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  • Day36

    Ankunft in der Ukraine

    June 7 in Ukraine ⋅ ⛅ 24 °C

    Morgens, beim ersten Blick aus dem Fenster ist Land in Sicht und wir legen, früher als erwartet, schon um 7, im Hafen bei Odessa an. Diesmal werden wir bereits um 7:30 zum Frühstück geschickt und danach wollen sie uns schon aus den Kabinen haben. Aus Erfahrung wissen wir, daß das alles nicht so schnell gehen wird und lassen uns deshalb entsprechend Zeit. So ist es auch, zuerst werden schön langsam die Waggons verladen und dann erst können die Passagiere von der Fähre runter und da ist es bereits halb elf. Was dann kommt, ist haarsträubender Amtsschimmel. Es dauert geschlagene drei Stunden bis wir das ganze Chaos zwischen Border Control und Zoll hinter uns haben. Seit dem Frühstück gab's auf dem Schiff keinen Service mehr und im Hafen können wir uns nichts kaufen, weil die nichts außer ukrainischem Geld nehmen. Das wir akkurat nicht haben, weil's da auch keinen Geldwechselschalter gibt. Die Polen schmieren einen der Kapitanos, dafür sind sie eine halbe Stunde früher draußen, aber auch gleich wieder da. Einer von ihnen war nämlich nicht im System (was für System???) registriert worden und das dauert wieder. Als wir um halb zwei endlich aus dem Hafengelände fahren sind wir schweißnass und haben höllischen Durst. Wir besorgen uns am Stadtrand von Odessa Geld und Quartier, löschen unseren Durst, duschen und versuchen später nachzuvollziehen, wie das eigentlich alles abgelaufen ist. Wir schaffen's einfach nicht, die Prozedur entbehrte jeder Logik. Es war die chaotischste Grenze unseres Lebens. Wir sind in einem kleinen Gasthof mit Zimmern gelandet, das scheinbar selten ausländische Geste beherbergt. Zum Haus gehört auch ein Greißlergeschäft. Mangels Sprachkenntnissen beiderseits gibt's wieder Gebärdensprache. Die Wirtsleute sind nett und geben sich echt Mühe. Wir bekommen im zweiten Stock ein "Deluxe" Zimmer für umgerechnet 14 €. Es gibt Internet und da zeige ich der Wirtin auf ihrem Handy, wie das mit der Übersetzerei geht und sie ist ganz begeistert. Da ist es mit der Verständigung gleich viel leichter und so bekomme ich jetzt für mich ein Passwort für's WLAN. Vor dem Haus gibts Überwachungskameras, trotzdem wird Blue über Nacht zum Hund in den Garten gesperrt und die Wirtin übernachtet im Gastzimmer neben dem Garten, um besser aufpassen zu können. Viel Vertrauen in ihre Umgebung hat sie wohl nicht, oder sie will uns ein Extrasicherheitsgefühl geben, wer weiß?Read more