 Kurven (laut Internet) und einige umgedrehte Mägen der asiatischen Busbelegschaft später waren wir auch schon da.

    Einziges Manko des Pai-Tals gleich vorweg: Es ist nun wirklich kein Geheimtipp mehr; so tummelt man sich im 30.000-Einwohner Ort gefühlt im Verhältnis 2:1 von Touristen zu Einheimischen! Dies fällt vor allem auf dem allabendlichen Nachtmarkt (auf dem wir uns an beiden in Pai verbrachten Abenden ordentlich durchfutterten) und durch die sehr westlich geprägte Restaurant- und Barszene auf. Generell ist der Ort eine Hippie-, Alternativen- und Chiller-Hochburg (Grasgeruch kommt nicht nur von den gemähten Wiesen rundherum).

    Tagsüber fährt die ganze Meute mit gemieteten Motorrollern aber aus der Stadt (wodurch es sich ganz gut verläuft) - so auch wir. Als erstes Ziel steuerten wir den Pai-Canyon an, welcher nebst grandiosen Fotomotiven und Ausblicken auf das Tal an manchen Stellen auch eine gehörige Portion Nervenkitzel bietet, dann nämlich wenn es ca. 50 cm breite Steilkämme mit beidseitig 20 m Abgrund zu überwinden gilt!

    Weiter ging es zum "Landsplit": Farmland, das durch ein Erdbeben 2008 unbrauchbar wurde, was von dessen Besitzer ganz nett dokumentatorisch aufbereitet ist. Eigentliche Attraktion hierbei ist der Besitzer selbst, der einen gegen Spenden mit selbstgebrautem Rosellensaft sowie mit Rosellenmarmelade an Bananenchips verköstigt. Sehr Lecker!

    Auf dem Weg in ein abgelegeneres Dörfchen nahmen wir noch einen Wasserfall mit, der als lohnenswert beschrieben war, uns verwöhnten Kackbratzen (nach den siebenstufigen Fällen des Erawan Nationalparks) aber nur ein müdes Lächeln abrang (deshalb auch kein Bild). In beschriebenem Dörfchen ging es auf einem ca. ein Kilometer langen Bambussteg, der über Reisterassen führte, zu den dortigen Tempelanlagen. Diese waren jedoch geschlossen - nicht weiter schlimm, sollen eh nicht so berauschend sein. Der Weg über die Felder, umgeben von grünendem Bergpanorama und freilaufenden Kühen, war grandios und somit als eigentliches Ziel zu betrachten.

    Am Nachmittag fetzten wir einfach noch so mit dem Roller durch die Serpentinen. Belohnt wurden wir nicht nur durch das tolle Fahrgefühl, sondern hinter jeder Straßenbiegung mit immer noch tolleren Ausblicken als in der Kurve zuvor! Am Wegesrand fanden wir übrigens auch noch einen Mini-Geysir (überall im Tal gibt es heiße Quellen), welcher allerdings eher olfaktorisch denn visuell als 'atemberaubend' Erwähnung finden sollte (nur ca. 50 cm hoch, aber bestialischer Gestank nach faulen Eiern).

    Zusammengefasst: das Pai-Tal ist jede Anfahrtskurve wert! Wirklich paradiesisch, vor allem für Zweiradenthusiasten!
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