Satellite
  • Day16

    Guttadalskonan>Grövelsjön

    August 28, 2019 in Sweden ⋅ ⛅ 17 °C

    Irgendwie soll es heute ein besonders runder Tag für mich werden. Aber der Morgen scheint eher so zu sein wie die anderen auch.
    Wandermorgenroutine halt:
    Aufwachen - Nescafé kochen - Plumpsklo aufsuchen (Klopapier nicht vergessen) - zum Bach für die Katzenwäsche (brrr) und Zähne putzen - Trinkflasche auffüllen - zurück in die Schutzhütte - Nachtwäsche lüften, Schlafsack auch - anziehen (Unterhose ist meist noch feucht wegen Wäsche am Abend) - Müsli zubereiten (Wasser 150ml, Trockenmilch einrühren - 100-150g Müsli reinschütten, dazu 5 Haselnüsse aus dem Piemont (Britta sei dank, die sind oberlecker) - Müsli genießen - Daunenschlafsack in Sack drücken, ab in den Rucksack (ganz nach unten) - Luft aus Isomatte drücken, einrollen, in Sack verstauen, ab in den Rucksack - Sonnencreme auftragen, Vitamintablette schlucken, alles im Kulturbeutel verstauen, ab in den Rucksack - Kleiderbeutel wenden (dient nachts als Kopfkissen), Klamotten verstauen, ab in den Rucksack - Wandersandalen in den Beutel, ab in den Rucksack - Kocher von Kartusche abschrauben, alles in den Becher (Kocher, Messer, Kaffeedose, Spoon, Feuerzeug, Messer, Taschentücher), vorher Becher säubern, dann ab in den Rucksack, auch Gaskartusche - Proviantrucksack packen (der jeden Tag leichter wird 😄), ab in den Rucksack - Pullover (entweder anziehen oder zusammen mit Fleeceweste in den Rucksack drücken (füllt die Lücken) - Rucksack zuschnüren - - Elektronik zusammen packen in wasserdichten Beutel, ab ins Deckelfach, Klopapier in wasserdichten Beutel packen, ab ins Deckelfach. Deckel zuklappen, Schnallen befestigen - Schaum-Isomatte einrollen, am Rucksack befestigen, Wasserflasche in Maschtasche unterbringen -- Stiefel anziehen und zuschnüren. Umschauen, ob etwas vergessen - Rucksack aufschnallen -- fertig und abmarschbereit.
    Das alles dauert meist so eine Stunde. Stehe ich um sechs Uhr auf, kann ich etwa um sieben Uhr los marschieren.
    So auch heute.
    Obwohl es gar nicht mehr so weit ist.
    Erst wieder Schotterpiste, was ich gut finde. Doch sie wird immer schmaler, dann wieder Waldpfad mit Steinen (Sch......), noch einmal Moor ohne Planken (Sch...), Bis zur Schutzhütte Valdalsbygett komme ich nicht recht in Tritt. Dort setze ich mich auf die Bank vor der Hütte und esse, worauf ich Lust habe: ein Apfel, 100g Schokolade, ein Chrunch-Riegel), dann bin ich pappsatt. Den Proviant muss ich ja nicht mehr rationieren.
    Weiter.
    Jetzt geht es leichter. Der Weg ist nun auch viel besser. Menschen kommen mir entgegen - Touristen aus Grövelsjön. Es werden immer mehr. Sie wollen zum Wasserfall "Silverfallet", den ich einfach links liegen lasse. Versäume ich was? Mir steht der Sinn mehr nach Duschen und Kaffee. Das befeuert meinen Schritt. Auf einmal ist das Hochplateau zu Ende, das Gelände fällt zum Grövelsjön-See hin ab. Ein grandioser Blick präsentiert sich mir über den See und das dahinter aufsteigende Fjäll. Wow! Damit geht's abwärts. Am Ende gibt es sogar Stufen und einen breiten Plankenweg. Er endet an einem voll belegten PKW-Parkplatz. Noch einen Kilometer auf Asphalt, dann bin ich da, wo ich so lange schon hin wollte: STF-Grövelsjön Fjällstation, die teuerste Herberge im hinteren Teil des Universums. Ein Standardzimmer ist noch frei. Ich buche für zwei Nächte, egal, was es kostet. Ich will den Moment genießen. So ein Tag wie heute kommt kein zweites Mal. That's shure!
    Dinner verbringe ich umgeben von äußerst netten Schweden. Alle reden Englisch, so bin ich in ihrer Mitte. Doch keiner weiß, was dieser Tag für mich bedeutet. So soll es auch sein. Wie kann man schöner feiern? 60!
    Read more