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  • Day3

    Cinque Terre

    October 4, 2017 in Italy ⋅ 🌙 17 °C

    Früh aufstehen, weil das Boot schon in 8:45h von Rapallo ablegt. Umringt von silberhaarigen Reisegruppen - meist deutschsprachig - besetzen wir bei Sonnenschein das Oberdeck. Für die Zusteigenden an den 3 anderen Stopps wird es eng. Das Meer ist flach und die Fahrt verspricht entspannt zu werden. Nicht so ein Schaukeln und Hoppeln wie gestern. Die Augen immer nach links gerichtet, dort soll es nach 90 min Fahrt kommen - das Cinque Terre, das wir damals mit dem Wohnmobil nicht bereisen konnten, weil der einzige Zufahrtsweg für uns durch eine zu steile Brückendurchfahrt versperrt war. Diesmal schaffen wir es per Boot. Mit Jens Mercedes Schlachtschiff, das wir poldtsch geparkt direkt vorm Hotel in Rapallo zurückgelassen haben, wären wir wahrscheinlich auch weit vor den Ortsgrenzen der Dörfer steckengeblieben. Hier gibt es nur schmalste Straßen für die schmaleren der italienischen Autos und gefühlte 23 Parkplätze - wenn überhaupt.
    Der Kapitän bereichert die Fahrt mit spärlichen Bemerkungen zu den gerade passierten Orten, wobei er für die mitreisenden Silberrücken die Ortsnamen in klarstem Italienisch und Englisch immer zweimal sagt. Es wartet hier jeder doch nur auf die 5 Dörfer, der Rest interessiert nicht wirklich. Erst als der Kapitän keine Anstalten macht, in den Hafen des ersten Ortes Monterosso einzubiegen, wird uns klar, dass wir uns die Fragen - am Ticketschalter - in feinstem englisch - hätten sparen können. Die Antworten und/oder die Fragen waren falsch. Sie passten nicht zueinander. Wieso ist das Onewayticket nur bis zum ersten Stopp available? Wie lang ist die Rückfahrt etc? Der Kapitän fuhr in großem Bogen an den Dörfern vorbei, die sich im Dunst nur schwach von der felsigen Umgebung abhoben und steuerten den letzten der fünf Orte Riomaggiore an. Die Ankunft mit dem Boot war schon spektakulär. Es sieht wirklich toll aus, wie sich die Häuser in die kleine Schlucht quetschen und sich wie ein Füllhorn zum Minihafen öffnen. In den schönsten Farben. Ein Träumchen.
    Der Touristenstrom schlängelt - eigentlich wälzt er sich- sich mühsam den steilen Hauptweg den Berg hinauf. Wie sieht es hier wohl in der Hauptsaison aus? Selbst jetzt, Anfang Oktober, ist hier noch genug los. Wie gut, dass wir uns trotz der falschen Informationen für die Onewayvariante entschieden hatten. Jetzt könnten wir den Via dell'amore laufen, zu dem auch Helena bereit war ihn mitzugehen, weil er sogar für Flipflops tragende Chinatouristen in 30 Minuten zu bewältigen wäre. Na toll, eben dieser Weg, der einzige Wanderweg zwischen Riomaggiore und Manarola ist geschlossen. Wir stehen vor einem geschlossenen Eisentor, das den Zugang verwährt. Pech oder Glück, je nachdem von welchem Standpunkt man es sieht. Ich fand es sehr schade, zumal ein mickriger Zettel an der Tür zum BahnTickethäuschen auch alle anderen Abschnitte für geschlossen erklärte, außer den Teil von Corniglia nach Vernazza, der aber nicht so kurz und nicht so leicht war. Jetzt blieb also nur der Zug als Fortbewegungsmittel zum nächsten Ort.
    Mit dem Zug nach Manarola, dann wieder von dort mit dem Zug nach Corniglia, dem einzigen Ort ohne Hafen. Viele, viele Stufen führen vom Bahnhof hinauf, aber es lohnt sich. Auf einem gemütlichen Platz, wohl dem einzigen, klemmen wir uns, zusammen mit einem Schweizer Ehepaar, auf einen kleinen Balkon eines Restaurants und essen köstlich.
    Von hier führt nun der einzige geöffnete Wanderwegabschnitt nach xxxxxxx. Helena hat noch genug von unserer Wanderung zurück von Portofino nach Rapallo, und streikt. Wir sind ja moderne Eltern und lassen Sie alleine mit dem Zug in den nächsten Ort fahren und wir wandern einen herrlichen Weg nach Vernazza. Das war wirklich ein toller Weg. Ich weiß nicht, ob Helena im Nachhinein diese Lösung toll fand. Sie musste eine Stunde auf uns warten.
    Den letzten und größten Ort ließen wir aus und fuhren dann direkt von Vernazza mit dem Zug zurück nach Rapallo.
    Abendessen auf typisch italienisch, es war ein Tipp einer Hotelangestellten, gemütlich und lecker soll es sein. Eingepackt in Plastikplanen und mit OP Beleuchtung gab es hier tatsächlich leckere Pizza.
    Helena ollste unbedingt den schiefen Turm in Pisa sehen. von unserem letzten Besuch wussten wir, dass Pisa nur diese 3 Baudenkmäler hat und ansonsten nichtssagenden ist. Da der Turm nicht zu besteigen ist und die Besichtigung des Doms und des Baptisteriums nicht ins Interessenspektrum unserer Kinder gehören, kann man sich besagte Bauwerke auch abends von außen ansehen. Gesagt, getan. Wir kannten den italienischen Namen für den Turm nicht und konnten ihn deshalb erst im Navi nicht finden, dann hätten wir noch das Problem, dass er auf den Bildern überhaupt nicht schief aussah. Er wird einfach nicht schief, der Turm. Torre den Pendente, heißt er.
    Übernachtung in Grosseto.
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